Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf
Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf
Deutschlandkarte, Position der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf hervorgehoben
Koordinaten: 50° 44′ N, 7° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Altenkirchen (Westerwald)
Fläche: 79,03 km2
Einwohner: 18.215 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 230 Einwohner je km2
Verbandsschlüssel: 07 1 32 5003
Verbandsgliederung: 10 Gemeinden
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Bahnhofstr. 4
57567 Daaden
Webpräsenz: www.daaden.de
Bürgermeister: Wolfgang Schneider
Lage der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf im Landkreis Altenkirchen (Westerwald)
Friesenhagen Harbach (Landkreis Altenkirchen) Niederfischbach Mudersbach Brachbach Kirchen (Sieg) Herdorf Daaden Emmerzhausen Mauden Derschen Nisterberg Friedewald (Westerwald) Weitefeld Niederdreisbach Schutzbach Grünebach Alsdorf (Westerwald) Betzdorf Scheuerfeld Wallmenroth Willroth Krunkel Horhausen (Westerwald) Pleckhausen Güllesheim Obersteinebach Niedersteinebach Bürdenbach Eulenberg (Westerwald) Peterslahr Rott (Westerwald) Burglahr Oberlahr Eichen (Westerwald) Seifen (Westerwald) Seelbach (Westerwald) Flammersfeld Kescheid Reiferscheid Berzhausen Obernau (Westerwald) Walterschen Schürdt Orfgen Ziegenhain (Westerwald) Giershausen Katzwinkel (Sieg) Birken-Honigsessen Wissen (Stadt) Hövels Mittelhof Nauroth Elkenroth Rosenheim (Landkreis Altenkirchen) Kausen Dickendorf Malberg (Westerwald) Steinebach/Sieg Fensdorf Gebhardshain Elben (Westerwald) Steineroth Molzhain Selbach (Sieg) Forst (bei Wissen, Sieg) Bitzen Etzbach Roth (Landkreis Altenkirchen) Bruchertseifen Fürthen Hamm (Sieg) Seelbach bei Hamm (Sieg) Breitscheidt Pracht Birkenbeul Niederirsen Kircheib Hirz-Maulsbach Fiersbach Mehren (Westerwald) Rettersen Ersfeld Hasselbach (Westerwald) Forstmehren Kraam Werkhausen Oberirsen Weyerbusch Hemmelzen Neitersen Birnbach Ölsen Schöneberg (Westerwald) Stürzelbach Fluterschen Oberwambach Berod bei Hachenburg Gieleroth Almersbach Altenkirchen (Westerwald) Michelbach (Westerwald) Ingelbach Sörth Mammelzen Eichelhardt Idelberg Isert Helmeroth Racksen Volkerzen Hilgenroth Obererbach (Westerwald) Bachenberg Busenhausen Heupelzen Wölmersen Kettenhausen Helmenzen Nordrhein-Westfalen Landkreis Neuwied Westerwaldkreis Landkreis NeuwiedKarte
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Die Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf ist eine Verwaltungseinheit in der Rechtsform einer Gebietskörperschaft im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz. Der Verbandsgemeinde gehören die Stadt Herdorf sowie neun eigenständige Ortsgemeinden an. Der Verwaltungssitz ist in der Gemeinde Daaden.

Verbandsangehörige Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgemeinde, Stadt Fläche (km²) Einwohner
Daaden 19,56 4.202
Derschen 7,10 961
Emmerzhausen 7,07 1.291
Friedewald 7,10 1.107
Herdorf, Stadt 18,01 6.661
Mauden 1,74 103
Niederdreisbach 4,16 903
Nisterberg 4,54 356
Schutzbach 1,26 377
Weitefeld 8,49 2.254
Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf 79,02 18.215

(Stand am 31. Dezember 2015)[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bisherige Verbandsgemeinde Daaden war 1968 im Rahmen der rheinland-pfälzischen Funktional- und Gebietsreform aus dem Amt Daaden entstanden. Die Gemeinde Herdorf gehörte diesem bis zum 31. März 1955 ebenfalls an. Am 1. April 1955 wurde aus dieser sowie den Gemeinden Dermbach (vorher Amt Kirchen) und Sassenroth (vorher Amt Betzdorf) die neue, amtsfreie Gemeinde Herdorf gebildet, die am 24. Januar 1981 zur Stadt erhoben wurde.

Am 28. September 2010 erließ die Landesregierung das „Erste Gesetz zur Kommunal- und Verwaltungsreform“ mit dem Ziel, Leistungsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Verwaltungskraft der kommunalen Strukturen zu verbessern. Für Verbandsgemeinden wurde festgelegt, dass diese mindestens 12.000 Einwohner (Hauptwohnung am 30. Juni 2009) umfassen sollen, für verbandsfreie Gemeinden war die Einwohnerzahl auf 10.000 festgelegt worden.[2] Beide Kommunen erreichten diese Vorgaben nicht, die Verbandsgemeinde Daaden hatte am Stichtag 11.680 Einwohner, die Stadt Herdorf 6.974.[3]

Im „Landesgesetz über die Eingliederung der verbandsfreien Stadt Herdorf in die Verbandsgemeinde Daaden“ vom 20. Dezember 2013 wurde die Eingliederung der Stadt Herdorf in die Verbandsgemeinde Daaden zum 1. Juli 2014 vorgeschrieben und die Bezeichnung vorläufig in „Verbandsgemeinde Herdorf-Daaden“ geändert sowie der Sitz der Verbandsgemeinde in Daaden festgelegt.[4]

Sowohl die Stadt Herdorf als auch die Verbandsgemeinde Daaden legten gegen die Eingliederung einen Normenkontrollantrag (Kommunalverfassungsbeschwerden) beim Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz ein.[5] Am 30. März 2016 entschied der Verfassungsgerichtshof, dass die Eingliederung verfassungskonform war. Der Rechtsweg war somit ausgeschöpft.[6]

Als endgültiger Name wurde nach Artikel 1 des Landesgesetzes über Maßnahmen im Zusammenhang mit Gebietsänderungen von Verbandsgemeinden[7] ab dem 1. Januar 2017 „Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf“ bestimmt. Damit wird dem Votum der Ortsgemeinden Rechnung getragen, die sich mehrheitlich für eine Voranstellung des Namensbestandteils „Daaden“ ausgesprochen haben. Begründet wird dies damit, dass die Stadt Herdorf in die Verbandsgemeinde Daaden eingegliedert wurde und nicht umgekehrt, dass der Name der Ortsgemeinde, der Sitz der Verbandsgemeinde ist, vorangestellt sein sollte, dass Daaden im Alphabet vor Herdorf stehe und mit historischen Erwägungen. Zwar sei Herdorf nach der Eingliederung die nach Einwohnerzahl größte Ortsgemeinde, jedoch seien die bisherigen Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Daaden sowohl an Einwohnerzahl als auch an Fläche größer als Herdorf allein.[8]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf das heutige Gebiet der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][9]

Jahr Einwohner
1815 3.856
1835 5.110
1871 7.023
1905 11.796
1939 13.194
1950 15.037
Jahr Einwohner
1961 17.890
1970 18.931
1987 18.432
1997 19.623
2005 19.192
2015 18.215

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbandsgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verbandsgemeinderat Daaden-Herdorf besteht aus 32 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Verbandsgemeinderat:[10]

Wahl SPD CDU FDP FWG Gesamt
2014 13 12 2 5 32 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe der Verbandsgemeinde Daaden e.V.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Bürgermeister der neuen Verbandsgemeinde wurde am 25. Mai 2014 Wolfgang Schneider mit 82,23 % direkt gewählt.[11] Seine achtjährige Amtszeit begann am 1. Juli 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Erstes Landesgesetz zur Kommunal- und Verwaltungsreform vom 28. September 2010 (PDF; 685 kB)
  3. Daten aus der KommWis-Datenbank
  4. Landesgesetz über die Eingliederung der verbandsfreien Stadt Herdorf in die Verbandsgemeinde Daaden vom 20. Dezember 2013
  5. Pressemitteilung der Stadt Herdorf vom 5. Februar 2014: „Klage gegen Zwangsfusion ist eingereicht“
  6. Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz: Pressemitteilung des Verfassungsgerichtshofes Rheinland-Pfalz vom 30. März 2016: „Kommunale Gebietsreform: Eingliederung der verbandsfreien Stadt Herdorf in die Verbandsgemeinde Daaden verfassungsgemäß“. In: www2.mjv.rlp.de. Abgerufen am 30. März 2016.
  7. Gesetz vom 6.12.2016, GVBl. S. 579.
  8. Begründung zu Art. 1 des Landesgesetzes über Maßnahmen im Zusammenhang mit Gebietsänderungen von Verbandsgemeinden. Abgerufen am 2. Dezember 2016.
  9. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Verbandsgemeinderatswahlen
  11. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen der hauptamtlichen Bürgermeister