Thomas Ehrhorn

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Thomas Ehrhorn (* 20. März 1959 in Helmstedt) ist ein Pilot und deutscher Politiker der AfD. Er ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrhorn besuchte das Gymnasium Gymnasium Neue Oberschule in Braunschweig, an dem er das Abitur ablegte. Er leistete von 1978 bis 1980 Wehrdienst bei der Bundeswehr und begann im Anschluss ein Studium der Architektur. Er erwarb die Lizenz für Berufspiloten und arbeitete zunächst als Fluglehrer. Nach dem Erwerb der Lizenz als Verkehrsflugzeugführer war er längerfristig in der Ambulanz- und Geschäftsfliegerei tätig. Zuletzt war er als Vermessungspilot bei einer Tochterfirma der Deutschen Flugsicherung beschäftigt. Ehrhorn lebte in Bargfeld und Lachendorf; Mitte der 2000er Jahre zog er nach Jarnsen.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrhorn ist seit Juni 2013 Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Celle. Von März 2015 bis März 2017 war er stellvertretender Landesvorsitzender der AfD Niedersachsen. Bei der Bundestagswahl 2017 zog er über die Landesliste der AfD Niedersachsen in den Deutschen Bundestag ein.

Im 19. Deutschen Bundestag ist Ehrhorn ordentliches Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Zudem gehört er als stellvertretendes Mitglied dem Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur, dem Ausschuss für Kultur und Medien und dem Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft an.[2]

Ehrhorn sorgte 2019 für Entsetzen im Bundestag, als er sich gegen eine Rehabilitierung von KZ-Häftlingen, die vom NS-Regime als sogenannte „Asoziale“ eingestuft worden waren, aussprach. Er bezeichnete diese als „Landstreicher, Bettler, Sinti und Roma, Alkoholiker, Kleinkriminelle, Zuhälter und solche, die man als arbeitsscheu einstufte“, darunter seien auch „Totschläger, Betrüger und Vergewaltiger“ gewesen. Historiker und das Internationale Auschwitz-Komitee (IAK) sowie Politiker anderer Fraktionen zeigten sich schockiert von Ehrhorns Aussagen. Christoph Heubner vom IAK äußerte dazu, Ehrhorn führe die „Interpretationslinien der Nazis fort“. Ehrhorn wies die Vorwürfe zurück.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Simon Ziegler: Thomas Ehrhorn: Ein Pilot mit Ticket für den Bundestag. In: Cellesche Zeitung. 26. September 2017, abgerufen am 25. März 2020.
  2. Deutscher Bundestag - Biografien. Abgerufen am 4. Mai 2020.
  3. Florian Schillat und Daniel Wüstenberg: "Rechte Hetze" zur Geisterstunde: Historiker und Auschwitz-Komitee entsetzt über AfD-Rede. 4. April 2019, abgerufen am 16. November 2019.