Walther Bergmann

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Walther Bergmann (* 28. Mai 1914 in Düsseldorf; † 18. Februar 1979 in La Laguna, Teneriffa) war ein deutscher Maler, Buchgestalter und Grafikdesigner, spezialisiert auf Gebrauchsgrafik und international bekannt für seine Plakatkunst.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergmann studierte von 1934 bis 1936 an der staatlichen Kunstakademie Düsseldorf und eröffnete dort 1937 ein eigenes Atelier. Es folgten sechs Jahre Kriegsdienst. Nach 1947 schloss er sich der 1946 in Hamburg gegründeten Werkstättengemeinschaft und Lehranstalt für alle Künste „Der Baukreis“ an und nahm an deren Niederlassung Hilden eine Lehrtätigkeit als Leiter der werbegrafischen Abteilung auf. Nach zwei Jahren verließ er den Baukreis und machte sich selbstständig.[1] Er entwarf zahlreiche Plakate für Messen, das Düsseldorfer Opernhaus und Düsseldorfer Theater, und nahm damit auch an Wettbewerben teil. Ferner entwarf er Briefmarken für die Deutsche Bundespost, Firmenlogos und übernahm für mehrere Verlage die Illustration von Büchern. 1964 wurde er als Fachleiter der Studienrichtung Graphic Design an die Werkkunstschule Aachen (seit 1971 FH Aachen) berufen.[2] Parallel zu seiner Dozententätigkeit war er weiter freischaffend aktiv. Veranlasst durch die ab 1966 durchgeführte Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen schuf er für Städte, Gemeinden und Kreise im Rheinland mehr als zwei Dutzend neue Wappen.[3]

Bergmann wirkte auch immer wieder an der Gestaltung von Messeständen mit, so 1949 auf der Deutschen Industrieschau, New York City, 1953 auf der Kernschau Mensch und Technik, Düsseldorf, sowie auf der 40. und der 41. IAA, beide in Frankfurt am Main.[2]

Bergmann war Mitglied des Präsidiums des Bundes Deutscher Grafik-Designer (BDG) und Mitglied des Deutschen Werkbundes.[2] Außerdem war er Mitglied des Düsseldorfer Künstlervereins Malkasten (KVM).[4]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plakate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Sopher Gedächtnisausstellung, Kunstmuseum Düsseldorf (1951)[5][6]
  • Albert Herring, Opernhaus Düsseldorf (1955)[7][8]
  • Lady Macbeth auf dem Lande, Opernhaus Düsseldorf (1960)[9][10]
  • Der Revisor, Opernhaus Düsseldorf (1961)[11][12]
  • Erstaufführung LULU, Opernhaus Düsseldorf (1967)[13][14]

Bergmanns Plakate wurden im Rahmen des Wettbewerbs „Bestes Deutsche Plakat des Jahres“ in den Jahren 1954, 1958, 1959, 1960 und 1969 ausgezeichnet.[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Städte und Gemeinden mit Wappen von Walther Bergmann: Aldenhoven, Bedburg-Hau, Budberg, Geldern, Issum, Kaarst, Kevelaer, Kranenburg, Niederkrüchten, Ratingen, Reichshof, Roetgen, Schaephuysen, Schermbeck, Schleiden, Troisdorf, Velbert, Wassenberg, Wiehl.[3]

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1947: Der Baukreis, Hilden
  • 1948: Internationale Gebrauchsgraphik, Düsseldorf[2]
  • 1954: Das Firmengesicht – Ausstellung internationaler Werbegraphik, Berlin[2]
  • 1960: Internationaler Werbekongreß, Berlin[2]
  • 1968: First Unified German Graphic Design Show, New York, Massachusetts, Toronto[2]
  • 1970: IIIe Biennale Internationale de l' Affiche, Warschau[2]

Plakate in Museen und Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Hölscher: Walther Bergmann. In: Gebrauchsgraphik. Monatszeitschrift zur Förderung künstlerischer Werbung. 11.1951, Heft 8, Seite 54–57.
  • Kreissparkasse Aachen (Hrsg.): Walther Bergmann. In: Künstler aus dem Aachener Raum. Brimberg, Aachen 1989, S. 8.
  • Bergmann, Walther. In: Jürgen Krause (Hrsg.): Die nützliche Moderne. Graphik- und Produkt-Design in Deutschland 1935–1955. Ausstellung des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Münster vom 19. März bis zum 4. Juni 2000. Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster 2000, ISBN 3-88789-135-X, S. 216.
  • Hamburgische Landesbank (Hrsg.): Walther Bergmann. In: Der Baukreis, Werkstättengemeinschaft und Lehranstalt für alle Künste (1943–1953). Ausstellung vom 7. März 2003 bis 4. Juli 2003, Hamburg 2003, S. 30.
  • Walther Bergmann. In: Victor Malsy (Hrsg.): Ideenstadt Düsseldorf. Design und Werbung aus Düsseldorf 1900–2013. Droste, Düsseldorf 2014, ISBN 978-3-7700-1511-5, S. 188–191.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Walther Bergmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hamburgische Landesbank (Hrsg.): Walther Bergmann, in: Der Baukreis, Werkstättengemeinschaft und Lehranstalt für alle Künste (1943–1953) Ausstellung vom 7. März 2003 bis 4. Juli 2003, Hamburg 2003, S. 30.
  2. a b c d e f g h i j k l m n Kreissparkasse Aachen (Hrsg.): Walther Bergmann, in: Künstler aus dem Aachener Raum, M. Brimberg, Aachen 1989, S. 8.
  3. a b Rolf Nagel: Rheinisches Wappenbuch. Rheinland Verlag, Köln 1986, ISBN 3-7927-0816-7.
  4. Bestandsliste, Webseite im Portal malkasten.org, abgerufen am 28. Februar 2016
  5. Eberhard Hölscher (Hrsg.): Gebrauchsgraphik. Monatszeitschrift zur Förderung künstlerischer Werbung 11.1951, Heft 8, Seite 57.
  6. Plakat Bernhard Sopher Gedächtnisausstellung, Kunstmuseum Düsseldorf (1951)
  7. Eberhard Hölscher (Hrsg.): Gebrauchsgraphik. Monatsschrift zur Förderung künstlerischer Werbung 26.1955, Heft 8, Seite 5.
  8. Plakat Albert Herring, Opernhaus Düsseldorf (1955)
  9. Eberhard Hölscher (Hrsg.): Gebrauchsgraphik. Monatsschrift zur Förderung künstlerischer Werbung 31.1960, Heft 8, Seite 12.
  10. Plakat Lady Macbeth auf dem Lande, Opernhaus Düsseldorf (1960)
  11. Eberhard Hölscher (Hrsg.): Gebrauchsgraphik. Monatsschrift zur Förderung künstlerischer Werbung 32.1961, Heft 9, Seite 12.
  12. Plakat Der Revisor, Opernhaus Düsseldorf (1961)
  13. Eberhard Hölscher (Hrsg.): Gebrauchsgraphik. International Advertising Art 38.1967, Heft 10, Seite 35.
  14. Plakat Erstaufführung LULU, Opernhaus Düsseldorf (1967)