HSV Hamburg

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Dieser Artikel behandelt den Handballverein HSV Hamburg. Für den in erster Linie durch seine Fußballabteilung bekannten Verein siehe Hamburger SV.
HSV Hamburg
Logo
Voller Name Handball Sport Verein Hamburg e.V. (Hauptverein)
HSV Handball Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG (Spielbetrieb Handball-Bundesliga)
Abkürzung(en) HSV
Gegründet 1999
Vereinsfarben schwarz, weiß, blau
Halle Barclaycard Arena
Sporthalle Hamburg
Plätze 13.296 Plätze
4.144 Plätze
Präsident Karl Gladeck
Geschäftsführer Christian Fitzek
Sven Fahrenkrug
Trainer Michael Biegler
Liga Handball-Bundesliga
2014/15
Rang 9. Platz
DHB-Pokal 2. Runde
Website www.hsvhandball.com
Heim
Auswärts
Größte Erfolge
National Deutscher Meister
2011
DHB-Pokal
2006, 2010
DHB-Supercup
2004, 2006, 2009, 2010
International Europapokal der Pokalsieger
2007
Champions League
2013
Der langjährige Vereinspräsident und Mäzen Andreas Rudolph
Die Mannschaft der Saison 2011/12 mit Auflaufkindern in Halle/Westfalen
Siegesfeier nach dem Europapokalsieg 2007 vor dem Hamburger Rathaus

Der Handball Sport Verein Hamburg ist ein Sportverein aus Hamburg, der am Spielbetrieb der Handball-Bundesliga teilnimmt. Nach dem Pokalsieg 2010 und der deutschen Meisterschaft 2011 gewann der Verein 2013 auch die Champions League.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Verein wurde 1999 als HSV (= Handballsportverein) Lübeck gegründet und übernahm die Bundesligalizenz des VfL Bad Schwartau, mit dem er bis 2002 eine Spielgemeinschaft (SG) bildete (SG VfL Bad Schwartau-Lübeck). Im Jahr 2002 wurde diese aufgelöst, und der HSV zog nach Hamburg um.

Bedeutendster Mäzen des Vereins ist Andreas Rudolph, der mit 74,9 % an der Betriebsgesellschaft beteiligt ist[1] und von 2005 bis 2011 sowie von 2013 bis 2014 Vereinspräsident war. Am 8. Mai 2014 erklärte er seinen Rücktritt, womit dem Verein durch fehlende finanzielle Zuwendungen die sofortige Insolvenz drohte.[2] Am 15. Mai 2014 erhielt der Verein von der Handball-Bundesliga (HBL) keine Lizenz für die Saison 2014/15 und legte gegen diesen Entscheid Beschwerde ein,[3] die am 3. Juni 2014 von der HBL abgelehnt wurde.[4] Am 11. Juni 2014 beschloss das HSV-Präsidium, diese Entscheidung vom Schiedsgericht prüfen zu lassen; außerdem wurde vorsorglich die Lizenz für die 3. Liga beantragt.[5] Das Schiedsgericht gab am 25. Juni 2014 dem Einspruch der Hamburger statt und erteilte dem HSV Hamburg unter Auflagen die Lizenz für die kommende Saison.[6] Diese Bedingungen wurden fristgerecht zum 1. Juli 2014 erfüllt.[7]

Name[Bearbeiten]

Zu Vermarktungszwecken wurde ein Vertrag mit dem Hamburger SV geschlossen, um dessen Abkürzung und Logo nutzen zu dürfen. Viele Zeitungen haben den Unterschied zwischen beiden Vereinen nicht umgesetzt und berichten in der Handball-Bundesliga stets vom Hamburger SV. Auch wird der Verein fälschlicherweise immer wieder als „HSV Handball“ bezeichnet. Dies ist lediglich der Name der Betriebsgesellschaft des Vereins, der seine Heimspiele seit 2002 unter dem Namen HSV Hamburg in der Barclaycard Arena (zuvor Color Line Arena und O2 World Hamburg) bzw. der Sporthalle Hamburg in Hamburg bestreitet.

Im Sommer 2008 wurde im Bereich unter der Bundesliga-Mannschaft eine Spielgemeinschaft des Handball-Sport-Vereins Hamburg und der Handball-Abteilung des Hamburger SV unter dem Namen SG HSV Handball eingerichtet. Ziel war, auch in der Bundesliga unter dem offiziellen Namen Hamburger Sport-Verein auflaufen zu können.

Handball-Bundesliga[Bearbeiten]

Die Spielsaison 2002/03 beendete das Team als Tabellenachter. In der folgenden Saison 2003/04 belegte der HSV den fünften Rang und erreichte das Finale des DHB-Pokals. In der Saison 2004/05 kam die Mannschaft über den neunten Platz der Abschlusstabelle nicht hinaus. 2006 belegte der Verein in der Liga den zehnten Platz, konnte aber den DHB-Pokal und den DHB-Supercup gewinnen und qualifizierte sich für den Europapokal der Pokalsieger. 2007 gewann der HSV den Europapokal der Pokalsieger und wurde Vizemeister hinter dem THW Kiel, außerdem erreichte man das Halbfinale des DHB-Pokals. 2008 wurde erneut das Finale des DHB-Pokals erreicht, in dem der HSV dem THW Kiel unterlag, im Halbfinale der EHF-Champions League scheiterte der HSV am Sieger BM Ciudad Real. 2009 wurde der HSV erneut Vizemeister hinter dem THW Kiel, außerdem erreichte man das Halbfinale des DHB-Pokals und der EHF-Champions League, wo wiederum BM Ciudad Real Endstation war. 2010 gewann der HSV den DHB-Pokal durch einen Finalsieg über die Rhein-Neckar Löwen und wurde Vizemeister hinter Kiel. In der Spielzeit 2010/11 gewann der HSV Hamburg erstmals in seiner Geschichte die Deutsche Meisterschaft; bereits drei Spieltage vor Saisonende stand der Verein als Meister fest.

Martin Schwalb wurde nach der Saison 2010/11 Geschäftsführer und Präsident,[8][9] den Trainerposten übernahm Per Carlén.[10] Am 29. Dezember 2011 gab der Verein die Trennung von Carlén bekannt.[11] Vorerst übernahm der U23- und bisherige Co-Trainer Jens Häusler das Traineramt.[12] Ab dem 16. März 2012 kehrte Martin Schwalb als Trainer auf die HSV-Bank zurück, Jens Häusler übernahm erneut den Posten des Co-Trainers.[13] Am 29. Mai 2012 gab der HSV Hamburg bekannt, dass das Gespann mit Martin Schwalb und Jens Häusler auch in der folgenden Saison im Amt bleibt.[14] Von Juli 2012 bis Oktober 2013 war Matthias Rudolph, Bruder von Andreas Rudolph, des früheren Hauptgesellschafters, Präsidenten und Mäzens des Vereins und von Beruf Apotheker, für den auf den Trainerposten gewechselten Schwalb vom Aufsichtsrat für drei Jahre als Präsident bestellt. Zuvor war er Mitglied des Aufsichtsrats und Sponsor des Vereins.[15] Zur Saison 2014/15 wurde Christian Gaudin als neuer Trainer verpflichtet,[16] der bereits im Dezember 2014 nach vier Niederlagen in fünf Spielen freigestellt wurde.[17]

Internationale Spiele[Bearbeiten]

Der bis dato größte Erfolg ist der Gewinn der EHF Champions League im Jahr 2013, für den die Mannschaft mit dem Ehrenpreis für hervorragende sportliche Erfolge 2013 der Stadt Hamburg ausgezeichnet wurde.[18] Im Finale in Köln besiegte der HSV den FC Barcelona mit 30:29 nach Verlängerung.[19]

Kader für die Saison 2015/16[Bearbeiten]

Nr. Nationalität Name Position Vertrag bis
1 DeutscherDeutscher Johannes Bitter TW 2017
12 DeutscherDeutscher Jens Vortmann TW 2017
2 DeutscherDeutscher Kevin Schmidt LA 2016
3 DeutscherDeutscher Stefan Schröder RA 2016
5 SerbeSerbe Draško Nenadić RL 2017
6 DäneDäne Casper Ulrich Mortensen LA 2018
7 DeutscherDeutscher Matthias Flohr LA 2016
9 PolePole Piotr Grabarczyk KM 2017
11 DäneDäne Allan Damgaard RM 2017
14 KroateKroate Ilija Brozović KM 2017
18 DäneDäne Hans Lindberg RA 2017
19 DeutscherDeutscher Tom Wetzel RL 2017
20 PolePole Maciej Majdziński RM 2017
21 DeutscherDeutscher Tim-Oliver Brauer KM 2016
23 DeutscherDeutscher Pascal Hens RL 2016
24 EsteEste Dener Jaanimaa RR 2017
25 KroateKroate Davor Dominiković RL 2016
26 DeutscherDeutscher Adrian Pfahl RR 2016
28 DeutscherDeutscher Felix Mehrkens LA 2016
43 DeutscherDeutscher Alexander Feld RM 2016

Abgänge 2015/16[Bearbeiten]

Zugänge 2015/16[Bearbeiten]

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten]

Präsidenten[Bearbeiten]

Halle[Bearbeiten]

Hauptspielstätte des HSV Hamburg, die Barclaycard Arena

Heimspielstätte ist grundsätzlich die Barclaycard Arena (zuvor Color Line Arena und O2 World Hamburg). Sollte diese nicht zur Verfügung stehen oder werden weniger Zuschauer erwartet, werden die Heimspiele in der Sporthalle Hamburg (Alsterdorfer Sporthalle) ausgetragen.

Einen Sonderfall stellte 2007 das Heimspiel im Europapokal der Pokalsieger gegen den HC Portovik Juschni (Ukraine) dar. Am 25. Februar wurde das Spiel in der Lübecker Hansehalle (Heimspielstätte des VfL Bad Schwartau) ausgetragen, da sowohl die Color Line Arena als auch die Alsterdorfer Sporthalle bereits belegt waren.

Zuschauer[Bearbeiten]

Saison Ø pro Spiel
2002/03 6.700
2003/04 7.498
2004/05 6.188
2005/06 6.459
2006/07 8.015
2007/08 8.693
2008/09 9.831
2009/10 10.392
2010/11 10.690
2011/12 10.385
2012/13 8.650
2013/14 8.845
2014/15 6.692

Quelle: www.hsvhandball.com, www.dkb-handball-bundesliga.de

Das Auswärtsspiel des HSV bei den eigentlich in Mannheim beheimateten Rhein-Neckar-Löwen vom vierten Spieltag der Saison 2014/15 wurde im Rahmen eines Tages des Handballs am 6. September 2014 in der Commerzbank-Arena in Frankfurt ausgetragen. 44.189 Zuschauer verfolgten dieses Spiel, was zugleich Weltrekord für ein Hallenhandball-Spiel bedeutet. Die vorherige Bestmarke war im Mai 2011 aufgestellt worden, als 36.651 Besucher im Bröndby-Stadion in Kopenhagen das dänische Meisterschaftsendspiel zwischen AG Kopenhagen und Bjerringbro-Silkeborg sahen.[38]

Erfolge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Category:HSV Hamburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mitgliederversammlung beim HSV: Rudolph schlägt Schwalb als Nachfolger vor handball-welt.de, 16. Juni 2011
  2. Beben beim HSV: Nach Rudolphs Rücktritt droht das Aus Kicker.de, 8. Mai 2014, abgerufen am 8. Mai 2014.
  3. Erik Eggers: Lizenzentzug für HSV Handball – Mäzen Andreas Rudolph: Ein Gott will Liebe. In: Der Tagesspiegel vom 15. Mai 2014
  4. handball-world.com: HBL bestätigt Lizenzentzug für HSV Hamburg vom 3. Juni 214, abgerufen am 3. Juni 2014
  5. HSV Handball zieht vor das Schiedsgericht. HSV Handball Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG, 11. Juni 2014, abgerufen am 15. Juni 2014.
  6. www.hsvhandball.com HSV Handball erhält Bundesliga-Lizenz vom 25. Juni 2014, abgerufen am 25. Juni 2014
  7. www.handball-world.com HSV Hamburg bleibt Handball-Bundesligist: HBL-Stellungnahme im Wortlaut vom 1. Juli 2014, abgerufen am 1. Juli 2014
  8. Präsident Rudolph und Coach Schwalb hören 2011 auf. Hamburger Abendblatt - Axel Springer AG, 19. Juli 2010, abgerufen am 18. Juni 2013 (Artikeleinsicht nur mit Abonnementen-Login).
  9. Personalplanungen beim HSV. HSV Handball Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG, 19. Juli 2010, abgerufen am 18. Juni 2013.
  10. Per Carlén ab Juli neuer Trainer beim HSV Handball. HSV Handball Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG, 11. Februar 2011, abgerufen am 18. Juni 2013.
  11. HSV Handball trennt sich von Trainer Per Carlén. HSV Handball Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG, 29. Dezember 2011, abgerufen am 18. Juni 2013.
  12. mak, dpa: Hamburg: Interne Lösung für die Rückrunde soll Ruhe für Trainersuche verschaffen. IG Handball e.V., 13. Januar 2012, abgerufen am 18. Juni 2013.
  13. VELUX EHF CL: Martin Schwalb zurück auf HSV-Bank. HSV Handball Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG, 16. März 2012, abgerufen am 18. Juni 2013.
  14. Zukunftsplanung als Signal: „Wieder angreifen!“ HSV Handball Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG, 29. Mai 2012, abgerufen am 18. Juni 2013.
  15. Matthias Rudolph neuer Chef der HSV-Handballer. Norddeutscher Rundfunk, 5. Juli 2012, abgerufen am 18. Juni 2013.
  16. handball-world.com: HSV bestätigt Gaudin-Verpflichtung und Vertragsverlängerung vom 10. Juli 2014, abgerufen am 10. Juli 2014
  17. handball-world.com: hristian Gaudin mit sofortiger Wirkung freigestellt vom 16. Dezember 2014, abgerufen am 16. Dezember 2014
  18. Senatsempfang im Rathaus. Hamburger Sportbund, 10. Dezember 2013, abgerufen am 11. Dezember 2013.
  19. Björn Pazen / ts: Hamburg win thrilling final. European Handball Federation, 2. Juni 2013, abgerufen am 18. Juni 2013 (englisch).
  20. handball-world.com: Flensburg holt Đorđić zurück an die Förde, vom 8. April 2015, abgerufen am 8. April 2015
  21. handball-world.com: HSV Hamburg mit Personaltausch im zentralen Rückraum, vom 27. April 2015, abgerufen am 27. April 2015
  22. hc-erlangen.de: HC Erlangen verpflichtet Rechtsaußen Kevin Herbst, vom 10. Juni 2015, abgerufen am 10. Juni 2015
  23. handball-world.com: Medienbericht: HSV-Keeper Herrmann beendet Karriere mit 21 Jahren, vom 22. Mai 2015, abgerufen am 22. Mai 2015
  24. thw-handball.de: THW Kiel verpflichtet Linksaußen Torsten Jansen, vom 26. Mai 2015, abgerufen am 26. Mai 2015
  25. hsvhandball.com: Mahé verlässt auf eigenen Wunsch den HSV Handball, vom 8. Juni 2015, abgerufen am 8. Juni 2015
  26. swp.de: Das Vier-Wochen-Comeback des Johan Petersson vom 16. Mai 2015, abgerufen am 8. Juni 2015
  27. handnews.fr: Simicu et Popescu à St Raphaël, vom 6. November 2014, abgerufen am 8. Juni 2015
  28. handball-world.com: Toft Hansen verlässt Hamburg auf eigenen Wunsch vom 5. Mai 2015, abgerufen am 5. Mai 2015
  29. handball-world.com: HSV Hamburg findet Toft-Nachfolger in Kroatien vom 6. Mai 2015, abgerufen am 6. Mai 2015
  30. sport1.de HSV verpflichtet Dänen Damgaard vom 27. April 2015, abgerufen am 27. April 2015
  31. a b sport1.de: HSV Hamburg holt Vortmann und Grabarczyk vom 30. März 2015, abgerufen am 30. März 2015
  32. handball-world.com Hamburg bestätigt Linkshänder-Zugang vom 2. April 2015, abgerufen am 3. April 2015
  33. handball-world.com: HSV verpflichtet polnisches Top-Talent vom 10. Juni 2015, abgerufen am 10. Juni 2015
  34. handball-world.com: Felix Mehrkens unterschreibt Profivertrag beim HSV Handball vom 7. April 2015, abgerufen am 9. April 2015
  35. handball-world.com: Hamburg und Flensburg bestätigen den Wechsel von Drasko Nenadic vom 3. Juli 2015, abgerufen am 12. Juli 2015
  36. handball-world.com: HSV holt dänischen Nationalspieler und verlängert mit Dominikovic vom 8. Juni 2015, abgerufen am 8. Juni 2015
  37. handball-world.com: Hamburg mit erstem Zugang für die neue Spielzeit vom 5. Februar 2015, abgerufen am 5. Februar 2015
  38. Handball-Weltrekord: 44.189 Zuschauer beim Löwen-Sieg über den HSV. Rhein-Neckar-Zeitung, 6. September 2014, abgerufen am 8. September 2014