Tidal (Musikstreaming)

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Tidal

Tidal (service) logo.svg
Basisdaten

Entwickler Aspiro AB (Teil von Square)
Erscheinungsjahr 28. Oktober 2014
Betriebssystem Microsoft Windows
macOS, iOS,
Android, watchOS, iPadOS
Kategorie Musik- & Musikvideo-Streaming
Lizenz Proprietär
deutschsprachig ja
tidal.com

Tidal ist ein kostenpflichtiger Musikstreaming-Dienst. Tidal wurde im Jahr 2014 von der Technologiefirma Aspiro AB gegründet.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die norwegisch-schwedische Technologiefirma Aspiro AB bereits seit 2010 mit WiMP einen Musikstreaming-Dienst angeboten hatte, wurde 2014 zusätzlich Tidal gegründet. Aspiro wurde im März des Jahres 2015 von dem Rapper Jay-Z übernommen. Daraufhin startete Tidal unter anderem mit dem Hashtag „#TIDALforAll“ eine großangelegte Werbekampagne in sozialen Medien. Auf einer Pressekonferenz am 16. März 2015 wurde bekannt gegeben, dass neben Jay-Z 16 weitere Künstler zu den Anteilseignern gehörten, darunter Beyoncé, Prince, Rihanna, Kanye West, Daft Punk, Jack White, Madonna, Alicia Keys, Usher, deadmau5, Nicki Minaj und J. Cole.

Bei der Eröffnung des Dienstes standen über 25 Millionen Musiktitel und 85.000 Musikvideos zur Verfügung, im Februar 2021 waren es mehr als 70 Millionen[1] Lieder und 240.000 Musikvideos.[2][3] Darüber hinaus ermöglicht Tidal den Import von Wiedergabelisten anderer Streaming-Anbieter. Tidal ist derzeit (März 2019) in 53 verschiedenen Ländern verfügbar, darunter auch in Deutschland, Österreich, und der Schweiz.[4]

Nach eigenen Angaben hatte Tidal im September 2015 eine Million zahlende Abonnenten, im März 2016 drei Millionen, im Oktober 2016 nur noch 1,1 Millionen. Ein Bericht der norwegischen Zeitung Dagens Næringsliv widersprach diesen Angaben jedoch: Internen Dokumenten zufolge, die der Zeitung vorlägen, habe es im September 2015 nur 350.000 Abonnenten gegeben, im März 2016 nur 850.000. Tidal hatte schon früher zugegeben, die Abonnentenzahl zu hoch angegeben zu haben, dies aber den vorherigen Eigentümern angelastet.[5]

Im März 2021 gab Jack Dorseys Zahlungsunternehmen Square den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an Tidal für 297 Millionen US-Dollar bekannt.[6] Jay-Z soll im Vorstand des Unternehmens bleiben.[7]

Im November 2021 kündigte Tidal eine direkte Künstlervergütung an. 10 Prozent der monatlichen Gebühr von TIDAL-HiFi-Plus-Abonnenten sollen an den im jeweiligen Monat persönlich meistgehörten Künstler gehen.[8]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tidal wirbt unter anderem mit einer verlustfreien Datenkompression für sich.[9] Der verwendete proprietäre MQA-Standard (mit der TIDAL-HiFi-Plus-Mitgliedschaft)[10] ist jedoch verlustbehaftet und für die Dekodierung fallen indirekt weitere Lizenzgebühren an.[11][12][13]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezensenten lobten bei der Einführung der deutschen Ausgabe von Tidal die im Vergleich zu anderen Streamingdiensten wie beispielsweise Apple Music oder Spotify deutlich bessere Klangqualität.[14][15]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eine globale Musikstreaming- und Entertainment-Plattform. TIDAL Music AS, abgerufen am 16. März 2019.
  2. Jay Z promotes 'artist-owned' music streaming brand
  3. About Us (Memento vom 16. November 2015 im Internet Archive)
  4. Which countries is TIDAL available?. TIDAL Music AS. Abgerufen am 19. März 2019.Vorlage:Cite web/temporär
  5. Tidal may have been inflating its subscriber numbers. In: The Verge. Abgerufen am 26. Februar 2021.Vorlage:Cite web/temporär
  6. Katherine Rosman: Square acquires majority of Tidal, Jay-Z’s streaming service, in $297 million deal. In: The New York Times. 4. März 2021, abgerufen am 5. März 2021 (englisch).
  7. Square, Inc. Announces Plans To Acquire Majority Ownership Stake In TIDAL. In: squareup.com. 4. März 2021, abgerufen am 5. März 2021 (englisch).
  8. Michael Holzinger: TIDAL – Direktzahlungen an KünstlerInnen für faires Streaming. In: sempre-audio.at. 17. November 2021, abgerufen am 18. November 2021.
  9. Hartmut Gieselmann: Musik im Reißwolf. Wie Streaming-Dienste den Klang verändern. In: Christian Heise, Ansgar Heise, Christian Persson (Hrsg.): c’t. Nr. 7. Heise Medien, Hannover 16. März 2019, S. 64–69 (heise.de [abgerufen am 16. März 2019]).
  10. Michael Holzinger: TIDAL HiFi und TIDAL HiFi Plus – Neue Abo-Pakete für verlustfreien HiFi Sound. In: sempre-audio.at. 17. November 2021, abgerufen am 18. November 2021.
  11. MQA is Bad For Music. Here's Why. Abgerufen am 15. Juni 2021 (englisch).
  12. Benchmark Media Systems: Is MQA DOA? Abgerufen am 15. Juni 2021 (englisch).
  13. Christoph Engemann, Anton Schlesinger: MQA – A clever stealth DRM-Trojan. Abgerufen am 15. Juni 2021 (englisch).
  14. Apple Music ist McDonald’s für die Ohren, Die Welt vom 20. Juni 2015
  15. Tidal kurz vorgestellt FAZ.NET vom 14. Juli 2015