Ulrich Spiesshofer

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Ulrich Spiesshofer (2014)

Ulrich Spiesshofer (* 26. März 1964 in Aalen) ist ein deutsch-schweizerischer Manager. Er war zwischen September 2013 und April 2019 Chief Executive Officer (CEO) der ABB-Gruppe.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spiesshofer wuchs in Aalen auf und besuchte das dortige Gymnasium. Er studierte an der Universität Stuttgart, an der er 1989 als Diplom-Wirtschaftsingenieur abschloss und 1991 zum Dr. rer. oec. promovierte. Nach seiner Promotion begleitet er von 1991 bis 2002 verschiedene Positionen beim Beratungsunternehmen AT Kearney, dessen Schweizer Ableger er zwei Jahre von 2001 bis 2002 als Managing Director vorstand. Danach war er von 2002 bis 2005 bei Roland Berger Schweiz als Senior Partner tätig.[2]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 erfolgte dann der Wechsel zur ABB als Leiter der globalen Unternehmensentwicklung. In dieser Position begleitete Spiesshofer viele der von seinem CEO-Vorgänger Joe Hogan initiierten Firmenübernahmen. Von 2010 bis 2013 stand der dem Geschäftsbereich Discrete Automation and Motion vor und wurde am 15. September 2013[3] zum Vorstandsvorsitzenden.[4] Am 17. April 2019 trat er abrupt nach knapp sechs Jahren von dieser Position zurück und ist damit der zweitlängste ABB-CEO nach Percy Barnevik.[5]

ABB[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Investor Cevian Capital forderte die Veräusserung der wenig rentablen Stromnetzsparte, wogegen Spiesshofer vehement eintrat. Am Investorentag am 4. Oktober 2016 folgte die Mehrheit der Aktionäre dem Vorschlag Spiesshofers zum Verbleib und Sanierung derer.[6][7] Schliesslich wurde jedoch im Dezember 2018 dem Drängen nachgegeben und der Verkauf der Stromnetzsparte an Hitachi bekanntgegeben.[8]

Der einstige Unternehmensberater Spiesshofer wollte das grösste Schweizer Industrieunternehmen zu einem Zukunftsunternehmen umbauen. Hierbei sollte sich ABB von einem kapitalintensiven Maschinenbauer zu einem auf IT- und Technologiedienstleistungen spezialisierten Konzern wandeln.[9]

Spiesshofers Salär betrug als ABB-CEO:

  • 2014: 7.58 Mio. CHF[10]
  • 2015: 9.10 Mio. CHF[11]
  • 2016: 9.26 Mio. CHF[12]
  • 2017: 9.31 Mio. CHF[13]
  • 2018: 8.54 Mio. CHF[13]

Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als geborener Deutscher bewarb sich Spiesshofer schon seit längerem um das Schweizer Bürgerrecht. Diesem Wunsch wurde 2016 von seiner Wohnsitzgemeinde entsprochen, und der Schweizer Bundespräsident Johann Schneider-Ammann überreichte ihm im Rahmen einer Feier zum 125-jährigen Bestehen der ABB Schweiz den Schweizer Pass, was Spiesshofer fortan zum Doppelbürger macht.[14]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spiesshofer ist verheiratet mit Natalie Spiesshofer[15][16] und Vater zweier Söhne, Nicolas und Louis.[3][15] Die Familie lebt in Zollikon[3].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ulrich Spiesshofer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wechsel an der Spitze – Knall bei ABB: CEO Ulrich Spiesshofer tritt zurück. 17. April 2019, abgerufen am 17. April 2019.
  2. Der neue ABB-Chef heisst Ulrich Spiesshofer. tagesanzeiger.ch, 17. Juni 2013, abgerufen am 8. Januar 2017.
  3. a b c Marc Kowalsky: Ulrich Spiesshofer: «Im Herzen bin ich Schweizer». bilanz.ch, 11. Januar 2013, abgerufen am 8. Januar 2017.
  4. Beat Gygi: Ulrich Spiesshofer als Signal für Kontinuität. nzz.ch, 17. Juni 2013, abgerufen am 8. Januar 2017.
  5. Giorgio V. Müller: ABB-Veteran, Krisenmanager, Familienmensch: Wer ist Interims-CEO Peter Voser? | NZZ. 17. April 2019, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 17. April 2019]).
  6. Mathias Ohanian: ABB-Chef Spiesshofer feuert gegen Cevian-Kritik zurück. handelszeitung.ch, 10. Mai 2016, abgerufen am 8. Januar 2017.
  7. ABB-Chef lässt Großaktionär Cevian abblitzen. managermagazin.de, 4. Oktober 2016, abgerufen am 8. Januar 2017.
  8. Lars Förberg – der Mann, der ABB im Nacken sitzt. Abgerufen am 17. April 2019.
  9. Peter A. Fischer: Der Rücktritt von ABB-Chef Ulrich Spiesshofer ist richtig. 17. April 2019, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 17. April 2019]).
  10. So viel verdienten die Chefs von Zurich und ABB. handelszeitung.ch, 6. März 2015, abgerufen am 8. Januar 2017.
  11. Simon Schmid: Die Top-Verdiener unter den Schweizer CEOs. handelszeitung.ch, 24. März 2015, abgerufen am 8. Januar 2017.
  12. Basler Zeitung, Tamedia Espace AG: Managerlöhne sind markanter gestiegen als Durchschnittsgehälter. ISSN 1420-3006 (bazonline.ch [abgerufen am 17. April 2019]).
  13. a b Leichter Lohnrückgang: ABB-Chef Spiesshofer verdient 2018 8,5 Millionen. Abgerufen am 17. April 2019.
  14. Schneider-Ammann überreicht ABB-Chef den Schweizer Pass. tagesanzeiger.ch, 21. Oktober 2016, abgerufen am 8. Januar 2017.
  15. a b Dirk Ruschmann: ABB: Der Aufsteiger. bilanz.ch, 15. Januar 2010, abgerufen am 8. Januar 2017.
  16. Fabian Hock: Schneider-Ammann überreicht deutschem ABB-Chef auf der Bühne den Schweizer Pass. aargauerzeitung.ch, 24. Oktober 2016, abgerufen am 8. Januar 2017.