Traar

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Dieser Artikel behandelt einen Stadtteil von Krefeld. Zum österreichischen Pfarrer siehe Georg Traar.
Traar
Stadt Krefeld
Wappen des Stadtteils
Koordinaten: 51° 22′ 40″ N, 6° 35′ 50″ O
Höhe: 32 m
Fläche: 9,06 km²
Einwohner: 4570 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 504 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1929
Postleitzahl: 47802
Vorwahl: 02151
Karte
Lage von Traar in Krefeld

Traar ist ein Stadtteil von Krefeld in Nordrhein-Westfalen.

Traar hat 4.668 (Stand 31. Dezember 2007) Einwohner auf einer Gesamtfläche von 906 Hektar.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traar liegt am Nordrand von Krefeld inmitten einer für den Niederrhein typischen, landwirtschaftlich geprägten Landschaft.

Im Westen grenzt Traar an die Niepkuhlen, eine sumpfige, aus einem Altarm des Rheines entstandene Niederung, die heute ein wertvolles Naturbiotop bildet.

Im Norden von Traar liegt der Egelsberg, der mit 46 Metern über Normalnull etwa 20 Meter höher als der Ortskern liegt. Der Südteil des Berges ist teilweise bebaut und beheimatet unter anderem einen Sportflugplatz, den Flugplatz Krefeld-Egelsberg. Der nördliche Teil steht unter Naturschutz, da die dort wachsenden, seltenen Gräser bedrohten Bodenbrütern Nistmöglichkeiten bieten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1255. Der nach seinem Wohnsitz, dem Haus Are, benannte Albertus de Are war Zeuge bei einem Rechtsakt des Kölner Erzbischofs, der sich 1255 in Uerdingen aufhielt. Über die Schreibweisen Are, Aere, Ahr, ter Are und Terar entwickelte sich die Schreibweise Traar, die schließlich 1886 durch Erlass festgelegt wurde.

Bis 1817 gehörte Traar zur Honschaft Rath und bildete dann mit den Honschaften Vennickel, Verberg, Oppum und Bockum einen Bürgermeistereiverband. 1837 wurden die Honschaften Rath und Vennikel zur Gemeinde Rath-Vennickel zusammengelegt, die 1886 in Traar umbenannt wurde.[1] 1907 schließlich wurde Traar selbständige Bürgermeisterei. Im Zuge der kommunalen Neuordnung am Niederrhein wurde die Bürgermeisterei 1929 nach Krefeld eingemeindet. Das 1914 erbaute Rathaus zeugt von der ehemaligen, kurzen Selbstständigkeit des Ortes und dient heute als Bezirksverwaltungsstelle.

Heute grenzt gleich an das Rathaus das Dorfzentrum mit Geschäften und Wohnungen. Das älteste Gebäude in Traar ist das gleichnamige Haus Traar, das lange im Besitz des Deutschen Ritterordens war und von dem sich der heutige Name des Ortes ableitet.

Wahrzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahrzeichen des Ortes ist die Egelsbergmühle, eine von zwei Mühlen im Ort. Sie ziert auch das Wappen des Ortes, welches aber zusätzlich zwei kleinere Wappen beinhaltet, die auf die Zugehörigkeit zu Kurköln und die Schenkung von Haus Traar an den Deutschen Ritterorden hinweisen. Die Mühle geriet im Zweiten Weltkrieg unter schweren Beschuss, wobei das Flügelrad und die Fassade schwer beschädigt wurden. Die Elfrather Mühle ist heute Clubhaus des gleichnamigen Golfclubs.

Gemarkung Traar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Traar, die im Katasterwesen noch als Gemarkung Traar vorhanden ist, befinden sich außer Traar weitere Stadtteile von Krefeld. Diese sind der Hülser Berg, Elfrath, der Nordosten von Gartenstadt mit der Autobahnauffahrt, sowie der Traarer Ortsteil Vennikel mit dem größten Teil des Elfrather See.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgerverein Krefeld-Traar e.V (Verein für Heimatpflege)
  • BSV Traar (Bürgerschützenverein Krefeld-Traar 1850 e.V.)
  • FC Traar 1971 (Fußballverein)
  • TV Traar 1910 (Turnverein)
  • GC Elfrather Mühle (Golfclub)
  • TC Traar 1977 (Tennisclub)
  • Aero Club Bayer Uerdingen (Luftsportverein)
  • VfS Krefeld (Luftsportverein)
  • Orchestervereinigung Traar e.V. 1925 (Blasorchester)

Des Weiteren gibt es mehrere Segelverein am Elfrather See, die teils in Uerdingen, teils in Traar beheimatet sind.

Traarer Platt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Traar spricht man „Traarer Platt“, in Krefeld spricht man Krieewelsch. Die Stadt Krefeld liegt mit ihren Ortsteilen nördlich der sogenannten Benrather Linie (mit der maache-maake-Unterscheidung), die das südliche Mittelfränkische (auch Ripuarisch genannt) vom nördlichen Niederfränkischen abgrenzt.

Die Traarer Mundart liegt dabei im Einflussgebiet einer weiteren, der Uerdinger Mundartlinie, die sich vom Rhein über Traarer Gebiet an Hüls vorbei Richtung Kempen und Venlo zieht. Diese Uerdinger Linie (auch ek-ech-Grenze genannt) grenzt das Südniederfränkische (das in Uerdingen und Krefeld gesprochen wird) vom Nordniederfränkischen ab, das z. B. in Hüls (siehe Hölsch Plott) und Kempen sowie den nördlich von Traar liegenden Orten des Niederrheins gesprochen wird.

Einer der Hauptunterschiede ist die Aussprache des Personalpronomenesich“, das im Südniederfränkischen als „ech“ oder „isch“ gesprochen wird, im Nordniederfränkischen aber als „ek“. Auch das Wörtchen „auch“ wird unterschiedlich ausgesprochen, nämlich als „ook“ im Norden und als „ooch“ im Süden. Auch das Verb „haben“ wird unterschiedlich gesprochen: in Hüls sagt man z. B. „we häbbe“. Weiter südlich sagt man „wir hant“.

Da Traar (mit seiner großflächigen Gemarkung) im Mundart-Einflussbereich zwischen Uerdingen, Krefeld, Hüls und Kapellen liegt, hat es mehr oder weniger ausgeprägte Gemeinsamkeiten mit diesen angrenzenden Mundarten – je nachdem in welchem Teil von Traar der Sprecher wohnt. Im Traarer Haus- und Heimatbuch von Theodor und Bernd Giesbertz aus dem Jahre 1986 (das wahrscheinlich nur noch im Antiquariat zu bekommen ist) sind eine Reihe von Mundartgedichten und Geschichten aufgeführt, in denen die Lautungen für dasselbe Wörtchen unterschiedlich vorkommen. So wird z. B. „ich“ einmal als „ek“, ein andermal als „esch“ aufgeführt.

Einmal „ek“ und einmal „esch“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auszug aus dem Gedicht „Os Klieth“ (von Peter Rotzen)
On denk eck an min Jugendtiet ("eck" anstelle von "ich")
dann wörd et Hatt mesch wi-ek
wie schü-en et wor doch en die Klieth
be all os Jugenstri-ek
  • Auszug aus dem Gedicht „Dat Hellijehüske“ (von Theo Versteegen)
Wat ech vertell, verwongert ("ech" anstelle von "ich")
et wor vür Achtienhongert
doa stung op eine Stien
en ieser Krütz, net klien.

(Übrigens – wie der Mundartautor Willy Hermes in dem o. e. Buche schreibt: „Platt“ hat nichts mit dem „platten Lande“ zu tun; im Alltfränkischen ist „platt“ auch die Bedeutung für „unverblümt, direkt“ – „ek säg et dech platt vöör de Kopp !“. Platt war immer die Sprache des Volkes schlechthin.)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Traar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtsblatt der Regierung Düsseldorf 1886