Thomas Meinecke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Thomas Meinecke, Lesung im Haus der Musik in Wien 2008
Thomas Meinecke 2006 (mit Kathrin Röggla und Klaus Sander)

Thomas Meinecke (* 25. August 1955 in Hamburg) ist ein deutscher Autor, Popliterat, Musiker, und DJ.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Meinecke ist mit der Musikerin und bildenden Künstlerin Michaela Melián verheiratet. Seit 1994 lebt die Familie in Berg (bei Eurasburg). Sie sind die Eltern der Schauspielerin Juno Meinecke.

Jugend und Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Hamburg aufgewachsene Meinecke begann 1977 ein Studium der Theaterwissenschaft, Neueren Deutschen Literatur und Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In seiner Magisterarbeit befasste er sich 1982 mit Karl Philipp Moritz. Schon als Gymnasiast hatte sich Meinecke für Popkultur begeistert. 1978 gründete er mit Kommilitonen die Literaturzeitschrift „Mode und Verzweiflung“. 1980 entstand daraus die Band F.S.K. (Freiwillige Selbstkontrolle), die bis heute in fast gleicher Besetzung aktiv ist.

Erste Autorenarbeiten als Kolumnist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1980er Jahren schrieb Meinecke zeitweilig Kolumnen für „Die Zeit“ und war kurzzeitig Redakteur zur Thematik „Popkultur“ für das Lifestylemagazins „Wiener“, das er jedoch aufgrund von Differenzen über die Auffassung von Popkultur wieder verließ.

Thomas Meinecke Radio-DJ im Zündfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1985 bis heute ist Thomas Meinecke Radio-DJ im Zündfunk und moderiert den Nachtmix auf Bayern 2 in zweiwöchigem Turnus, obwohl er als 60-Jähriger bald schon zu den Senioren zählt, ist er in der „Szene“ immer noch angesagt, wie die Einschaltquoten im Nachtmix belegen.

Schriftstellerische Arbeiten als „postmoderner“ Autor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Mitte der 1990er Jahre ist er mehrfach als postmoderner Literat hervorgetreten, der durch eine ungewöhnliche, den musikalischen Experimentierfeldern ähnliche Schreibtechnik des Sampling auffällt. Er setzt sich mit verschiedenen Themen aus den vergangenen hundert Jahren Kulturgeschichte auseinander, unter anderem mit Popkultur und -musik, der deutschen, jüdischen und afrikanischen Diaspora in den USA, und den Geschlechterrollen (Gender). Besonders zu letzterem Thema wird er häufig zu Podiumsdiskussionen geladen.

Präsenz am Theater Hebbel am Ufer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2008 führt Meinecke auch unter dem Titel „Plattenspieler“ im Berliner Theater Hebbel am Ufer (HAU) durch eine lose Veranstaltungsreihe, in deren Mittelpunkt eine beliebige Mischung mitgebrachter Musikaufnahmen steht. So sitzt Meinecke jeweils mit einem anderen Gast für einen Abend auf der Bühne und beide Gesprächspartner spielen sich gegenseitig und dem Publikum im Wechsel Musik aus ihren privaten Sammlungen vor.[1][2]

Von April bis November 2005 war Meinecke Stipendiat des Literaturbüros Niedersachsen und verfasste dort die „Netznotizen eines Zeitgenossen“. Im Januar/Februar 2012 hielt er die Frankfurter Poetik-Vorlesungen des Jahres 2012. Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Bücher erscheinen, wenn nicht anders angegeben, bei Suhrkamp, Berlin.

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prosasammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theoretisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinschaftsarbeiten mit dem Klangkünstler und Komponisten David Moufang Alias Move D, mit Moufangs Kompositionen und seinem Audio Mastering, zu den Texten von Thomas Meinecke, die von Meinecke auch selbst als Hörspielsprecher eingelesen sind. Die Hörstücke sind als Auftragsarbeiten für den Sender Bayerischer Rundfunk, Hörspiel und Medienkunst entstanden und auch bei "Intermedium Records" auf CD erschienen. Weitere Informationen zu diesem Netzwerk gibt folgender Link

  • 1998 Tomboy. Thomas Meinecke Text und Sprecher & David Moufang Komposition und Mastering–(Audio). BR Hörspiel und Medienkunst. Als CD veröffentlicht auf Intermedium Records
  • 1999 Freud’s Baby, Thomas Meinecke, Zitate Textabschnitte aus Sigmund Freuds Wissenschaftlichem Briefwechsel und Hörspielsprecher dieser Textpassagen & David Moufang Komposition, Arrangement, Regie und Mastering–(Audio). BR Hörspiel und Medienkunst. Als CD veröffentlicht auf Intermedium Records
  • 2002 Konvent.Thomas Meinecke/Michaela Melián/David Moufang Komposition und Mastering (Audio): BR Hörspiel und Medienkunst / ZKM Karlsruhe / intermedium 2. Konvent - 29. Juni 2012 [1]
  • 2004 Flugbegleiter. Thomas Meinecke Text und Sprecher & David Moufang Komposition und Mastering (Audio). BR Hörspiel und Medienkunst. Als CD veröffentlicht auf Intermedium Records
  • 2007 Translations/Übersetzungen. Thomas Meinecke Text und Sprecher & David Moufang Komposition und Mastering (Audio). BR Hörspiel und Medienkunst. Als CD veröffentlicht auf Intermedium Records
  • 2009 Work. Thomas Meinecke Text und Sprecher & David Moufang Komposition und Mastering (Audio)r. BR Hörspiel und Medienkunst. Als CD veröffentlicht auf Intermedium Records
  • 2011 Lookalikes.Thomas Meinecke Text und Sprecher & David Moufang Komposition und Mastering (Audio). BR Hörspiel und Medienkunst. Als CD veröffentlicht auf Intermedium Records
  • 2015 On the map. Thomas Meinecke Text und Sprecher & David Moufang Komposition und Mastering (Audio). BR Hörspiel und Medienkunst. Ursendung am 12. Juni 2015 auf Bayern 2[3]

Anthologien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jochen Bonz: Meinecke – Mayer – Musik erzählt. Ventil Verlag, Osnabrück 1998
  • Claudia Breger: Postmoderne Inszenierungen von Gender in der Literatur: Meinecke, Schmidt, Roes. In: Räume der literarischen Postmoderne. Gender, Performativität, Globalisierung. Hrsg. von Paul M. Lützeler. Stauffenburg, Tübingen 2000. S. 97–125. ISBN 978-3860572115
  • Charis Goer: Cross the Border – Face the Gap. Ästhetik der Grenzerfahrung bei Thomas Meinecke und Andreas Neumeister. In: Pop-Literatur. Hrsg. von Heinz Ludwig Arnold und Jörgen Schäfer. (Text+Kritik. Sonderband X/03.) S. 172–182. ISBN 3-88377-735-8
  • Stefan Greif: Komplementäre Fremdheit. Das Reflexivwerden des Eigenen und das transkulturelle Subjekt bei Johann Gottfried Herder und Thomas Meinecke. In: Literatur – Kunst – Medien. Hrsg. von Achim Barsch u. a. Martin Meidenbauer, München 2008, S. 31–45. ISBN 978-3-89975-130-7
  • Florence Feiereisen: Der Text als Soundtrack – Der Autor als DJ. Postmoderne und postkoloniale Samples bei Thomas Meinecke. Königshausen & Neumann, Würzburg 2011. ISBN 978-3-8260-4509-7
  • Martin Zeyn: Die schmale Krawatte war das bessere Argument. Die Zeitschrift Mode und Verzweiflung. [3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thomas Meinecke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Bannat: Plattenspieler Thomas Meinecke u. Daniel Richter, in: Kunst-Blog vom 16. April 2008, abgerufen am 3. September 2013
  2. Plattenspieler mit Thomas Meinecke & Gudrun Gut, HAU 2, in: Dienstags im Park vom 9. Februar 2011, abgerufen am 3. September 2013
  3. Hörspiel und Medienkunst, Bayerischer Rundfunk: Hörspiel Pool | BR.de. In: www.hoerspielpool.de. 22. April 2016, abgerufen am 24. April 2016 (de-de).
  4. Jukebox: Musik aus Thomas Meineckes Romanen in FAZ vom 20. März 2012,Seite 35
  5. Auf Reisen.In Salvador da Bahia in FAZ vom 4. September 2014, Seite R6