Weltbevölkerung

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Entwicklung der Weltbevölkerung. Oben: absolut in Millionen Menschen; unten: relativer Zuwachs pro Jahr in %

Als Weltbevölkerung oder Erdbevölkerung bezeichnet man die Anzahl der Menschen, die auf der Erde leben bzw. zu einem bestimmten Zeitpunkt gelebt haben (oder laut Hochrechnungen leben werden). Die Disziplinen Demografie und Bevölkerungsgeografie untersuchen den Stand, die historische Entwicklung, die räumliche Verteilung sowie die Dynamik der Weltbevölkerung und erstellen Prognosen.

Die Weltbevölkerung umfasste im Mai 2020 rund 7,8 Milliarden Menschen.[1] Die UNO rechnete für den Zeitraum 2015 bis 2020 mit einem Bevölkerungswachstum von rund 78 Millionen Menschen pro Jahr.[2] Die Vereinten Nationen erwarten 2050 etwa 9,7 Milliarden Menschen auf dem Globus. Für das Jahr 2100 werden 10,9 Milliarden Menschen prognostiziert.[3] Nach dem Weltbevölkerungsbericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen wurde die Sieben-Milliarden-Menschen-Marke am 31. Oktober 2011 überschritten.[4] Die Festlegung auf einen Tag ist dabei als symbolischer Akt zu verstehen, weil diese Schätzung der Weltbevölkerung mit einer Unsicherheit von bis zu ±5 % behaftet ist.[5] Mit dem Überschreiten der Acht-Milliarden-Menschen-Marke wird im Laufe des Jahres 2023 gerechnet.[6]

Historische Entwicklung der Weltbevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theorie der Ausbreitung des Menschen in der zweiten Siedlungswelle ab etwa 40.000 Jahren vor heute

Der moderne Mensch (Homo sapiens) ist nach dem Aussterben der Neandertaler vor 30.000 Jahren und des Homo floresiensis vor 60.000 Jahren die einzige überlebende Art der Gattung Homo. Nach der Theorie des genetischen Flaschenhalses erlitt der moderne Mensch den für seine Existenz bedrohlichsten Rückgang seiner Bevölkerung vor 75.000 Jahren, als sich nach dem Ausbruch des Supervulkans Toba (heute der Tobasee auf Sumatra) weltweit nur 1.000 bis 10.000 Menschen retten konnten (siehe auch Toba-Katastrophentheorie). Danach verbreitete sich der moderne Mensch von Afrika aus über alle anderen Kontinente. Bis zum Ende der letzten Kaltzeit vor 10.000 Jahren lebten dann etwa 5 bis 10 Millionen Menschen weltweit.

Die Größe der Weltbevölkerung vor 2000 Jahren wird auf 170 bis 400 Millionen geschätzt, die UNO geht von 300 Mio. aus. Das Römische Reich soll zu Beginn unserer Zeitrechnung 57 Millionen Menschen gezählt haben, das Chinesische Reich 75 Mio. Einwohner. Vor 1000 Jahren lebten 250 bis 350 Millionen Menschen, die UNO nimmt 310 Mio. an. Nach diesem Stillstand der Bevölkerungsentwicklung im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung begann das Wachstum im Hochmittelalter erneut, erlitt im Spätmittelalter jedoch Einbrüche durch Pest, Pocken und andere Seuchen.

Vor 500 Jahren betrug die Weltbevölkerung 425 bis 540 Millionen, die UNO geht von 500 Millionen aus. Im Laufe des 16. Jahrhunderts soll die amerikanische Bevölkerung (Indianer) durch eingeschleppte Seuchen von etwa 50 Millionen auf nur noch 5 Millionen zurückgegangen sein, während in Europa und Asien die Bevölkerung weiter zunahm. Das weltweite Wachstum stieg im 18. Jahrhundert dauerhaft über 0,5 % im Jahr und Mitte des 20. Jahrhunderts für einige Jahrzehnte sogar über 2 %, so dass man von einer Bevölkerungsexplosion sprechen kann.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Jahr 1700 setzte ein rapides Bevölkerungswachstum ein. Erstmals in der Menschheitsgeschichte lag die Verdopplungszeit im Bereich von Jahrhunderten und schließlich Jahrzehnten. Um das Jahr 1804 überschritt die Weltbevölkerung die Anzahl von einer Milliarde Menschen. Innerhalb des 20. Jahrhunderts hat sich die Weltbevölkerung etwa verdreieinhalbfacht:

  • 1804: 1 Milliarde
  • 1927 (nach 123 Jahren): 2 Milliarden
  • 1960 (nach 33 Jahren): 3 Milliarden
  • 1974 (nach 14 Jahren): 4 Milliarden
  • 1987 (nach 13 Jahren): 5 Milliarden
  • 1999 (nach 12 Jahren): 6 Milliarden
  • 2011 (nach 12 Jahren): 7 Milliarden Menschen

2023 (nach 12 Jahren) wird mit dem Erreichen einer Weltbevölkerung von 8 Milliarden Menschen gerechnet.[6] Bei einem Bevölkerungswachstum von jährlich rund 80 Millionen Menschen steigt die Zahl der Erdenbürger jeden Tag um fast 220.000 und in jeder Minute um über 150 Menschen.

Seit Ende der 1960er Jahre nimmt das jährliche Wachstum prozentual wieder ab: von damals 2,1 % auf 1,15 % im Jahr 2009. Seit Ende der 1980er Jahre nimmt das jährliche Weltbevölkerungswachstum auch in absoluten Zahlen ab: von damals 87 Millionen auf 78 Millionen in den 2010er Jahren.[2]

Die Gesamtzahl der Kinder unter 15 Jahren liegt bei knapp unter 2 Milliarden. Sie stieg von 1960 (1,127 Milliarden) an, erreichte 2001 einen ersten Höhepunkt (1,847 Milliarden) und nahm danach wieder etwas ab (auf 1,834 Milliarden im Jahr 2005); diese Zahl wurde erst 2008 (1,851 Milliarden) wieder übertroffen. 2018 lag die Zahl bei 1,958 Milliarden.[7][8][8] Während die Gesamtzahl (absolute Zahl) sich von 1960 bis 2000 nahezu verdoppelte, ist ihr (relativer) Anteil in dieser Zeit deutlich gesunken. Von 37 % der Weltbevölkerung ab 1960 stieg ihr Anteil kurzzeitig an, erreichte 1966 einen Höchstwert von 38 % und fiel danach kontinuierlich bis auf 25,8 % ab (Stand: 2019).[9]

Der überwiegende Anteil des Bevölkerungswachstums findet derzeit in den Entwicklungsländern bzw. in den wenig entwickelten und ärmeren Staaten der Welt statt. In einigen höher entwickelten Ländern – insbesondere den meisten ehemaligen Ostblock-Staaten – nimmt die Bevölkerung dagegen ab.

Prognosen und Szenarien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

UNO-Bevölkerungs­analyse und -prognose nach Kontinenten[10]
Entwicklung der Weltbevölkerung (und der Wiederkäuer-Nutztier­popula­tionen) nach „World Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice“ 2017[11]

Von der Katastrophentheorie des Thomas Malthus im Jahre 1798 bis in die Gegenwart überschätzten Prognosen die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung zumeist deutlich. Ein Hauptgrund sind Fehlprognosen für die Volksrepublik China. Dort sank das Bevölkerungswachstum stärker als erwartet. In den 1960er Jahren erregte die pessimistische Prognose eines Statistikers in den USA Aufsehen, der für den 21. Juni 2116 ankündigte, dass für jeden Mensch nur noch ein Stehplatz auf der Erde bleibe.[12]

Die UNO erwartete im Jahr 2010 bei mittlerer Projektion bis 2025 8,17 Milliarden und bis 2100 10,9 Milliarden Menschen.[13] 2019 prognostizierte die UNO einen Anstieg auf 8,5 Milliarden Menschen bis 2030 (10 % Anstieg), auf 9,7 Milliarden 2050 (26 %) und auf 10,9 Milliarden im Jahr 2100 (42 %). Die Bevölkerung in Subsahara-Afrika verdopple sich bis 2050 (99 %). Für Ozeanien ohne Australien/Neuseeland erwartete man von 2019 ausgehend bis 2050 einen Anstieg um 56 %, für Nordafrika und Westasien von 46 %, für Australien/Neuseeland um 28 %, für Zentral- und Südasien um 25 %, für Lateinamerika und die Karibik um 18 %, für Ost- und Südostasien um 3 % sowie für Europa und Nordamerika um 2 %.[14]

Das Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) der University of Washington in Seattle erwartet dagegen für 2100 nur 8,8 Milliarden Menschen, also 2 Milliarden weniger als die UNO im Jahre 2019.[15]

1975 erwartete die UNO für 2010 7,6 Milliarden Menschen (0,7 Mrd. zu hoch) sowie für 2100 12,3 Milliarden.[16]

2015 nahm man an, dass die mittlere Kinderzahl (Fertilitätsrate) von 2,5 Kindern pro Frau weltweit bis 2100 unter das sogenannte Ersatzniveau (2,1) auf zwei Kinder pro Frau sinkt.[17]

Läge die mittlere Kinderzahl um ein halbes Kind pro Frau höher, würde die Weltbevölkerung bis 2100 auf 16,6 Milliarden Menschen anwachsen (hohe Variante). Bei einem halben Kind weniger würden im Jahr 2100 nur 7,3 Milliarden Menschen auf der Erde leben (niedrige Variante).[17]

Neben der Fertilitätsrate ist auch die – als allgemein weiter steigend angenommene – Lebenserwartung und die Kindersterblichkeit bedeutsam. Bei der regionalen Verteilung spielen auch Wanderungsbewegungen eine wichtige Rolle.

Das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung betrug im Jahr 2004 gemäß WHO 27,6 Jahre und wird nach UNO-Angaben bis 2050 voraussichtlich auf 38,1 Jahre steigen. Die UNO erwartet bis zum Jahr 2050 einen weltweiten Zuwachs bei den über 60-Jährigen von jetzt gut 10 % auf dann knapp 22 % bei gleichzeitigem Rückgang des Bevölkerungsanteils der Kinder bis 15 Jahre von jetzt knapp 30 % auf knapp 20 %

Mathematische Annäherung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1975 schlug Sebastian von Hoerner eine Formel für das Bevölkerungswachstum vor, die ein hyperbolisches Wachstum mit einer unendlichen Bevölkerung im Jahr 2025 darstellte.[18] Das bis in die 1970er Jahre beobachtete hyperbolische Wachstum der Weltbevölkerung wurde später mit einer nichtlinearen positiven Rückkopplung zweiter Ordnung zwischen demographischem Wachstum und technologischer Entwicklung korreliert.

Diese Rückkopplung kann wie folgt beschrieben werden: technologischer Fortschritt → Erhöhung der Tragfähigkeit von Land für Menschen → demographisches Wachstum → mehr Menschen → mehr potentielle Erfinder → Beschleunigung des technologischen Fortschritts → beschleunigtes Wachstum der Tragfähigkeit → schnelleres Bevölkerungswachstum → beschleunigtes Wachstum der Anzahl potentieller Erfinder → schnellerer technologischer Fortschritt → somit schnelleres Wachstum der Tragfähigkeit der Erde für Menschen usw. Der Übergang vom hyperbolischen Wachstum zu langsameren Wachstumsraten hängt mit dem demographischen Übergang zusammen.[19]

Nach Angaben des russischen Demographen Sergej Kapiza wuchs die Weltbevölkerung zwischen 67.000 v. Chr. und 1965 nach folgender Formel[20]:

  • N ist die aktuelle Population
  • T ist das aktuelle Jahr
  • C = (1.86±0.01)·1011
  • T0 = 2007±1
  • = 42±1

Die Weltbevölkerung nach Kontinenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltbevölkerung nach Kontinenten (Asien dreigeteilt), 400 v. bis 2000 n. Chr.[21]
Weltbevölkerung nach Kontinenten (in Mio.)[22]
2016 2030 2050
Asien 4437 4946 5327
Afrika 1203 1681 2527
Amerika 997 1117 1220
Europa 740 744 728
Ozeanien 40 51 66
Welt 7418 8539 9869

Die folgenden Bevölkerungszahlen und -projektionen sind dem DSW-Datenreport 2016[22] der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung vom September 2016 entnommen und entsprechen der Publikation des Population Reference Bureau: 2016 World Population Data Sheet.[23]

Historische Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

400 v. Chr. bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeitenwende lebten etwa 69 % der Weltbevölkerung in Asien (31 % in China, 21 % in Indien und circa 18 % im restlichen Asien), 18 % in Europa, 10 % in Afrika und 3 % in Amerika und dem Rest der Welt. Diese Anteilsverhältnisse blieben bis zum Jahr 1800 weitgehend konstant.[21]

Indien hatte im frühen Mittelalter seinen prozentual größten Anteil an der Weltbevölkerung mit 30 %. In dieser Zeit lag Europa mit 13 % auf einem historischen Minimum.[21]

China hatte drei Maxima um die Jahre 200, 1200, und 1800 mit Anteilen über 30 %, dazwischen Perioden um die 20 %.[21] Die Ein-Kind-Politik seit Beginn der 1980er-Jahre in China sorgte für eine sichtbare Abflachung der Bevölkerungs-Wachstumskurve. Aktuell (2019) liegt der Anteil an der Weltbevölkerung bei circa 18 %.

Der Anteil von Nord- und Südamerika blieb lange gering und hatte um 1700 ein historisches Tief mit nur 2 %. Er nahm jedoch seit 1800 stark zu und erreichte 1975 die 15 %-Marke.[21]

Afrika schwankte zwischen 7 und 13 %, wobei sein Anteil, um 1900 auf einem historischen Tief angekommen, im Verlauf des 20. Jahrhunderts wieder rasch aufholte.[21]

Um 1900 erreichte Europa sein Maximum mit 24 %, seither fiel es wieder ab. Zeitgleich befand sich Indien auf seinem historischen Minimum mit 18 %.[21]

1950 bis 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgendes Diagramm zeigt die Entwicklung der Bevölkerung der Welt und ihrer Kontinente von 1950 bis 2010 in Millionen[24]

Aktueller Stand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltbevölkerung 2011.svg
randlos
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Die Angaben zu einer Weltbevölkerung von 7418 Millionen Menschen sind dem DSW-Datenreport 2016[25] der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung vom September 2016 entnommen und entsprechen der Publikation des Population Reference Bureau: 2016[23] World Population Data Sheet.

Anteile der Kontinente an der Weltbevölkerung

Nebenstehende Karten und Tabellen:

  • Anteile der Kontinente an der Weltbevölkerung
  • Die Weltbevölkerung 2011
  • Bevölkerung der vier größten Staaten 2011
  • Bevölkerungstabelle 2011

bieten einen vollständigen Überblick zur Verteilung einer Weltbevölkerung von genau sieben Milliarden Menschen auf die in der Liste der Staaten der Erde (am Ende des Jahres 2011) angeführten 206 Staaten:

  1. Karte: Anteile der Kontinente an der Weltbevölkerung – beinhaltet einen farblich gegliederten Überblick zur Bevölkerungsverteilung auf die Kontinente, wobei jedes Feld für ein Prozent der Weltbevölkerung steht.
  2. Karte: Die Weltbevölkerung 2011 – beinhaltet die 136 größeren Staaten mit jeweils mehr als 0,05 % der Weltbevölkerung. In diesen 136 der 206 Staaten leben zusammen 99,2 % der Weltbevölkerung.
  3. Karte: Staaten Bevölkerung 2011 – beinhaltet die Regionen der vier größten Staaten (China, Indien, USA, Indonesien) mit zusammen 45,0 % der Weltbevölkerung, sowie eine Auflistung der 70 kleineren Staaten mit zusammen 0,8 % der Weltbevölkerung.
  4. Karte: Bevölkerungstabelle 2011 – beinhaltet die Bevölkerungszahlen der Kontinente und der 206 Staaten zum Zeitpunkt an dem sieben Milliarden Menschen auf der Welt lebten.

• Quellen der Bevölkerungszahlen nebenstehender Karten: DSW-Datenreport 2011 der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung vom September 2011 (teilweise auf die nächste Million gerundet), sowie die Volkszählungsergebnisse in China, Indien, USA und Indonesien im Jahr 2010 bzw. 2011 (gerundet zur Angleichung an die Bevölkerungszahlen des DSW-Datenreport 2011)

Die bevölkerungsreichsten Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 16 bevölkerungsreichsten Staaten 2011

Die Angaben sind dem DSW-Datenreport 2019 der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung vom November 2019 entnommen und entsprechen der Publikation des Population Reference Bureau: 2019 World Population Data Sheet.

  1. China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China: 1398 Millionen (etwa 18,2 % der Weltbevölkerung)
  2. IndienIndien Indien: 1392 Millionen (18,1 %)
  3. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten: 329 Millionen (5,1 %)
  4. IndonesienIndonesien Indonesien: 268 Millionen (3,7 %)
  5. PakistanPakistan Pakistan: 217 Millionen (2,8 %)
  6. BrasilienBrasilien Brasilien: 209 Millionen (2,7 %)
  7. NigeriaNigeria Nigeria: 201 Millionen (2,6 %)
  8. BangladeschBangladesch Bangladesch: 164 Millionen (2,1 %)
  9. RusslandRussland Russland: 147 Millionen (1,9 %)
  10. MexikoMexiko Mexiko: 127 Millionen (1,7 %)
  11. JapanJapan Japan: 126 Millionen (1,7 %)
  12. AthiopienÄthiopien Äthiopien: 112 Millionen (1,5 %)
  13. PhilippinenPhilippinen Philippinen: 108 Millionen (1,4 %)
  14. AgyptenÄgypten Ägypten: 99 Millionen (1,3 %)
  15. VietnamVietnam Vietnam: 96 Millionen (1,2 %)
  16. DeutschlandDeutschland Deutschland: 83 Millionen (1,1 %)

In diesen 16 bevölkerungsreichsten Staaten leben 5,076 Milliarden Menschen und somit rund zwei Drittel der gesamten Weltbevölkerung von 7,691 Milliarden. Die Europäische Union würde mit 446 Millionen Einwohnern (etwa 5,8 % der Weltbevölkerung) in 27 Mitgliedstaaten (nach dem Brexit) den 3. Rang einnehmen. In China, Indien, der EU und den USA lebt zusammen fast die Hälfte der Weltbevölkerung. Neben der jeweiligen Demografie wird die jeweilige Bevölkerungsentwicklung dabei mitunter stark von der Migration beeinflusst (vgl. Liste der Länder nach Nettomigrationsrate).

Bevölkerungsdichte und Verstädterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebiet Bevölkerungs-
dichte 2015
Welt insgesamt 000000000000054.000000000054
Indien 000000000000400.0000000000400
Volksrepublik China 000000000000144.0000000000144
Europäische Union 000000000000116.0000000000116
Afrika 000000000000040.000000000040
Vereinigte Staaten 000000000000034.000000000034
Südamerika 000000000000024.000000000024
Russland 000000000000008.00000000008
Kanada 000000000000004.00000000004
Australien 000000000000003.00000000003
Mongolei 000000000000002.00000000002
Bevölkerungsdichte nach Regionen
Bevölkerungsdichte nach Staaten

Die Bevölkerungsdichte der Welt ist regional extrem unterschiedlich. Die höchste Bevölkerungsdichte eines Staates weisen die Stadtstaaten Monaco mit rund 19.000, Singapur mit fast 8.000 und Vatikanstadt mit 1.900 Einwohnern pro Quadratkilometer auf. Die größte Bevölkerungsdichte eines Flächenstaats hat Bangladesch mit etwa 1.100 Einwohnern pro Quadratkilometer. Deutschland hat 230, die Schweiz 200 und Österreich rund 110 Einwohner pro Quadratkilometer. Unter den deutschen Bundesländern ist Berlin mit rund 3.900 Einwohnern pro Quadratkilometer am dichtesten besiedelt. Bei den Flächenbundesländern ist es Nordrhein-Westfalen mit 520 Einwohnern pro Quadratkilometer. Der Staat mit der geringsten Bevölkerungsdichte ist die Mongolei mit nur etwa 2 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte der Erde liegt bei etwa 54 Einwohnern pro Quadratkilometer Landfläche (ohne Antarktis).

Die UNO erwartet auch in der Zukunft eine weitere Zunahme der weltweiten Verstädterung. Im Jahr 2007 lebten erstmals in der Geschichte mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Der Anteil der Stadtbevölkerung wird bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf über 60 % steigen und im Jahr 2050 rund 70 % erreichen. Im Jahr 1950 lag er noch bei 30 %, der Anteil der ländlichen Bevölkerung folglich bei 70 %. In absoluten Zahlen bedeutet dies eine Verdopplung der Stadtbevölkerung zwischen 2005 und 2050 von gut drei auf gut sechs Milliarden Menschen. In derselben Prognose aus dem Jahre 2007 erwartet die UNO[26] hingegen, dass die absolute Anzahl der auf dem Land lebenden Menschen zwischen 2010 und 2025 nahezu konstant sein und danach fallen wird.

Alters- und Geschlechterstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungspyramide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungspyramide der Weltbevölkerung von 1950 bis 2100

Neben dem generellen Bevölkerungswachstum ist in den Bevölkerungspyramiden deutlich die Zunahme der Lebenserwartung zu erkennen. Diese zeigt sich in der Wandlung der verbreiterten Pyramidenform hin zu einer ausgeprägten Bienenstockform ab Mitte des 21. Jahrhunderts.

Geschlechterstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschlechterverteilung der Gesamtbevölkerung: Durchschnitt weltweit 1,01 Männer/Frauen; rötlich – mehr Männer, bläulich – mehr Frauen.

Obwohl bei der Geburt das Geschlechterverhältnis bei 1,05 männlich zu 1 weiblich liegt, liegt es Stand 2018 in der Gesamtbevölkerung der Erde bei nur 1,01 zu 1. Dies ist vor allem auf die geringere Lebenserwartung von Männern zurückzuführen. In der Westlichen Welt liegt aus diesem Grund sogar fast überall ein leichter Frauenüberschuss vor. Besonders stark ist der Frauenüberschuss in Russland aufgrund der insbesondere in der Vergangenheit stark unterdurchschnittliche Lebenserwartung russischer Männer. Auffallend ist der hohe Männerüberschuss in der Volksrepublik China, welcher mit häufigen Abtreibungen weiblicher Leibesfrüchte in Folge der Ein-Kind-Politik zusammenhängt. Noch stärker ist der Männerüberschuss aufgrund ihrer vielen männlichen Gastarbeiter in den Ländern der arabischen Halbinsel.

Zahl aller jemals geborenen Menschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Jahr 2011 lebenden sieben Milliarden Menschen sind über sechs Prozent der rund 110 Milliarden jemals geborenen modernen Menschen; über 100 Milliarden sind somit in der Vergangenheit einschließlich der Steinzeit gestorben. Zur Berechnung der Zahl aller jemals geborenen Menschen gibt es verschiedene Quellen, so zum Beispiel einen Artikel des Population Reference Bureau aus dem Jahr 2002[27] mit rund 106 Milliarden jemals geborenen modernen Menschen.

Diese Hochrechnung beginnt mit zwei Menschen im Jahr 50.000 v. Chr., während man heute annimmt, dass die Menschwerdung bereits vor 200.000 Jahren oder früher in die Entstehung des modernen Menschen gemündet hat. Die frühen Menschen spielen in der Gesamtzahl jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Trotz der langen Zeitspanne, der geringen Lebenserwartung und entsprechend hohen Geburtenraten entfallen auf die 42.000 Jahre bis zum Beginn der Sesshaftwerdung vor etwa 10.000 Jahren nur rund ein Prozent der Gesamtzahl, während mehr als die Hälfte allein auf die letzten 2000 Jahre entfällt.

Andere Arten der Gattung Homo, die in einem Zeitraum bis vor etwa 2,5 Millionen Jahren gelebt haben, sind in dieser Hochrechnung nicht enthalten. Beim Neandertaler wird teilweise davon ausgegangen, dass zeitweise nur wenige Tausend gleichzeitig gelebt haben.

Eine andere Hochrechnung stammt vom Mathematik-Department der Universität Hawaii aus dem Jahr 1999[28] und startet bereits vor einer Million Jahren mit zwei Personen. Bei ähnlicher Methodik kommt sie zu einer Gesamtzahl von etwa 96 Milliarden Menschen. Obwohl die Gesamtpopulation bereits zum Beginn der Sesshaftwerdung viel höher eingeschätzt wird, entfällt auch hier mit rund 20 Milliarden Menschen nur eine klare Minderheit auf die Zeit vor 8000 vor Christus. Ausgegangen wird dabei allerdings von einer über den ganzen Zeitraum konstanten Lebenserwartung von 25 Jahren.

Beide Hochrechnungen gehen für die gesamte Frühzeit von einem konstanten Bevölkerungswachstum aus, das sich aufgrund der Rahmenannahmen zu lediglich 0,035 bzw. 0,0015 Prozent pro Jahr errechnet (entspricht einer Verdopplung der Population innerhalb von ungefähr 2.000 bzw. 45.000 Jahren).

Weltbevölkerungstag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. Juli 1987 überschritt die Weltbevölkerung nach UN-Berechnungen die Zahl von fünf Milliarden Menschen. Um auf die damit verbundenen Probleme aufmerksam zu machen, wurde seit 1989 der 11. Juli eines jeden Jahres zum Internationalen Weltbevölkerungstag erklärt.

Am 12. Oktober 1999 wurde nach UN-Berechnungen der sechsmilliardste Mensch auf der Erde geboren;[29] am 31. Oktober 2011 der siebenmilliardste Mensch.[30]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Weltbevölkerung auf countrymeters.info, Abgerufen am 14. Mai 2020.
  2. a b Population Division of the Department of Economic and Social Affairs of the United Nations Secretariat (Hrsg.): World Population Prospects. The 2010 Revision. World Population change per year (thousands) Medium variant 1950–2050. 2012.
  3. https://population.un.org/wpp/Publications/Files/WPP2019_Highlights.pdf
  4. UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2011 (Memento vom 6. November 2012 im Internet Archive), Website der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung
  5. Bevölkerungswachstum Uno kürt siebenmilliardsten Menschen. In: Spiegel Online, 30. Oktober 2011, abgerufen am 7. Januar 2018
  6. a b Der wievielte Mensch bist Du? In: Weltbevölkerungs-Rechner. Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, abgerufen am 14. September 2019.
  7. Bevölkerungsentwicklung: Daten, Fakten, Trends zum demografischen Wandel. (Nicht mehr online verfügbar.) Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB), 2016, archiviert vom Original am 25. März 2018; abgerufen am 5. April 2018. Abschnitt „Entwicklung der Weltbevölkerung nach Altersgruppen, 1950 bis 2015“, S. 77.
  8. a b Population ages 0-14, total – 2019 Revision. World Bank, abgerufen am 24. September 2019.
  9. Population ages 0-14 (% of total), total – 2019 Revision. World Bank, abgerufen am 24. September 2019.
  10. Bevölkerungswachstum und Bevölkerungswachstum nach Regionen. In: Zahlen und Fakten: Globalisierung. Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.
  11. William J. Ripple, Christopher Wolf, Thomas M. Newsome, Mauro Galetti, Mohammed Alamgir, Eileen Crist, Mahmoud I. Mahmoud, William F. Laurance und 15.364 Biowissenschaftler aus 184 Ländern: World Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice. In: BioScience. Band 67, Nr. 12, 2017, S. 1026–1028, doi:10.1093/biosci/bix125.
  12. Rudolf Eppler: Technischer Fortschritt, Bd. 3: Eine Studie über spezielle Umweltprobleme des technischen Fortschritts. Duncker & Humblot, Berlin 1978, S. 109; Gregory Fuller: Das Ende. Von der heiteren Hoffnungslosigkeit im Angesicht der ökologischen Katastrophe. Meiner, Hamburg 2017, S. 24.
  13. UNO-Prognose
  14. World Population Prospects 2019: Key Findings. United Nations | Department of Economic and Social Affairs | Population Division, abgerufen am 23. April 2020 (englisch).
  15. Fertility, mortality, migration, and population scenarios for 195 countries and territories from 2017 to 2100: a forecasting analysis for the Global Burden of Disease Study
  16. UNESCO-Angaben, zitiert nach: Werner Mohrig: Wieviel Menschen trägt die Erde? Urania-Verlag, Leipzig/Jena/Berlin 1976, S. 10.
  17. a b Bevölkerungsprojektionen bis 2100 (Memento vom 19. März 2017 im Internet Archive)
  18. S. von Hoerner: Population explosion and interstellar expansion. In: JBIS. Band 28, 1975, ISSN 0007-084X, S. 691–712 (Online [abgerufen am 17. April 2020]).
  19. A. Korotayev, A. Malkov, D. Khaltourina: Introduction to Social Macrodynamics. Secular Cycles and Millennial Trends. Hrsg.: Scientific Literature and Textbooks. 2006, ISBN 5-484-00559-0 (englisch).
  20. The phenomenological theory of world population growth. 11. Mai 2009, abgerufen am 17. April 2020.
  21. a b c d e f g Colin McEvedy, Richard Jones: Atlas of World Population History. Facts on File, New York: Penguin Books, 1978, S. 342–351, zitiert auf worldhistorysite.com
  22. a b Datenreport der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) 2016
  23. a b 2016 World Population Data Sheet., Toshiko Kaneda, Population Reference Bureau, 24. August 2016, abgerufen am 24. Januar 2019.
  24. United Nations, Department of Economic and Social Affairs: World Population Prospects: The 2010 Revision, Daten online abrufbar
  25. DSW-Datenreport 2016
  26. UN World Urbanization Prospects The 2007 Revision
  27. How Many People Have Ever Lived on Earth? (Memento vom 24. April 2013 im Internet Archive)
  28. How many people have ever lived? Universität Hawaii
  29. Weltbevölkerung – 6.000.000.000 Menschen. In: spiegel.de, 12. Oktober 1999, abgerufen am 7. Januar 2018.
  30. Sadiah Meiselbach: Der siebenmilliardste Mensch wird geboren – und die Öffentlichkeit soll davon erfahren. In: dsw.org, 24. August 2016, abgerufen am 7. Januar 2018.