Kunkelspass

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Kunkelspass
Scheitel der Passstraße von SO gesehen, ganz links Crap Mats

Scheitel der Passstraße von SO gesehen, ganz links Crap Mats

Himmelsrichtung Norden Süden
Passhöhe 1347 m ü. M. [1]
Kanton / Staat Kanton GraubündenKanton Graubünden Graubünden SchweizSchweiz Schweiz
Wasserscheide Tamina Rhein
Talorte Vättis Tamins
Ausbau Fahrstrasse (Fahrverbot für Motorfahrzeuge)
Erbaut im Ersten Weltkrieg
Wintersperre November–April
Gebirge Glarner Alpen
Profil
Ø-Steigung 5,2 % (410 m / 7,9 km) 10,9 % (689 m / 6,3 km)
Max. Steigung 20 % 12 %
Karte
Kunkelspass (Glarner Alpen)
Kunkelspass
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Koordinaten 750400 / 191280Koordinaten: 46° 51′ 20″ N, 9° 24′ 40″ O; CH1903: 750400 / 191280

Der Kunkelspass (1347 m ü. M.)[1] ist ein Gebirgspass in den Glarner Alpen[2] südlich des Weilers Kunkels im Schweizer Kanton Graubünden. Er liegt zwischen dem Crap Mats (2947 m) und dem Calanda (2806 m). Über ihn verläuft eine untergeordnete Wasserscheide, zwischen der Tamina im Norden und dem Bach, der nach Süden in den Alpenrhein fliesst. Die Verbindung führt vom nördlich gelegenen Vättis im Taminatal nach Tamins im Bündner Rheintal und hat eine Scheitelhöhe von 1358 m ü. M.[1], wo sich ein Bergrestaurant befindet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kunkelspass ist nicht wintersicher, die nicht mit Schwarzbelag versehene befahrbare Strasse führt auf der Südseite durch steile Rutsch- und Schutthänge. Das Befahren mit Motorfahrzeugen ist nur mit offizieller Bewilligung (Verwaltungsgebühr 15 Franken) erlaubt. Wegen des schlechten Zustandes der Strasse sollte man nur geländegängige Fahrzeuge benutzen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kunkelspass markiert geologisch den Ostrand des Aarmassivs, das bei Vättis nochmals aufgeschlossen wird. Er liegt zwischen den steil abfallenden Wänden des Calanda im Osten und der Berggruppe um den Ringelspitz im Westen. Indizien sprechen dafür, dass der Kunkelspass dem urzeitlichen Verlauf des Rheins entsprechen dürfte. Auf der Passhöhe befindet sich die Alp Überuf mit Berggasthaus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde legen nahe, dass der Saumweg über den Kunkelspass schon zur Römerzeit überquert wurde. So stammt auch der Name vom lateinischen concha ab, was Muschel bedeutet.[2]

In späterer Zeit wurde er für das Kloster Pfäfers wichtig, das zahlreiche Besitzungen in Graubünden besass. Der Kunkel diente als Ausweichroute, wenn das Rheintal bei Hochwasser nicht begehbar war, oder zur Umgehung der dortigen Zollstationen. Der Saumweg diente auch als Zugang zu den Maiensässen der Taminser und für den Viehtrieb auf die südlichen Märkte.

Die heutige schmale Fahrstrasse mit dem aussichtsreichen Tunnel auf der Taminserseite wurde während des Ersten Weltkrieges erstellt.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute ist der Kunkel ein beliebtes Wander- und Bikerziel. Die Rundtour von Chur über den Kunkelspass gilt mit seinen schönen Aussichtspunkten als Bike-Klassiker.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elmar Good, Pier Hänni, Magisches Graubünden. Wanderungen zu Orten der Kraft, AT-Verlag 2005, ISBN 3855029725
  • Kunkels - Eine Welt für sich. Arbeit und Leben unserer Vorfahren auf dem Maiensäss. Heimatkundearbeit von Christian Jörimann, Tamins, 1995

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kunkelspass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Karten der Schweiz (SwissTopo)
  2. a b Ernst Höhne: Knaurs Lexikon für Bergfreunde / Die Alpen zwischen Matterhorn und Bodensee. Droemer Knaur, München 1987, ISBN 3-426-26223-1, S. 160.