Schmalspurbahn Tessin

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Schmalspurbahn Tessin
Streckenlänge:42,3 km
Spurweite:750 mm (Schmalspur)
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von Sanitz (Normalspur)
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0,0 Tessin[1]
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Zuckerfabrik Tessin
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3,5 Zarnewanz
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6,3 Gnewitz
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Recknitz
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1,3 Abzweig
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1,9 Vilz
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4,7 Kowalz
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6,3 Thelkow
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3,2 Reddershof
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5,2 Selpin
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6,8 Wilhelmshof-Wesselstorf
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8,6 Friedrichshof
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9,5 Abzweig
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12,0 Walkendorf
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10,3 Abzweig
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12,4 Neu Polchow
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15,8 Groß Ridsenow
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11,0 Stechow
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11,6 Abzweig
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13,7 Rensow
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Abzweig
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15,5 Prebberede
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16,7 Vietschow
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13,5 Dalwitz
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16,1 Stierow

Die Schmalspurbahn Tessin (auch Tessiner Rübenbahn oder Werkbahn Tessin) betrieb ein ausschließlich dem Güterverkehr dienendes Eisenbahnnetz um Tessin in Mecklenburg-Vorpommern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brücke der Schmalspurbahn über die Recknitz (2010)

1895 gründeten mehrere Gutsbesitzer und Gutspächter aus der Gegend um Tessin die Schmalspurbahn Tessin GmbH, deren Zweck der „Bau und Betrieb einer landwirtschaftlichen und gewerblichen Zwecken dienenden Kleinbahn“ war. Die Gesellschaft erhielt für den Bau eine Genehmigung nach dem preußischen Kleinbahngesetz, das das Herzogtum Mecklenburg-Schwerin für sein Staatsgebiet übernommen hatte.

Die Schmalspurbahn mit 750 mm Spurweite wurde abschnittsweise 1896 eröffnet und umfasste im größten Ausbauzustand 42,3 km Schienennetz mit einer Reihe von Verzweigungen. Die offizielle Streckenabnahme fand am 12. Dezember 1896 statt, jedoch waren Teile des Netzes bereits vorher in Betrieb. 1897 ging noch ein Abzweig nach Walkendorf in Betrieb, 1914 der Abzweig von Rensow nach Prebberede.

Am 18. Mai 1921 übernahm die Zuckerfabrik Tessin GmbH die Bahn und betrieb sie als Abteilung Schmalspurbahn. Die erste Stilllegung im Netz erfolgte am 23. Mai 1933 mit dem Abschnitt Rensow–Vietschow. Mitte der 1950er Jahre waren nur noch die Abschnitte nach Zarnewanz, Thelkow und Walkendorf in Betrieb, die Strecken südlich von Walkendorf waren bereits stillgelegt. 1958 erfolgte die Stilllegung des Abzweigs nach Genwitz in Folge eines Hochwassers, um 1960 folgte die Strecke nach Thelkow. Nach der Ernte 1963 wurde als letzte Strecke der Abschnitt Tessin–Walkendorf stillgelegt. Der Streckenrückbau erfolgte ab etwa 1970.

Zu den Transportgütern gehörten neben Zuckerrüben Düngemittel.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1896 beschaffte die Gesellschaft bei Krauss & Comp. drei vierachsige, dreifach gekuppelte Dampflokomotiven, von denen in den 1950er Jahren nur noch eine im Einsatz. Die Ausmusterung der letzten dieser Lokomotive erfolgte Ende der 1950er Jahre. 1930 wurde eine 1919 bei Arnold Jung hergestellte Dampflokomotive (Fabriknr. 2835) angeschafft, die bis 1960 in Betrieb war und dann als stationärer Dampfspender an die Molkerei in Gnoien abgegeben wurde. Ab 1960 kam eine Diesellokomotive des Typs LKM V 10 C zum Einsatz.

Der Wagenpark bestand vor allem aus gedeckten (Bestand 1897: 5) und offenen Güterwagen (70). 1960 sollen bei einem Besuch Günter Meyer 89 Güterwagen vorhanden gewesen sein. Personenwagen waren nicht vorhanden. Anfallende Arbeiten an den Fahrzeugen wurden in einer Werkstatt auf dem Gelände der Zuckerfabrik Tessin erledigt. Der gedeckte Güterwagen 81 ist als einziges Fahrzeug erhalten geblieben und wird heute im Mecklenburgischen Eisenbahn- und Technikmuseum Schwerin ausgestellt.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Hengst, Heiko Bergmann: Eisenbahnen zwischen Rostock und Stralsund. Eine Zeitreise von den Anfängen bis zur Gegenwart. Küsten-Regionalverlag, Ueckermünde 2016, ISBN 978-3-943761-14-6, S. 54–57
  • Lothar Schultz: Eisenbahnen in Mecklenburg. 3. Auflage, Transpress, Berlin 1992, ISBN 978-3-344-70732-3, S. 59–62
  • Lothar Schultz, Ulrich Hoeppner: Die Tessiner Schmalspurbahn 1896–1963 (Blätter zur Verkehrsgeschichte Mecklenburgs, Heft 3). 2. Auflage, Freunde der Eisenbahn, Rostock o. J. (1988)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angaben nach Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage, Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. G-Wagen der Schmalspurbahn Tessin, fredriks.de (abgerufen am 5. März 2018).