Wassersleben

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Wassersleben um 1895
Strand von Wassersleben vom Wasser aus
Strandansicht Wassersleben

Wassersleben (dänisch Sosti) ist eine Siedlung im Kreis Schleswig-Flensburg an der deutsch-dänischen Grenze bei Kruså (Krusau), die nördlich an Flensburg angrenzt und direkt in einer Bucht am Strand der Flensburger Förde liegt. Hier liegt eines der Strandbäder der Stadt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wassersleben entstand als Villen-Vorort Flensburgs.[2] Der deutsche Name Wassersleben geht auf den ehemaligen Sekretär der Deutschen Kanzlei in Dänemark, Konferenzrat Joachim Wasserschlebe (* 1. Mai 1709; † 13. März 1787), zurück. Dieser kaufte 1780 als Altersruhesitz ein größeres Grundstück nahe der Mündung der Krusau, direkt am Wasser gelegen.[3] Der dänische Name Sosti (dt. Saustall oder Wildschweinpfad) stammt möglicherweise daher, dass die Bauern in den Wäldern an der Förde früher Schweine gehalten haben. Wassersleben gehörte früher zur Kirchspielsgemeinde Bov (dt. Bau). Seit 1871 war es Teil der Landgemeinde Niehuus, ab 1889 waren alle Landgemeinden im Kirchspiel dem Amtsbezirk Bau unterstellt. Gemeinsam mit der Nachbargemeinde Kupfermühle wurde es 1938 nach Harrislee eingemeindet, obwohl es dorthin kaum direkte Verbindungen gab und gibt und äußerst nah bei Flensburg liegt. Am 10. Februar 1971 wurde der Strand von Wassersleben, bestehend aus ungefähr 147,5 ha, von der Stadt Flensburg ausgemeindet und fiel dabei offenbar ebenfalls an die Gemeinde Harrislee.[4] Seitdem konkurriert Wassersleben mit dem nahgelegenen Ostseebad, welches durch einen kurzen Spaziergang erreichbar ist.

Wassersleben heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch heute ist Wassersleben Teil der Gemeinde Harrislee im Kreis Schleswig-Flensburg. Wassersleben hat heutzutage einen kurtaxfreien Sandstrand in der Flensburger Förde, der 1971 durch Sandaufspülungen stark erweitert wurde.[5] Ein markierter Flachbereich wird während der Hochsaison durch die DLRG überwacht. In der Vergangenheit kam es im nördlichen Abschnitt der Bucht teilweise zu Sperrungen aufgrund von Verunreinigungen durch Colibakterien. Im Hochsommer wird der Strand sowohl von Deutschen wie Dänen frequentiert. In der Gemeinde liegt das Steingrab Räuberhauptmannsberg. Das Radioprogramm der Umgebung wird vom Sender Wassersleben ausgestrahlt.

Seit über 10 Jahren findet am 21. Februar am Strand das nördlichste Biikebrennen des Landes statt.[6] Eine kulturelle Überlieferung zum friesischen Biikebrennen existiert im Raum Flensburg jedoch nicht. Friesland spielt jedoch in der Stadtgeschichte Flensburgs eine gewisse Rolle: Ritter Fleno, der der Sage nach bei der Stadtgründung eine Rolle gespielt haben soll, soll aus Leck gestammt haben.[7] So wird auch vermutet, dass Friesisch zwischen 1200 und 1400 die dritte Umgangssprache war.[8] Zudem sollen 800 Friesen bei der Belagerung der Duburg 1431 mit ihren Schanzarbeiten einen entscheidenden Anteil an der Niederwerfung der Burg gehabt haben.[9]

Ein Waldwanderweg führt von Wassersleben über den Grenzübergang Schusterkate nach Kollund. In Nähe befindet sich der Klueser Wald. Eingegliedert an Wassersleben ist ein Erholungswald mit Grillanlage sowie eine Rasenanlage und ein Minigolfplatz. Große Teile von Wassersleben gehören heute zu einem Landschaftsschutzgebiet.

Die Badewasserqualität wurde in den vergangenen Jahren als durchschnittlich gut eingestuft.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Falk-Verlag: Stadtplan Flensburg + Umgebungskarte, 2013
  2. Harrislee, Daten und Fakten; abgerufen am: 25. April 2014
  3. Dieter Pust: Flensburger Straßennamen, 1990 ISBN 3-925856-11-0
  4. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 413.
  5. Informationen zu Wassersleben bei marschundfoerde.de
  6. Aktivbus: Biikebrennen; Schleswig-Holsteinische Landeszeitung, 19. Februar 2011, abgerufen am 15. Februar 2015.
  7. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 279
  8. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 455
  9. Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Friesische Straße.
  10. Badewasserqualität Strand Wassersleben (Memento vom 27. April 2014 im Internet Archive); abgerufen am 4. Januar 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wassersleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 54° 50′ N, 9° 25′ O