Ulay

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Ulay, 1972

Ulay (* 30. November 1943 in Solingen als Frank Uwe Laysiepen; † 2. März 2020 in Ljubljana) war ein wichtiger Vertreter der Performancekunst der 1970er Jahre in Deutschland.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders bekannt sind Ulays körperbezogene Performances in den 1970er Jahren mit seiner damaligen Lebensgefährtin Marina Abramović, von der er sich 1988 mit der "Großen Abschiedswanderung" auf der Chinesischen Mauer trennte. 2010 besuchte er ihre Dauer-Performance The Artist is Present im MoMA in New York[1], verklagte sie 2015 und gewann den Rechtsstreit wegen Urheberrechtsverletzungen[2], um sich 2017 wieder zu versöhnen[3][4]

Er besuchte die Kölner Werkschulen und lebte und arbeitete u. a. in Australien und China. Zuletzt lebte er in Amsterdam und Ljubljana.[5] Maßgeblich in all seinen Werken ist das Beziehungsgeflecht zwischen Körper, Raum und Gesellschaft.

Marina Abramović und Uwe Laysiepen 1978

1976 stahl er in der Kunstaktion Da ist eine kriminelle Berührung in der Kunst das Gemälde Der arme Poet von Carl Spitzweg aus der Neuen Nationalgalerie, um es im Anschluss in der Wohnung einer türkischen Gastarbeiterfamilie in Kreuzberg aufzuhängen. Nach 30 Stunden gab er es im Künstlerhaus Bethanien zurück und stellte sich der Polizei. Die Aktion, die die Lebensumstände der Gastarbeiter mit den Konventionen des etablierten Kunstbetriebs konfrontierte, wurde von Wilma Kottusch und Mike Steiner auf Video dokumentiert.[6][7] Ulay wurde wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe verurteilt. Er bezahlte die Strafe nicht, sondern verließ Deutschland. Nach seiner Rückkehr zwei Jahre später wurde er zwecks Verbüßung der Ersatzfreiheitsstrafe festgenommen, kam aber wieder frei, nachdem Freunde die Geldstrafe bezahlt hatten.[8][9][10][11]

Ulay nahm 1982 an der Documenta 7 und 1987 an der Documenta 8 teil. Von 1999 bis 2004 war er Professor für Performance an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Australien

Deutschland

Finnland

Frankreich

Niederlande

Schweden

Spanien

USA

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maria Rus Bojan, Alessandro Cassin: Whispers: Ulay on Ulay. Valiz, Amsterdam 2014, ISBN 978-90-78088-72-1.
  • Samantha Krukowski: Performing History: Walking Along Ulay and Abramovic’s The Lovers. Ph.D Dissertation, Department of Art and Art History University of Texas at Austin, 1999 (Einleitung online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ulay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Video auf YouTube
  2. Ben Quinn: Marina Abramović ex-partner Ulay claims victory in case about joint works. In: theguardian.com. 21. September 2016, abgerufen am 17. August 2017 (englisch).
  3. detektor.fm: Was wichtig wird – Marina Abramovic und Ulay versöhnen sich – "Mit 70 wird man vielleicht milder" – Kultur –. In: detektor.fm. 11. August 2017, abgerufen am 17. August 2017.
  4. Till Briegleb: Zum Tod des Künstlers Ulay - Der Alltagsweise. In: sueddeutsche.de. 2. März 2020, abgerufen am 2. März 2020.
  5. a b „Ich habe meine Haut nicht verkauft“. Interview von Carola Padtberg. Spiegel Online, 13. Oktober 2016, abgerufen am 27. Juli 2019
  6. Video auf YouTube
  7. http://www.medienkunstnetz.de/werke/da-ist-eine-kriminelle-beruehrung/
  8. Marcus Woeller: Thomas Demand kuratiert Ausstellung zum Bilderklau. In: welt.de. 10. Juli 2016, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  9. Kunstraub als Kunstwerk. SchirnMag, 1. November 2016, abgerufen am 11. März 2018
  10. https://www.tagesspiegel.de/kultur/abschied-von-der-neuen-nationalgalerie-auf-wiedersehen-altes-haus/11140316.html
  11. http://kunstlich.blogspot.de/2016/07/herrlich-subversiver-kunstraub-berlin.html
  12. Die Unwägsamkeiten der Existenz in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 16. Oktober 2016, S. R5
  13. Ulay in der GNYP Gallery. In: Art in Berlin. Abgerufen am 28. Juli 2020 (deutsch).
  14. kulturkreis.eu: Namhafte ars viva-Preisträger / 1982 Marina Abramovic / Uwe Laysiepen (Memento des Originals vom 5. Oktober 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturkreis.eu (abgerufen am 13. August 2015)