Tutzinger Hütte

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Tutzinger Hütte
DAV Kategorie I
Tutzinger Hütte
Lage am Fuß der Nordwand der Benediktenwand; Bayern, Deutschland
Gebirgsgruppe Bayerische Voralpen
Geographische Lage: 47° 39′ 27″ N, 11° 27′ 44,7″ OKoordinaten: 47° 39′ 27″ N, 11° 27′ 44,7″ O
Höhenlage 1327 m ü. NN
Tutzinger Hütte (Bayern)
Tutzinger Hütte
Besitzer DAV-Sektion Tutzing
Übliche Öffnungszeiten Palmsonntag bis Mitte November, Mitte März bis Palmso. nur am WE
Beherbergung 30 Betten, 61 Lager, 30 Notlager
Weblink Hütten-Website
Hüttenverzeichnis DAV

Die Tutzinger Hütte ist eine DAV-Hütte der Kategorie I in den Bayerischen Voralpen am Fuß der Nordwand der Benediktenwand. Sie liegt auf 1327 m ü. NN und wird von der Alpenvereinssektion Tutzing unterhalten. Die Hütte ist häufig Unterkunft für Wanderer auf dem Maximiliansweg oder dem Traumpfad München-Venedig. Auch von Kletterern wird sie als Stützpunkt genutzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1907 erwarb die wenige Jahre zuvor gegründete Alpenvereinssektion Tutzing die ehemalige „Remontenstation“ des königlich bayerischen Heeres an der Benediktenwand und die Hausstattalm. Kurz darauf wurde mit dem Um- und Ausbau der Gebäude zu einer Alpenvereinshütte begonnen.[1] Die Einweihung erfolgte im Juni 1908. Die Hütte hatte damals bereits 11 Zimmer und 3 Matratzenlager. Eine Besonderheit war die damals bereits vorhandene Toilette mit Wasserspülung.[2] Auf Grund der steigenden Besucherzahlen kam es auch öfter zu Unfällen, von denen einige Kletterunfälle auch tödlich endeten. Um schneller Hilfe rufen zu können und wegen der zentralen Lage wurde bereits 1909 eine Telefonverbindung eingerichtet. 1917 wurde die Hütte durch eine Lawine verschoben, die Schäden konnten aber repariert werden. Wegen steigender Frequentierung wurde die Hütte mehrfach durch Anbauten erweitert, sodass 1931 bereits 110 Schlafplätze vorhanden waren.[2]

Um den Warentransport auf die Hütte zu vereinfachen wurde 1965 eine Materialseilbahn errichtet, die die Hütte mit einem nahegelegenen Forstweg verbindet. 1990 wurde als Pilot-Projekt eine mechanisch-biologische Kläranlage zur Wasserentsorgung gebaut.[2] Da eine Renovierung zu aufwändig gewesen wäre, wurde die erste Hütte im Jahr 1999 abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt, der wegen schlechten Witterungsbedingungen erst 2001 fertiggestellt werden konnte.[3] Die neue Hütte hat 91 Schlafplätze und ein Blockheizkraftwerk. Auch das jetzt als Hausstattalm bezeichnete Nebengebäude wurde saniert und hatte weitere 37 Schlafplätze und Sanitärräume.[2]

Im März 2009 wurde bei Lawinenabgängen die Hausstattalm vollständig zerstört und die Hütte leicht beschädigt.[4][5][6] Ein Neubau der Alm, der eine halbe Million Euro kostete und besser als zuvor ausgestattet ist, wurde im September 2010 eingeweiht.[7][8][9]

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer Anhöhe unweit der Hütte befindet sich seit 1967 eine Diensthütte der Benediktbeurer Bergwacht. Auch diese wurde 1999 abgerissen und 2001 durch einen Neubau ersetzt.[10]

Im Oktober 2013 wurde in der Nähe der Hütte eine kleine Kapelle gebaut.[11]

Zugänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hütte ist von Benediktbeuern (617 m ü. NN) über die Kohlstattalm, Eibelsfleckalm und einen Serpentinensteig in etwa 2½ Stunden zu Fuß erreichbar. Der Großteil der Strecke (bis zur Talstation der Materialseilbahn) kann alternativ mit dem Mountainbike zurückgelegt werden (restliche Gehzeit 25 Minuten).

Alternative Routen mit Gehzeiten von jeweils ca. 4 - 4½ Std. sind:

  • ab Lenggries über Brauneck, Achselköpfe und Rotohrsattel,
  • von Kochel am See über Holzstube, Kocheler-Alm, Staffel-Alm, Bergwacht-Hütte,
  • von der Jachenau über Lainl-Alm, Peterer-Alm und Glaswandscharte.
  • über das Lainbachtal, Söldneralm Benediktbeuern, Gehzeit ca. 2 Std bis zur Hütte.

Touren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gipfelbesteigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Hausberg“ der Tutzinger Hütte ist die Benediktenwand mit einer Höhe von 1801 m. Für den Anstieg benötigt man ca. 1½ Stunden; es ist ein Rundweg möglich.

Weitere Gipfel in der Umgebung:

  • Achselköpfe (1707 m),
  • Probstenwand (1618 m),
  • Latschenkopf (1712 m).

Als Kletterziel dient ebenfalls die Benediktenwand mit ca. 20 selbständigen Kletterrouten (Schwierigkeitsgrade zwischen II u. VIII- nach UIAA).

Überquerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eugen E. Hüsler: Isarwinkel Bad Tölz – Lenggries – Kochel, Bergverlag Rother, Ottobrunn 2004, ISBN 978-3-7633-4006-4
  • Heiner Haack, Nina Schneider: 100 Jahre Tutzinger Hütte - Eine Institution an der »Benewand«. In: DAV Panorama. Nr. 6, Dezember 2008, ISSN 1437-5923, S. 66–69 (PDF).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 100 Jahre DAV-Sektion Tutzing. In: http://www.alt.dav-sektion-tutzing.de. DAV Sektion Tutzing, 2003, abgerufen am 18. Mai 2014.
  2. a b c d Festschrift 100 Jahre DAV-Sektion Tutzing. In: www.alt.dav-sektion-tutzing.de. Sepp Auer, 2003, abgerufen am 18. Mai 2014.
  3. 100 Jahre DAV-Sektion Tutzing. In: www.dav-sektion-tutzing.de. DAV Sektion Tutzing, 2003, abgerufen am 18. Mai 2014.
  4. Lawinen verschütten Tutzinger Hütte. In: Münchner Merkur. 11. März 2009, abgerufen am 19. Mai 2014.
  5. Lawine verwüstet Tutzinger Hütte. In: Abendzeitung. 19. März 2009, abgerufen am 19. Mai 2014.
  6. Lawinenschaden 2009 - lokale und regionale Presseberichte. In: alt.dav-sektion-tutzing.de. 2009, abgerufen am 19. Mai 2014.
  7. Nach Lawinenabgang: Wiederaufbau der Hausstattalm beginnt. In: Münchner Merkur. 11. August 2009, abgerufen am 19. Mai 2014.
  8. Hausstatt-Alm unter der Benediktenwand eingeweiht. In: Münchner Merkur. 26. September 2010, abgerufen am 19. Mai 2014.
  9. Gemütliche Einkehr unter der Benediktenwand. In: Münchner Merkur. 26. September 2010, abgerufen am 19. Mai 2014.
  10. Bergwachtler als Bauleute. In: www.bergwacht-bayern.org. Bergwacht Benediktbeuern, Mai 2014, abgerufen am 19. Mai 2014.
  11. Kapelle neben der Tutzinger Hütte: Unter der Wand dem Himmel ganz nah. In: Münchner Merkur. 8. April 2014, abgerufen am 19. Mai 2014.