Uberaba

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Município de Uberaba
„Capital Mundial do Zebu“
„Cidade das Sete Colinas“
Uberaba
Luftbildaufnahme
Luftbildaufnahme
Uberaba (Brasilien)
Uberaba
Uberaba
Koordinaten 19° 45′ S, 47° 56′ WKoordinaten: 19° 45′ S, 47° 56′ W
Lage des Munizips Uberaba im Bundesstaat Minas Gerais
Lage des Munizips Uberaba im Bundesstaat Minas Gerais
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Wahlspruch
„Indefesse pro Brasilia“
Unermüdlich in der Verteidigung Brasiliens
Gründung 22. Februar 1836Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Minas Gerais
Região intermediária Uberaba (seit 2017)
Região imediata Uberaba (seit 2017)
Höhe 823 m
Klima tropisches Höhenklima, Cwa
Fläche 4524 km²
Einwohner 295.988 (2010[1])
Dichte 65,4 Ew./km²
Schätzung 330.361 (1. Juli 2018[1])
Gemeindecode IBGE: 3170107
Postleitzahl 38000-000 bis 38107-999
Zeitzone UTC−3
Website www.uberaba.mg.gov.br (brasilianisches Portugiesisch)
Politik
Stadtpräfekt Paulo Piau (2017–2020)
Partei MDB
Kultur
Schutzpatron Nossa Senhora da Abadia
Wirtschaft
BIP 13.453.594 Tsd. R$
41.360 R$ pro Kopf
(2016)
HDI 0,772 (2010)

Uberaba, amtlich portugiesisch Município de Uberaba, ist eine Stadt im Bergwerks-Dreieck Triângulo Mineiro im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Die Einwohnerzahl betrug laut Volkszählung 2010 295.988 Einwohner, die Bevölkerungszahl wurde zum 1. Juli 2018 auf 330.361 Einwohner geschätzt, die auf einer Gemeindefläche von rund 4524 km² leben und Uberabenser (uberabenses) genannt werden.[1] Die Entfernung zur Hauptstadt Belo Horizonte beträgt 481 km. Bekannt ist sie u. a. wegen der Zucht von hellen Zebu-Rindern und Fossilienfunden der Kreidezeit.

Sie steht an achter Stelle der 853 Gemeinden des Bundesstaats. Der Name der Stadt entstammt der Tupi-Sprache und bedeutet „kristallklares Wasser“.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet war ursprünglich Siedlungsgebiet der Indianerstämme Tupis, dann der Tremembés, der Kayapos und der Araxás.[3] Sie wurden Opfer der Bandeirantes. Die Kernzelle des Ortes wurde 1809 von dem Major Antônio Eustáquio da Silva e Oliveira (1796–1832) gegründet.[4] 1836 wurde sie zur Stadt erhoben.[5]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umliegende Ort sind in Minas Gerais Água Comprida, Conceição das Alagoas, Uberlândia, Veríssimo, Indianópolis, Nova Ponte, Sacramento, Conquista und Delta; im Bundesstaat São Paulo liegen Igarapava, Aramina und Miguelópolis.

Die Stadt befindet sich auf 823 Metern Höhe in dem an Bodenschätzen reichen „Bergwerks-Dreieck“. Das Biom ist der Cerrado.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt hat subtropisches Höhenklima Cwa nach der Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger. Die Durchschnittstemperatur ist 22,3 °C. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 1571 mm im Jahr.[6]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Uberaba
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) 24,0 24,1 22,7 21,2 19,6 19,2 20,7 22,4 23,4 23,6 23,6 22,6 Ø 22,3
Niederschlag (mm) 268 225 190 96 46 20 17 14 57 156 204 278 Σ 1571

Stadtverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Exekutive wird seit der Kommunalwahl in Brasilien 2016 von dem ehemaligen Landes- und Bundesabgeordneten Paulo Piau des Movimento Democrático Brasileiro (MDB) für die Amtszeit 2017 bis 2020 ausgeübt.[7] Die Legislative liegt bei einem Stadtrat (câmara municipal) aus 13 gewählten Vertretern (vereadores).[8]

Lebensstandard[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Index der menschlichen Entwicklung für Städte, abgekürzt HDI (portugiesisch: IDH-M), lag 1991 bei dem niedrigen Wert von 0,574, im Jahr 2000 bei dem als mittelhoch eingestuften Wert von 0,692, im Jahr 2010 bei dem hohen Wert von 0,772.[9] Das Bruttosozialprodukt pro Kopf betrug 2016 41.360 R$. Das monatliche Durchschnittseinkommen hatte 2017 den Faktor 2.6 des Mindesteinkommens von R$ 880, umgerechnet 2019 rund 455 Euro monatlich.

Ethnische Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ethnische Gruppen nach der statistischen Einteilung des IBGE (Stand 2010 mit 295.988 Einwohnern):[10] Von diesen lebten 2010 rund 289.378 Einwohner im städtischen Bereich, der rund 137 km² umfasst, und rund 8812 im ländlichen Raum.

Gruppe Anteil (2010) Anmerkung
Brancos 000000000182911.0000000000182.911 Weiße, Nachfahren von Europäern
Pardos 000000000083643.000000000083.643 Mischrassige, Mulatten, Mestizen
Pretos 000000000026546.000000000026.546 Schwarze
Amarelos 000000000002489.00000000002.489 Asiaten
Indígenas 000000000000398.0000000000398 indigene Bevölkerung
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Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Wunderbares Medaillenheiligtum“ in Uberaba

Der überwiegende Teil ist laut Volkszählung 2010 römisch-katholisch (180.097), 46.063 waren spiritistisch, 37.911 evangelisch, 21.113 gehörten einer Pfingstbewegungen an, 95 gaben an, jüdischen Glaubens zu sein.[11]

Seit 1907 ist die Stadt Sitz eines römisch-katholischen Bistums, das 1962 zum Erzbistum Uberaba erhoben wurde. Die Marienverehrung ist ausgeprägt, sie ist Stadtheilige und wird u. a. in dem „Wunderbaren Medaillenheiligtum“ (Santuário da Medalha Milagrosa) verehrt.

Kultur, Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museumshaus des in Brasilien populären spiritistischen Mediums Chico Xavier zieht viele Besucher an. Es gibt ein Museum für dekorative Kunst (MADA), ein Zeburinder-Museum, ein Museum für sakrale Kunst, eine sehenswerte städtische Markthalle, das Heiligtum Unserer Lieben Frau von der Abtei (Santuário de Nossa Senhora da Abadia) und ein Dinosaurier-Museum (Museu dos Dinossauros). Uberaba ist Sitz einer Literaturakademie.

Fossilienfunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uberabasuchus terrificus im Dinosaurier-Museum Peirópolis

Nach Uberaba ist das dort gefundene fossile Uberabasuchus terrificus („Schreckliches Krokodil von Uberaba“) benannt aus der Familie der Crocodylomorpha, die vor ungefähr 70 Millionen Jahren in der Kreidezeit in Brasilien lebte, insbesondere im Bundesstaat Minas Gerais.

Ehemalige Station der Eisenbahngesellschaft Mogiana de Estradas de Ferro im Außenbezirk Peirópolis, heute Sitz des Dinosaurier-Museums und Teil des Paläontologischen Forschungszentrums Llewelyn Ivor Price in Uberaba.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 3,5 km vom Stadtzentrum entfernt liegt der Flughafen Uberaba (Aeroporto de Uberaba Mário de Almeida Franco). Zufahrtsstraßen sind die Bundesstraßen BR-262, verbindet mit Campo Florido, Araxá, Belo Horizonte, die BR-050, verbindet mit Brasília, Uberlândia, São Paulo, die BR-464 von Conquista sowie die Landesstraßen MG-190 nach Sacramento und Monte Carmelo und die MG-427, verbindet mit Conceição das Alagoas und Nova Ponte.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uberaba ist der Sitz von Vale Fertilizantes, dem größten Düngerhersteller Brasiliens.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1972 eingeweihte Fußballstadion Estádio Municipal Engenheiro João Guido bietet Platz für 21.300 Zuschauer und ist Spielstätte des Uberaba Sport Club.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A Igreja em Uberaba. Fundação Cultural de Uberaba, Uberaba 1987.
  • Orlando Ferreira: Terra Madrasta. Tipografia do Brasil Central, Uberaba, 1928.
  • Hildebrando de Araújo Pontes: Vida, Casos, Perfis. Arquivo Público Mineiro, 1992.
  • Hildebrando de Araújo Pontes: História de Uberaba e a civilização do Brasil Central. Uberaba 1970 (Digitalisat)
  • José Felício Buarque de Macedo: A Verdade Histórico Jurídica a propósito das alegações finais sobre a Fábrica da Matriz de Uberaba. Escolas Profissionais Salesianianas, São Paulo 1912.
  • Jorge Alberto Nabut (Hrsg.): Desemboque Documentário Histórico e Cultural. Uberaba 1986.
  • Antônio Borges Sampaio: Uberaba; História Fatos e Homens. Editora A. L T Mineiro, Uberaba 1971. (Digitalisat).
  • Antonio José Silva: Uberaba – historia topographica da Freguezia do Uberaba vulgo Farinha Podre. In: Revista do Arquivo Público Mineiro Band 1, 1896, Heft 2, S. 339–346.
  • Iná Souza: Fragmentos – Crônicas de Uberaba. Editora Imprensa Oficial de Minas Gerais, 1958.
  • Uberaba Revisitada. 1820–2000. Superintendência do Arquivo Público de Uberaba, Uberaba [ohne Jahr]. Umfangreicher Bildband (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Uberaba – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Uberaba – Panorama. In: cidades.ibge.gov.br. IBGE, abgerufen am 18. August 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. Significado do nome Uberaba. In: com.br. Dicionário de Nomes Próprios, abgerufen am 17. August 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  3. Tarcísio José Martins: Araxás os Índios Araxás do Triângulo Existiram? In: www.mgquilombo.com.br. MG Quilombo, 2008, abgerufen am 17. August 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  4. Hildebrando de Araújo Pontes: A Família Silva e Oliveira. Uberaba, 1944.
  5. Marta Zednik de Casanova: Breve trajetória de Uberaba – 193 anos. In: blogspot.com. Superintendência do Arquivo de Uberaba, 5. März 2013, abgerufen am 17. August 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  6. Klimadaten, abgerufen am 17. August 2019.
  7. Paulo Piau 15 (Prefeito). In: todapolitica.com. Eleições 2016, abgerufen am 17. August 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  8. Vereadores. In: gov.br. Câmara Municipal de Uberaba, abgerufen am 17. August 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  9. Atlas do desenvolvimento humano no Brasil - Uberaba, MG. Abgerufen am 17. August 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  10. IBGE: Sistema IBGE de Recuperação Automática - SIDRA: Tabela 2093. Abgerufen am 17. August 2019 (portugiesisch, Datenbankabfrage, Suchbegriffe Barbalha (CE) und Cor ou raça).
  11. Uberaba – Amostra – Religião. In: cidades.ibge.gov.br. IBGE, abgerufen am 18. August 2019 (brasilianisches Portugiesisch).