DHB-Pokal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt den DHB-Pokal der Männer in Deutschland. Für gleichnamigen Frauen-Wettbewerb siehe DHB-Pokal der Frauen.
DHB-Pokal
Logo der DKB Handball-Bundesliga
Voller Name Deutscher Handballbund-Pokal
Aktuelle Saison 2018
Sportart Handball
Abkürzung DHB-Pokal
Verband Ligaverband der Handball-Bundesliga (HBL)
Ligagründung 1975
Mannschaften 58
Land/Länder DeutschlandDeutschland Deutschland
Titelträger THW Kiel
Rekordmeister THW Kiel (10)
TV-Partner Sport1
Website www.dkb-handball-bundesliga.de
Qualifikation zu EHF-Pokal

Der DHB-Pokal ist der wichtigste deutsche Handball-Pokalwettbewerb für Vereinsmannschaften. Er wird jährlich vom Ligaverband der Handball-Bundesliga (HBL) veranstaltet. Bis in die 1990er Jahre war der namensgebende Deutsche Handballbund (DHB) Veranstalter des Wettbewerbs. Der Name wurde aus Gründen der Tradition beibehalten.

In der DDR wurde bis 1991 der FDGB-Pokal ausgerichtet.

Modus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem laufenden Spielbetrieb in den Handball-Ligen wird der Pokalwettbewerb im Ausscheidungsverfahren bestritten. Es nehmen alle Bundesligisten (1. und 2. Liga) der Vorsaison teil, die weiteren Vereine qualifizieren sich über die regionale Pokalwettbewerbe.

Der DHB-Pokal wurde bis 2012/13 in insgesamt sieben aufeinander folgenden K.o.-Runden mit dem Endspiel als letzte ausgetragen. Bis 2011/12 erhielten in der ersten Runde alle 18 aktuellen Mannschaften der 1. Bundesliga, sowie einzelne unterklassige Vereine, ein Freilos. Im Wettbewerb 2012/13 stiegen die Bundesliga-Vereine erst in der dritten Runde ein. Nach einer Reduzierung der Anzahl der teilnehmenden Vereine gab es 2013/14 und 2014/15 eine Runde weniger. Nur die ersten sechs der Bundesliga-Vorsaison erhielten ein Freilos für die erste Runde.

Seit der Pokalrunde 2015/16 wird die erste Runde mit 64 Mannschaften einschließlich aller Bundesligisten in einer neuen Form durchgeführt: Jeweils vier Mannschaften bestreiten in der Halle eines der unterklassigen Teams ein kleines Turnier mit Halbfinale und Finale, der Sieger kommt in die zweite Runde. Für die Auslosung der Gruppeneinteilung werden die Vereine entsprechend der Ligazugehörigkeit und Platzierung in der Vorsaison in Lostöpfe eingeteilt.

Der DHB-Pokalsieger war bis 2011 in der folgenden Saison zur Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger berechtigt und nimmt nach der Europapokalreform seit 2012 am EHF-Pokal teil. Zudem spielt der aktuelle DHB-Pokalsieger zu Beginn der Folgesaison gegen den deutschen Meister um den HBL-Supercup.

Finalspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1981 bis 1992 wurde das Finale des DHB-Pokals mit Hin- und Rückspiel in den jeweiligen Heimhallen der Finalisten ausgetragen. 1993 hat der Deutsche Handballbund beschlossen, ein Endspiel-Wochenende (Final Four) zu veranstalten. Am Final Four nehmen die Sieger der Viertelfinal-Spiele teil und ermitteln den DHB-Pokalsieger, dabei werden die beiden Halbfinalbegegnungen auf einem Samstag und das Finale am unmittelbar darauf folgenden Sonntag gespielt. Die Erstauflage des Final Four wurde in Frankfurt am Main ausgetragen, seit 1994 ist Hamburg der regelmäßige Austragungsort. Bis 2002 wurde das Turnier in der Sporthalle Hamburg ausgetragen, seither in der Barclaycard Arena Hamburg. In der Multifunktionsarena entwickelte sich das Final Four zu einem Event und der Pokalwettbewerb gewann an Attraktivität bei Vereinen und Besuchern. Mittlerweile ist die Barclaycard Arena Hamburg an den Endspiel-Wochenenden ausverkauft, so dass über 25.000 Zuschauer die Spiele live verfolgen.

Ende 2004 gab die HBL bekannt, dass die Hamburger Sparkasse das Titelsponsoring für die Veranstaltungen bis einschließlich 2007 übernimmt. Offiziell hieß die Veranstaltung seit 2005 Haspa Final Four. Die Lufthansa übernahm 2008 das Titelsponsoring von der Hamburger Sparkasse. Bis 2013 hieß das Turnier Lufthansa Final Four, 2014 fand die Endrunde ohne Titelsponsor statt. Seit 2015 ist die Lebensmittelkette Rewe der Titelsponsor. Der Vertrag läuft zunächst bis 2017.[1]

Im Jahr 2005 wurde zum ersten Mal ein Spiel um den 3. Platz ausgetragen, da die Möglichkeit bestand, dass sich beide Finalteilnehmer, die SG Flensburg-Handewitt und der THW Kiel, über die Handball-Bundesliga für die Champions League qualifizieren. Vor dem Finale am Sonntag gewann die HSG Nordhorn gegen Frisch Auf Göppingen und qualifizierte sich für den Europapokal der Pokalsieger. Das gleiche passierte nochmal im Jahr 2010, als sich der TuS N-Lübbecke gegen den VfL Gummersbach durchsetzte.

DHB-Pokalsieger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1998 bis 2000 gewann der THW Kiel als erster Verein in Deutschland den DHB-Pokal dreimal nacheinander. Danach gelang dies der SG Flensburg-Handewitt von 2003 bis 2005 und wieder dem THW Kiel von 2007 bis 2009 und von 2011 bis 2013.

Jahr Verein Jahr Verein Jahr Verein Jahr Verein
1975 TSV Grün-Weiß Dankersen 1987 TV Großwallstadt 1999 THW Kiel 2011 THW Kiel
1976 TSV Grün-Weiß Dankersen 1988 TUSEM Essen 2000 THW Kiel 2012 THW Kiel
1977 VfL Gummersbach 1989 TV Großwallstadt 2001 VfL Bad Schwartau 2013 THW Kiel
1978 VfL Gummersbach 1990 TSV Milbertshofen 2002 TBV Lemgo 2014 Füchse Berlin
1979 TSV Grün-Weiß Dankersen 1991 TUSEM Essen 2003 SG Flensburg-Handewitt 2015 SG Flensburg-Handewitt
1980 TV Großwallstadt 1992 TUSEM Essen 2004 SG Flensburg-Handewitt 2016 SC Magdeburg
1981 TuS Nettelstedt 1993 SG Wallau/Massenheim 2005 SG Flensburg-Handewitt 2017 THW Kiel
1982 VfL Gummersbach 1994 SG Wallau/Massenheim 2006 HSV Hamburg
1983 VfL Gummersbach 1995 TBV Lemgo 2007 THW Kiel
1984 TV Großwallstadt 1996 SC Magdeburg 2008 THW Kiel
1985 VfL Gummersbach 1997 TBV Lemgo 2009 THW Kiel
1986 MTSV Schwabing 1998 THW Kiel 2010 HSV Hamburg

DHB-Pokal-Endspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Sieger Logo Ergebnisse Logo Finalist
1975 TSV Grün-Weiß Dankersen TSV Grün-Weiß Dankersen 1946 bis 1985.jpg 15 : 14 TSV 1896 Rintheim.jpg TSV 1896 Rintheim
1976 TSV Grün-Weiß Dankersen TSV Grün-Weiß Dankersen 1946 bis 1985.jpg 13 : 12 SG-Dietzenbach.jpg SG Dietzenbach
1977 VfL Gummersbach VfL Gummersbach Logo 01.svg 16 : 14 TV Hüttenberg Logo.gif TV Hüttenberg
1978 VfL Gummersbach VfL Gummersbach Logo 01.svg 14 : 11 TV Hüttenberg Logo.gif TV Hüttenberg
1979 TSV Grün-Weiß Dankersen TSV Grün-Weiß Dankersen 1946 bis 1985.jpg 19 : 14 THW Kiel.svg THW Kiel
1980 TV Großwallstadt TV Grosswallstadt Logo 01.svg 17 : 15 TuS Logo.png TuS Nettelstedt
1981 TuS Nettelstedt TuS Logo.png 15 : 19 & 22 : 17 VfL Günzburg
1982 VfL Gummersbach VfL Gummersbach Logo 01.svg 18 : 19 & 18 : 12 TV Grosswallstadt Logo 01.svg TV Großwallstadt
1983 VfL Gummersbach VfL Gummersbach Logo 01.svg 15 : 14 & 23 : 16 TUSEM Essen Logo 01.svg TUSEM Essen
1984 TV Großwallstadt TV Grosswallstadt Logo 01.svg 17 : 20 & 20 : 14 Logo Reinickendorfer Fuechse.gif Reinickendorfer Füchse
1985 VfL Gummersbach VfL Gummersbach Logo 01.svg 20 : 16 & 30 : 19 TV Grosswallstadt Logo 01.svg TV Großwallstadt
1986 MTSV Schwabing MTSV Schwabing Logo.jpg 32 : 29 & 16 : 18 VfL Gummersbach Logo 01.svg VfL Gummersbach
1987 TV Großwallstadt TV Grosswallstadt Logo 01.svg 16 : 15 & 21 : 22 Turuduesseldorf.svg TuRU Düsseldorf
1988 TUSEM Essen TUSEM Essen Logo 01.svg 25 : 18 & 28 : 21 SG WALLAU-MASSENHEIM.gif SG Wallau/Massenheim
1989 TV Großwallstadt TV Grosswallstadt Logo 01.svg 21 : 21 & 21 : 18 VfL Gummersbach Logo 01.svg VfL Gummersbach
1990 TSV Milbertshofen TSV Milbertshofen Logo.jpg 16 : 12 & 17 : 17 THW Kiel.svg THW Kiel
1991 TUSEM Essen TUSEM Essen Logo 01.svg 21 : 16 & 17 : 20 TV Niederwürzbach
1992 TUSEM Essen TUSEM Essen Logo 01.svg 20 : 19 & 19 : 20 (5 : 4 i.S.) SG Flensburg-Handewitt.svg SG Flensburg-Handewitt
1993 SG Wallau/Massenheim SG WALLAU-MASSENHEIM.gif 24 : 21 TSV Bayer Dormagen Logo.gif TSV Bayer Dormagen
1994 SG Wallau/Massenheim SG WALLAU-MASSENHEIM.gif 17 : 14 SG Flensburg-Handewitt.svg SG Flensburg-Handewitt
1995 TBV Lemgo TBV Lemgo.svg 24 : 18 HSV Düsseldorf
1996 SC Magdeburg SC Magdeburg Logo.svg 20 : 18 TUSEM Essen Logo 01.svg TUSEM Essen
1997 TBV Lemgo TBV Lemgo.svg 28 : 23 (14 : 11) HSG Wetzlar Logo 01.svg HSG Dutenhofen/Münchholzhausen
1998 THW Kiel THW Kiel.svg 30 : 15 (11 : 06) TV Niederwürzbach
1999 THW Kiel THW Kiel.svg 28 : 19 (14 : 09) TBV Lemgo.svg TBV Lemgo
2000 THW Kiel THW Kiel.svg 26 : 25 n.V. (20 : 20, 11 : 11) SG Flensburg-Handewitt.svg SG Flensburg-Handewitt
2001 VfL Bad Schwartau VfL Bad Schwartau Logo.jpg 26 : 22 (10 : 13) HSG Wetzlar Logo 01.svg HSG Wetzlar
2002 TBV Lemgo TBV Lemgo.svg 25 : 23 (09 : 10) SC Magdeburg Logo.svg SC Magdeburg
2003 SG Flensburg-Handewitt SG Flensburg-Handewitt.svg 31 : 30 n.V. (27 : 27, 16 : 12) TUSEM Essen Logo 01.svg TUSEM Essen
2004 SG Flensburg-Handewitt SG Flensburg-Handewitt.svg 29 : 23 (14 : 08) HSV Hamburg.svg HSV Hamburg
2005 SG Flensburg-Handewitt SG Flensburg-Handewitt.svg 33 : 31 (16 : 13) THW Kiel.svg THW Kiel
2006 HSV Hamburg HSV Hamburg.svg 26 : 25 (09 : 10) Rhein-Neckar Löwen
2007 THW Kiel THW Kiel.svg 33 : 31 (15 : 19) Rhein-Neckar Löwen
2008 THW Kiel THW Kiel.svg 32 : 29 (17 : 18) HSV Hamburg.svg HSV Hamburg
2009 THW Kiel THW Kiel.svg 30 : 24 (15 : 12) VfL Gummersbach Logo 01.svg VfL Gummersbach
2010 HSV Hamburg HSV Hamburg.svg 34 : 33 n.V. (33 : 30; 30 : 30; 15 : 15) Rhein-Neckar Löwen
2011 THW Kiel THW Kiel.svg 30 : 24 (16 : 13) SG Flensburg-Handewitt.svg SG Flensburg-Handewitt
2012 THW Kiel THW Kiel.svg 33 : 31 (15 : 15) SG Flensburg-Handewitt.svg SG Flensburg-Handewitt
2013 THW Kiel THW Kiel.svg 33 : 30 (12 : 16) SG Flensburg-Handewitt.svg SG Flensburg-Handewitt
2014 Füchse Berlin Füchse Berlin Reinickendorf.jpg 22 : 21 (11 : 11) SG Flensburg-Handewitt.svg SG Flensburg-Handewitt
2015 SG Flensburg-Handewitt SG Flensburg-Handewitt.svg 27 : 27 n.V. (24:24, 11 : 11), 5:4 i.S. SC Magdeburg Logo.svg SC Magdeburg
2016 SC Magdeburg SC Magdeburg Logo.svg 32 : 30 (14 : 12) SG Flensburg-Handewitt.svg SG Flensburg-Handewitt
2017 THW Kiel THW Kiel.svg 29 : 23 (13 : 12) SG Flensburg-Handewitt.svg SG Flensburg-Handewitt

Erfolgreichste Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rang Logo Verein Titel Finale Titeljahre
1. THW Kiel.svg THW Kiel 10 13 1998, 1999, 2000, 2007, 2008, 2009, 2011, 2012, 2013, 2017
2. VfL Gummersbach Logo 01.svg VfL Gummersbach 5 8 1977, 1978, 1982, 1983, 1985
3. SG Flensburg-Handewitt.svg SG Flensburg-Handewitt 4 13 2003, 2004, 2005, 2015
4. TV Grosswallstadt Logo 01.svg TV Großwallstadt 4 6 1980, 1984, 1987, 1989
5. TUSEM Essen Logo 01.svg TUSEM Essen 3 6 1988, 1991, 1992
6. TBV Lemgo.svg TBV Lemgo 3 4 1995, 1997, 2002
7. GWD Minden Logo 01.svg GWD Minden 3 3 1975, 1976, 1979
8. HSV Hamburg.svg HSV Hamburg 2 4 2006, 2010
SC Magdeburg Logo.svg SC Magdeburg 2 4 1996, 2016
10. SG WALLAU-MASSENHEIM.gif SG Wallau/Massenheim 2 3 1993, 1994
11. TuS Logo.png TuS Nettelstedt-Lübbecke 1 2 1981
Füchse Berlin Reinickendorf.jpg Füchse Berlin 1 2 2014
13. MTSV Schwabing Logo.jpg MTSV Schwabing 1 1 1986
TSV Milbertshofen Logo.jpg TSV Milbertshofen 1 1 1990
VfL Bad Schwartau Logo.jpg VfL Bad Schwartau 1 1 2001

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pokalendrunde erhält neuen Namenssponsor. In: handball-world.com. 9. Februar 2015, abgerufen am 3. Juni 2016.