Vodňany

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Vodňany
Wappen von Vodňany
Vodňany (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Jihočeský kraj
Bezirk: Strakonice
Fläche: 3636 ha
Geographische Lage: 49° 9′ N, 14° 11′ OKoordinaten: 49° 8′ 52″ N, 14° 10′ 30″ O
Höhe: 398 m n.m.
Einwohner: 6.880 (1. Jan. 2017)[1]
Postleitzahl: 389 01
Verkehr
Straße: Písek - České Budějovice
Bahnanschluss: Číčenice–Haidmühle
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 9
Verwaltung
Bürgermeister: Václav Heřman (Stand: 2007)
Adresse: Náměstí Svobody 18/1
389 01 Vodňany
Gemeindenummer: 551953
Website: www.vodnany.eu
Vodňany

Vodňany (deutsch Wodnian) ist eine Stadt in Tschechien. Sie liegt 28 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von České Budějovice und gehört zum Okres Strakonice.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vodňany befindet sich am rechten Ufer der Blanice im Nordwesten des Budweiser Beckens. Im Norden und Osten der Stadt befinden sich große Teiche. Östlich von Vodňany verläuft die Trasse der Staatsstraße 20 / E 49 zwischen Písek und České Budějovice, von der nordöstlich von Vodňany die Staatsstraße 22 nach Strakonice abzweigt.

Nachbarorte sind Křtětice und Radčice im Norden, Milenovice und Čavyně im Nordosten, Číčenice und Strpí im Osten, Újezd, Hvožďany, Svatá Máří Magdaléna und Chelčice im Süden, Stožice im Südwesten, Pražák im Westen sowie Krašlovice im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Übergang des 12. zum 13. Jahrhundert wurden an der Blanice Goldseifen betrieben. Am rechten Ufer des Flusses entstand das Fischerdorf Vodna. An der Stelle dieser Ansiedlung wurde wahrscheinlich zu Zeiten Ottokars II. Přemysl die heutige Stadt angelegt. 1327 schenkte Wilhelm von Landstein im Auftrag des Königs Johann von Luxemburg das Patronatsrecht über die Kirche von Wodnian dem Stift Schlägl. 1336 verlieh Johann von Luxemburg Wodnian die Stadtrechte. Zusammen mit Písek und České Budějovice bildete die Königsstadt Vodňany ab 1400 eines der Machtzentren der böhmischen Krone in Südböhmen. Während der Hussitenkriege eroberte Jan Žižka 1420 die Stadt und machte sie nach grausamen Verfolgungen Andersgläubiger zu einem Bollwerk der Taboriten. 1441 brach in Wodnian eine Seuche aus, die als Pest bezeichnet wurde, und einem Großteil der Bevölkerung das Leben kostete.

Im Laufe des 15. Jahrhunderts entstanden weitere Teiche und Vodňany wurde zu einem Zentrum der südböhmischen Fischzucht. Nachdem in den Hügeln des Böhmerwald - Vorlandes Silbervorkommen entdeckt wurden, entstand südwestlich der Stadt am Svobodná hora (647 m) die Bergbausiedlung Vodňanské Svobodné Hory. 1547 wurde Vodňany zur Königlichen Bergstadt erhoben und erhielt ein Wappen.

Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt Wodnian im Juni 1619 nach der Schlacht bei Sablat - zwischen den Dörfern Groß- und Klein Sablat bei Wodnian- zwischen den Söldnern der Feldherren Peter Ernst II. von Mansfeld und Charles Bonaventure de Longueval, Comte de Bucquoy um die Vormachtstellung in Südböhmen geplündert und verwüstet. 1623 erhielt sie Feldmarschall Don Baltasar von Marradas von Kaiser Ferdinand II. von Habsburg als Pfand und danach zu Eigentum. Der Neffe Don Francisco de Marradas Graf von Solent verkaufte diese 1661, zusammen mit dem Herrschaftssitz Frauenberg an der Moldau an Johann Adolf Reichsfürst zu Schwarzenberg. In den Jahren 1722, 1757 und 1782 vernichteten Stadtbrände große Teile von Vodňany, dadurch verlor die Stadt an Bedeutung. Durch die Toleranzpatente des österreichischen Kaisers Josef II. besserte sich nach dem Jahr 1782 die wirtschaftliche Lage der Stadt durch den Zuzug von Neubürgern. Beim Ausbau der Stadt wurden in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts die Stadttore abgetragen.

Nach der Gründung der Tschechoslowakei entstand 1920 eine Mittlere Fischereischule. 1939 bis 1945 gehörte Wodnian zum Protektorat Böhmen und Mähren. Vodňany ist nach der Gründung der Republik Tschechien seit 1993 Sitz des Forschungsinstitutes für Fischerei und Hydrobiologie an der Südböhmische Universität České Budějovice.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Vodňany besteht aus den Stadtteilen Čavyně (Tschawin), Hvožďany (Hwoschdian), Křtětice (Kretietitz), Pražák (Praschak), Radčice (Ratschitz), Újezd (Großaujest), Vodňanské Svobodné Hory (Wodnianer Freidorf), Vodňany I und Vodňany II.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dekanatskirche Mariä Geburt, das seit 1317 nachweisbare Bauwerk wurde zwischen 1894 und 1897 neogotisch umgestaltet. An der Erneuerung der Innenausstattung wirkte der Maler Mikoláš Aleš mit.
  • Brunnen auf dem Markt, errichtet zu Beginn des 20. Jahrhunderts
  • Befestigungsanlagen und Wassergräben aus dem 15. Jahrhundert
  • Spitalkirche Johannes des Täufers, erbaut 1844
  • ehemalige Apotheke am Markt, mit Renaissance-Attika, Geburtshaus von František Herites
  • Denkmal für Petr Chelčický im Zeyer-Garten
  • Stadtmuseum in der früheren Synagoge. Wodnian / Wodnany hatte durch die Toleranzpatente der Jahre 1782–1785 des österreichischen Kaisers Joseph II. von Habsburg eine jüdische Gemeinde von Handelsleuten, welche eine Synagoge errichtete. Diese israelitische Kultusgemeinde hörte auf zu bestehen, als nach dem Münchner Abkommen 1938 das Protektorat Böhmen und Mähren als Besatzungsareal des Deutschen Reiches der nationalsozialistischen Zeit bis 1945 bestand.
  • Jüdischer Friedhof
  • Städtische Galerie

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band Prachiner Kreis, Stadtgeschichte von Wodnian, 1840, online verfügbar
  • Josef Schön: Die königliche Stadt Wodnian, Wodnian 1861
  • Johanna von Herzogenberg: Zwischen Donau und Moldau - Bayerischer Wald und Böhmerwald. Das Mühlviertel und Südböhmen. Wodnian Seite 152 und 153 in dem Abschnitt: Von Passau nach Prachatitz; Prestel Verlag München 1968

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit Vodňany in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julius Zeyer, tschechischer Schriftsteller lebte von 1887 bis 1899 in Vodňany

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vodňany – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)