Valga

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Valga
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Staat: Estland Estland
Kreis: Valgamaa lipp.svg Valga
Koordinaten: 57° 47′ N, 26° 3′ OKoordinaten: 57° 47′ N, 26° 3′ O
Höhe: 65 m
Fläche: 16,54 km²
 
Einwohner: 14.055 (2004)
Bevölkerungsdichte: 850 Einwohner je km²
Zeitzone: EET (UTC+2)
Kfz-Kennzeichen: G
 
Gemeindeart: ehemalige Stadtgemeinde
Bürgermeister: Kalev Härk
Postanschrift: Puiestee 8
68203 Valga
Website:
Karte von Estland, Position von Valga hervorgehoben

Valga (deutsch Walk) ist eine Stadt im Süden Estlands, 245 Straßenkilometer südlich der Hauptstadt Tallinn gelegen. Im Zuge der Gemeindereform 2017 wurde die Stadtgemeinde Valga aufgelöst und in die Landgemeinde Valga eingegliedert.

Valga liegt direkt an der Grenze zu Lettland gegenüber der lettischen Schwesterstadt Valka. Beide Städte bildeten bis 1920 eine einheitliche Gesamtstadt.

Valga: Rathaus, Bahnhof und Jaani Kirche

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur Geschichte vor 1920: siehe Walk

Während der deutschen Besetzung wurde zwischen 1941 und 1944 am Stadtrand in Priimetsa in ehemaligen Pferdeställen das Stalag 351 für sowjetische Kriegsgefangene eingerichtet, in dem 30.000 Menschen starben. In Valga bestand das sowjetische Kriegsgefangenenlager 287 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[1]

In den Zeiten, in denen Estland und Lettland Teil der Sowjetunion waren (1940–1941 bzw. 1944–1991), verschwanden die Grenzkontrollen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der erneuten Unabhängigkeit 1991 wurden wiederum Zollschranken errichtet, die den Personen- und Güterverkehr zwischen beiden Teilstädten stark behinderten. So lag der Grenzübergang für Autofahrer außerhalb der beiden Teilstädte. Seit dem EU-Beitritt Estlands und Lettlands am 1. Mai 2004 und der Implementierung des Schengener Abkommens am 21. Dezember 2007 gibt es keine Grenzabfertigung mehr. Freier Personen und Fahrzeugverkehr ist in der gesamten Stadt möglich.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1944 wird die Zeitung Valgamaalane dreimal wöchentlich herausgegeben. Außerdem unterhält das Estnische Fernsehen eine lokale Vertretung und es gibt ein lokales Radio („Raadio Ruut“). Seit 2003 wird die russisch-sprachige Zeitung Walk (Валкъ) herausgegeben.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhardt Wilhelm von Reutern (1794–1865) war deutschbaltischer Offizier und Maler.
  • Woldemar von Glasenapp (1812–1895) war Vizeadmiral der kaiserlich russischen Flotte.
  • Piers Bohl (1865–1921) war ein Mathematiker.
  • Albrecht von Ulmann (1871–nach 1902) war ein Opernsänger (Bariton).
  • Alfred Neuland (1895–1966) wurde 1920 in Antwerpen Olympiasieger im Gewichtheben (Leichtgewicht) und gewann 1924 in Paris eine Silbermedaille.
  • Paul Viiding (1904–1962) war ein estnischer Schriftsteller, Literaturkritiker und Übersetzer.
  • Alfons Rebane (1908–1976) war Offizier der estnischen Armee, welcher später der Waffen-SS beitrat.
  • Arnold Viiding (1911–2006) war 1934 der erste Europameister im Kugelstoßen.
  • Kazimierz Świątek (1914–2011) war Kardinal und emeritierter Erzbischof von Minsk-Mogiljow in Weißrussland.
  • Harri Asi (1922–2009) war ein estnischer Schriftsteller und Lyriker.
  • Heinrich Schultz (1924–2012) war ein sowjet-estnischer Kulturfunktionär.
  • Uno Laht, Pseudonym Onu Thal (1924–2008) war ein estnischer Dichter, Schriftsteller und Übersetzer.
  • Bruno Junk (1929–1995) war ein sowjetischer Leichtathlet (Geher) estnischer Herkunft, 1952 und 1956 olympischer Medaillengewinner.
  • Heino Aunin (1935–2010) war ein estnischer Badmintonspieler.
  • Tiit Vähi (* 1947) ist ein estnischer Politiker und Unternehmer.
  • Peeter Lilje (1950–1993) war ein estnischer Dirigent.
  • Paul Varul (* 1952) ist ein estnischer Politiker und Jurist.
  • Olari Taal (* 1953) ist ein estnischer Politiker und Unternehmer.
  • Valeri Saar (* 1955), estnischer Generalmajor.
  • Piret Rips (* 1965) ist eine estnische Komponistin.
  • Marko Mihkelson (* 1969) ist ein estnischer Politiker.
  • Andrus Värnik (* 1977) gewann bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2005 in Helsinki die Goldmedaille im Speerwurf.
  • Jaan Jüris (* 1977) ist ein ehemaliger estnischer Skispringer und heutiger Skisprungtrainer.
  • Triin Peips (* 1982) ist eine estnische Biathletin und Skilangläuferin.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freundschaftliche oder partnerschaftliche Beziehungen pflegt Valga zu

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Valga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien