Toni Zenz

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Westportal von St. Kunibert, Köln, gestaltet von Toni Zenz

Toni Zenz (* 7. Juni 1915 in Köln-Ehrenfeld; † 18. März 2014[1]) war ein deutscher Bildhauer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der 30er Jahre besuchte er die Kölner Werkschulen und studierte Bildhauerei. Er war von 1932 bis 1934 Schüler von Toni Stockheim und von 1934 bis 1936 von Wolfgang Wallner. Seitdem arbeitete er als freier Bildhauer. Sein bildhauerischer Stil eines sanften Expressionismus wird oft mit der Kunst von Ernst Barlach und Käthe Kollwitz in Verbindung gebracht.

Toni Zenz lebte zuletzt in Köln-Holweide.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toni Zenz arbeitete viel in Hartholz und Stein, sein hauptsächlich verwendetes Material war aber Bronze. Er formte seine Reliefs und Skulpturen in Ton, bevor er davon die Gipsmodelle für den Guss anfertigen ließ. Anders als viele Bildhauer fertigte er nie Skizzen oder Zeichnungen an, sondern bei Bedarf nur kleine Modelle, vor allem für die großen Kirchenaufträge[2] wie die Portale der romanischen Kirche St. Kunibert am Kölner Rheinufer, von Neu St. Alban in Köln und von St. Agnes in Hamburg-Tonndorf. Herausragende Bronzeskulpturen sind in St. Bernard (Hamburg-Poppenbüttel), in der Heilig-Geist-Kirche (Braunschweig), in Heilig-Geist (Aachen), in St. Elisabeth (Essen) und in der Pax-Christi-Kirche (Essen-Bergerhausen) zu sehen. Von ihm stammt auch die Gesamtheit des plastischen Programms (Portal, Altar, Ambo, Kruzifix u. a.) in der neuen Wallfahrtskirche St. Ludwig Maria Grignion von Montfort (1963) in Marienheide (Oberbergischer Kreis, Nordrhein-Westfalen). Ein hölzerner Osterleuchter von 1948 befindet sich in St. Nikolaus, Köln-Dünnwald; drei Leuchter gehören zum Bestand der Kirche St. Johann Baptist zu Köln-Höhenhaus[3].

Aufsehen erregte im Jahr 1957 die Weigerung des damaligen Bischofs von Speyer bei der Weihe der Kirche St. Konrad in Kaiserslautern, ein hölzernes Kruzifix von Toni Zenz und eine geschnitzte Muttergottes von dem Herbert Belau mit zu weihen. Er schloss die beiden Kunstwerke ausdrücklich von der Weihe aus, weil seiner Ansicht nach die Kunstwerke nicht dem gesunden religiösen Empfinden der Gläubigen entsprächen.[4][5][6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fridolin Hemmes (Hrsg.): Und wenn ich falle … Begegnung mit den Werken des Bildhauers Toni Zenz. Herder, Freiburg u. a. 1986, ISBN 3-451-20626-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Toni Zenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BEELDHOUWER TONI ZENZ OVERLEDEN. (Nicht mehr online verfügbar.) Kerk in Vlaanderen, 19. März 2014, archiviert vom Original am 19. März 2014; abgerufen am 21. März 2014 (niederländisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kerknet.be
  2. Aus Trümmern schuf er ein Paradies. ksta.de, 27. September 2005, abgerufen am 20. März 2014
  3. Die kirchliche Ausstattung der Kirchengemeinde Heilige Familie Köln-Dünnwald, St. Nikolaus (Köln-Dünnwald) (2014), Kirche St. Johann Baptist (2014), Texte v. Martina Junghans, Fotos Nicole Cronauge (Bestand: Historisches Archiv des Erzbistums Köln/Pfarrarchiv Köln Dünnwald-Höhenhaus)
  4. Die Muttergottes von Kaiserslautern Die Zeit Ausgabe 48/1957
  5. W. Kohlhammer: Das Kunstwerk, Band 11, 1957, S. 85 [1]
  6. Erhard R. Wiehn: Kaiserslautern, Meininger, 1982, S. 393 [2]