Bergstadt

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bergstadt (Begriffsklärung) aufgeführt.

Eine Bergstadt ist historisch gesehen eine Siedlung in der Nähe von Rohstofflagerstätten, welche, vor allem zum Zwecke der raschen Ansiedlung von Arbeitskräften und Unternehmen, mit besonderen Rechten, Steuerbefreiungen oder -erlass und Ähnlichem ausgestattet wurde.[1] In den Zeiten des Niedergangs des Bergbaus wurde die Bezeichnung von der Landesherrschaft auch ausdrücklich verliehen, um damit private Investitionen zu fördern. Diese Bezeichnung wurde auch solchen Städten verliehen, von denen man sich dadurch erst eine größere bergbauliche Entfaltung erhoffte.

„Bergstadt, auch Bergort - im w. S. eine Stadt, welche ihr Entstehen vorzugsweise dem in ihrer Umgegend betriebenen Bergbau verdankt; im e. S. eine Stadt, welcher zum Besten des Bergbaues verschiedene Privilegien ertheilt worden sind.“

– Veit, Bergwörterbuch[2]

„Bergstadt, eine Stadt, wo Bergwerk gebauet wird , in Sachsen sind dergleichen Städte mit dem halben Land- und Tranksteuer-Erlaß, und der Accisemoderation, auch Gleit und Zoll, in Ansicht dessen, was zum Bergbau gebraucht wird, von der Landaccise befreyet, dargegen die ganze Commun in Ansehung der Land- und Tranksteuer-Begnadigung einen Stolln, zu Aufschließung des Gebirges, und wegen der zu genießenden halben Accise jeder Einwohner, nach Beschaffenheit seines Bergwerks, eine gewisse Anzahl von Kuxen bauen muß. Es genießen aber die Bergstädte solche Freyheit nicht schlechterdings und ohne Ausnahme, sondern sie müssen damit ausdrücklich begnadiget seyn.“

– Stößel, Bergmännisches Wörterbuch[3]

Ein typisches Beispiel ist in Sachsen die Stadt Freiberg, in der bereits durch die Namensgebung das Recht des freien Schürfens nach Erz deutlich wird.

Verzeichnis bekannter historischer Bergstädte nach Ländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baden-Württemberg

Bayern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Sachsen

Sachsen-Anhalt

Thüringen

Norwegen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Slowakei/Ungarn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

oberungarische Bergstädte

niederungarische Bergstädte

Tschechien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sven Rinman: Allgemeines Bergwerkslexicon. Nach dem schwedischen Original bearbeitet und nach den neuesten Entdeckungen vermehrt von einer Gesellschaft deutscher Gelehrten und Mineralogen. Erster Theil. Enthält A bis Berg. Chr. W. Vogel, Leipzig 1808, Bergstadt, S. 747 (Gugel Buch [abgerufen am 4. August 2017] schwedisch: Bergwerks Lexicon.).
  • Ferdinand Hautzinger: Der Kupfer- und Silbersegen des Harzes. Berlin 1877, Specielle Beschreibung der Bergstädte, Gangzüge, Gruben, Stollen und Wasseranlagen, S. 67–97.
  • Volker Wahl: Bergbau, Berggerichte und Bergverwaltung im Gebiet zwischen Suhl, Steinbach-Hallenberg und Schmalkalden. In: Staatliche Museen Meiningen (Hrsg.): Südthüringer Forschungen. Band 13. Freies Wort, Meiningen 1979, S. 7–48.
  • Wilfried Ließmann: Historischer Bergbau im Harz. 2. Auflage. Springer, Berlin 1997, ISBN 3-540-62930-0.
  • Wolfgang Schwabenicky: Bergstädte des 12. bis 14. Jahrhunderts in Sachsen. In: Yves Hoffmann, Uwe Richter (Hrsg.): Die Frühgeschichte Freibergs im überregionalen Vergleich. Städtische Frühgeschichte – Bergbau – früher Hausbau. Mitteldeutscher Verlag, Halle/Saale 2013, ISBN 978-3-95462-132-3, S. 211–224.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt und Bergbau, Karl Heinrich Kaufhold
  2. Heinrich Veith: Deutsches Bergwörterbuch mit Belegen. Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1871, S. 89.
  3. anonym: Bergmännisches Wörterbuch. darinnen die deutschen Benennungen und Redensarten und zugleich die in Schriftstellern befindlichen lateinischen und französischen angezeiget werden. Hrsg.: Johann Christoph Stößel. Chemnitz 1778, S. 84.