Toto Wolff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Toto Wolff (2016)

Torger Christian „Toto“ Wolff[1] (* 12. Jänner 1972 in Wien) ist ein österreichischer Investor, Automobilrennfahrer und Motorsportchef bei Mercedes.

Karriere als Rennfahrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolff startete seine Motorsportkarriere 1992 in der österreichischen Formel Ford. In den Jahren 1993 und 1994 fuhr er in der österreichischen und deutschen Formel Ford. 1994 wurde er Klassensieger beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. 2002 wurde Wolff Sechster in der NGT-Klasse der FIA-GT-Meisterschaft und erzielte einen Klassensieg. 2003 gewann er ein Rennen der GT1-Klasse in Italien. 2004 fuhr Wolff gemeinsam mit Karl Wendlinger in der FIA-GT-Meisterschaft. 2006 wurde Wolff Vize-Staatsmeister in der Österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft und gewann das 24-Stunden-Rennen von Dubai.

Mit einer Zeit von 7:03 Minuten stellte Toto Wolff im April 2009 mit einem Porsche 997 GT3 RSR einen neuen Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife für Fahrzeuge ohne Turboaggregat auf.[2]

Karriere als Geschäftsmann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gründete Wolff das Venture-Capital-Unternehmen Marchfifteen sowie 2004 das Beteiligungsunternehmen Marchsixteen Investments. Ursprünglich investierte er über diese Gesellschaften in Internet- und Technologieunternehmen, seit 2003 verstärkt in Industrieunternehmen mittlerer Größe sowie Unternehmen an der Börse. Derzeitige Investments umfassen unter anderem die deutsche HWA AG,[3] bei der Wolff als Stellvertreter des Vorsitzenden Hans Werner Aufrecht, Gründer von AMG, bis Anfang 2013 im Aufsichtsrat saß und die er 2007 an die Börse gebracht hat. HWA AG betreut für Mercedes das DTM-Programm, entwickelt Formel-3-Motoren und baut den Rennwagen Mercedes-Benz SLS AMG GT3. Eine weitere Beteiligung ist BRR Rallye Racing, das als einer der größten Verkäufer von Rallye-Teilen in Europa 2008 mit dem damaligen Red-Bull-Fahrer Andreas Aigner PWRC-Rallye-Weltmeister wurde sowie 2011 mit Juho Hänninen als Fahrer die SWRC-Rallye-Weltmeisterschaft gewinnen konnte. Weiters ist Wolff Co-Eigentümer einer Sportmanagementgesellschaft mit Mika Häkkinen[4] und war involviert in das Management von Nachwuchs-Rennfahrern wie z. B. Bruno Spengler, Alexandre Prémat und Valtteri Bottas. Im November 2009 erwarb er mit seiner Marchsixteen-Beteiligungsgesellschaft einen Minderheitsanteil an Williams F1, womit er auch dem Vorstand des britischen Rennsportteams beigetreten ist.[5]

Im Februar 2011 führte Wolff Williams Grand Prix Holding PLC (WGF1) als erstes F1-Team an die Börse. Am 21. Januar 2013 wurde Wolff Nachfolger von Norbert Haug als Motorsportchef bei Mercedes.[6] Seit 2013 sind Wolff und sein Geschäftspartner Rene Berger mit 30 Prozent an Mercedes GP beteiligt[7] und im Management Board, Wolff als Executive Managing Director, Berger als Non-Executive Director.

Im Jahr 2019 investierte Wolff, dessen Investments ansonsten eher im Bereich Motorsport angesiedelt sind, in das österreichische Psychologie-Startup Instahelp.[8]

Im Jahr 2020 gab es Aufregung um ein Investment von Toto Wolff beim Autobauer Aston Martin, der ab 2021 ein eigenes Formel 1 Team betreiben wird. Medien spekulierten daher, dass Wolff Mercedes verlassen und zum neuen Aston Martin Team wechseln würde. Später wurde verlautbart, dass Wolffs Anteile an Aston Martin nur 0,95 % des Unternehmens betragen und seine Tätigkeit bei Mercedes dadurch in keinster Weise beeinflusst wird.[9]

Das Schweizer Magazin Bilanz schätzt das Vermögen von Wolff auf 550 Millionen CHF.[10]

Philanthropisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolff ist stellvertretender Vorsitzender der Mary Bendet Foundation, die in Erinnerung einer früh verstorbenen Schulfreundin gegründet wurde. Die Foundation unterstützt benachteiligte Kinder, insbesondere durch die Finanzierung von Schlaf- und Spielplätzen in Tagesbetreuungszentren sowie durch das Sponsoring von Ausbildungsprogrammen und spezifischen Einrichtungen für blinde oder behinderte Kinder um sie auf das tägliche Leben vorzubereiten.[11]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mutter von Wolff ist eine polnischstämmige Ärztin, sein Vater starb, als er 15 Jahre alt war.[12] Einen Teil seiner Schullaufbahn hat Wolff am Lycée Français de Vienne erfolgreich abgelegt. Wolff lebt mit seiner Frau, der schottischen Rennfahrerin Susie Wolff, in Ermatingen am Bodensee in der Schweiz.[13][14]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerald Enzinger: Der Toto-Gewinner. In: Wiener Post, Styria Media Group, 10. November 2010. Archiviert vom Original am 14. März 2011. Abgerufen am 14. Dezember 2010. 
  2. Spiegel Online: Saugmotor-Rekordhalter Christian „Toto“ Wolff, 30. Juli 2009
  3. boerse-express.com: Gemeinsam mit Investoren wie beispielsweise Willibald Dörflinger hat Wolff die HWA AG übernommen – Börsegang in Deutschland (Memento vom 8. Dezember 2015 im Internet Archive), 30. März 2007
  4. sportnet.at: Häkkinen und Wolff machen gemeinsame Sache, 5. Dezember 2008
  5. derstandard.at:Wolff wird Gesellschafter bei Williams, 20. November 2009
  6. handelsblatt.com: Wolff wird bei Mercedes Haug-Nachfolger (Memento vom 10. Dezember 2015 im Internet Archive), 21. Januar 2013
  7. Wolff und Lauda kaufen Mercedes-Anteile Motorsport-Total.com, 21. Januar 2013, abgerufen am 8. Oktober 2013.
  8. Drei Millionen Euro für Online-Psychologieberatung Instahelp. In: der brutkasten. 19. Februar 2019, abgerufen am 27. April 2020.
  9. Toto Wolff kauft Anteile an Aston Martin. Abgerufen am 27. April 2020.
  10. Toto Wolff. In: handelszeitung.ch. Abgerufen am 2. März 2020.
  11. Mary Bendet Foundation: www.marybendetfoundation.com
  12. Die Karriere des Toto Wolff: Vom Finanzhai zum Teamchef. formel1.de.
  13. Vom armen "Benzin-Bruder" zum Big Player der F1
  14. Vom Rennfahrer zum Mercedes-Boss

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Toto Wolff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien