Weinbau in der Schweiz

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Rebhänge bei Sitten im Kanton Wallis

Der Weinbau in der Schweiz findet hauptsächlich im Wallis sowie in den französischsprachigen Westschweizer Kantonen Waadt, Neuenburg, Genf und im Drei-Seen-Land statt. In der Deutschschweiz konzentriert sich der Weinbau auf die deutschsprachigen Gebiete des Drei-Seen-Landes sowie die Kantone Aargau, Zürich, Schaffhausen, Thurgau und Graubünden. Im Tessin werden vor allem Rotweine erzeugt.

Schweizer Weine werden zum Grossteil in der Schweiz getrunken; nur ein bis zwei Prozent der in der Schweiz erzeugten Weine werden exportiert. Die Nachfrage übersteigt die Menge des meist auf schwierigem Gelände angebauten Weines. Dies führt zu hohen Preisen sowie zu der Versuchung, Bedingungen für sehr hohe Erträge zu schaffen. Seitdem sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz durch Schaffung von kontrollierten Appellationen verschärft haben, steigt die Qualität des Schweizer Weines an. Die Anbaubedingungen auf nur kleinen Weinbergen in steilen Hanglagen sind schwierig.

Schweizer Weine sind überwiegend leichte Weine, die eher jung getrunken werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kanton Wallis (französisch Valais) sind Traubenkerne aus eisenzeitlichem Kontext belegt (Gamsen). Zudem konnte nachgewiesen werden, dass im Wallis bereits zwischen 800 und 600 v. Chr. Reben kultiviert wurden.[1] Auch aus frührömischem Kontext wurden Traubenkerne auf zahlreichen Grabungen gefunden. Rebmesser wurden in Gutshöfen der Westschweiz und Städten wie Nyon und Martigny entdeckt. Für den römischen Rebbau im Walliser Alpenraum sprechen wohl auch alte autochthone Traubensorten, wie etwa die Amigne-Traube (Mitis amoena?) oder Resi (Uva raetica?).

Die erste noch erhaltene urkundliche Erwähnung von Reben in der Schweiz stammt aus dem Kanton Wallis aus dem Jahre 516 von der Abtei St. Maurice, die das älteste ununterbroche bewohnte Kloster des Abendlandes ist.[2] Von dort verbreitete sich die Rebe in den Klöstern allmählich in der ganzen Schweiz, wie durch die Zisterzienser in Dézaley. In der Waadt ist seit dem 6. Jahrhundert die Kultivation von Wein gesichert.

Im 17. Jahrhundert erlebten die Schweizer Winzer eine erste Krise mit dem vermehrten Import südlicher Weine insbesondere aus dem unteren Rhônetal auf französischer Seite. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Schweiz von den Rebkrankheiten Echter Mehltau und von der Reblaus heimgesucht. Zusammen mit billigen Importen sowie mit der zunehmenden Bebauung der für den Weinbau wichtigen Seeufer ging die Rebfläche vom Ende des 19. Jahrhunderts bis ca. 1960 von 33.000 ha auf 12.500 ha zurück.

Qualitätsweine in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1990 führte der Kanton Wallis als erstes Anbaugebiet der Schweiz eine Qualitätsweinhierarchie ein. Früher war es einem Schweizer Winzer weitgehend überlassen, welche Informationen er auf das Etikett der Weinflasche drucken wollte. Die Weine wurden in der Regel nach Ortsnamen oder Rebsorten benannt. Daneben gab es Weine mit einem eigenen Markennamen. Die Weingesetzgebung der Schweiz (Weinverordnung) sieht drei Kategorien von Wein vor:

  • Kategorie I sind kontrollierte Appellationen mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung. Die Bezeichnung dieser Stufe lautet AOC gefolgt vom Namen der Region, in der der Wein wächst. Für einige Gemeinden dieser Kategorie ist die Bezeichnung Grand Cru zugelassen.
  • Kategorie II ist ein Landwein mit Herkunftsbezeichnung, also ein Vin de Pays
  • Kategorie III sind Tafelweine ohne Herkunftsbezeichnung

Rebsorten in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz sind ca. 200 Rebsorten auf einer Rebfläche von 14'835 ha bekannt. Die Weinbaufläche geht seit Jahren geringfügig, aber kontinuierlich zurück.[3]: S. 5 Einige dieser Reben sind international bekannt und in mehreren Ländern im Anbau. Daneben existieren autochthone Sorten mit lokalem Charakter wie z. B. die Sorten Petite Arvine, Amigne, Rouge du Pays (Cornalin du Valais, Walliser Cornalin) und Humagne Blanc aus dem Kanton Wallis. Ausserdem gibt es kleinere Rebflächen mit Neuzüchtungen wie den Sorten Gamaret, Garanoir oder der Sorte Diolinoir. Das Verhältnis von Weiss- zu Rotweinrebsorten beträgt 42:58.[3]

Weisse Rebsorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den weissen Rebsorten herrschen Chasselas oder im Kanton Wallis Fendant (mit 4073 ha Rebfläche), Müller-Thurgau (487 ha), Chardonnay (316 ha), Silvaner oder im Kanton Wallis Johannisberg (246 ha), Pinot Gris oder im Kanton Wallis Malvoisie (214 ha), Petite Arvine (150 ha), Sauvignon Blanc (126 ha), Pinot Blanc (103 ha), Savagnin oder im Kanton Wallis Heida (78 ha), Muscat blanc à petits grains (49 ha), Gewürztraminer (48 ha), Marsanne blanche oder im Kanton Wallis Ermitage (47 ha), Amigne (43 ha), Humagne Blanc (29,8 ha), Viognier (28,9 ha), Doral (23,2 ha), Räuschling (22,3 ha), Aligoté (21,7 ha), Kerner (18,5 ha), Riesling (12,0 ha), Solaris (11,4 ha), Johanniter (9,69 ha), Charmont (9,39 ha), Seyval Blanc (7,24 ha), Sauvignon Gris (5,46 ha), Chenin Blanc (5,27 ha), Scheurebe (4,82 ha), Sémillon (4,65 ha), Muskat Oliver (4,26 ha), Freisamer (4,17 ha), Auxerrois (2,86 ha), Completer (2,57 ha), Bianca (2,53 ha), Resi (2,13 ha), Roussanne oder im Kanton Wallis Ermitage (1,69 ha), Bacchus (1,60 ha), Lafnetscha (1,35 ha), Kernling (1,00 ha), Nobling (0,91 ha), Gouais Blanc oder Gwäss (0,89 ha), Vidal Blanc (0,84 ha), Altesse (0,81 ha), Réselle (0,80 ha), Findling (0,76 ha), Elbling (0,65 ha), Grüner Veltliner (0,56 ha), Birstaler Muskat (0,48 ha), Kalina (0,47 ha), Bronner (0,44 ha) und Himbertscha (0,17 ha) vor.

Rote Rebsorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den roten Rebsorten herrschen Pinot Noir oder im Kanton Wallis auch Dôle (4.430 ha), Gamay (1.550 ha), Merlot (1018 ha), Gamaret (367 ha), Garanoir (198 ha), Syrah (179 ha), Cornalin d’Aoste (Humagne Rouge) (128 ha), Rouge du Pays (Cornalin du Valais, Walliser Cornalin) (112 ha), Diolinoir (108 ha), Cabernet Sauvignon (62 ha), Cabernet Franc (52,5 ha), Regent (40,9 ha), Dunkelfelder (23,2 ha), Cabernet Dorsa (20,4 ha), Dornfelder (20,4 ha), Ancellotta (18,4 ha), Zweigelt (13,8 ha), Cabernet Jura (13,3 ha), Bondola (13,1 ha), Maréchal Foch (12,7 ha), Dakapo (11,8 ha), Léon Millot (11,1 ha), Malbec (10,2 ha), Carminoir (9,4 ha), Galotta (7,5 ha), Plant Robert (5,52 ha), Mondeuse (3,63 ha), Blaufränkisch (2,92 ha), Cabernet Cubin (2,75 ha), Acolon (2,75 ha), St. Laurent (2,73 ha), Chambourcin (2,48 ha), Frühburgunder (1,09 ha), Baco Noir (1,04 ha), Durize (0,65 ha), Petit Verdot (0,59 ha), Muscat Bleu (2,26 ha), Cabernet Cortis (2,14 ha), Cabernet Mitos (1,85 ha), Isabella (1,40 ha), Monarch (1,38 ha), Zinfandel (1,09 ha), Catawba (oder Katawaba) (0,62 ha), Petit Verdot (1,09 ha), Baco Noir (1,07 ha), Rondo (1,01 ha), Arinarnoa (1,00 ha), Nebbiolo (0,97 ha) und Marselan (0,87 ha) vor. Andere Bestände sind mit diversen anderen Rebsorten, wie dem Goron de Bovernier bestockt.

(Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft BLW)[4]

Offizielle Weinregionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanton Wallis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanton Wallis

Es konnte nachgewiesen werden, dass im Kanton Wallis (französisch Valais) bereits zwischen 800 und 600 v. Chr. Reben kultiviert wurden.[5] Heute gibt es in der grössten Weinregion der Schweiz mehr als 5236 ha Rebfläche, die von mehr als 22'000 Kleingrundbesitzern meist im Nebenerwerb bewirtschaftet werden. Beginnend bei Visp folgen die Weinberge dem Lauf des Flusses Rhone bis nach Martigny. Die Rebflächen befinden sich an den unteren Hängen der Berge auf einer Höhe von 450 bis 850 m ü. M. mit Steillagen von bis zu 70 % Steigung; viele der Weinberge sind terrassiert. Der bei Visperterminen liegende Weinberg Riebe ist der höchstgelegene Weinberg nördlich des Alpenhauptkammes. Das Wallis verfügt über eine mittlere Sonnenscheindauer von 2090 Stunden bei einer Niederschlagsmenge von 600 bis 800 mm/Jahr. Damit sind die klimatischen Randbedingungen ähnlich wie in Bordeaux (Frankreich). Das Wallis zeichnet sich durch eine unglaublich grosse Zahl autochthoner weisser und roter Traubensorten aus, die häufig mit ebenfalls autochthonen Traubensorten aus dem Aostatal verwandt sind. Bei einigen von ihnen wird vermutet, dass sie noch aus der Römerzeit stammen. Die Weine zeichnen sich durch eine grosse Vielfalt aus: Einige Traubensorten ergeben eher rustikale Weine, während andere auch Weine von Weltklasse hervorbringen (v.a. Petite Arvine, Amigne Blanche und Humagne Blanche). Die bekanntesten einheimischen roten Varietäten Cornalin d’Aoste (Humagne Rouge) und Rouge du Pays (Cornalin du Valais, Walliser Cornalin) werden einerseits einzeln vinifiziert, finden sich aber auch häufig in Cuvées Verwendung. Etwa gleichzeitig mit dem erwachten Interesse an den autochthonen Traubensorten nahm in den vergangenen Jahrzehnten auch der Anbau von Syrah markant zu, nachdem sich gezeigt hatte, dass sich im Wallis hervorragende Weine aus dieser Traubensorte keltern lassen.

Einheimische (autochthone) Rebsorten des Kantons Wallis sind:[6]

  • Weisse Rebsorten: Amigne, Arvine, Humagne Blanc, Mennas und Resi
  • Rote Rebsorten: Cornalin beziehungsweise Landroter (Cornalin des Wallis, Cornalin du Valais)[7]

Traditionelle Rebsorten des Kantons Wallis sind, wobei allen einheimischen und den traditionellen Rebsorten mit GC die Bezeichnung Grand Cru vorbehalten ist:[8]

  • Weisse Rebsorten: Chardonnay, Chasselas (Fendant GC), Gwäss (Gouais), Himbertscha, Lafnetscha, Marsanne blanche (Ermitage) GC, Muscat, Pinot blanc, Pinot gris (Malvoisie) GC, Riesling (Petit Rhin), Müller-Thurgau oder Riesling-Sylvaner (Riesling x Chasselas de Courtiller), Roussanne GC, Savagnin blanc (Heida oder Païen) GC und Sylvaner (Rhin oder Gros Rhin) GC
  • Rote Rebsorten: Durize (Rouge de Fully), Eyholzer Roter, Gamay GC, Humagne Rouge GC, Pinot noir GC und Syrah GC

Folgende Gemeinden haben den Status einer Appellation d’Origine Contrôlée (AOC):

Rebsortenspiegel:

  • weiss (insgesamt 2228 ha): Chasselas mit 1648 ha, Müller-Thurgau (19 ha), Chardonnay (62 ha), Silvaner (204 ha), Pinot Gris (55 ha), Pinot Blanc (20 ha), Petite Arvine (65 ha), Sauvignon Blanc (7 ha), Sonstige (149 ha)
  • rot (insgesamt 3008 ha): Pinot Noir (1836 ha), Gamay (933 ha), Merlot (7 ha), Gamaret (13 ha), Garanoir (4 ha), Syrah (62 ha), Cornalin d’Aoste (Humagne Rouge) (65 ha), Rouge du Pays (Cornalin du Valais, Walliser Cornalin) (38 ha), Sonstige (49 ha)

Bekannte Weine sind der weisse Fendant, der mittelschwere Rotwein Dôle und ein Rosé mit dem Namen Œil de Perdrix.

Kanton Waadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanton Waadt

Der Kanton Waadt (französisch Vaud) verfügt über 3814 ha Rebfläche und ist somit der zweitgrösste Weinbaukanton der Schweiz. Hier entfallen allein auf die Rebsorte Chasselas 68 % der Rebfläche. Die Weinberge der 28 Appellationen liegen recht weit verstreut, so dass der Kanton aus Weinbausicht in vier Regionen aufgeteilt ist:

Rebsortenspiegel:

  • weiss (insgesamt 2737 ha): Chasselas (2631 ha), Müller-Thurgau (11 ha), Chardonnay (31 ha), Silvaner (4 ha), Pinot Gris (23 ha), Pinot Blanc (14 ha), Sauvignon Blanc (5 ha), Sonstige (19 ha).
  • rot (insgesamt 1145 ha): Pinot noir (501 ha), Gamay (522 ha), Merlot (4 ha), Gamaret (37 ha), Garanoir (34 ha), Syrah (2 ha), Sonstige (45 ha).

Kanton Genf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanton Genf

Der Kanton Genf (französisch Genève) verfügt über eine Rebfläche von 1340 ha. Von den insgesamt 45 Gemeinden des Kantons wird in 35 Gemeinden Wein angebaut. Anders als im Rest der Schweiz ist das Gelände recht flach. In der Region Le Mandement stehen insgesamt 879 ha in einer Monokultur. Auf 7 km Länge bis zur französischen Grenze liegt eine Weinanbaufläche neben der anderen. So verwundert es nicht, dass die grösste Gemeinde dieser Region, Satigny, gleichzeitig die bedeutendste Weinbaugemeinde der Schweiz ist. Folgende Gemeinden haben den Status einer Appellation: Choully, Satigny, Peissy, Russin, Dardagny, Lully, Bardonnex, Cologny, Jussy, Choulex, Hermance, Céligny, Collex-Bossy.

Rebsortenspiegel:

  • weiss (insgesamt 712 ha): Chasselas mit 477 ha, Müller-Thurgau (51 ha), Chardonnay (31 ha), Pinot Gris (17 ha), Pinot Blanc (41 ha), Sauvignon blanc (20 ha), Sonstige (41 ha).
  • rot (insgesamt 647 ha): Pinot Noir (122 ha), Gamay (440 ha), Merlot (11 ha), Gamaret (43 ha), Garanoir (11 ha), Syrah (2 ha), Sonstige (17 ha).

Drei-Seen-Land (Teile der Kantone Bern, Freiburg und Neuenburg)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei-Seen-Land
Weinbaugebiet Bielersee und Mont Vully

Das Drei-Seen-Land (französisch Pays des Trois-Lacs) ist eine Region in der Schweiz um die drei grossen Juraseen Bielersee, Neuenburgersee und Murtensee. Diese Region liegt in verschiedenen Kantonen, namentlich im Kanton Bern, im Kanton Freiburg, im Kanton Neuenburg und im Kanton Waadt.

Auf diesem Gebiet werden auf 945 ha Wein bzw. Reben kultiviert. In der für ihre Uhrmacher bekannten Region dominieren die Rebsorten Chasselas beim Weisswein und Pinot Noir beim Rotwein eindeutig. Die weissen Rebsorten dominieren im Drei-Seen-Land. Daneben gilt als Spezialität der Region der roséfarbene Œil de Perdrix, der eine Neuenburger Erfindung ist. Der Kanton Neuenburg war der erste Kanton der Schweiz, der Ertragsbeschränkungen einführte.

Das Gebiet wird in Bielerseeweine, die an den steilen, bis zum Seeufer reichenden Hänge des nördlichen Bielerseeufers zwischen Biel/Bienne und Neuenstadt angebaut werden, Neuenburgerweine (Neuenburgersee und übrige Gebiete) und den Weinen des Murtensees, die ausschliesslich an den Hängen des Mont Vullys angebaut werden, unterteilt.

Folgende Gemeinden verleihen für ihre Weine den Status einer geschützten Herkunftsbezeichnung Appellation d’Origine Contrôlée: Vaumarcus, Fresens, Saint-Aubin-Sauges, Gorgier, Bevaix, Boudry, Cortaillod, Auvernier, Corcelles-Cormondrèche, Peseux, Neuchâtel, Hauterive, Saint-Blaise, Cornaux, Cressier, Le Landeron, Neuenstadt, Schafis, Ligerz, Twann, Tüscherz, Vingelz, Erlach, Tschugg, Mont Vully.

Rebsortenspiegel für das Gebiet Neuenburg:

  • weiss (330 ha): Chasselas (dt. Gutedel) (282 ha), Chardonnay (17 ha), Pinot Gris (21 ha), Müller-Thurgau (4 ha), Sauvignon Blanc (2 ha), Sonstige (4 ha).
  • rot (275 ha): Pinot Noir (275 ha), Gamaret (2 ha), Garanoir (3 ha).

Daneben existieren jeweils am Bielersee, am Neuenburgersee und am Mont Vully Weinwanderwege inmitten der Rebberge sowie einige Museen und Ausstellungen. Die Berner Kantonsregierung verleiht jährlich die Auszeichnung «Berner Staatswein» für die besten im Kanton Bern hergestellten Weine.[9]

Kanton Tessin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanton Tessin

Im Kanton Tessin (italienisch Ticino), dem südlichsten Kanton der Schweiz, befindet sich eine Rebfläche von 1028 ha, die sich ca. 3800 Winzer teilen. Fast 83 % dieser Fläche ist mit der Bordeaux-Traube Merlot bestockt, die Anfang des 20. Jahrhunderts hier eingeführt wurde. In Höhen unterhalb 450 m reift die Traube zuverlässig aus. In höhergelegenen Weinbergen muss man auf Pinot Noir ausweichen. Die meisten der 3800 Winzer bearbeiten den Weinberg im Nebenerwerb, es gibt ca. 30 hauptberufliche Winzer im Tessin.

Der Merlot Wein aus dem Tessin entspricht generell einer Appellation, der Ticino D.O.C. Merlot. Neben dem Appellations-Status vergibt man im Tessin noch ein Gütesiegel mit dem Namen VITI. Dieses Siegel setzt eine Geschmacksprüfung sowie eine allgemeine Beurteilung voraus und wird nur den besseren Weinen zugeteilt. Das VITI Gütesiegel wird auch noch einer anderen Spezialität des Tessin, dem Grappa zugeteilt. Weinbaugemeinden im Tessin sind Giornico, Malvaglia, Biasca, Verscio, Gordola, Tenero, Gudo, Giubiasco, Rivera, Morcote, Rovio, Stabio, Morbio, Chiasso mit der Ortschaft Pedrinate und Castel San Pietro.

Rebsortenspiegel für den Kanton Tessin:

  • weiss (insgesamt 68 ha): Chasselas (8 ha), Müller-Thurgau (4 ha), Chardonnay (34 ha), Pinot Gris (2 ha), Sauvignon blanc (8 ha), Sonstige (12 ha).
  • rot (insgesamt 960 ha): Pinot noir (15 ha), Merlot (849 ha), Gamaret (9 ha), Syrah (2 ha), Sonstige (85 ha). Bei den sonstigen Sorten handelt es sich meist um Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc sowie Bondola.

Deutschschweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanton Zürich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanton Zürich

Im Kanton Zürich stehen die grössten Weinflächen der insgesamt 17 deutschsprachigen Kantone. Die 644 ha Rebfläche verteilen sich an den Ufern des Zürichsees sowie in Regionen des Limmattal, Zürcher Unterland sowie Zürcher Weinland. Weinbaugemeinden im Kanton Zürich sind: Freienstein-Teufen, Unterstammheim, Oberstammheim, Dachsen, Andelfingen, Flaach, Neftenbach, Seuzach, Eglisau, Weiningen, Meilen, Stäfa, Au, Wädenswil.

Rebsortenspiegel für den Kanton Zürich:

  • weiss (insgesamt 229 ha): Müller-Thurgau (166 ha), Räuschling(17 ha), Chardonnay (10 ha), Pinot Gris (9 ha), Pinot Blanc (2 ha), Sauvignon blanc (6 ha), Sonstige (36 ha).
  • rot (insgesamt 415 ha): Pinot Noir (hier Blauburgunder genannt mit 380 ha), Gamaret (2 ha), Garanoir (5 ha), Sonstige (28 ha).

Kanton Schaffhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanton Schaffhausen

Im Kanton Schaffhausen wird vornehmlich Pinot Noir angebaut, der hier Blauburgunder genannt wird. Auch wird in Schaffhausen Riesling x Sylvaner angebaut. Nebst diesen beiden Hauptrebsorten werden auch Chardonnay, Pino Gris (genannt Tokayer), Gewürztraminer, Räuschling und Kerner in kleinen Mengen angebaut.

Das Weinbaugebiet Schaffhausen, hinter dem Kanton Zürich das zweitgrösste der Deutschschweiz, verteilt sich über 20 Weinbaugemeinden. Grundsätzlich erfolgt dabei eine Unterteilung in fünf Teilgebiete:

  • Klettgau mit u. a. Beringen, Löhningen, Siblingen, Gächlingen, Oberhallau, Hallau, Trasadingen, Osterfingen und Wilchingen. Hallau ist mit einer Rebfläche von rund 150 ha die grösste Weinbaugemeinde der Ostschweiz – wovon ca. 120 ha mit Blauburgunder und ca. 30 ha mit Riesling x Sylvaner bestockt sind. Im Weinbauzentrum Hallau sind die vier grössten Weinbauhandelsbetriebe ansässig. Wilchingen, die zweitgrösste Schaffhauser Weinbaugemeinde, liegt eingebettet zwischen rebenbewachsenen Hügeln im südlichen Klettgau. Das Rebland ist auch überwiegend mit Blauburgunder und sehr wenig Riesling x Sylvaner bestockt. dafür finden wir hier noch Pinot Gris, Tokayer genannt.
  • Schaffhausen mit dem Munotrebberg hat sich Schaffhausen ein Symbol für seine jahrhundertealte Rebbautradition erhalten.
  • Schaffhauser Umgebung mit Thayngen, Dörflingen, Bibern SH und Altdorf SH.
  • Oberer Kantonsteil mit Stein am Rhein.
  • Unterer Kantonsteil mit Buchberg und Rüdlingen

Kanton Aargau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanton Aargau

Im Kanton Aargau wird auf knapp 400 ha Wein kultiviert. Das Anbaugebiet erstreckt sich über viele kleine Gemeinden, die vorwiegend an exponierten Südhängen in den Haupt- und Seitentälern liegen. Die hauptsächlichen Rebsorten sind Blauburgunder und Riesling x Silvaner. In folgenden sieben Gebieten befinden sich die Gemeinden, in denen Wein angebaut wird:

Kanton Luzern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanton Luzern

Im Kanton Luzern wächst die Rebfläche kontinuierlich an. Innerhalb von 15 Jahren verdoppelte sich die Fläche auf heute knapp 40 ha. Fast vierzig Winzer bauen ebenso viele verschiedene Rebsorten an.

Die Weinanbaugebiete des Kantons Luzern teilen sich auf vier Rebregionen auf:

Im Jahre 2005 wurde die kontrollierte Ursprungsbezeichnung (AOC Luzern) eingeführt.

Thunersee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den Ufern des Thunersees wird in den Gemeinden Thun, Spiez, Oberhofen und Hilterfingen Weinbau betrieben. Weisse Sorten sind Müller-Thurgau und Chardonnay, rote Sorten sind Garanoir und Pinot Noir. Im Gegensatz zu den Weinen des Berner Seelandes, die zur Westschweiz gerechnet werden, gehören die Thunerseeweine zur Ostschweiz.

Bündner Herrschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bündner Herrschaft umfasst die Gemeinden Fläsch, Maienfeld, Jenins und Malans. Auf dieser relativ kleinen Weinbaufläche wird vor allem Pinot Noir angebaut; daneben existieren auch Riesling x Sylvaner (Müller-Thurgau) und Chardonnay. Durch diese Weinregion führt ein Weinwanderweg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon, 3. überarbeitete Ausgabe. 1. Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 2007, ISBN 978-3-8338-0691-9.
  • Nicole Hauger: Kein Exportschlager – In der Schweiz gibt es tollen Wein – den kaum einer kennt, weil die Eidgenossen ihn lieber selbst trinken. Verlagsgruppe Rhein Main, Mainz 2. Februar 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationen zur Weinregion «Wallis/Valais» im Wein‑Plus Weinführer, gesehen am 6. März 2017
  2. Die Weinbaugeschichte der Rebe und des Weine und ihren Weg in die Schweiz, gesehen am 7. März 2017
  3. a b Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.blw.admin.chDas Weinjahr 2014 des Eidgenössenschaftlichen Bundesamts für Landwirtschaft, April 2015 (PDF, 53 Seiten)
  4. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.blw.admin.chBundesamt für Landwirtschaft BLW: Das Weinjahr
  5. Informationen zur Weinregion «Wallis/Valais» im Wein‑Plus Weinführer, gesehen am 6. März 2017
  6. Artikel 32 der (PDF) Verordnung über den Rebbau und den Wein (VRW, 916.142), Sitten 17. März 2004
  7. Artikel 32, 56, 90 und 95 der (PDF) Verordnung über den Rebbau und den Wein (VRW, 916.142), Sitten 17. März 2004
  8. Artikel 32 und 88 der (PDF) Verordnung über den Rebbau und den Wein (VRW, 916.142), Sitten 17. März 2004
  9. Berner Staatswein, Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern, abgerufen am 29. Juni 2012