Emmerzhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Emmerzhausen
Emmerzhausen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Emmerzhausen hervorgehoben
50.7204828.025341480Koordinaten: 50° 43′ N, 8° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Altenkirchen (Westerwald)
Verbandsgemeinde: Herdorf-Daaden
Höhe: 480 m ü. NHN
Fläche: 7,07 km²
Einwohner: 667 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57520
Vorwahl: 02743
Kfz-Kennzeichen: AK
Gemeindeschlüssel: 07 1 32 026
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 4
57567 Daaden
Webpräsenz: www.daaden.de
Ortsbürgermeister: Peter Paul Kröller
Lage der Ortsgemeinde Emmerzhausen im Landkreis Altenkirchen (Westerwald)
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Über dieses Bild

Emmerzhausen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Herdorf-Daaden an.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Emmerzhausen liegt etwa vier Kilometer südöstlich von Daaden an der Landesstraße 280 und fünf Kilometer südwestlich von Burbach im nordrhein-westfälischen Kreis Siegen-Wittgenstein. Die Landesgrenze ist etwa einen Kilometer entfernt. Die Höhenlage von Emmerzhausen beträgt 480 m über NN, der Ort liegt etwa zwei Kilometer nördlich des Stegskopf, der zweithöchsten Erhebung des Westerwalds.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Emmerzhausen fand 1344 unter dem Namen „Engilbrachtshusen“ im „Mannbuch“ der Ritter von Bicken statt. 1561 wurde die Existenz einer im Ort bereits bestehenden Kapelle festgehalten. 1610 wurde die Steinches Mühle erwähnt, die heute auf der Gemarkung Daaden liegt und zu dieser Zeit Bannmühle für die umliegenden Ortschaften war. 1741 wurden in Emmertzhaussen 26 Räuche (Häuser) gezählt, die Einwohner der Gemeinde waren zum größten Teil reformierten Bekenntnisses. 1776 wurden im Ort 153 Einwohner, 1788 168 Einwohner gezählt. 1809 besuchten 35 Kinder die Dingschule in Emmerzhausen.

Der Ort gehörte bis zum Jahr 1806 zur Grafschaft Sayn-Altenkirchen und zum Kirchspiel Daaden. Die Grafschaft Sayn-Altenkirchen kam 1791 auf dem Erbweg zu Preußen und wurde 1803 im Reichsdeputationshauptschluss dem Fürstentum Nassau-Usingen zugesprochen. 1806 traten die beiden nassauischen Fürsten dem napoleonischen Rheinbund bei, sodass die Region von 1806 an zum Herzogtum Nassau gehörte. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen wurde das Gebiet der ehemaligen saynischen Grafschaften an das Königreich Preußen abgetreten.

Unter der preußischen Verwaltung wurde Emmerzhausen der Bürgermeisterei Daaden im neu errichten Kreis Altenkirchen zugeordnet, der von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte.

Im Jahr 1890 wurde auf dem Stegskopf ein hölzerner Aussichtsturm errichtet, der als Landesvermessungspunkt und zur Übermittlung von Lichtsignalen der kaiserlichen Artillerie diente. 1894 wurde eine Katzensteuer eingeführt. Die erste Katze war frei, die zweite wurde mit einer Mark und die dritte Katze mit drei Mark besteuert. 1905 wurde der Ort an das Telefonnetz, 1923 an das Elektrizitätsnetz angeschlossen. 1943 kaufte die Hitler-Jugend die Anlagen am Stegskopf und richtete das „Reichsausbildungslager Prinz Eugen“ ein. Dort befindet sich heute der Truppenübungsplatz Daaden der Bundeswehr. Ende März 1945 nahmen US-Truppen den Ort ein.

Weil die Wintersportanlagen auf dem Stegskopf nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr benutzt werden konnten, errichtete der Skiverein Emmerzhausen ab 1956 eine neue Ski-Sprungschanze, die im Januar 1958 eingeweiht werden konnte. Bei der Eröffnung handelte es sich um die größte Sprungschanze von Rheinland-Pfalz. Mit dem Ausbau der B 54 gefährdete die Straße allerdings den Sprungbetrieb, und musste für Wettkämpfe gesperrt werden. Aus diesem Grund wurde die Sprungschanze Ende der 1960er Jahre stillgelegt. Versuche eines Neubaus Mitte der 1970er Jahre scheiterten.

Zwischen 1847 und 1948 war die Grube Adolfsburg am Hang des Stegskopfes in Betrieb. In ihr wurde Braunkohle abgebaut. Die zweitgrößte Grube war Neue Landeskrone, in Betrieb zwischen 1850 und 1894. In der Grube wurden über einen Maschinenschacht Kupfer-, Blei- und Nickelerze abgebaut. Eine weitere Grube war Grüner Wald, deren erste Mutung am 2. Mai 1870 erfolgte.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Emmerzhausen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 206
1835 323
1871 360
1905 424
1939 467
1950 497
Jahr Einwohner
1961 946
1970 672
1987 730
1997 808
2005 765
2012 667

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Emmerzhausen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[3]

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Schild durch eine silberne Schräg-links-Wellenliste geteilt, vorne in Rot ein blaubewehrter und gezungter herschauender goldener Löwe nach links, hinten in Schwarz drei zusammengestellte silberne Basaltsäulen“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • An der Straßengabelung Emmerzhausen/Derschen befindet sich die „Steinches Mühle“ (erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1610). Hierbei handelt es sich um eine Wassermühle, die heute im Privatbesitz ist.
  • Im Nachbarort Friedewald befindet sich ein Renaissance-Schloss (1580/82), das seit 1954 Sitz der Evangelischen Sozialakademie ist.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Bei den „Trödelsteinen“ (613 m über NN; auf einem Gebirgskamm nordöstlich von Emmerzhausen gelegen) handelt es sich um Säulen und ein Blockfeld aus Feldspaltbasalt, welches hier im Tertiär durch das Grundgebirge gebrochen ist. Die "Trödelsteine" sind als Geotop Teil des Nationalen Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Kulturdenkmäler in Emmerzhausen

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Dorfgemeinschaftshaus
  • Kommunaler Kindergarten
  • Evangelische Kapelle
  • Gemeindehaus (freikirchlich)
  • Skihütte „Auf der Stirn“

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Mit Emmerzhausen verbundene Personen[Bearbeiten]

  • Siegfried Koch (Skipionier aus Neuwied) errichtete zusammen mit Lehrer Peter Hoffmann (Emmerzhausen) im Jahr 1913 auf dem Stegskopf die „Siegfriedhütte“. Im Jahr 1932 wurde dort das Lied Oh du schöner Westerwald gedichtet. Lehrer Hoffmann übernahm später das Amt des Hüttenwartes auf der Siegfriedhütte.
  • Peter Hoffmann, geboren am 9. Juli 1863 in der Pfalz, kam als Junglehrer 1886 nach Emmerzhausen und heiratete die Tochter Pauline des Haubergsvorstehers und Landwirts Ferdinand Hummel. Hier war er als Schulmeister bis 1926 tätig. Er führte viele Obstsorten im Westerwald ein und unterrichtete im Veredeln und Schneiden von Obst- und Beerengehölzen. Neben seiner Landwirtschaft betrieb er Imkerei. Sein Freund Alexander Graf von Hachenburg (damals wohnhaft im Schloss Friedewald (Westerwald)) schickte ihn im Winter 1909/10 zu einem „Schneeschuhlauf-Kursus“ nach „Schloss Wittgenstein“. So wurde Peter Hoffmann der erste Ski-Übungsleiter und Trainer im Westerwald. 1910 war er Mitbegründer des Wintersportvereins Daaden und viele Jahre dessen Vorsitzender. 1913 Miterbauer der Siegfriedhütte auf dem Stegskopf und Hüttenwart bis zu seinem Tode im Jahr 1935.
  • Karl Dücker war Bergmann, Steinbrucharbeiter, Gemeinderatsmitglied und Feuerwehrbrandmeister. Er verfasste zudem Gedichte und musizierte. Er verstarb am 3. August 1979 in Emmerzhausen.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • 1987 kamen bei dem Absturz eines Motorflugzeugs in Emmerzhausen die vier Insassen ums Leben. Zum Zeitpunkt des Unglückes herrschte über dem Ort dichter Nebel; der Bestimmungsort des Segelfliegers war der Flughafen Siegerland.
  • Bei der Abschlussfeier der Hauptschule Daaden 1988 auf der Skihütte Emmerzhausen wurde ein 14-jähriger Schüler aus Emmerzhausen vom Blitz erschlagen.
  • 2006 richtete der ortsansässige Skiverein Stegskopf Emmerzhausen e.V. die Westdeutschen Meisterschaften im Berglauf aus.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Emmerzhausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen