Wasserdampfdiffusionswiderstand

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Der Wasserdampfdiffusionswiderstand (auch Dampfsperrwert) drückt aus, wie stark ein Baustoff die Diffusion (Ausbreitung) von Wasserdampf verhindert und wird mittels der Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl gemessen.

Beheizte Gebäude haben, vor allem im Winter, ein Temperaturgefälle von den Innenräumen nach außen. Warme Luft kann mehr Luftfeuchtigkeit aufnehmen, welche aber in Richtung des Temperaturgefälles nach außen diffundieren möchte und von der Dampfbremse aufgehalten wird.

Der Diffusionswiderstand eines Bauteils wird mit der wasserdampfdiffusionsäquivalenten Luftschichtdicke (Sd-Wert) bemessen und kann dieses als Dampfbremse qualifizieren.

Die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl (auch -faktor, Symbol µ) eines Baustoffs ist ein dimensionsloser Materialkennwert. Sie gibt an, um welchen Faktor das betreffende Material gegenüber Wasserdampf dichter ist als eine gleich dicke, ruhende Luftschicht. Je größer die µ-Zahl, desto dampfdichter ist ein Baustoff. Die µ-Zahlen für die gebräuchlichsten Baustoffe sind in DIN EN ISO 12572 angegeben. Benötigt wird die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl zur Berechnung des Dampfdiffusionsstroms durch Bauteile. Die Dampfdiffusion ist abhängig von den Diffusionswiderständen der einzelnen Schichten.

Stoffbeispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl einiger Stoffe[1]

Stoff Rohdichte
kg/m³
µ
trocken feucht
Luft 1,23 1 1
Gips 600–1.500 10 4
Gipskartonplatten 900 10 4
Beton, mittlere Rohdichte 1.800 100 60
Beton, hohe Rohdichte 2.400 130 80
Glas, Metalle -
Wärmedämmstoffe
Expandierter Polystyrol-
Hartschaum (EPS, Styropor)
10–50 60 60
Extrudierter Polystyrol-
Hartschaum (XPS)
20–65 150 150
Polyurethanhartschaum 28–55 60 60
Mineralwolle 10–200 1 1
Schaumglas 100–150
Perlitplatten 140–240 5 5
Holzfaserdämmplatten 150–250 10 5
Mauerwerksstoffe
Vollziegel 1.000–2.400 16 10
Kalksandstein 900–2.200 20 15
Porenbeton 300–1.000 10 6
Mauer-, Putzmörtel 250–2.000 20 10
Holz, Holzwerkstoffe
Konstruktionsholz 500 50 20
Konstruktionsholz 700 200 50
Sperrholz nach DIN, leicht 300 150 50
Sperrholz nach DIN, schwer 1.000 250 110
Sperrholz, typische Werte

[2]

400–800 110 50
Spanplatte 300 50 10
Spanplatte 900 50 20
Holzfaserplatte 250 5 2
Holzfaserplatte 800 10 20
Grobspanplatte (OSB) 600–700 300[3] 200[3]
Massive Kunststoffe
Acrylkunststoffe 1.050 10.000 10.000
Polycarbonate 1.200 5.000 5.000
Polytetrafluorethylen (PTFE) 2.200 10.000 10.000
Polyvinylchlorid (PVC) 1.390 50.000 50.000
Polymethylmethacrylat (PMMA) 1.180 50.000 50.000
Polyamid (Nylon) 1.150 50.000 50.000
Polyethylen 920–980 100.000 100.000
Polystyrol 1.050 100.000 100.000
Polypropylen 910 10.000 10.000
Polyurethan (PU) 1.200 6.000 6.000
Epoxidharz 1.200 10.000 10.000
Phenolharz 1.300 100.000 100.000
Polyesterharz 1.400 10.000 10.000
Gummi
Naturkautschuk 910 10.000 10.000
Chloropren-Kautschuk 1.240 10.000 10.000
Butylkautschuk 1.200 200.000 200.000
Schaumgummi 60–80 7.000 7.000
Gestein
Kristalliner Naturstein 2.800 10.000 10.000
Sediment-Naturstein 2.600 250 2
Leichter Sediment-Naturstein 1.500 30 20
Poröses Gestein, z. B. Lava 1.600 20 15

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DIN EN 12524: Wärme- und feuchteschutztechnische Eigenschaften - Tabellierte Bemessungswerte. (Sept. 2001) (mittlerweile ersetzt durch DIN 4108-4). Beuth Verlag, Berlin
  2. Ökologisches Baustoffinformationssystem des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) WECOBIS (abgerufen im Januar 2013)
  3. a b http://www.holz-kogler.de/3_6_SterlingOSBZero0609.pdf