Void Linux

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Void Linux
Basisdaten
Entwickler Das Void-Linux-Team
Lizenz(en) BSD-artig
Erstveröff. 2008
Aktuelle Version Rolling Release
Kernel Linux
Architekturen ARM, x86 bzw. i386 (32 Bit), AMD64 (64 Bit)
Abstammung GNU/Linux
↳ Void Linux
Installations­medium CD, USB-Speicher-Stick, Rechnernetz
Sprache(n) mehrsprachig
Sonstiges Siehe auch:
Liste von Linux-Distributionen
Website www.voidlinux.org

Void Linux[1][2] ist eine von Grund auf neu entwickelte[3][4] Linux-Distribution. Sie wurde 2008 von Juan RP, einem ehemaligen NetBSD-Maintainer,[5] ins Leben gerufen, um eine Testumgebung für seinen Paketmanager xbps zu erhalten.[6][7] Seitdem wird es von ihm und einer kleinen Entwicklergruppe weiterentwickelt und gepflegt.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als init-System nutzt Void seit Juli 2014[8] runit und setzt sich damit gegenüber anderen Distributionen ab, die beispielsweise systemd nutzen.[9] Als erste Linux-Distribution setzt Void standardmäßig TLS-Verschlüsselung mittels LibreSSL[2] um.[10][11]

Aufgrund des Veröffentlichungsmodells der Rolling Releases kann eine Void-Installation kontinuierlich aktuell gehalten werden; Aktualisierungen enthalten standardmäßig stets die neueste Paketversion.[12] Das offizielle Projektarchiv für vorkompilierte Binärpakete wird primär in Deutschland gehostet.[13] Die Pakete der Distribution werden über GitHub verwaltet und können statt als Binärpaket auch per Skript[14] selbst kompiliert werden. Dabei ist das Buildsystem so aufgebaut, dass dieses in einem isolierten Bereich stattfindet und die Pakete und Programme des Rechners nicht beeinflusst. Auch ist es möglich, Pakete für andere Zielplattformen zu erstellen.

Über flavours stehen die üblichen Desktop-Umgebungen wie Enlightenment, Cinnamon, Xfce, LXDE und LXQt in vorkonfigurierten Installationsmedien sowie ein Basis-System ohne grafische Oberfläche zum Download bereit; neben x64- und i686-Prozessoren wird eine Reihe von Einplatinencomputern mit auf der ARM-Architektur basierenden Prozessoren wie dem Raspberry Pi, ODROID-C2 [15] sowie das BeagleBoard[12] unterstützt. Der Installer void-installer nutzt ein textbasiertes Interface (TUI).[12] Als Standardshell für root ist die dash voreingestellt,[12] die bash steht neben anderen Shells aber ebenfalls zur Verfügung.

Void Linux versteht sich als eine Distribution für erfahrene Nutzer und entspricht in der Konfiguration und dem Verhalten eher einem BSD-Derivat. So steht alternativ zu den Binärpaketen auf Basis der glibc auch eine Variante mit der alternativen musl-libc zur Verfügung.[16]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Jesse Smith von Distrowatch bootet Void schnell, was Smith auf runit zurückführt.[12] Smith bemängelt in dem Artikel vom April 2015 die spärliche Dokumentation. Anleitungen stehen in den traditionellen Manpages zur Verfügung. Zusätzlich werden in einem Wiki[17] nutzerabhängige Themen dokumentiert. Enno Boland findet es beachtlich, dass die Distribution nicht versucht, ein eigenes Ökosystem im Web aufzubauen, sondern vorhandene Angebote wie GitHub und IRC nutzt.[18] Ein Beitrag auf cupoflinux.com mit detaillierter Illustration einer dialoggeführten Installation lobt die Distribution für ihre Vielfältigkeit bzgl. Binärpakete und Sources, sowie die Freiheit, das System ganz nach Anwendungszweck aufbauen zu können – und dabei mit runit und xbps nah an Unix zu bleiben.[19] Eivind Uggedal nutzt Void auf zahlreichen Geräten und demonstriert dies mittels praktischen Installationshilfen auf Kommandozeilenebene, z. B. für das ThinkPad Carbon X1.[20] Open Hub stuft das Projekt als eines mit sehr hoher Aktivität und einem sehr großen Entwicklungsteam ein.[21]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Void Linux: A Rolling-Release Distro From Scratch. 8. Juni 2015, abgerufen am 28. September 2015 (englisch).
  2. a b Void. DistroWatch.com, abgerufen am 10. Juni 2015 (englisch).
  3. vmklive: added a void splash image for syslinux, misc tweaks. github.com, 18. Oktober 2011, abgerufen am 3. Oktober 2015.
  4. Steve Litt: Why Void Linux? troubleshooters.com, August 2015, abgerufen am 5. Oktober 2015 (englisch).
  5. Void Linux: Distribution mit XBPS-Paketverwaltung. Pro-Linux, 12. Juni 2015, abgerufen am 12. Juni 2015.
  6. Initial import of xbps with code as August '09. github.com, 17. August 2009, abgerufen am 2. Oktober 2015.
  7. Hackover Vortrag zu Void Linux. 25. Oktober 2014, abgerufen am 22. September 2015.
  8. runit enabled by default. 29. Juli 2014, abgerufen am 12. Oktober 2017.
  9. Without Systemd. Abgerufen am 21. September 2015.
  10. Enter the void. The Void (Linux) distribution. Abgerufen am 22. September 2015.
  11. Void Linux Drops Systemd & Switches To LibreSSL. 9. September 2014, abgerufen am 28. September 2015 (englisch).
  12. a b c d e Jessy Smith: Looking into the Void distribution. DistroWatch Weekly, Issue 604, 6 April 2015. Distrowatch.com, 6. April 2015, abgerufen am 20. September 2015 (englisch).
  13. xbps. Enter the void. Abgerufen am 21. September 2015.
  14. xbps-src. Manual.md
  15. Void Linux: aarch64 Support. voidlinux.eu, 17. September 2016, abgerufen am 4. Oktober 2016.
  16. Binärpaketstatistik Void Linux. 21. August 2015, abgerufen am 21. September 2015.
  17. Void Linux Wiki Dokumentation. 22. September 2015, abgerufen am 22. September 2015.
  18. Enno Boland: VoidLinux. Gottox. 2. August 2014, abgerufen am 2. Oktober 2015 (englisch).
  19. Void Linux: A Review + Installation Guide. 4. November 2014, abgerufen am 2. Oktober 2015 (englisch).
  20. Eivind Uggedal: Void Linux on ThinkPad Carbon X1 3rd gen. 11. Mai 2015, abgerufen am 2. Oktober 2015 (englisch).
  21. The The Void Linux distribution Open Source Project on Open Hub. Black Duck Open Hub (vormals Ohloh.net), 2. Oktober 2015, abgerufen am 2. Oktober 2015 (englisch).