Bockum

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Ort Bockum, einem Stadtteil von Krefeld, andere Bedeutungen siehe unter Bockum (Begriffsklärung).

Koordinaten: 51° 21′ 0″ N, 6° 37′ 0″ O

Bockum
Stadt Krefeld
Höhe: 35 m
Einwohner: 20.686 (31. Dez. 2015)
Postleitzahl: 47800
Vorwahl: 02151

Der Ort Bockum ist ein zur Stadt Krefeld gehörender Stadtteil mit etwa 22.000 Einwohnern. Bockum gilt als eine der besseren Wohnlagen Krefelds. Auf der Hüttenallee und der Wilhelmshofallee – derzeit die teuersten Wohngegenden Krefelds – bauten sich wohlhabende Krefelder Familien stattliche Villen auf großen Grundstücken. Ansonsten dominieren neben einigen Siedlungen Einfamilienhausgebiete aus jüngerer Zeit. Der Ort genießt den Vorzug weitläufiger Grünanlagen und den damit verbundenen zahlreichen Einrichtungen, die Erholungs-, Freizeit- und Sportzwecken dienen. Seine ruhige und zugleich sehr zentrale Lage, auch in Bezug auf Verkehrsanbindungen gesehen, wird sehr geschätzt. Auch beherbergt er zahlreiche öffentliche Einrichtungen der Stadt, z. B. das Bockumer Badezentrum, den Krefelder Zoo oder den Botanischen Garten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Räumliche Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bockum liegt am linken Niederrhein im Rheinland und gehört zur Stadt Krefeld. Es liegt östlich der Stadtmitte und westlich von Uerdingen. Das Gebiet des Ortes grenzt im Westen an die Grenzstraße und die Jentgesallee (Cracau/Stadtmitte), im Norden an die Nordtangente bzw. Europaring und an die Zwingenbergstraße (Verberg), im Osten an die Bremer Straße (Uerdingen), das südliche Ende (zu Oppum) bildet der Schönwasserpark bzw. der Botanische Garten. Durch den Ort zieht sich ein alter Rheinarm, der zum Beispiel im Sollbrüggenpark, im Schönhausenpark und am Engerskull noch sichtbar wird.

Benachbarte Stadtteile sind Gartenstadt im Norden, Uerdingen und Linn im Osten, Oppum im Süden, Cracau und die Stadtmitte im Südwesten, Inrath/Kliedbruch im Westen und Verberg im Nordwesten

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus Schüten

Sicher ist, dass im Jahre 1205 der Kölner Erzbischof Bruno in „Buchholz sancte Gertrudis“ ein Lager aufschlug und somit der Ort zum ersten Mal erwähnt wird. 1273 ist von den Honschaften Bockum und Oppum die Rede. Von 1392 bis 1794 gehörte Bockum zum kurkölnischen Amte Linn. Bockum wurde 1794 von den Franzosen erobert und 1801 in die französische Republik eingegliedert. Auf dem Wiener Kongress fiel der Ort 1815 an Preußen. Zur Bürgermeisterei Bockum im 1816 gebildeten Kreis Krefeld gehörten die Gemeinden Bockum, Verberg, Oppum und Rath-Vennikel (später Traar). Jede Gemeinde besaß einen Gemeindevorsteher. Das Siegel Bockums war ein fliegender Adler. Von 1857 bis 1859 wurde die heutige St.-Gertrudis-Kirche erbaut. In den Jahren 1898 und 1899 erhielt sie einen neuen etwa 70 m hohen Turm.

Die beiden Gemeinden Bockum und Verberg wurden 1902 zur Gemeinde Bockum-Verberg zusammengeschlossen.[1] Zwischen 1902 und 1904 wurde das Bockumer Rathaus errichtet. Am 12. Dezember 1906 wurde es beschlossen und am 15. Oktober 1907 wurde die Gemeinde Bockum-Verberg zusammen mit Oppum in die Stadt Krefeld eingemeindet. Seit dem 23. August 1946 gehört Bockum zum Bundesland Nordrhein-Westfalen, welches seit dem 23. Mai 1949 Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland ist.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wähler in Bockum sind traditionell konservativ und christdemokratisch geprägt, auch wenn die CDU bei der Kommunalwahl 2004 erstmals nur knapp unter 50 % der Stimmen erhielt. Die unabhängigen Wählergemeinschaften spielen in Bockum keine Rolle.

Bezirksvertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bockumer Rathaus

Bockum teilt sich auf zwei Stadtbezirke (Bezirksvertretungen) auf. Der größere Teil (Ortsteilmitte, Sollbrüggen, Stadtwald) zählt zum Stadtbezirk Ost. Die südliche Teil (Zoo, Schönwasserpark) gehört zum Stadtbezirk Oppum-Linn.

Die Bezirksvertretung Ost seit 2014:

Gesamt (15 Sitze/100 %)

Bezirksvorsteher: Wolfgang Merkel (SPD)

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bockumer Einkaufstraße

Die Bevölkerung ist weitestgehend römisch-katholisch, bis Anfang des vergangenen Jahrhunderts war sie noch bäuerlich geprägt. Heute dominieren Dienstleistungsberufe. Viele Bockumer arbeiten in Krefeld, Uerdingen sowie in den nahen Großstädten des Rheinlands oder des Ruhrgebiets.

Zum 31. Dezember 2015 waren von den 20.626 Einwohner 11.010 Personen weiblich, was einem Anteil von 53,4 % entspricht. Die Anzahl der Beschäftigten betrug am 31. Dezember 2014 6.621 Personen. Es gab 505 Arbeitslose am 30. Juni 2015. Der Ausländeranteil lag am 31. Dezember 2015 mit 1.367 Personen bei 6,6 %.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mehrheit der Bockumer ist katholisch. Die älteste katholische Kirche ist St. Gertrudis in der Ortsmitte. In den Jahren 1970 bis 1987 stand Weihbischof Karl Reger als Pfarrer dieser Gemeinde vor. Hinzu kommt die Kirche Herz Jesu im Westen von Bockum. Gemeinsam mit den Gemeinden Christus-König in Verberg, St. Hubertus in Kliedbruch und St. Josef in Traar bilden diese zuvor unabhängigen Pfarreien seit 1. Januar 2010 die Pfarre St. Christophorus. Sie wird von den beiden Pfarrern Karl-Heinz Alders und Domkapitular Karlheinz Teut gemeinsam geleitet. Die Pfarre gehört zum Bistum Aachen.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesem Ort reicht das Angebot über zwei Grundschulen, einer Hauptschule, zwei Gesamtschulen bis hin zu einer Berufsschule und einer Förderschule.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschulen:

  • Katholische Grundschule Sollbrüggenstrasse
  • Grotenburgschule (ehem. Gemeinschafts-Grundschule Eichendorffstrasse)

Hauptschulen:

  • Stephanusschule Städtische Katholische Hauptschule

Förderschulen:

  • Franz-Stollwerck-Schule (mit Förderschwerpunkt Sprache)

Gesamtschulen:

  • Gesamtschule Kaiserplatz
  • Freie Waldorfschule Krefeld

Berufsschulen:

  • Berufskolleg Glockenspitz

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus Sollbrüggen
katholische Pfarrkirche Sankt Gertrudis

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tiere und Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naherholungsgebiete und Parkanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe auch: Krefelder Parkanlagen

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport in Bockum wird in den Vereinen TV Jahn Bockum 01 (Turnen, Handball, Badminton, Tauchen), TSV Bockum 01 (Turnen, Fußball, Volleyball, Tischtennis, Radsport, Skisport), entstanden aus der Fusion der Vereine Bockumer SV 1924 und Rheintreu Bockum 1924, ISHC Bockum Bulldogs (Inline-Skaterhockey), Golfclub Bockum (Golf) und der Krefelder Tennisgesellschaft (KTG) (Tennis) betrieben. Der Bockumer Sport hat in einigen Bereichen überregionale Bedeutung erworben. Darüber hinaus sind auf dem Gebiet Bockums weitere Vereine aus Krefeld angesiedelt und es befinden sich hier auch weitere Sporteinrichtungen der Stadt.

Sportarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tischtennis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit spielen die Herren des TSV Bockum 01 (bis 2006 Rheintreu Bockum 1924) in der Verbandsliga, doch spielte die höchste Mannschaft in den Jahren 1994 bis 1996 in der 2. Bundesliga, als es sich Gönner des Vereins noch leisten wollten, eigens für gewisse Spiele chinesische Spieler einfliegen zu lassen. Im Jahr 1994 spielte auch der Nationalspieler Zoltan Fejer-Konnerth in diesem Verein. Die Seniorenmannschaft konnte in den Jahren 1993, 1995 und 1999 die deutsche Meisterschaft erringen. Im Jahr 2008 wurde mit der Seniorenmannschaft Ü60 erstmals der Titel des deutschen Mannschaftsmeisters nach Bockum geholt.

Radsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Rheintreu Bockum gehörte auch die Radsport-Abteilung, die das König Pilsener Team (heute Team EGN) bildete. Hierbei handelte es sich um ein Krefelder Radteam, dass vorwiegend bei Rundstreckenrennen in NRW an den Start ging. Im Jahr 2005 standen die Fahrer des Elite-Teams, des Junioren- und Seniorenteams 171 mal auf dem Treppchen, davon 72 mal als Sieger. Der damalige U-19-Fahrer Tim Klessa erzielte davon 42 Platzierungen und dabei 17 Siege. Im Oktober 2005 spaltete sich aber diese Abteilung ab und gründete den R.V. Rheintreu Krefeld 05, der nun die Grundlage dieses Elite-Radteams bildet. Dennoch gibt es auch beim TSV Bockum 01 wieder eine Radsport-Abteilung.

Zudem gründete sich am 21. September 2007 das Radsport-Team Bockum, das speziell in den Disziplinen Radrennen und Radtourenfahren tätig sein will. Schon am 22. Mai 2008 wurde unter Federführung dieses Vereins die Niederrhein- und Bezirksmeisterschaft auf einem Kurs in Bockum ausgetragen. Es soll jährlich ein Radrennen in diesem Ort organisiert werden.

Inlineskaterhockey[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1996 gründete sich die Abteilung Inlineskaterhockey bei Rheintreu Bockum. Seit 1998 gibt es einen eigenen Verein, den ISHC Bockum Bulldogs. In diesem Jahr stiegen die Junioren in die 1. Juniorenbundesliga auf. Die 1. Herrenmannschaft spielte in der Regionalliga. In den Jahren 2000 bis 2001 spielte sie sogar in der 1. Bundesliga, bis zum Abstieg 2005 in der 2. Bundesliga.

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1. Herrenmannschaft des TSV Bockum 01 (bis 2006 Bockumer SV 1924), die in der Spielzeit 2008/09 in der Landesliga Gruppe 3 spielen wird, erzielte bei einem Testspiel im Juli 2006 einen Achtungserfolg gegen den Niederrheinligisten, ehemaligen Bundesligisten und deutschen Pokalsieger von 1985 KFC Uerdingen 05 mit einem 3:3-Unentschieden, bei dem die Bockumer Mannschaft sogar zeitweise in Führung lag.

Sportstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Nordtribüne des Grotenburg-Stadions

Neben dem Sport, der von Bockumern betrieben wird, befinden sich zahlreiche bekannte Sportstätten der Stadt Krefeld in Bockum. Das Grotenburg-Stadion, Spielstätte des KFC Uerdingen 05, in dem auch schon Europapokal-Spiele und Länderspiele ausgetragen wurden, die Gerd-Wellen-Hockeyanlage des 2006 deutscher Hockeymeister gewordenen Crefelder HTC, die Krefelder Galopprennbahn sowie die Tennisanlage des Tennisbundesligisten HTC Blau-Weiß Krefeld befinden sich auf Bockumer Gebiet. Im Bockumer Badezentrum trägt der Wasserballbundesligist Aegir Uerdingen seine Spiele aus. Die Sportanlage des TSV Bockum 01 ist die Bezirkssportanlage „Am Prozessionsweg“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgerverein Krefeld-Bockum (Hrsg.): Bockum. Geschichte – Volksleben – Landschaft in Wort und Bild. Krefeld 1982, ISBN nicht bekannt bzw. vorhanden.
  • Bürgerverein Krefeld-Bockum (Hrsg.): Bockum. Der Stadtteil im Grünen. In: Niederrheinische Regionalkunde Band 11, Krefeld 2007, ISBN 3-935526-13-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Krefeld-Bockum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. gemeindeverzeichnis.de: Landkreis Krefeld