Tiergarten Straubing

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Tiergarten Straubing
Vollständiger Name Tiergarten Straubing
Ort Am Tiergarten 3
94315 Straubing
Fläche 18 Hektar
Eröffnung 1937
Tierarten 201 Arten (2014)[1]
Individuen 2369 Tiere (2014)[1]
Besucherzahlen 296.667 (2014)[2]
Organisation
Leitung Wolfgang P. Peter
Trägerschaft Stadt Straubing
Förderorganisationen Verein der Freunde des Tiergartens Straubing
Mitglied bei WAZA, EAZA, VdZ, VZP, Stiftung Artenschutz, ZGAP, GEH
Straubing-Tiergarten1-Bubo.JPG

Eingangsgebäude

www.tiergarten-straubing.de
Tiergarten Straubing (Bayern)
Tiergarten Straubing
Koordinaten: 48° 53′ 3″ N, 12° 32′ 7,8″ O

Der Tiergarten Straubing befindet sich im Westen der Stadt Straubing und ist der einzige Zoo Ostbayerns. Im Tiergarten Straubing leben derzeit über 2000 Individuen in etwa 200 Arten, vorwiegend Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische. Der Zoo nimmt an mehreren europäischen Erhaltungszuchtprogrammen teil, so zum Beispiel für Wisente, Amur-Tiger, Brillenpinguine oder Balistare. Er ist Partnerzoo der Stiftung Artenschutz sowie Mitglied bei verschiedenen nationalen und internationalen Zooverbänden und Artenschutzorganisationen wie der WAZA und der ZGAP.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1937 gegründete Zoo ist in einen Erholungspark eingebettet und hat ganzjährig geöffnet. Er wird im Südwesten begrenzt von der Bundesstraße 8 und der Länge nach vom Moosmühlbach durchflossen.

Anlagen und Tierhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Exotarium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Exotarium genannten Tropenhaus befinden sich u. a. Anlagen für Zweifingerfaultiere und Krallenäffchen, Webervögel (Textorweber, Madagaskarweber), Brauen-Glattstirnkaimane, Leguane, Tigerpythons und Kurzohrrüsselspringer. Die von Nashornvögeln, Purpurglanzstaren und diversen Schmuckschildkröten bewohnte Freiflughalle wurde 2014 renoviert und neu bepflanzt.[3]

Dannerhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebirgslori im Dannerhaus

Das Dannerhaus wurde nach einer langjährigen Gönnerin des Tierparks benannt. Es wurde durch Spenden finanziert. Die Außenvolieren bewohnen diverse Papageienarten, darunter Sonnensittiche, Keas und erfolgreich brütende Hyazinth-Aras. Im Innenbereich finden sich Anlagen für Fenneks, Liszt- und Weißbüschelaffen sowie einige Terrarien.

Ein Bereich des Gebäudes wird als Ausstellungshalle für wechselnde Ausstellungen und als Vortragsraum für die winterliche Vortragsreihe genutzt. Eine große Vitrine mit vom Zoll beschlagnahmten Souvenirs aus geschützten Tieren bringt dem Besucher die Problematik „Artenschutz im Urlaub“ näher.

Volieren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich von Exoten- und Dannerhaus befinden sich zwei Volieren mit Gänsegeiern und Kolkraben sowie Uhus. Weiterhin wurden in einem älteren Volierenkomplex bis November 2015 Schnee-Eulen gehalten.[4]

Huftieranlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im westlichen Teil des Tiergartens liegen mehrere Gehege für Huftiere. An die 2011 erneuerte Gemeinschaftsanlage für Wisente und Damhirsche[5] schließt sich das Gehege der Rothirsche an. Dieses erhielt als gitterlosen Einblick 2014 einen erhöhten hölzernen Besucherpavillon.[6] In einer weiteren Gemeinschaftsanlage sind Zwergesel mit Zackelschafen vergesellschaftet. Mit Trampeltier und Alpaka werden zwei Vertreter der Kamele gehalten. Ein neues Freigehege für Yaks wurde 2012 eröffnet.[7]

Afrika-Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Afrika-Anlage

In der 2009 fertiggestellten Anlage leben Afrikanische Strauße, Böhm-Steppenzebras, Watussirinder und Somali-Schafe miteinander. Der Besucher erhält in einem im afrikanischen Stil errichteten Pavillon Informationen über die Tiere und Ökologie der afrikanischen Savanne.

Raubkatzenhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Raubkatzenhaus und den daran anschließenden Freianlagen werden Sibirische Tiger und Löwen gehalten. Im Zuge der Schaffung eines Asien-Bereichs mit gestalterisch aufeinander abgestimmten Gehegen für Yaks und Tiger und einem Rastplatz in nepalesischem Stil wurde die Tiger-Außenanlage 2012–2013 vergrößert und mit Gehegeeinblicken aus Glasscheiben ausgestattet. Für die Zeit des Umbaus wurden die beiden Tigerbrüder Cornelius und Claudius im Tiergarten Nürnberg untergebracht. Dort kam Cornelius im Oktober 2012 mutmaßlich bei einer Rauferei mit seinem Bruder zu Tode.[8] Im Bereich des Raubkatzenhauses befindet sich auch ein Gehege für Luchse. Ein Neubau der Luchsanlage ist auf der gegenüberliegenden Seite des Besucherwegs an Stelle der alten Eulenvolieren geplant.[4]

Danubium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Danubium (von Danubius, dem lateinischen Namen der Donau) ist ein Feuchtbiotop, welches einen Einblick in den Lebensraum der an der Donau lebenden Tiere bietet, beispielsweise Kormoran, Rosapelikan, Biber und Fischotter. Mit den Fischottern sind seit 2014 Waschbären aus einer Tierauffangstation in Hanau vergesellschaftet.[9]

Blick auf die Storchenanlage

Die begehbare Storchenanlage beherbergt neben den Tiergartenstörchen auch frei fliegende Störche, die in den künstlich errichteten Horsten eine Nistgelegenheit finden.

Donauaquarium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pelikane vor dem Donauaquarium

Das Donauaquarium ist genau genommen ein Teil des Danubiums. In diesem Gebäude wird das tierische Leben in der Donau in sieben Schaubecken von der Quelle bis zur Mündung dargestellt. Die Aquarien fassen insgesamt 100.000 Liter. Es werden in etwa 40 Fischarten gezeigt, so zum Beispiel Störe, Huchen und Waller. Es werden auch Axolotl ausgestellt, welche zwar nicht in der Donau heimisch sind, jedoch am besten das larvale Entwicklungsstadium der Schwanzlurche mit ihren typischen, äußeren Kiemenbüscheln zeigen. Zudem werden im Donauaquarium heimische Reptilien und Amphibien gezeigt und gezüchtet, wie Äskulapnatter und Würfelnatter oder Erdkröte und Feuersalamander. Die Aufzuchtstation für frischgeschlüpfte Reptilien und Amphibien befindet sich ebenfalls im Donauaquarium.

Jungsteinzeitliches Bauernhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rekonstruktion des jungsteinzeitlichen Bauernhauses

Das Gebäude ist der Nachbau eines jungsteinzeitlichen Bauernhauses nach einem archäologischen Befund, der unweit des „neuen“ Hauses gemacht wurde. Es bietet Platz für eine Ausstellung über die Entstehung der Haustierrassen und über die steinzeitlichen Handwerkstechniken.

Streichelzoo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 2010 neu gestalteten Streichelzoo neben dem Abenteuerspielplatz können Besucher Ziegen und Kamerunschafe begegnen.

Waldhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Waldhaus kann man die verschiedenen heimischen Bäume anhand ihres Geruches und ihrer Rinde unterscheiden. Es bietet einen Einblick in die Flora des Bayerischen Waldes.

Weitere Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Tierpark befinden sich weitere Anlagen für Affen, Bären, Kattas und Brillenpinguine. Eine 2006 eröffnete Känguru-Anlage bietet Bennettkängurus und Emus Platz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markus Lohmüller: Die Freunde des Tiergartens Straubing. Eine Vereinschronik. Straubing 2007.
  • 60 Jahre Tiergarten Straubing. Jubiläumsfestschrift. Straubing 1998.
  • Dorit-Maria Krenn, Theresa Lettner: Rocasimi. Verlag Attenkofer, Straubing 2008.
  • Markus Lohmüller: Wie die Löwen in den Stadtpark kamen. Die Anfänge des Tiergartens Straubing 1937–1948. In: Jahresbericht des Historischen Vereins für Straubing und Umgebung 114 (2012), Straubing 2013, S. 309–348, ISSN 0179-5805.
  • Martin Werneyer, Wolfgang P. Peter: Zooführer Tiergarten Straubing. Tierportraits und spannende Einblicke. Straubing 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tiergarten Straubing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Tiergarten Straubing: Jahresbericht 2014. S. 73.
  2. Tiergarten Straubing: Jahresbericht 2014. S. 4.
  3. Tiergarten Straubing: Jahresbericht 2014. S. 32 f.
  4. a b Ein Zoo ist niemals fertig. Homepage des Tiergartens Straubing, abgerufen am 14. November 2015.
  5. Unsere neue alte Wisent-Anlage. Meldung auf der Homepage des Tiergartens Straubing vom 6. Mai 2011.
  6. Tiergarten Straubing: Jahresbericht 2014. S. 34 f.
  7. Ein neues Zuhause für die Yaks. Meldung auf der Homepage des Tiergartens Straubing vom 15. Juni 2012.
  8. Sektionsergebnis toter Tiger. Pressemitteilung des Tiergartens Nürnberg vom 24. Oktober 2012.
  9. Tiergarten Straubing: Jahresbericht 2014. S. 41.