The Fat Duck

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The Fat Duck, Bray, England.
Insignien des Restaurants 'The Fat Duck'.

The Fat Duck („Die fette Ente“) ist ein mit drei Michelinsternen ausgezeichnetes Restaurant im englischen Bray im Bezirk Windsor and Maidenhead. Markenzeichen des Restaurants von Küchenchef Heston Blumenthal sind Menüs aus vielen kleinen Gängen und Molekularküche.

Auszeichnung als Bestes Restaurant der Welt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Restaurant The Fat Duck war 2004 eines von dreien im Vereinigten Königreich und Irland, die im Guide Michelin mit drei Sternen ausgezeichnet wurden, eine Bewertung, die bis heute jedes Jahr erneuert wurde. 2005 wurde es vom Restaurant Magazine zum „Besten Restaurant der Welt“ ernannt.[1][2]

Die Menüs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kreation seiner Gerichte lässt sich Blumenthal von einem eher wissenschaftlich geprägten Ansatz leiten. So werden von den möglichen Zutaten die einzelnen Geschmacks- und Geruchsstoffe analysiert, verglichen und nach dem Grundsatz ‚Gleiches passt zu Gleichem‘ kombiniert. Ein klassisches Beispiel dieser Komponentenkombination ist Schokoladenmuffin mit Blauschimmelkäse.

Eiscreme mit Rührei-Schinken-Geschmack auf einem Toast aus Creme-Pain-Perdu

Neben dem Geschmack und Geruch spielt für Blumenthal das Mundgefühl eine herausragende Rolle. Exemplarisch sei Eiscreme mit Rührei- und Schinkengeschmack genannt. Auch spielt die Optik der Gerichte eine wichtige Rolle. Hier wird versucht, durch geschickte Dissonanzen zwischen Geschmack und anderen Sinnesreizen die Erwartungen an die sinnliche Wahrnehmung der Speisen von deren Geschmackserlebnis und Mundgefühl zu trennen. So findet sich unter den Vorspeisen des Restaurants ein Gelee von Orange und Roter Bete, wobei das rote Gelee aus Blutorangen und das orangefarbene Gelee aus orangefarbenen Roten Beten hergestellt wurde.

Ein weiteres Beispiel für besondere Garmethoden ist die Entwicklung eines stark alkoholhaltigen Bierteiges: Um die teigumschlossenen Fischfilets saftiger zu halten, hat Blumenthal einen Teig mit Wodka entwickelt. Zum einen soll der neue Teig den Fisch besser umschließen, zum anderen verdampft der anteilige Alkohol schon bei geringeren Temperaturen als Wasser (78 Grad Celsius gegenüber 100 Grad), so dass sowohl der Garvorgang als auch der Abbackvorgang des Teigs bereits bei niedrigeren Temperaturen beginnt.

Eine Synthese aus besonderer Garmethodik und Geschmackskombination findet sich im Pochierten Lachs in Lakritzgelmantel. Hierbei wird ein kleines Stück Lachs vollständig mit einem schwarzen Gelmantel mit Lakritzgeschmack umhüllt. Beim Erhitzen verhindert der Gelmantel das Übertreten von Flüssigkeit in den Lachs sowie das Austreten von Fett und Wasser aus dem Lachs. Vielmehr wird durch den Abschluss des Lachsstückchens dieses im eigenen Dampf gegart. Erst beim Essen kombinieren sich die Lakritzaromen mit dem Fisch.

Beispielgänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur zu den Gerichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während Heston Blumenthal in seiner Fernseh- und Buchserie In Search for Perfection (Auf der Suche nach Perfektion)[3][4] seine Vorgehensweise bei der Suche nach neuen Gerichten für sein Restaurant darzulegen versucht, finden sich im Mittelteil des The Fat Duck Cookbook[5][6] detaillierte Rezepte zu einzelnen Gängen, die so im The Fat Duck serviert wurden. Neben dem Handwerklichen wird auch auf die Idee hinter den Gerichten eingegangen.

Vorfall Winter 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Februar 2009 wurden der lokalen Gesundheitsbehörde vier Fälle von Magenverstimmung und Durchfall gemeldet, die innerhalb von 48 Stunden nach einem Restaurantbesuch im The Fat Duck auftraten. Daraufhin schloss Blumenthal das Restaurant vom bis zum 12. März 2009 für eingehende Untersuchungen. Diese ergaben eine Infektion mit Noroviren, verursacht durch kontaminierte Austern. Da Austern in der Regel roh verzehrt werden, war eine Früherkennung bzw. Vermeidung schwierig. Die Mitarbeiter wurden vor der Wiedereröffnung von der zuständigen Behörde weitergehend über den Sachverhalt und das Gefahrenpotenzial geschult.[7]

Temporärer Umzug nach Melbourne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 zog das Restaurant wegen Renovierungsarbeiten für sechs Monate ins australische Melbourne.[8] In den dort genutzten Räumlichkeiten wurde nach der Rückkehr des Restaurants nach England ein neues mit dem Namen Dinner by Heston eröffnet.[9]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kates, Joanne, The Globe and Mail (February 11, 2006). The mad, magic chemistry of England's Fat Duck
  2. http://www.zeit.de/2005/24/Siebeck_2fKolumne_London_1?page=all
  3. Heston Blumenthal: In Serch of Perfection. Bloomsbury Publishing, 2006, ISBN 978-0-7475-8409-4, S. 320.
  4. Heston Blumenthal: Further Adventures in Search of Perfection. Reinventing Kitchen Classics. 1. Auflage. Bloomsbury Publishing, 2007, ISBN 978-0-7475-9405-5, S. 320.
  5. Heston Blumenthal: The Big Fat Duck Cookbook. 1. Auflage. Bloomsbury Publishing, 2008, ISBN 978-0-7475-8369-1, S. 532.
  6. Heston Blumenthal: The Fat Duck Cookbook. 1. Auflage. Bloomsbury Publishing, 2009, ISBN 978-0-7475-9737-7, S. 532.
  7. Starkoch für alle in Der Standard vom 4. April 2009.
  8. Heston Blumenthal to Open The Fat Duck in Melbourne. In: Broadsheet. (com.au [abgerufen am 26. Februar 2017]).
  9. Callan Boys: Fat Duck Melbourne closes and flies home. In: Good Food. 17. August 2015 (com.au [abgerufen am 26. Februar 2017]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: The Fat Duck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien