Thermometersiedlung

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Karte der Thermometersiedlung (rosafarben hervorgehoben)

Die Thermometersiedlung ist eine Großsiedlung[1][2] im Berliner Ortsteil Lichterfelde des Bezirks Steglitz-Zehlendorf. Sie wurde von 1968 bis 1974 als typisches Beispiel für die Stadtrandbebauung im West-Berlin der 1970er Jahre errichtet. In den rund 60 Gebäuden, darunter mehrere Hochhäuser mit bis zu 22 Geschossen, lebten 1990 in insgesamt 2234 Wohnungen 4500 Mieter.[3]

Die Bevölkerungsstruktur unterscheidet sich deutlich von den übrigen Wohnlagen des Bezirks Steglitz-Zehlendorf. Der Ausländeranteil liegt bei über 60 Prozent und besteht vornehmlich aus Türken, Polen und Arabern. Das Viertel gilt als sozialer Brennpunkt; laut Polizeibericht von 2003 gab es in dem Gebiet eine überdurchschnittlich hohe Kriminalitätsrate.

Herkunft des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thermometersiedlung von Nordosten
Thermometersiedlung in der Nacht: Mercator-Grundschule mit Mercatorweg, Hochhäuser

Von den vier Straßen der Thermometersiedlung tragen drei die Namen der Physiker Anders Celsius, Daniel Gabriel Fahrenheit und René-Antoine Ferchault de Réaumur, denen die physikalischen Größeneinheiten der Temperatur ihren Namen verdanken: Celsius-, Fahrenheit- und Réaumurstraße. Der Mercatorweg ist nach dem Kartografen Gerhard Mercator benannt.

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Siedlung liegt zwischen der Osdorfer Straße und der Bahnstrecke Berlin–Halle, auf der die S-Bahn-Linien S25 und S26 sowie Regional- und Fernverkehrszüge verkehren. An den Bahnhöfen Lichterfelde-Süd und Osdorfer Straße hält nur die Berliner S-Bahn. Es verkehren mehrere Buslinien.

Der Berliner Ring und der Zubringer zur Berliner Stadtautobahn sind beide jeweils in rund 15 Minuten zu erreichen.

Schulen und Betreuungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Thermometersiedlung gehört zum Schuleinzugsbereich 0630. In der Thermometersiedlung selbst gibt es nur die Mercator-Grundschule im Mercatorweg 8–10.[4][5] In unmittelbarer Umgebung befinden sich eine Kindertagesstätte in der Réaumurstraße und zwei in der Scheelestraße.

Wohnumfeldverbesserung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Land Berlin und die GSW Immobilien als Eigentümerin versuchen mit einer Reihe von Maßnahmen, das schlechte Image der Siedlung zu verbessern: Unter anderem wurden Polizeisprechstunden für die Bewohner eingerichtet. Die Fassaden der Gebäude wurden seit Beginn der 1990er Jahre kontinuierlich renoviert und es wurde viel Geld in Spielplätze und Grünanlagen investiert, so zum Beispiel in die Renaturierung des Stangenpfuhl und des Stangenpfuhlgrabens.

Ehemaliger Truppenübungsplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich der Thermometersiedlung plant die Groth-Gruppe auf dem Areal des ehemaligen US-amerikanischen Truppenübungsplatzes Parks Range auf einer Fläche von 39 Hektar den Bau von Doppel- und Reihenhäusern für Familien sowie bis zu achtgeschossigen Wohnhäusern. Dort sollen in 2500 Wohnungen bis zu 10.000 Menschen eine Unterkunft finden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Thermometersiedlung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bauforschungsprojekte – Bauforschung – Fraunhofer IRB. In: irb.fraunhofer.de. Abgerufen am 1. August 2019.
  2. Ingrid Hentschel – Prof. Axel Oestreich Architekten BDA » Wohnumfeldverbesserung Thermometersiedlung. In: hentschel-oestreich.de. Abgerufen am 1. August 2019.
  3. Neuer Treffpunkt im alten Waschhaus. In: Der Tagesspiegel, 23. August 1990
  4. Schulen und Kitas in der Nähe. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Suchformular
  5. Schulporträt der Mercator-Grundschule.

Koordinaten: 52° 24′ 47″ N, 13° 18′ 54″ O