HSV Hamburg

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Dieser Artikel behandelt den Handballverein HSV Hamburg. Für den in erster Linie durch seine Fußballabteilung bekannten Verein siehe Hamburger SV.
HSV Hamburg
Voller Name Handball Sport Verein Hamburg e.V.
Gegründet 1999
Vereinsfarben blau, weiß, rot
Halle Sporthalle Hamburg
Barclaycard Arena
Plätze 4.144 Plätze
13.296 Plätze
Präsident Marc Evermann
Geschäftsführer Gunnar Sadewater
Trainer Jens Häusler
Liga 3. Liga Nord
2015/16
Rang 18. Platz (1. Liga)
DHB-Pokal 1. Runde
Website hamburg-handball.de
Heim
Auswärts
Größte Erfolge
National Deutscher Meister
2011
DHB-Pokal
2006, 2010
DHB-Supercup
2004, 2006, 2009, 2010
International Europapokal der Pokalsieger
2007
Champions League
2013

Der Handball Sport Verein Hamburg e.V. ist ein Sportverein aus Hamburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde 1999 als Handball Sport Verein Lübeck gegründet und übernahm die Bundesligalizenz des VfL Bad Schwartau, mit dem er bis 2002 die Spielgemeinschaft SG VfL Bad Schwartau-Lübeck bildete. Im Jahr 2002 wurde diese aufgelöst und der HSV zog nach Hamburg um. Die dortige Bundesligamannschaft wurde zunächst von der Omni Sport GmbH & Co. KG betrieben, an der Winfried Klimek mit 90 Prozent beteiligt war. Klimek wurde im Dezember 2004 verhaftet und im August 2005 wegen Betrug und Untreue zu fünf Jahren Haft verurteilt.[1][2] Die Omni Sport GmbH & Co. KG musste daraufhin Insolvenz anmelden und wurde im Sommer 2005 durch die HSV Handball Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG ersetzt.[3]

Nach dem Weggang von Klimek wurde Andreas Rudolph zum wichtigsten Mäzen. Er war mit 74,9 Prozent an der HSV Handball Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG beteiligt[4] und von 2005 bis 2011 sowie von 2013 bis 2014 Präsident des HSV Hamburg. Nach eigenen Angaben hat er bis Dezember 2015 50 Millionen Euro in den HSV investiert.[5] Am 8. Mai 2014 erklärte er seinen Rücktritt vom Präsidentenamt, womit dem Verein durch fehlende finanzielle Zuwendungen die sofortige Insolvenz drohte.[6] Am 15. Mai 2014 erhielt der Verein von der Handball-Bundesliga (HBL) keine Lizenz für die Saison 2014/15 und legte gegen diesen Entscheid Beschwerde ein,[7] die am 3. Juni 2014 von der HBL abgelehnt wurde.[8] Am 11. Juni 2014 beschloss das HSV-Präsidium, diese Entscheidung vom Schiedsgericht prüfen zu lassen; außerdem wurde vorsorglich die Lizenz für die 3. Liga beantragt.[9] Das Schiedsgericht gab am 25. Juni 2014 dem Einspruch der Hamburger statt und erteilte dem HSV unter Auflagen die Lizenz für die kommende Saison.[10] Diese Bedingungen wurden fristgerecht zum 1. Juli 2014 erfüllt.[11]

Nachdem die finanzielle Situation in den folgenden eineinhalb Jahren nicht verbessert werden konnte, stellte der Geschäftsführer Christian Fitzek am 16. Dezember 2015 beim Amtsgericht Hamburg einen Insolvenzantrag für die HSV Handball Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG.[12] Das Insolvenzverfahren wurde am 15. Januar 2016 eröffnet.[13] Am 20. Januar 2016 entzog die Lizenzierungskommission der HBL dem HSV nachträglich die Lizenz für die Saison 2015/16. Andreas Rudolph hatte bei der Lizenzerteilung eine Verpflichtungserklärung zur Absicherung von Liquiditätslücken in Höhe von 2,5 Millionen Euro abgegeben, diese aber in einer zusätzlichen Vereinbarung eingeschränkt. Diese Vereinbarung wurde der Lizenzierungskommission vorenthalten. Eine Lizenz zur Teilnahme am Spielbetrieb der 1. und 2. Bundesliga für die Saison 2016/17 durfte der HSV aufgrund des Lizenzentzugs nicht beantragen.[14] Am 25. Januar 2016 zog der Insolvenzverwalter die Mannschaft mit sofortiger Wirkung aus dem Spielbetrieb der Handball-Bundesliga zurück.[15]

Die zweite Mannschaft wurde in der Saison 2015/16 Meister der Oberliga Hamburg - Schleswig-Holstein und tritt in der Saison 2016/17 als erste Mannschaft in der 3. Liga Nord an. Nach der Insolvenz der Betriebsgesellschaft wird die Mannschaft direkt vom Handball Sport Verein Hamburg e.V. betrieben. Marc Evermann wurde zum neuen Präsidenten des Vereins gewählt und Martin Schwalb zum Vizepräsidenten.[16]

Verhältnis zum Hamburger SV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Logo

Mit dem Hamburger SV wurde 2002 ein Kooperationsvertrag abgeschlossen, um dessen Logo nutzen zu dürfen. Nach dem Aufstieg der ersten Mannschaft des Hamburger SV in die Oberliga Hamburg 2007 bildete diese eine Spielgemeinschaft mit dem HSV Hamburg und trat als SG HSV Handball an. Zur Saison 2008/09 wurde die Spielgemeinschaft auf die Jugendmannschaften des Hamburger SV ausgeweitet.[17] Nach der Saison 2015/16 wurde die Kooperation beendet und das Logo des Hamburger SV aus dem Logo entfernt.[18]

Handball-Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mannschaft der Saison 2011/12 mit Einlaufkindern in Halle/Westfalen
Siegesfeier nach dem Europapokalsieg 2007 vor dem Hamburger Rathaus

Die Saison 2002/03 beendete das Team als Tabellenachter. In der folgenden Saison 2003/04 belegte der HSV den fünften Rang und erreichte das Finale des DHB-Pokals. In der Saison 2004/05 kam die Mannschaft über den neunten Platz der Abschlusstabelle nicht hinaus. 2006 belegte der HSV in der Liga den zehnten Platz, konnte aber den DHB-Pokal und den DHB-Supercup gewinnen und qualifizierte sich für den Europapokal der Pokalsieger. 2007 gewann der HSV den Europapokal der Pokalsieger und wurde Vizemeister hinter dem THW Kiel, außerdem erreichte man das Halbfinale des DHB-Pokals. 2008 wurde erneut das Finale des DHB-Pokals erreicht, in dem der HSV dem THW Kiel unterlag, im Halbfinale der EHF Champions League scheiterte der HSV am Sieger BM Ciudad Real. 2009 wurde der HSV Vizemeister hinter dem THW Kiel, außerdem erreichte man das Halbfinale des DHB-Pokals und der Champions League, wo man erneut gegen BM Ciudad Real ausschied. 2010 gewann der HSV durch einen Finalsieg gegen die Rhein-Neckar Löwen den DHB-Pokal und wurde Vizemeister hinter Kiel. In der Spielzeit 2010/11 gewann der HSV erstmals in seiner Geschichte die Deutsche Meisterschaft; bereits drei Spieltage vor Saisonende stand er als Meister fest.

Martin Schwalb wurde nach der Saison 2010/11 Geschäftsführer und Präsident,[19] den Trainerposten übernahm Per Carlén.[20] Am 29. Dezember 2011 wurde die Trennung von Carlén bekanntgegeben.[21] Übergangsweise übernahm der U23- und bisherige Co-Trainer Jens Häusler das Traineramt.[22] Am 16. März 2012 kehrte Martin Schwalb als Trainer auf die HSV-Bank zurück.[23] In der Saison 2012/13 erreichte der HSV mit dem Gewinn der Champions League seinen bisher größten Erfolg. Im Finale in Köln besiegte er den FC Barcelona mit 30:29 nach Verlängerung.[24] In der Saison 2013/14 wurde die erneute Qualifikation für die Champions League mit einem vierten Platz in der Bundesliga verpasst und am Saisonende wurde Martin Schwalb durch Christian Gaudin ersetzt.[25] Gaudin wurde bereits im Dezember 2014 nach vier Niederlagen in fünf Spielen freigestellt.[26] Bis Saisonende übernahm Jens Häusler das Training der ersten Mannschaft und erreichte mit ihr das Finale des EHF Europa Pokals. Das Finale gegen die Füchse Berlin wurde aber mit 27:30 verloren. In der Bundesliga belegte die Mannschaft den neunten Platz, wodurch die erneute Qualifikation für den Europapokal verpasst wurde. Zur Saison 2015/16 übernahm Michael Biegler das Traineramt, der im Dezember 2015 bekannt gab, dass er das Traineramt wegen der unsicheren Situation nach dem Insolvenzverfahren zum Ende der Saison 2015/16 niederlegen wird.[27] Durch den Rückzug aus dem Spielbetrieb endete Bieglers Engagement vorzeitig im Januar 2016.[28]

Kader der Saison 2016/17[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Position
Justin Rundt TW
Dominik Plaue TW
Jonah Born TW
Stefan Schröder RA
Ole Stabick RA
Felix Mehrkens LA
Christopher Rix LA
Sebastian Bütow RM
Lukas Ossenkopp RM, RL
Tim Siebert RM
Niklas Weller KM
Jonathan Papirow KM, RL
Jan Forstbauer RR
Lasse Kohnagel RR
Marten Most RR
Jan Torben Ehlers RL
Finn Wullenweber RL
Finn Maciejewski RL, RM
Finn Nowacki LA, KM, RM

Trainerteam 2016/17[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funktion Name
Trainer Jens Häusler
Co-Trainer Torsten Jansen
Teamkoordinator Markus Groß
Torwarttrainer Florian Meier
Torwarttrainer Philipp Kraul
Physiotherapeutin Christina Dressel
Zugänge 2016/17

Ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auswahl ehemaliger Spieler der ersten Mannschaft.

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der langjährige Trainer Martin Schwalb

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der langjährige Vereinspräsident und Mäzen Andreas Rudolph

Halle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Bundesligaheimspiele wurde im Normalfall die Barclaycard Arena (zuvor Color Line Arena und O2 World Hamburg) genutzt. Wenn diese nicht zur Verfügung stand oder weniger Zuschauer erwartet wurden, fanden die Heimspiele in der Sporthalle Hamburg (Alsterdorfer Sporthalle) statt. Die Drittligaheimspiele finden grundsätzlich in der Sporthalle Hamburg statt und in Ausnahmefällen in der Barclaycard Arena.

Einen Sonderfall stellte 2007 das Heimspiel im Europapokal der Pokalsieger gegen den HC Portovik Juschni (Ukraine) dar. Am 25. Februar wurde das Spiel in der Lübecker Hansehalle (Heimspielstätte des VfL Bad Schwartau) ausgetragen, da sowohl die Color Line Arena als auch die Alsterdorfer Sporthalle bereits belegt waren.

Zuschauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Ø pro Spiel
2002/03 6.700
2003/04 7.498
2004/05 6.188
2005/06 6.459
2006/07 8.015
2007/08 8.693
2008/09 9.831
2009/10 10.392
2010/11 10.690
2011/12 10.385
2012/13 8.650
2013/14 8.845
2014/15 6.692
2015/16 6.358

Das Auswärtsspiel bei den eigentlich in Mannheim beheimateten Rhein-Neckar-Löwen am vierten Spieltag der Saison 2014/15 wurde im Rahmen eines Tages des Handballs am 6. September 2014 in der Commerzbank-Arena in Frankfurt am Main ausgetragen. 44.189 Zuschauer verfolgten dieses Spiel, wodurch ein neuer Weltrekord aufgestellt wurde. Die vorherige Bestmarke wurde im Mai 2011 aufgestellt, als 36.651 Besucher im Brøndby Stadion in Kopenhagen das dänische Meisterschaftsendspiel zwischen AG København und Bjerringbro-Silkeborg sahen.[35]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: HSV Hamburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Boss der HSV-Handballer festgenommen rp-online.de, 4. Dezember 2004
  2. Fünf Jahre Haft für Ex-Handballsponsor Klimek mopo.de, 16. August 2005
  3. HSV Handball präsentiert neuen wirtschaftlichen Träger new-business.de, 7. August 2005
  4. Mitgliederversammlung beim HSV: Rudolph schlägt Schwalb als Nachfolger vor handball-welt.de, 16. Juni 2011
  5. „Unglaublich große Scheiße“ HSV-Handball-Mäzen Rudolph greift Scholz an mopo.de, 20. Dezember 2015, abgerufen am 20. Januar 2015.
  6. Beben beim HSV: Nach Rudolphs Rücktritt droht das Aus Kicker.de, 8. Mai 2014, abgerufen am 8. Mai 2014.
  7. Erik Eggers: Lizenzentzug für HSV Handball – Mäzen Andreas Rudolph: Ein Gott will Liebe. In: Der Tagesspiegel vom 15. Mai 2014
  8. handball-world.com: HBL bestätigt Lizenzentzug für HSV Hamburg vom 3. Juni 2014, abgerufen am 3. Juni 2014
  9. spiegel.de: HSV Handball zieht vor Schiedsgericht: Verzweifeltes Klammern vom 11. Juni 2014, abgerufen am 15. Juni 2014
  10. handball-world.com HSV-Lizenz: Stellungnahme der HBL zur Entscheidung des Schiedsgerichts vom 25. Juni 2014, abgerufen am 25. Juni 2014
  11. handball-world.com HSV Hamburg bleibt Handball-Bundesligist: HBL-Stellungnahme im Wortlaut vom 1. Juli 2014, abgerufen am 1. Juli 2014
  12. NDR: HSV Hamburg stellt Insolvenzantrag vom 16. Dezember 2015, abgerufen am 16. Dezember 2015
  13. Insolvenzverfahren eröffnet: HSV vor dem Aus kicker.de, 15. Januar 2015, abgerufen am 21. Januar 2015.
  14. Lizenzentzug für HSV Handball dkb-handball-bundesliga.de, 20. Januar 2015, abgerufen am 20. Januar 2015.
  15. HSV Hamburg stellt Spielbetrieb ein kicker.de, 25. Januar 2016
  16. Präsident Marc Evermann beruft neues Präsidium. In: hsvhandball.com. Abgerufen am 27. April 2016.
  17. Förderung beginnt bei den „Minis“ epochtimes.de, 26. September 2008
  18. Neues Logo ohne Raute - Hamburger Handballer stellen neues Klubwappen vor mopo.de, 12. Mai 2016
  19. Präsident Rudolph und Coach Schwalb hören 2011 auf. Hamburger Abendblatt - Axel Springer AG, 19. Juli 2010, abgerufen am 18. Juni 2013 (Artikeleinsicht nur mit Abonnementen-Login).
  20. Hamburg bestätigt Wechsel von Per Carlen. handball-world.com, 11. Februar 2011, abgerufen am 18. Juni 2013.
  21. Erdbeben in Hamburg: HSV trennt sich von Trainer Per Carlén. handball-world.com, 29. Dezember 2011, abgerufen am 8. Januar 2016.
  22. mak, dpa: Hamburg: Interne Lösung für die Rückrunde soll Ruhe für Trainersuche verschaffen. IG Handball e.V., 13. Januar 2012, abgerufen am 18. Juni 2013.
  23. VELUX EHF CL: Martin Schwalb zurück auf HSV-Bank. HSV Handball Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG, 16. März 2012, abgerufen am 18. Juni 2013.
  24. Björn Pazen / ts: Hamburg win thrilling final. European Handball Federation, 2. Juni 2013, abgerufen am 18. Juni 2013 (englisch).
  25. handball-world.com: HSV bestätigt Gaudin-Verpflichtung und Vertragsverlängerung vom 10. Juli 2014, abgerufen am 10. Juli 2014
  26. handball-world.com: Christian Gaudin mit sofortiger Wirkung freigestellt vom 16. Dezember 2014, abgerufen am 16. Dezember 2014
  27. spiegel.de: Insolventer Klub: Ausverkauf bei HSV-Handballern vom 28. Dezember 2015, abgerufen am 28. Dezember 2015
  28. sueddeutsche.de: Ex-HSV-Trainer Biegler leistet Entwicklungshilfe vom 27. Januar 2016, abgerufen am 28. Januar 2016
  29. handball-world.com: HSV Hamburg verpflichtet abwehrstarken Rückraumspieler aus 2. Bundesliga, abgerufen am 4. Mai 2016
  30. handball-world.com: Torhüter kehrt zum HSV Hamburg zurück, abgerufen am 6. Mai 2016
  31. handball-world.com: Torwarttalent des THW Kiel wechselt zum HSV, abgerufen am 13. Mai 2016
  32. hsvhandball.com: Dominik Plaue und Jan Torben Ehlers wechselt an die Elbe, abgerufen am 19. Mai 2016
  33. PM Hamburg: Juniorenweltmeister an die Elbe - HSV wird für Drittligamannschaft in Melsungen fündig. In: www.handball-world.com. Abgerufen am 26. Mai 2016.
  34. a b c d e Toller Erfolg: 5 ehemalige A-Jugendliche zukünftig in der 3. Liga aktiv. In: hamburg-handball.de. Abgerufen am 30. Mai 2016.
  35. Handball-Weltrekord: 44.189 Zuschauer beim Löwen-Sieg über den HSV. Rhein-Neckar-Zeitung, 6. September 2014, abgerufen am 8. September 2014