Geldern

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Geldern (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Geldern
Geldern
Deutschlandkarte, Position der Stadt Geldern hervorgehoben
Koordinaten: 51° 31′ N, 6° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Kleve
Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 96,97 km²
Einwohner: 33.841 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 349 Einwohner je km²
Postleitzahl: 47608
Vorwahlen: 02831, 02832 (Lüllingen teilw.), 02838 (Kapellen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KLE, GEL
Gemeindeschlüssel: 05 1 54 012
Stadtgliederung: 8 Stadtteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Issumer Tor 36
47608 Geldern
Webpräsenz: www.geldern.de
Bürgermeister: Sven Kaiser (CDU)
Lage der Stadt Geldern im Kreis Kleve
Niederlande Krefeld Kreis Borken Kreis Viersen Kreis Wesel Bedburg-Hau Emmerich am Rhein Geldern Goch Issum Kalkar Kerken Kevelaer Kleve Kranenburg (Niederrhein) Rees Rheurdt Straelen Uedem Wachtendonk WeezeKarte
Über dieses Bild

Die Stadt Geldern liegt im unteren Niederrheingebiet im Westen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Räumliche Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Geldern liegt linksrheinisch im niederrheinischen Tiefland. Geldern liegt im Durchschnitt 27 m ü. NN. Es wird durchflossen von der Niers, einem Zufluss der Maas. Die Gelderner Fleuth mündet in Geldern in die Niers.

Stadtgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Geldern besteht aus acht Stadtteilen:

Nachbargemeinden/-städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Geldern grenzt im Norden an die Stadt Kevelaer und die Gemeinde Sonsbeck (Kreis Wesel), im Osten an die Gemeinde Issum, im Süden an die Gemeinde Kerken und die Stadt Straelen sowie im Westen an die Gemeinden Venlo und Bergen (beide Provinz Limburg, Niederlande).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Römerzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mythologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Drachenbrunnen am Markt erinnert an die Sage

Es wird erzählt, dass um das Jahr 878 die Herren Wichard und Lupold von Pont gegen einen feuerspeienden Drachen kämpften. Sie fanden ihn unter einem Mispelbaum, und einer der beiden durchbohrte den Drachen mit seinem Speer. Während der Drachen verendete, röchelte er noch dreimal „Gelre!“. Die Stadt Geldern soll daraufhin von den Herren von Pont als Erinnerung an diese Heldentat am Zusammenfluss von Fleuth und Niers gegründet worden sein.

Chronologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste urkundliche Erwähnung der Stadt Geldern datiert aus dem Jahre 812. Der Name der Stadt trat in verschiedenen Varianten auf: Gelre, Gielra, Gellero, Gelera und ähnliche. Namensbedeutung: Gellere (997), Gellera (1104/1105), Geldren (1167) könnte ursprünglich für das erhöhte Siedlungsland an der sumpfigen Niers stehen oder Geldara könnte der Name des Niersabschnitts gewesen sein.

Ein Gerhard Flamens, der um 1020 von Kaiser Heinrich II. Wassenberg verliehen bekam, war mutmaßlich Stammvater der Grafen von Geldern. Ab etwa 1096 nannte er sich auch Graf Gerhard von Geldern (der Grafentitel stammte von anderen Besitztümern, wahrscheinlich im Teisterbant, ab). Ab 1125 setzte sich die Bezeichnung „von Geldern“ endgültig durch. Wassenberg ging bereits Anfang des 1107 als Heiratsgut seiner Tochter an die Herzöge von Limburg, später dann an Jülich. Spätestens mit dem Verzicht auf Wassenberg verlagerten die Grafen ihr Herrschaftszentrum in die Burg Geldern, die wohl um diese Zeit an einem Niersübergang errichtet wurde. Die Burg mit zugehöriger mittelalterlicher Siedlung war Ausgangspunkt für die heutige Stadt und auch Namensgeberin für die später entstehende Grafschaft und das Herzogtum Geldern.

Die Ansiedlung wurde im 13. Jahrhundert zur Festung mit Wällen, Gräben und Mauern ausgebaut. Die Wälle waren nach den vier Himmelsrichtungen benannt und hatten drei Tore, deren Bezeichnungen noch heute verwendet werden. 1229 erhielt Geldern die Stadtrechte. Bis 1343 war Geldern der Sitz der Grafen und Herzöge von Geldern, bis 1347 die Hauptstadt des Oberquartiers.

Erwähnenswert ist 1306 (evtl. 1315) die Gründung eines Karmeliterklosters in Geldern, eines von mehreren später in der Stadt vorhandenen Klöstern. 1400 bis 1418 wurde die spätgotische Pfarrkirche St. Maria Magdalena erbaut.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geldern um 1649
Schloss Haag
St.-Maria-Magdalena-Kirche am Marktplatz
Heilig-Geist-Kirche
Mühlenturm

Die Stadt Geldern wurde in ihrer Geschichte oft Gegenstand territorialer Streitigkeiten. Sie wurde 1543 durch den Vertrag von Venlo Teil der Spanischen Niederlande. Die niederländische Provinz Gelderland ist seither nach der Stadt Geldern benannt. Mit dem Vertrag von Utrecht wurde Geldern 1579 Teil der Vereinigten Niederlande, wurde aber 1587 von der spanisch-habsburgischen Armee besetzt. In die spätere Zeit der spanischen Herrschaft, genauer von 1662 bis 1664, fiel der Neubau der Hauptburg von Schloss Haag, einem Anwesen, das als Hof Haag schon 1337 in Urkunden Erwähnung gefunden hatte.

Von 1701 bis 1713/1714 fand der Spanische Erbfolgekrieg statt. In dessen Verlauf geriet die Stadt im Februar 1703 unter Belagerung der Preußen, die jedoch erst am 21. Dezember des Jahres in die Stadt eindringen konnten. Nach dem Ende des Erbfolgekriegs wurde im Frieden von Utrecht 1713 das bis dahin bei Spanien verbliebene geldrische Oberquartier an vier Mächte (Österreich, die Generalstaaten, Preußen und das Herzogtum Jülich) verteilt. Geldern fiel dabei mit dem größten Teil des ehemaligen Oberquartiers den Preußen zu und wurde Verwaltungssitz des neu gebildeten Herzogtums Geldern preußischen Anteils (Preußisch Geldern). Im August 1740 besuchte König Friedrich II. von Preußen Geldern. 1764 ließ er die Festungsanlagen der Stadt schleifen.

Von 1794 bis 1814 war Geldern – wie das ganze Linke Rheinufer – von französischen Truppen besetzt („Franzosenzeit“). Diese setzten sich über die gewachsenen Strukturen weitgehend hinweg und schufen neue und modernere räumliche Ordnungen für eine straffere Verwaltung. Der Kanton Geldern lag im Arrondissement de Clèves und gehörte somit zum Département de la Roer. Durch die Säkularisation wurde 1802 das 1306 gegründete Karmeliterkloster aufgehoben.

Nach dem Ende der französischen Herrschaft und der Rückkehr zu Preußen (Wiener Kongress 1815) wurde der Kreis Geldern im Zuge der Preußischen Verwaltungsorganisation am 23. April 1816 als einer von 29 Kreisen der Provinz Jülich-Kleve-Berg – der späteren Rheinprovinz – neugebildet.

1863 wurde die Eisenbahnstrecke KölnKrefeld–Geldern–Kleve (Linksniederrheinische Strecke) eröffnet, 1874 die Strecke Bahnstrecke Haltern–Venlo als letztes Teilstück der Hamburg-Venloer Bahn. Die 1902 in Betrieb genommene und am 1. April 1932 wieder stillgelegte Geldernsche Kreisbahn (Meterspur) berührte dagegen die Stadt Geldern nicht. Die Bahnstrecke Wesel–Venlo wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch zwischen Büderich und Straelen betrieben. Nach der Einstellung des Personenverkehrs 1960 wurde sie Stück für Stück weitgehend stillgelegt und abgebaut.

Bis zum Zweiten Weltkrieg existierte eine jüdische Gemeinde in Geldern. Die 1875 erbaute Synagoge wurde während des Novemberpogroms 1938 in Brand gesetzt.

In der Nacht vom 23. zum 24. Mai 1940 gab es den ersten Luftangriff auf Geldern.[2] Zwei Wochen zuvor hatte das Deutsche Reich den Westfeldzug begonnen. Ab 1940 war Geldern Standort von Einheiten der Wehrmacht. Vor allem Ersatztruppenteile waren in der Stadt untergebracht, die ein eigenes Wehrmeldeamt hatte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde durch Bombardierungen Ende 1944 und am 14. Februar 1945 der Stadtkern stark zerstört. Nur wenige Häuser blieben erhalten, rund 82 % der Stadt waren zerstört. Unter anderem wurde die Pfarrkirche und die Heilig-Geist-Kirche in der Stadtmitte schwer beschädigt. Das Haupthaus des Schloss Haag wurde völlig zerstört. Die Pfarrkirche Maria Magdalena und die Heilig-Geist-Kirche wurden 1952 wieder aufgebaut. 2003/2004 wurde St. Maria Magdalena vollständig renoviert und der Innenraum neu gestaltet.

Gebietsreformen der Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Geldern in der heutigen Form entstand bei der Gemeindereform (Erstes kommunales Neugliederungsprogramm) in Nordrhein-Westfalen am 1. Juli 1969. Die Gemeinden Pont, Veert und Walbeck des Amtes Walbeck sowie die Gemeinden Kapellen und Vernum wurden mit der Stadt Geldern zusammengeschlossen.[3]

Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge der nordrhein-westfälischen Kreisreform (Zweites kommunales Neugliederungsprogramm) der damalige Kreis Kleve mit dem Kreis Geldern sowie Teilen der Kreise Moers und Rees zum neuen niederrheinischen Großkreis Kleve zusammengefügt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl
1885 5690
1905 6551
1937 7228
1946 5288
1961 10.209
2000 33.074
2003 33.314
2004 33.861
2005 34.035
2006 34.266
2008 33.709
2009 33.746
2012 33.009
2013 33.064

Mundart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Geldern und seinen Ortsteilen wird (wurde) „Platt“ in jeweiliger lokaler Ausprägung gesprochen. Geldern liegt mundarthistorisch im Niederländischen Sprachraum nördlich der sogenannten Benrather Linie ( mit der maache-maake-Unterscheidung), die das südliche Mittelfränkische (auch Ripuarisch genannt) vom nördlichen Niederfränkischen abgrenzt. Auch liegt Geldern nördlich der Uerdinger Mundartlinie, die sich vom Rhein kommend an Hüls vorbei über Kempen nach Venlo zieht. Diese Uerdinger Linie (auch ek-ech-Grenze genannt) grenzt das Südniederfränkische (das z. B. in Uerdingen und Krefeld gesprochen wird) vom Nordniederfränkischen ab, das z. B. in Hüls (siehe Hölsch Plott) und Kempen, sowie nördlich davon in unterschiedlicher Ausprägung und in typischem lokalen „Tonfall“ von Kerken über Geldern bis Kleve gesprochen wird.

Die Gelderner Mundart ist historisch stark beeinflusst vom Niederländischen – bis in die frühe Neuzeit war Geldern aufgrund seiner politischen Anbindung an das Haus Habsburg (mit seinen niederländischen Besitzungen) über viele Jahre zweisprachig. Eines der wichtigsten Merkmale ist die Aussprache des Personalpronomenes „ich“, das im Südniederfränkischen als „ech“ oder „isch“ gesprochen wird, im Nordniederfränkischen aber als „ek“. Auch das Wörtchen „auch“ wird unterschiedlich ausgesprochen, nämlich als „ook“ im Norden und als „ooch“ im Süden. Auch das Verb „haben“ wird unterschiedlich gesprochen: im Raume Geldern sagt man z. B. „ek häbb“. Weiter südlich heißt es „ech han“.

Auch wenn die Mundart auf dem Rückzug ist, so wird Platt zu Karneval, auf Mundartabenden und in Vereinen gepflegt. Auch gibt es eine reichhaltige Mundart-Literatur (hervorzuheben die Bücher des 1996 verstorbenen Heimatautors Fritz Meyers).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
(in %) [4]
 %
50
40
30
20
10
0
44,1
34,4
8,3
6,7
3,5
3,0
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,0
+2,8
-0,1
-4,0
+0,2
+3,0
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Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der letzten Kommunalwahl am 25. Mai 2014 sind im Stadtrat vertreten:[4]

  • CDU (44,1 %, 18 Sitze)
  • SPD (34,4 %, 14 Sitze)
  • FDP (6,7 %, 3 Sitze)
  • Grüne (8,3 %, 3 Sitze)
  • Linke (3,5 %, 1 Sitz)
  • Piraten (3,0 %, 1 Sitz)

Die Ratsmitglieder von Linken und Piraten bilden eine gemeinsame Fraktion [5]

Die nächste Kommunalwahl findet im Jahr 2020 statt.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Bürgermeister der Stadt Geldern wurde 2015 durch Stichwahl Sven Kaiser (CDU) mit 55,74 % der gültigen Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat war der bisherige Bürgermeister Ulrich Janssen (2004–2015), der aus dem Amt kandidierte und ebenfalls Mitglied der CDU ist. Er erhielt 44,26 % der gültigen Stimmen. (Wahlberechtigte: 28.239 Wähler: 11.513 ungültige Stimmen: 125 gültige Stimmen: 11.388 Sven Kaiser: 6.348 Ulrich Janssen: 5040 Stimmen). Am 21. Oktober 2015 trat der neugewählte Bürgermeister seinen Dienst an.

Die nächste Bürgermeisterwahl findet als verbundene Wahl mit der Wahl des Rates im Jahr 2020 statt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Wappen der Stadt Geldern war ein Schild mit drei Mispeln, die sich eventuell auf die Geschehnisse beziehen, die in der Drachentötersage erzählt werden. Schon im Mittelalter wird dann der auch auf dem heutigen Wappen erkennbare Geldrische Löwe verwendet.[6]

Blasonierung: „In Blau ein schreitender zwiegeschwänzter rotbekronter, rotbezungter und rotbewehrter goldener Löwe, vor, hinter und unter seinen Pranken begleitet von drei silbernen Mispelblüten.“

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Banner ist blau-gelb-rot im Verhältnis 1:2:1 längsgestreift, im Bannerhaupt ohne Schild das Wappen der Stadt.[7]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte von Geldern sind Bree in Flandern (Belgien) und Fürstenberg/Havel in Brandenburg.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Stadt Geldern ist mehrheitlich katholisch. Es gibt in den meisten Ortsteilen katholische Kirchen, geschichtlich am bedeutendsten ist die Pfarrkirche St. Maria Magdalena am Gelderner Markt. Es existieren zwei evangelische Kirchen: die Heilig-Geist-Kirche, ebenfalls am Gelderner Markt, sowie eine weitere Kirche im Ortsteil Walbeck. Durch die Zuwanderung der letzten Jahrzehnte ist eine islamische Gemeinde entstanden.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus Langendonk in Aengenesch
Schloss Walbeck in Walbeck
Steprather Mühle in Walbeck

Altstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St. Maria Magdalena am Gelderner Markt, dreischiffige Hallenkirche der Backsteingotik
  • Evangelische Heilig-Geist-Kirche, ebenfalls am Gelderner Markt, 1415 als Klosterkirche gegründet und 1530 bei einem Stadtbrand zerstört. Der heutige quadratische Bau wurde 1736–1740 im Stil des Barock aus Backsteinen errichtet, 1945 zerstört und nach dem Wiederaufbau 1952 wieder eingeweiht.[8] Die Heilig-Geist-Kirche, die statt eines Kirchturms einen Dachreiter besitzt, wurde 1970–1973 renoviert. In ihr finden häufig Orgelkonzerte statt, die weit über Geldern hinaus Beachtung finden.
  • Mühlenturm, im Süden der Innenstadt, 1546 erbaute, der einzige erhaltene Turm der Stadtbefestigung, Wände bis zu 2,45 m dick, Durchmesser 8,60 m. 1643 wurde der Turm aufgestockt und zu einer Mühle umgebaut, die bis 1851 in Betrieb war. Heute wird der Mühlenturm für Kunstausstellungen genutzt.
  • Das Refektorium (Speisesaal) des ehemaligen Augustinerinnenklosters Nazareth aus dem 16. Jahrhundert ist auf dem Gelände des Berufskollegs am Ostwall zu besichtigen.

Außerhalb des historischen Stadtkerns[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Fossa Eugeniana[9] ist in Geldern und Umgebung touristisch durch einen etwa 60 km langen Radwanderweg erschlossen. Dieser verläuft grenzübergreifend von Rheinberg am Rhein bis in die Niederlande an die Maas.
  • Schloss Haag[10], 1337 erstmals erwähnt Insbesondere ist die ehemalige innere Vorburg (entstanden in den 1680er Jahren) erhalten geblieben. Sie beherbergt heute unter anderem einen Golfclub. Das Gelände um die Burg kann erwandert werden.
  • Schloss Walbeck in Walbeck
  • Von Haus Langendonk in Aengenesch steht nur noch die Ruine eines Burgturms.
  • Windmühlen findet man noch einige in der näheren Umgebung Gelderns:
    • Veerter Windmühle, 1856 erbaut, in den 1950er Jahren für Wohnzwecke umgebaut und 2000 restauriert,. Seit 2007 verfügt sie wieder über Flügel.
    • Windmühle am Poelycker Weg im Ortsteil Vernum, 1866 aus Backsteinen erbaut, war bis 1920 in Betrieb und besitzt seit 1991 wieder Flügel und Haube. In Geldern-Kapellen ist Haus Beerenbrouck sehenswert, das bereits 1331 als „Hof“ erstmals erwähnt wurde. Der heutige Bau entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Denkmalpflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt stehen in Geldern 83 Objekte unter Denkmalschutz. Im Bereich der Gemeinde Geldern sind 209 Denkmäler rechtskräftig in die Denkmalliste eingetragen (Stand Dezember 2000).

Die Denkmäler verteilen sich auf die Kategorien:[11]

  • 1 Bahnhof
  • 36 (ehemalige) Bauernhöfe oder Bauernhäuser
  • 12 andere Denkmäler
  • 22 Heiligenhäuschen und Wegkreuze
  • 10 Herrenhäuser
  • 15 Kirchen und Kapellen
  • 4 Villen
  • 1 Wassermühle
  • 6 (ehemalige) Windmühlen
  • 102 Wohn- und Geschäftshäuser

Bekannte Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Straßenmalerwettbewerb in Geldern 2011.

Geldern richtet in jedem Jahr am letzten Wochenende der Schul-Sommerferien den Internationalen Straßenmalwettbewerb aus, zu dem Künstler aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland anreisen. Die zweitägige Kulturveranstaltung findet seit Jahrzehnten überregionale Beachtung und hat sich zum Gelderner Markenzeichen entwickelt. Viele Künstler finden im eingerichteten „Künstlerdorf“ am Holländer See Unterkunft. Vielen Auswärtigen ist Geldern als Stadt des Straßenmalerwettbewerbs bekannt.

Die traditionelle Gelderner Pfingstkirmes ist die größte Straßenkirmes am Niederrhein. Ebenfalls eine feste Institution ist die „Straßenparty“ im Sommer, ein in der Region bekanntes, dreitägiges Straßenfest vor allem mit Musik auf mehreren Freiluftbühnen und großem Flohmarkt. Die „Nacht von Geldern“ wurde 2005 das erste Mal inszeniert. Es handelt sich um ein jährlich stattfindendes Profiradrennen durch die Innenstadt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnsteigunterführung Bahnhof Geldern
Bahnhof und Neues Finanzamt

Der Bahnhof Geldern liegt an der Linksniederrheinischen Strecke, auf der wochentags halbstündlich und am Wochenende stündlich der „Niers-Express“ (RE 10) von Kleve über Krefeld nach Düsseldorf verkehrt. Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der NordWestBahn (NWB), welche Dieseltriebwagen vom Typ LINT 41 in Einzel- bis Dreifachtraktion einsetzt.

Innerhalb des Stadtgebiets und in die angrenzenden Kommunen fahren eine Reihe von Buslinien.

Geldern ist über die Bundesstraßen 9 und 58 an die Bundesautobahnen 40 (E 34) und 57 (E 31) angebunden.

Die nächstgelegenen Flughäfen sind der Flughafen Düsseldorf und der Flughafen Niederrhein in Weeze.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt Geldern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich von Eerde (1781–1848), Landrat des Kreises Geldern.
  • Fritz Meyers (1919–1996), Heimatforscher und Schriftsteller.
  • Gregor Hövelmann (1930–1986), Historiker und Archivar.
  • Helmut Linssen (* 1942), Politiker (CDU), ehem. Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen.
  • Karl-Heinz Tekath (1955–2004), Historiker und Archivar.
  • Franz-Peter Tebartz-van Elst (* 1959), 2008–2014 Bischof von Limburg; besuchte in Geldern die Realschule am Westwall.
  • Ronald Pofalla (* 1959), Politiker (CDU), 2009–2013 Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes; war Feldkoch und Sprechfunker beim THW in Geldern.

Preußische Gouverneure von Geldern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1704 Joachim Friedrich von Wreech (1650–1724)
1705–1713 Magnus Friedrich von Horn (1640–1712)
1713–1717 Philipp Siegmund von Hagen (1648–1717)
1720–1724 Georg von Lilien (1652–1726)
1724–1738 Friedrich August von Röseler (1665–1738)
1738–1748 Georg Volrath von Kröcher (1678–1748)
1748–1764 Ernst August de la Chevallerie von la Motte (1688–1758)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Stolpersteine in Geldern

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Historische Verein für Geldern und Umgegend hat sich die Erforschung der Geschichte der Stadt und des Herzogtums Geldern und deren Umland zur Aufgabe gemacht. Der 1. PBC Joker Geldern spielt derzeit in der 2. Poolbillard-Bundesliga.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Nettesheim: Geschichte der Stadt und des Amtes Geldern, Bd. 1: Äußere Geschichte von der ältesten bis auf die neueste Zeit. Krefeld 1863 (Digitalisat).
  • Irmgard Hantsche: Geldern Atlas – Karten und Texte zur Geschichte eines Territoriums. Geldern 2003, ISBN 3-921760-39-9.
  • Johannes Stinner, Karl-Heinz Tekath: Gelre – Geldern – Gelderland – Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern. Verlag des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend, Geldern 2001, ISBN 3-921760-31-3.
  • Heinz Bosch: Illustrierte Geschichte der Stadt Geldern 1848–1969, Band I: Von den revolutionären Ereignissen 1848 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914. Geldern 1994.
  • Gregor Hövelmann: Geschichte des Kreises Geldern. Eine Skizze. Erster Teil: 1816–1866. Geldern 1974.
  • Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler des Kreises Geldern (= Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 1, Abt. 2). Schwann, Düsseldorf 1891:
    • Geldern, S. 10–28
    • Burg Geldern, S. 26 f.
    • Hartefeld, S. 32
    • Kapellen, S. 36–39
    • Pont, S. 62 f.
    • Veert, S. 79 f.
    • Walbeck, S. 90 f.
  • Stefan Frankewitz: Die Denkmäler der Stadt Geldern. B. o. s. s, Kleve 2001, ISBN 3-933969-12-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Geldern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Geldern – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. www.archive.nrw.de
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 78.
  4. a b Wahlergebnisse Kommunalwahl 2014 Kommunales Rechenzentrum Niederrhein
  5. http://www.piratenpartei-kleve.de/die-linke-und-piraten-gehen-zusammen-in-die-ratsarbeit-fuer-geldern/
  6. http://www.ngw.nl/heraldrywiki/index.php?title=Geldern
  7. [1] (PDF; 833 kB) Hauptsatzung der Stadt Geldern § 2, Absatz 3
  8. Wilhelm Voss-Gerling: Niederrhein und Ruhrgebiet. München 1986, S. 32
  9. Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, 1. Bd., II. Abt: Der Landkreis Geldern. Schwann, Düsseldorf 1891, S. 27 f.
  10. ebd. S. 28–32
  11. Stefan Frankewitz: Die Denkmäler der Stadt Geldern. Kommissions-Verlag B. o. s. s-Druck und Medien, Kleve 2001, ISBN 3-933969-12-3, S. 27.