Tultewitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Tultewitz
Koordinaten: 51° 5′ 46″ N, 11° 42′ 19″ O
Einwohner: 57 (31. Dez. 2016)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1993
Eingemeindet nach: Bad Kösen
Postleitzahl: 06628
Vorwahl: 034466
Tultewitz (Sachsen-Anhalt)
Tultewitz

Lage von Tultewitz in Sachsen-Anhalt

Windmühle in Tultewitz
Windmühle in Tultewitz
Hofanlage in Tultewitz
Margaretenbrunnen

Tultewitz ist ein Ortsteil von Bad Kösen, einem Stadtteil der Stadt Naumburg (Saale) im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tultewitz ist ein Ort östlich der Saale und der Grenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt. Die Gemarkung zieht sich von der Saale bis auf die Höhe beim Wasserturm. Die Kreisstraße 2637 verbindet den Ort verkehrsmäßig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Februar 1274 wurde das Dorf erstmals urkundlich erwähnt.[2] Tultewitz gehörte zum wettinischen Amt Camburg, welches aufgrund mehrerer Teilungen im Lauf seines Bestehens unter der Hoheit verschiedener Ernestinischer Herzogtümer stand. 1826 kam der Ort als Teil der Exklave Camburg vom Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg zum Herzogtum Sachsen-Meiningen. Von 1922 bis 1939 gehörte der Ort zur Kreisabteilung Camburg, anschließend bis 1948 zum thüringischen Landkreis Stadtroda, danach kurzzeitig zum Landkreis Jena.

Am 11. April 1945 kamen acht deutsche Wehrmachtsoldaten bei einem Angriff amerikanischer Panzer ums Leben. Sie "wurden am nächsten Tag tot um das Dorf herum aufgefunden, einige mit Kopfschüssen, andere verbrannt in einem Strohschober, den die Amerikaner in Brand geschossen hatten" (Pfarrer Michael Greßler, 1999)[3] Den Soldaten wurde auf dem Friedhof ein gemeinsames Grabdenkmal gesetzt.

Bei der Gebietsreform von 1952 in der DDR kam der Ort an den Kreis Naumburg im Bezirk Halle, wodurch seine Zugehörigkeit zu Thüringen endete. Am 1. Januar 1993 wurde der Weiler in Bad Kösen und im Januar 2010 in Naumburg eingemeindet.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gastwirt und Pionier des regionalen Fremdenverkehrs Gottlieb Wagner (1794–1878) wurde in Tultewitz beigesetzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tultewitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tultewitz auf der Website der Stadt Naumburg, abgerufen am 29. November 2018
  2. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 386
  3. Jürgen Möller: Kriegsende an Saale und Unstrut. April 1945. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2013. ISBN 978-3-86777-456-7. S. 60–61