Wasserknappheit

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Wasserknappheit

Wasserknappheit besteht, wenn nicht genügend Wasserressourcen vorhanden sind, um den vorhandenen Wasserbedarf zu decken. Auf allen Kontinenten sind Menschen davon betroffen. Im Jahr 2015 erklärte das Weltwirtschaftsforum Wasserknappheit und ihre Auswirkungen als die größte Gefahr des kommenden Jahrzehnt.[1] Wasserknappheit hat verschiedene Auswirkungen. Dazu gehört zuerst die nicht- Deckung der vorhandenen Nachfrage. Außerdem auch der wirtschaftliche Wettbewerb um die Wasserquantität und -qualität. Des Weiteren Auseinandersetzungen unter den Verbrauchern, die irreversiblen Abnahme des Grundwassers und darüber hinausgehende negativen Auswirkungen auf die Umwelt.[2] Zwei Drittel der Weltbevölkerung leben unter schwerer Wasserknappheit für mindestens einen Monat im Jahr.[3][4][5][6] Eine halbe Milliarde Menschen leiden über das gesamte Jahr unter Wasserknappheit. Die Hälfte der größten Städte der Welt leiden unter Wasserknappheit.

Obwohl nur 0,014 % des gesamten Wassers auf der Erde sowohl Süßwasser als auch leicht zu erreichen sind (97 % sind Salzwasser und etwas unter 3 % schwer erreichbar), ist prinzipiell genug Wasser vorhanden, um den gesamten Bedarf der Menschheit zu decken. Trotzdem wird, verschärft durch den Klimawandel, durch ungleiche Verteilung der Ressource und dem starken Zuwachs der Nachfrage nach Wasser eine globale Wasserkrise erwartet. So soll innerhalb von 15 Jahren die globale Nachfrage das globale Angebot von Wasser um 40 % übersteigen.[7]

Global besteht Wasserknappheit, weil das Süßwasser geographisch und saisonal ungleich verteilt ist.[8][9] Die Hauptgründe für einen Anstieg der Wasserknappheit weltweit sind die wachsende Weltbevölkerung, steigender Lebensstandard, verändertes Konsumverhalten und eine Ausweitung der künstlichen Bewässerung in der Landwirtschaft.[10][11] Andere Gründe sind auch der Klimawandel, zum Beispiel Veränderung im Wetterverhalten (Dürren und Überschwemmungen), Abholzung, zunehmende Wasserverschmutzung sowie eine verschwenderischer Wasserverbrauch und ineffiziente Wasserbereitstellung.[12] Somit wird Wasserknappheit oft durch anthropogene Eingriffe in den Wasserkreislauf verursacht. Wasserknappheit verändert sich je nachdem wie viel Wasser physisch vorhanden ist. Jedoch sind Einflussfaktoren wie Wirtschaftspolitik, Planung und Wassermanagement auch von sehr großem Einfluss. Wasserknappheit verschärft sich zumeist mit der voranschreitenden ökonomischen Entwicklungen, aber wenn die Ursachen früh identifiziert werden und die Einflussfaktoren richtig prognostiziert werden, kann sie abgewendet oder abgeschwächt werden.

Angebot und Nachfrage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Globale Verwendung von Wasserressourcen. Quelle:2016 FAO Daten.
Globaler Wasserverbrauch 1900–2025 nach Regionen, in Milliarden m^3 pro Jahr.

Insgesamt gibt es 14.000 Kubikkilometer an einfach erreichbaren Süßwasservorräten auf der Erde. Dieses schließt Oberflächenwasser in Flüssen und Seen, aber auch Grundwasser mit ein. Von diesem Gesamtangebot werden „nur“ 5.000 Kubikkilometer von der Menschheit genutzt und wiederverwendet. Theoretisch ist also genug Süßwasser vorhanden, um eine Weltbevölkerung von 7 Milliarden Menschen oder sogar einen Bevölkerungsanstieg auf 9 Milliarden Menschen zu versorgen. Aber durch die ungleiche geographische Verteilung und im Speziellen auch dem ungleich starken Konsum von Wasser, besteht in einigen Regionen der Welt Wasserknappheit, in denen große Teile der Weltbevölkerung leben.

Wasserknappheit als Resultat von Übernutzung wird vor allem durch die Landwirtschaft und hier vor allem durch die Viehzucht verursacht, aber auch durch die Industrie. Menschen in Industrieländern verbrauchen circa 10 mal mehr Wasser als Menschen in Entwicklungsländern.[13] Ein Großteil dieses Verbrauchs wird durch indirekten Wasserverbrauch, zum Beispiel in der landwirtschaftlichen oder industriellen Produktion von Konsumgütern verursacht. Durch die Globalisierung von Produktionsketten wird viel Wasser in Schwellen- und Entwicklungsländern verbraucht, um Güter zu produzieren, die in Industrieländern verbraucht werden.

Physische und ökonomische Wasserknappheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserknappheit wird in zwei Arten unterteilt:

  • Physische/ Natürliche Wasserknappheit
  • Ökonomische Wasserknappheit

Physische Wasserknappheit entsteht, wenn der Wasserbedarf die natürlich vorhandenen Ressourcen einer Region übersteigt. Ökonomische Wasserknappheit entsteht durch schlechtes Management der vorhandenen Wasserressourcen. Nach Aussagen des Entwicklungsprogramms der vereinten Nationen ist schlechtes Wassermanagement häufiger als fehlende natürliche Ressourcen die Ursache von Wasserknappheit. Die meisten Länder und Regionen, die unter Wasserknappheit leiden, hätten nämlich eigentlich genügende Vorkommen aber nicht das nötige Know- How oder die Technik, um es der Bevölkerung zugänglich zu machen.[14] Aride Regionen leiden häufig unter physischer Wasserknappheit.  Sie kann aber auch entstehen, wenn Ressourcen übernutzt werden zum Beispiel für Wasserkraftwerke, Staudämmer oder künstliche Bewässerung. Auswirkungen von physischer Wasserknappheit sind zum Beispiel Umweltzerstörung, Verbrauch des Grundwassers oder auch verschiedene Formen von Übernutzung von Ausnutzung.[15]

Ökonomische Wasserknappheit wird verursacht durch fehlende Investitionen in Infrastrukturen und Technologien, um Süßwasser von Flüssen, Wasserspeichern und anderen Wasserquellen zu verteilen. Ein Viertel der Weltbevölkerung ist von ökonomischer Wasserknappheit betroffen. Durch die fehlende Infrastruktur sind betroffene Menschen oft gezwungen sehr weite Wege zurück zu legen, um zu Wasserquellen zu gelangen. Zudem ist dieses Wasser dann oft verschmutzt durch Haushaltsabwasser oder Abflüsse aus der Landwirtschaft. Große Teile Afrikas leiden unter ökonomischer Wasserknappheit; wodurch die Wasserknappheit hier durch einen Ausbau der Infrastruktur stark verringert werden könnte. Oft sind auch wirtschaftlich oder politische schwache Bevölkerungsteile von der Wasserknappheit betroffen. Der Verbrauch liegt in Industrieländern bei 200–300 Litern pro Tag. In Entwicklungsländern liegt der tägliche Verbrauch bei ca. 10 Litern. Verschiedene intnerationale Organisationen empfahlen ein Minimum von 20 Litern erreichbar innerhalb von einem Kilometer des Haushalts. In Ländern mit Wasserknappheit wird mit Wasser als Ressource spekuliert.[16]

Wasser als Menschenrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Meatu Regione von Simiyu, Tanzania (Afrika) wird Wasser oft über Löcher, die in trockene Flussbetten gegraben werden, gewonnen. Diese Aufgabe wird meist durch Mädchen übernommen, weswegen sie keine Schulbildung erhalten.[17][18]

Der UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte vereinbarte, dass Wassersicherheit fünf Grundelemente enthält. Dazu gehört das Recht auf ausreichendes, sicheres, angemessenes, physisch zugängliches und erschwingliches Wasser für den persönlichen und privaten Verbrauch.

Auf dem Millennium-Gipfel der Vereinten Nationen wurde das Problem der ökonomischen Wasserknappheit dadurch anerkannt, dass der Zugang zu sicherem Trinkwasser als eines der Millenniums-Entwicklungsziele festgelegt wurde. Das MDG 7 setzte die Halbierung des Anteils der Menschen ohne dauerhaft gesicherten Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser (von 65 Prozent auf 32 Prozent) als Ziel.

Auswirkungen auf die Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserknappheit hat viele negative Auswirkungen auf die Umwelt. Die Übernutzung der Ressource, wie es bei Wasserknappheit üblich ist, führt zu Versalzung, Eutrophierung und dem Verlust von Auen und Sumpfgebieten.[19] Außerdem erschwert Wasserknappheit das Flussmanagement und die Genesung von städtischen Flüssen.[20]

Über die letzten hundert Jahre sind mehr als die Hälfte der Sumpfgebiete oder Moorlandschaften der Erde verschwunden oder wurden zerstört. Diese Gebiete sind aber wichtig, da sie nicht nur der Lebensraum vieler Arten sind aber auch Anbaugebiete für Reis und andere Lebensmittel. Sie wirken auch als natürliche Filter und Schützen umgebende Gebiete vor Überflutung und Stürmen. Süßwasserseen wie zum Beispiel der Aralsee in Zentralasien wurden auch unter Mitleidenschaft gezogen. Der ehemals größte Süßwassersee hat innerhalb von 30 Jahren mehr als 58.000 Quadratkilometer an Fläche verloren und ist zunehmend versalzt.

Landabsenkung, das allmähliche Absinken von Gebieten, ist eine andere Auswirkung von Wasserknappheit. Die geologische Umfrage der Vereinigten Staaten hat geschätzt, dass mehr als 17.000 Quadratmeilen in 45 US-Bundesstaaten von Landabsenkungen betroffen sind, die meisten davon durch das Abpumpen von Grundwasser. In einigen Regionen wie Houston, ist das Land mehr als neun Fuß gesunken.[21]

Klimawandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Abpumpen von Wasser aus grundwasserleitenden Schichten und fossilem Wasser führt dazu, dass die gesamte Menge von Wasser in der Hydrosphäre erhöht wird, die für Verdampfungs- und Transportprozesse zur Verfügung steht. Damit wächst der Wasserdampf und die Wolkendecke an. Diese sind die größten Absorbenten von Infrarotstrahlung in der Erdatmosphäre. Durch den Zuwachs von Wasser in der Atmosphäre wird das Klima verändert. Die komplizierten Prozesse und Auswirkungen genau abzuschätzen ist bis jetzt jedoch nicht möglich.

Messung von Wasserknappheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GEO-2000 Schätzung für 2025, 25 afrikanische Länder werden unter Wasserknappheit oder Wasserstress leiden.[22]

Hydrologen bestimmen das Ausmaß der Wasserknappheit dadurch, dass sie sich das Verhältnis der Bevölkerung zu vorhandenem Wasser anschauen. Hier wird dann die Menge an vorhandenen Wasserressourcen pro Jahr auf die Gesamtbevölkerung eines Landes oder einer Region bezogen. Der Falkenmark Wasserstress Indikator zum Beispiel,[23] besagt, dass eine Region oder ein Land unter Wasserknappheit (engl.: waterstress) leidet, wenn die jährlichen Wasserressourcen auf unter 1.700 Kubikmeter pro Person pro Jahr fallen. Bei Werten zwischen 1.000 und 1.700 Kubikmetern pro Person pro Jahr können periodische oder räumlich begrenzte Wasserknappheiten auftreten. Wenn weniger als 1.000 Kubikmeter pro Person pro Jahr zur Verfügung stehen dann herrscht Wassermangel (engl. water scarcity). Wenn eine Menge von 500 Kubikmeters pro Person pro Jahr unterschritten wird, spricht man von Wassernotstand.[24] Die Welternährungsorganisation hat geschätzt, dass im Jahr 2025 1.9 Milliarden Menschen in Ländern oder Regionen mit absoluter Wasserknappheit leben werden. Zwei Drittel der Weltbevölkerung werden unter Wasserknappheit leiden.[25] Die Weltbank fügte hinzu, dass der Klimawandel zu Veränderungen in der Verfügbarkeit und der Nutzung von Wasser führen wird. Dadurch wird Wasserknappheit erhöht und Unsicherheiten in Sektoren, die einen großen Wasserverbrauch haben, werden zunehmen.[26]

Wasserkrise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn nicht genügend Trinkwasser für eine bestimmte Population vorhanden ist, dann spricht man von einer Wasserkrise.[27] Die Vereinten Nationen und andere Weltorganisationen sind besorgt über eine globale Wasserkrise.[28][29] Andere Organisationen wie die Welternährungsorganisation meinen, dass keine Wasserkrisen bestehen aber trotzdem Maßnahmen getroffen werden müssen, um solche zu verhindern.[30]

In 2012 standen in Sindh, Pakistan Menschen lange an, um sauberes Wasser zu bekommen.

Auswirkungen der Wasserkrise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Global gesehen äußert sich die Wasserkrise auf verschiedene Weisen:

  • Kein Ausreichender Zugang zu sauberen Trinkwasser für 884 Millionen Menschen.
  • Unzureichender Zugang zu Sanitärversorgung für 2.5 Milliarden Menschen,[31] was oft zu Wasserverschmutzung führt.
  • Grundwasserübernutzung welche zu schlechten Ernten führt.[32]
  • Übernutzung von Verschmutzung von Wasser, welche die Biodiversität zerstörten.
  • Regionale Konflikte über die Ressourcen bis zu kriegerischen Auseinandersetzungen.

Sich über Wasser verbreitende Krankheitserreger, die durch ein Mangel an sanitärer Versorgung und Hygiene verursacht werden, sind weltweit eine der Haupttodesursachen. Für Kinder unter fünf Jahren sind sie sogar die Hauptursache. Nach Aussagen der Weltbank werden 88 Prozent der über Wasser verbreiteten Krankheiten durch unsicheres Trinkwasser, unzureichende Sanitärversorgung und schlechte Hygiene verursacht.[33]

Ein Bericht der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2006 richtete den Fokus auf die Hauptursachen der Wasserkrise: "Es gibt genug Wasser. Wassermangel wird oft durch Mismanagement, Korruption, fehlende entsprechende Institutionen, bürokratische Trägheit und fehlenden Investitionen sowohl in Humankapital, als auch Infrastruktur verursacht."[34] Offizielle Daten zeigen ebenfalls eine starke Korrelation zwischen dem BIP und dem Zugang zu sauberen Trinkwasser.[35]

Wirtschaftsforscher haben oft gesagt, dass die Wasserkrise auch durch einen Mangel an Eigentumsrechten und staatlicher Regulierung und Subventionen, die die Preise nach unten senkten, hervorgerufen wurde. Damit waren die Preise für Wasser zu niedrig und somit der Konsum zu hoch.[36][37][38]

Ausblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wind und Solaranlagen, wie in diesem Dorf im Nordwesten von Madagaskar können zu sauberen Trinkwasser führen.

Die Konstruktion von Kläranlagen und die Reduzierung der Übernutzung von Grundwasser sind offensichtliche Lösungen für das Problem. Abwasserbehandlung ist jedoch sehr kapitalintensiv, weswegen die Anwendung der Technologie in einigen Regionen nicht möglich ist. Außerdem erschwert der rapide Bevölkerungszuwachs den Kampf gegen Wasserknappheit. Des Weiteren benötigen Kläranlagen in ihrem Betrieb und ihrer Entwicklung enormes Know- How und Humankapital, welches selbst wenn Anlagen von außerhalb errichtet werden würden, nicht in einigen Regionen vorhanden ist, um die Anlagen dauerhaft in Betrieb zu halten.

Die Reduzierung der Übernutzung von Grundwasser ist meist politisch unbeliebt und hat schlechte wirtschaftliche Auswirkungen auf die Agrarwirtschaft. Außerdem führt die Strategie zu einer Reduzierung der landwirtschaftlichen Produktion, was angesichts des Bevölkerungswachstum nicht möglich ist.

Eine realistische Strategie für Entwicklungsländer wäre es grundlegende Abwasserbehandlung einzuführen oder sichere septische Systeme wie Jauchegruben. Außerdem sollten sie eingehend den Abwasseranfall untersuchen, um dessen Auswirkungen auf das Trinkwasser und Ökosystem zu minimieren. Industrieländer sollten ihre Technologien besser teilen, wie zum Beispiel kostengünstige Abwasserbehandlungsmethoden und die Modellierung von Wassertransport. Auf der persönlichen Ebene können Menschen in Industrieländern ihren Konsum umstellen, um weniger Wasser zu verbrauchen und weniger zum weltweiten Wasserverbrauch beizutragen. Sowohl Industrieländer, als auch Entwicklungsländer sollten mehr darauf achten ihre Ökosysteme zu schützen. Vor Allem Sumpfgebiete und Auen. Dadurch würde der natürliche Wasserkreislauf geschützt, der zur besseren Wasserqualität für Menschen beiträgt. 

Eine Reihe von low-tech und lokal anwendbaren Lösungen werden von einigen Firmen verfolgt. Dabei wird zum Beispiel durch Solarenergie Wasser abgekocht oder destilliert bei Temperaturen unter 100 °C. Es werden immer mehr Lösungen zur Filtrierung von Reinigung von lokalem Wasser entwickelt. Die Beduinen der Stadt Dahab in Ägypten haben zum Beispiel den AquaDania WaterStillar installiert, wo mit einem zwei Quadratmeter großem Solarkollektor 40 bis 60 Liter Wasser täglich destilliert werden. Dabei wird verhindert, dass stark zur Verschmutzung beitragende Plastikflaschen für den Transport verwendet werden.[39]

Weltweite Erfahrungen im Umgang mit Wasserknappheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird angenommen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Konflikts steigt, wenn die Änderung innerhalb eines Wassereinzugsgebiet die Möglichkeiten der vorhandenen Institutionen damit umzugehen, übersteigt. Obwohl Wasserkonflikte auch oft in Zusammenhang mit bereits bestehenden lokalen Spannungen stehen, zeigt die Geschichte, dass es weitaus öfter Kooperationen im Umgang mit der Ressource gibt, als kriegerische Auseinandersetzungen. 

Der Schlüssel hierfür sind starke Institutionen und Kooperationen. Die Indus Fluss Kommission und der Wasservertrag für den Indus zwischen Indien und Pakistan sind wichtige Mechanismen, um Konflikte zu lösen, trotz der Feindlichkeiten zwischen beiden Staaten. Sie stellen ein Rahmen für Gespräche, Inspektionen und den Datenaustausch dar.  Das Mekong Komitee funktioniert seit 1957 auch während des Vietnam Krieges. Im Gegensatz dazu treten Konflikte auf, wenn diese Institutionen fehlen, wie es zum Beispiel in Ägypten beim Plan eines Staudammes der Fall war. Trotzdem gibt es heute keine globale Institution für das Management von grenzüberschreitenden Wassereinzugsgebieten. Wenn Institutionen gegründet werden, dann durch ad hoc Zusammenschluss von vorhandenen Organisationen. So wurde das Mekong Komitee durch eine Allianz zwischen der UNICEF und dem US-amerikanischen Büro für Landgewinnung initiiert. Die Bildung von starken internationalen Institutionen scheint ein guter Schritt in die richtige Richtung zu sein- sie feuern frühes Einschreiten und verhindert kostspielige Auflösungen von Konflikten. 

Ein gemeinsamen Merkmale von fast allen gelösten Konflikten ist ein „Bedarfsansatz“ und kein „Rechteansatz“. Bewässerte Landflächen, die Bevölkerung und technische Voraussetzungen von Projekten definieren den Bedarf. Ein Beispiel dafür ist der Jordan in dem ein Wasserübereinkommen auf Basis von dem Bedarf der Flussanrainer geschlossen wurde. In Südasien wird die Aufteilung des Ganges- Flusses auf den Bewässerungsbedarf von Bangladesh ausgerichtet. Eine bedarfsorientierte, regionale Herangehensweise, die darauf achtet die Bedürfnisse von Individuen zu befriedigen, sodass das Minimum erreicht wird, ist vorzuziehen. Dadurch wird verhindert, dass Parteien sich nur auf ihr eigenes Interesse konzentrieren und Abkommen als Nullsummen Spiele sehen hin dazu das beide Parteien langfristig von der Berücksichtigung beider Interessen mehr Vorteile 

Das Blaue Friedensnetzwerk entwickelt von der Strategic Foresight Group der Regierungen von der Schweiz und Schweden bietet eine einzigartige Regulierungsstruktur an, welche das nachhaltige Management von Wasser mit einer Kooperation für den Frieden vereint. Dabei die Wasserressourcen bestmöglich zu nutzen, werden die Chancen für Frieden erhöht.[40] Die Herangehensweise von Blauer Frieden hat sich als effektiv gezeigt, wie zum Beispiel im Nahen Osten[41] oder beim Nil.[42] Nichtregierungsorganisationen spielen ebenfalls eine Rolle, da sie sich dafür Einsetzen den Zugang zu sauberen Wasser zu erhöhen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Water crises are a top global risk. World Economic Forum. 16. Januar 2015. Abgerufen am 30. Dezember 2017.
  2. Coping with water scarcity. An action framework for agriculture and food security. Food and Agriculture Organization of the United Nations. 2012.
  3. A.Y. Hoekstra, M.M. Mekonnen: Four billion people facing severe water scarcity. American Association for the Advancement of Science, 12. Februar 2016 (Abgerufen am 30. Dezember 2017).
  4. 4 billion people face water shortages, scientists find. World Economic Forum. 17. Februar 2016.
  5. How do we prevent today's water crisis becoming tomorrow's catastrophe?. World Economic Forum. 23. März 2017.
  6. Global Water Shortage Risk Is Worse Than Scientists Thought. Huffingtonpost.com. 15. Februar 2016.
  7. Water, bron van ontwikkeling, macht en conflict. NCDO, Netherlands. 8. Januar 2012.
  8. S. L. Postel, G. C. Daily, P. R. Ehrlich, Human appropriation of renewable fresh water. Science 271, 785–788 (1996).
  9. H. H. G. Savenije, Water scarcity indicators; the deception of the numbers. Physics and Chemistry of the Earth B 25, 199–204 (2000).
  10. C. J. Vörösmarty, P. Green, J. Salisbury, R. B. Lammers, Global water resources: Vulnerability from climate change and population growth. Science 289, 284–288 (2000)
  11. A. E. Ercin, A. Y. Hoekstra, Water footprint scenarios for 2050: A global analysis. Environment International 64, 71–82 (2014).
  12. Water Scarcity. Threats. In: WWF. 2013. Abgerufen am 20. Oktober 2013.
  13. Why fresh water shortages will cause the next great global crisis. The Guardian. 8. März 2015. Abgerufen am 3. Januar 2018.
  14. United Nations Development Programme (2006). Human Development Report 2006: Beyond Scarcity–Power, Poverty and the Global Water Crisis. Basingstoke, United Kingdom:Palgrave Macmillan.
  15. Water scarcity, risk and vulnerability. Abgerufen am 2. Dezember 2014.
  16. Sergiusz Prokurat: Drought and water shortages in Asia as a threat and economic problem. In: Journal of Modern Science. , Józefów2015, S. 235–250. Abgerufen am 5. August 2016.
  17. Lack of safe water and sanitation in schools affects children’s learning – and their lives Unicef Veröffentlicht am 5. April 2010. Abgerufen am 3. Januar 2018
  18. Impact of water scarcity on girls education The Citizen, Tansania, veröffentlicht am 14. November 2017. Abgerufen am 3. Januar 2018
  19. Water Scarcity Index – Vital Water Graphics. Abgerufen am 20. Oktober 2013.
  20. Lawrence, J.E., C.P.W. Pavia, S. Kaing, H.N. Bischel, R.G. Luthy, and V.H. Resh: Recycled Water for Augmenting Urban Streams in Mediterranean-climate Regions: A Potential Approach for Riparian Ecosystem Enhancement. In: Hydrological Sciences Journal. 59, 2014, S. 488–501.
  21. Texas Water Report: Going Deeper for the Solution Texas Comptroller of Public Accounts. Retrieved 2/10/14.
  22. GEO-2000 overview overview. Abgerufen am 22. September 2016.
  23. Falkenmark and Lindh 1976, quoted in UNEP/WMO: Climate Change 2001: Working Group II: Impacts, Adaptation and Vulnerability. UNEP. Archiviert vom Original am 26. Juni 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.grida.no Abgerufen am 3. Februar 2009.
  24. Larsen, Samuel T. L.: Lack of Freshwater Throughout the World. Evergreen State College. Abgerufen am 1. Februar 2009.
  25. FAO Hot issues: Water scarcity. Fao.org. Retrieved on 27. August 2013.
  26. The World Bank, 2009 Water and Climate Change: Understanding the Risks and Making Climate-Smart Investment Decisions. S. 21–24. Abgerufen am 24. Oktober 2011.
  27. Freshwater: lifeblood of the planet. Peopleandplanet.net (11. November 2002). Abgerufen am 27. August 2013.
  28. World water crisis worsened by corruption, repression: UN report. Un.org. 20. Februar 2006. Abgerufen am 10. März 2011.
  29. UN World Summit on Sustainable Development. Herausgegeben vom NRDC beim Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (World Summit for Sustainable Development), 29. August 2002.
  30. "No global water crisis – but may developing countries will face water scarcity". FAO.org. 12. März 2003.
  31. Updated Numbers: WHO-UNICEF JMP Report 2008. Unicef.org. Abgerufen am 10. März 2011.
  32. Water is Life – Groundwater drawdown. Academic.evergreen.edu. Abgerufen am 10. März 2011.
  33. All About: Water and Health, CNN. 18. Dezember 2007. 
  34. Water, a shared responsibility. The United Nations World Water Development Report 2, 2006
  35. Public Services. Gapminder video.
  36. Segerfeldt, Fredrik (25. August 2005), "Private Water Saves Lives", Financial Times.
  37. Zetland, David (1. August 2008) "Running Out of Water". aguanomics.com
  38. Zetland, David (14. Juli 2008) "Water Crisis". aguanomics.com
  39. Mansfield, Barry (1. Dezember 2012), "The man who can change fire into water" (Memento des Originals vom 11. Februar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.barrymansfield.com, easyJet Traveller.
  40. Turkish Review, März 2013
  41. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.deza.admin.cheda.base.components.templates.base.accessKeys. Deza.admin.ch. Retrieved on 2015-11-24.
  42. [1]