VfL Bad Schwartau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
VfL Bad Schwartau
Vereinswappen des VfL Bad Schwartau
Voller Name Verein für Leibesübungen Bad Schwartau von 1863 e.V.
Abkürzung(en) VfL
Gegründet 1863
Vereinsfarben blau / weiß
Halle Hansehalle, Lübeck
Plätze 3.200
Präsident Uwe Poppendieck
Trainer Torge Greve
Liga 2. Bundesliga
2015/16
Rang 13. Platz
DHB-Pokal 1. Runde
Website www.vfl-bad-schwartau.de
Heim
Auswärts
Größte Erfolge
National DHB-Pokalsieger
2001

Der Verein für Leibesübungen Bad Schwartau von 1863 e.V., kurz VfL Bad Schwartau, ist ein Sportverein aus Bad Schwartau, Schleswig-Holstein. Bekannt wurde der Verein durch seine Handballabteilung. Die erste Herrenmannschaft spielte bis zur Auflösung der „SG VfL Bad Schwartau-Lübeck“ und dem Umzug als HSV Hamburg nach Hamburg in der Bundesliga und gewann 2001 den DHB-Pokal. Fortan spielte der Verein in der drittklassigen Regionalliga Nordost und spielt seit der Saison 2008/09 in der 2. Bundesliga. Die Mannschaft trägt ihre Heimspiele in der Hansehalle in Lübeck aus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde er im Jahre 1863 als Männerturnverein Bad Schwartau. Im Laufe der Zeit fusionierten damit der Schwartauer ATSV Eichenkranz von 1898, die Schwartauer Turnerschaft von 1910 und der Schwartauer Ballspielclub von 1912. Der VfL Bad Schwartau ist mit etwa 2.700 Mitgliedern der zweitgrößte Sportverein im Kreis Ostholstein.

Abteilungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein besitzt inzwischen 18 Abteilungen, darunter auch Badminton, Faustball, Orientierungslauf, Rhönradturnen, Musik und Walking.

Handball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1966 qualifizierte sich der VfL Bad Schwartau hauchdünn (nur über den besseren Heimspiel-Torquotienten) nach zwei engen Viertelfinalspielen gegen den Polizei SV Hildesheim in der Norddeutschen Meisterschaft[1] für die erste Spielzeit der Handball-Bundesliga, welche damals noch zweigleisig war.[2] Nach zwei Spielzeiten stiegen die Schwartauer wieder ab, schafften jedoch in der folgenden Saison den sofortigen Wiederaufstieg.[3] Der höchsten deutschen Liga gehörte der VfL bis 1976 an, nach der die Mannschaft in der Relegationsspielrunde Frisch Auf Göppingen unterlag.[4]

1980 stiegen die Schwartauer aus der zweitklassigen Regionalliga in die Oberliga ab, es gelang jedoch der direkte Wiederaufstieg in die ab 1981 wegen der Einführung der 2.Bundesliga allerdings nur noch drittklassige Regionalliga Nord. 1986 stieg der VfL in die 2. Bundesliga auf, schaffte jedoch nicht den Klassenerhalt. In der darauffolgenden Saison stieg der VfL mit dem neuen Trainer Vlado Stenzel nochmals auf. Nach der Verpflichtung von Erhard Wunderlich schaffte der VfL, sich in der 2. Bundesliga zu etablieren.[4]

1989 übernahm Zvonimir Serdarušić das Traineramt. Unter seiner Leitung stieg der VfL 1990 wieder in die 1. Bundesliga auf. Nach der erfolgreichen Zweitligasaison verließ „Noka“ jedoch den Verein.[5]

Nach zwei Spielzeiten stieg die Mannschaft aus der Marmeladenstadt wieder ab. Trotz des Abgangs von 14 Spielern schafften die Schwartauer umgehend die unerwartete Rückkehr in die höchste Spielklasse.[4] Hier verblieb das Team bis 1996. Nach zweijähriger Bundesligaabstinenz kehrten die Handballer anschließend erneut in die Eliteliga zurück.

Ab 1999 spielte die erste Mannschaft in einer Spielgemeinschaft mit dem eigens hierfür gegründeten HSV Lübeck als SG VfL Bad Schwartau. In der Saison 2000/01 gewannen die Schwartauer den DHB-Pokal. Nach der Saison 2001/02 wurde die Spielgemeinschaft gelöst und der HSV Lübeck übernahm den Bundesligaplatz des VfL Bad Schwartau nach einem Standortwechsel als HSV Hamburg. Die bisherige zweite Mannschaft des VfL Bad Schwartau war nun die neue erste. Sie trat in der drittklassigen Regionalliga Nordost an. Im Sommer 2006 scheiterte der VfL nur knapp (ein Punkt fehlte) am Aufstieg in die 2. Bundesliga. Ab dem Sommer 2007 wurde die Mannschaft vom Spielertrainer Thomas Knorr trainiert. Unter seiner Leitung schaffte der VfL in der Saison 2007/2008 den Aufstieg in die 2. Bundesliga und qualifizierte sich 2011 für die eingleisige 2. Bundesliga. Im Oktober 2011 übernahm Tobias Schröder nach einem missratenen Saisonstart den Trainerposten. Nach nur drei Monaten Amtszeit trat er aus privaten Gründen zurück.[6] Anschließend übernahm Torge Greve das Traineramt.[7]

Ab dem 1. Juli 2017 soll die 1. Herrenmannschaft aus Vermarktungsgründen unter den Namen VfL Lübeck Schwartau antreten.[8]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VfL Bad Schwartau ist mit fünf Abstiegen (inklusive des Rückzugs 2002) gemeinsam mit dem TuS N-Lübbecke 'Rekordabsteiger' aus der 1. Handball-Bundesliga.

Kader für die Saison 2016/17[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Nat. Name Position Geburtstag seit Letzter Verein
1 DeutscherDeutscher Marino Mallwitz TW 20.09.1996 2004
32 DeutscherDeutscher Dennis Klockmann TW 02.09.1982 2014 Eintracht Hildesheim
2 DeutscherDeutscher Thees Glabisch LA 08.01.1994 2013 SC Magdeburg
4 DeutscherDeutscher Oliver Milde RL 09.07.1993 2014 Füchse Berlin
6 DeutscherDeutscher Fynn Ranke KM 05.01.1993 2015 THW Kiel
8 DeutscherDeutscher Toni Podpolinski RR 16.12.1986 2008 LHC Cottbus
10 SchwedeSchwede Rickard Åkerman RR 22.06.1991 2015 IF Guif
11 DeutscherDeutscher Markus Hansen LA, RM 20.05.1992 2015 TV 1893 Neuhausen
14 PolePole Maciej Judycki RR 14.05.1996 2014 MTV Lübeck
17 DeutscherDeutscher Bruno Zimmermann RM 19.05.1995 2016 SC Magdeburg
18 DeutscherDeutscher Martin Waschul RL 02.08.1988 2012 Wilhelmshavener HV
19 DeutscherDeutscher Jan Schult RL 22.09.1986 2007 HSV Hamburg
21 DeutscherDeutscher Sebastian Damm LA 12.07.1995 2016 TSV Bayer Dormagen
23 DeutscherDeutscher Marius Fuchs KM 13.02.1992 2015 GSV Eintracht Baunatal
28 DeutscherDeutscher Tim Claasen RM, LA 02.08.1996 2011 NTSV Strand 08
30 DeutscherDeutscher Christoph Wischniewski RA, RR 09.05.1987 2014 SV Henstedt-Ulzburg
33 DeutscherDeutscher Christoph Schlichting RL, RM 19.10.1995 2012 ATSV Stockelsdorf
77 DeutscherDeutscher Jasper Bruhn RA 14.08.1996 2012 NTSV Strand 08
96 DeutscherDeutscher Antonio Metzner RR 27.06.1996 2015 TV Großwallstadt

Zugänge 2016/17[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgänge 2016/17[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugänge 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgänge 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saisonbilanzen seit 2007/08[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Spielklasse Platz Spiele Tore Diff. Punkte
2007/08 Regionalliga Nordost 01 30 1046:0795 215 53:07
2008/09 2. Bundesliga Nord 08 34 1067:1016 052 36:32
2009/10 2. Bundesliga Nord 06 32 1042:1030 012 35:29
2010/11 2. Bundesliga Nord 04 32 0948:0881 067 41:23
2011/12 2. Bundesliga 12 38 1064:1075 −11 35:41
2012/13 2. Bundesliga 05 36 0984:0953 031 39:33
2013/14 2. Bundesliga 09 36 0992:0974 018 39:33
2014/15 2. Bundesliga 11 38 0975:0961 014 40:36
2015/16 2. Bundesliga 13 40 1016:1027 −11 34:46
Aufstieg in die 2. Bundesliga

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Damenmannschaft spielte in den Spielzeiten 1979/80 und 1980/81 ebenfalls in der Bundesliga. Außerdem waren die Damen von 1997 bis 2001 zweitklassig. 2010 qualifizierten sich die Damen für die neugegründete 3. Liga. Ab der Saison 2012/13 kooperiert der VfL im Damen-Bereich mit dem Zweitligisten TSV Travemünde, woraufhin die Drittligamannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet wurde.[19][20]

Bekannte ehemalige Spielerinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VfL betreibt sehr erfolgreiche Jugendarbeit. Im männlichen Bereich kooperiert der VfL mit dem TSV Ratekau, dem NTSV Strand 08 und Lübeck 1876.[21] In der Saison 2012/13 spielt die männliche A-Jugend in der A-Jugend-Bundesliga und die weibliche A-Jugend in der Oberliga SH/HH.

  • 2005: männliche A-Jugend wurde NOHV-Meister
  • 2009: die männliche A-Jugend wird Vize-NOHV-Pokalsieger

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fußballabteilung des Vereins hatte ihre erfolgreichste Zeit in den 1950er Jahren, in der auch bis 1953 der spätere Oberligaspieler Atze Bornemann stürmte. Von 1951 bis 1953 und 1955 bis 1961 spielte man in der Amateurliga Schleswig-Holstein, der damals zweithöchsten Ebene im deutschen Ligasystem und zudem der höchsten Spielklasse des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes. Letztmals trat der Verein im DFB-Pokal 1977/78 überregional in Erscheinung, als man die 1. Hauptrunde erreichte. Dort unterlag die Mannschaft beim BV 04 Düsseldorf mit 0:3. 2012 erreichte man als Aufsteiger aus der Kreisklasse A (Kreis Lübeck) in der Kreisliga Lübeck den 11. Platz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.bundesligainfo.de: Saison 1966/67
  2. www.bundesligainfo.de: Saison 1966/67
  3. www.bundesligainfo.de: Alle Vereine der Bundesliga
  4. a b c Chronik der Handballabteilung (Memento vom 21. Juni 2009 im Internet Archive)
  5. thw-provinzial.de: Zvonimir Serdarusic
  6. shz.de: VfL: Schröder-Nachfolge schnell geregelt, abgerufen am 11. April 2016
  7. handball-world.com: Torge Greve verlässt Altenholz und wechselt in Liga 2
  8. ln-online.de: Der VfL hat ein großes Ziel: 1. Bundesliga bis 2020, abgerufen am 27. November 2016
  9. Ein Zimmermann für den VfL. In: Lübecker Nachrichten. 31. März 2016, S. 19.
  10. handball-world.com: Bad Schwartau schließt Personalplanungen ab, abgerufen am 11. Mai 2016
  11. hlsports.de: Weil er studieren will: Hanisch verlässt VfL Bad Schwartau, abgerufen am 9. April 2016
  12. sprungwurf.tv: Hamburg-Barmbek mit Rückschlägen, abgerufen am 3. September 2016
  13. handball-world.com: Drittligist Neusser HV verpflichtet Spielmacher aus der 2. Bundesliga, abgerufen am 12. Mai 2016
  14. tvemsdetten.com: Personalentscheidungen beim TVE – Arti geht, Marten kommt, abgerufen am 22. Januar 2017
  15. a b Köhler erster VfL-Neuzugang, Wischniewski hört auf. In: Lübecker Nachrichten. 9. April 2017, S. 24.
  16. Erstliga-Lizenz und das letzte Kader-Puzzle. In: Lübecker Nachrichten. 21. Mai 2017, S. 25.
  17. handball-world.com: HSV Hamburg verpflichtet Kreisläufer aus der 2. Bundesliga, abgerufen am 17. März 2016
  18. Kein neuer Vertrag für Judycki. In: Lübecker Nachrichten. 12. April 2017, S. 19.
  19. tsvtravemuende.de: Die Raubmöwen kooperieren mit VfL Bad Schwartau
  20. handball-world.com: Bad Schwartau zieht aus der dritten Liga zurück
  21. 1+1+1+1 muss nicht immer 4 sein (Memento vom 12. November 2013 im Internet Archive)