Tessin (bei Rostock)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Tessin
Tessin (bei Rostock)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Tessin hervorgehoben
54.02805555555612.46805555555615Koordinaten: 54° 2′ N, 12° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Rostock
Amt: Tessin
Höhe: 15 m ü. NHN
Fläche: 24,52 km²
Einwohner: 3895 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 159 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18195
Vorwahl: 038205
Kfz-Kennzeichen: LRO, BÜZ, DBR, GÜ, ROS, TET
Gemeindeschlüssel: 13 0 72 105
Adresse der
Stadtverwaltung:
Alter Markt 1
18195 Tessin
Webpräsenz: www.tessin.de
Bürgermeister: Fred Ibold
Lage der Stadt Tessin im Landkreis Rostock
Rostock Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Ludwigslust-Parchim Admannshagen-Bargeshagen Bartenshagen-Parkentin Börgerende-Rethwisch Hohenfelde (Mecklenburg) Nienhagen (Landkreis Rostock) Reddelich Retschow Steffenshagen Wittenbeck Baumgarten (Warnow) Bernitt Bützow Dreetz (Mecklenburg) Jürgenshagen Klein Belitz Penzin Rühn Steinhagen (Mecklenburg) Tarnow (Mecklenburg) Warnow (bei Bützow) Zepelin Broderstorf Klein Kussewitz Blankenhagen Poppendorf (Mecklenburg) Roggentin (bei Rostock) Broderstorf Thulendorf Altkalen Behren-Lübchin Boddin Finkenthal Gnoien Lühburg Walkendorf Behren-Lübchin Glasewitz Groß Schwiesow Gülzow-Prüzen Gutow Klein Upahl Kuhs Lohmen (Mecklenburg) Lüssow (Mecklenburg) Mistorf Mühl Rosin Plaaz Reimershagen Sarmstorf Diekhof Dolgen am See Hohen Sprenz Laage Wardow Dobbin-Linstow Hoppenrade Krakow am See Kuchelmiß Lalendorf Langhagen Alt Sührkow Dahmen Dalkendorf Groß Roge Groß Wokern Groß Wüstenfelde Hohen Demzin Jördenstorf Lelkendorf Prebberede Schorssow Schwasdorf Sukow-Levitzow Thürkow Warnkenhagen Alt Bukow Am Salzhaff Bastorf Bastorf Biendorf (Mecklenburg) Carinerland Kirch Mulsow Rerik Bentwisch Blankenhagen Gelbensande Mönchhagen Rövershagen Benitz Bröbberow Kassow Rukieten Schwaan Vorbeck Wiendorf (Mecklenburg) Cammin (bei Rostock) Gnewitz Grammow Nustrow Selpin Stubbendorf (bei Tessin) Tessin (bei Rostock) Thelkow Zarnewanz Elmenhorst/Lichtenhagen Kritzmow Lambrechtshagen Papendorf (Warnow) Pölchow Stäbelow Ziesendorf Bad Doberan Dummerstorf Graal-Müritz Güstrow Kröpelin Kühlungsborn Neubukow Sanitz Satow TeterowKarte
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Tessin ist eine Stadt im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist seit 1. Januar 2005 Sitz des gleichnamigen Amtes, dem weitere acht Gemeinden angehören. Von 1990 bis 2004 war die Stadt Tessin amtsfrei und Sitz des Amtes Tessin-Land für die umliegenden Gemeinden.

Geografie[Bearbeiten]

Blick über das Recknitztal auf Tessin

Die Stadt liegt am Westufer der mittleren Recknitz zwischen den Städten Rostock, Laage, Gnoien und Bad Sülze. Die obere Recknitz fließt in einem Urstromtal in nordöstliche Richtung; auf einer Länge von fast 20 km ist das Tal als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Tessin
  • Klein Tessin
  • Helmstorf
  • Vilz
  • Wolfsberger Mühle (historisch)
  • Drevsfelde (historisch - 1818=Wüstung)

[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name[Bearbeiten]

Der altpolabische Name Tĕšin steht für einen Personennamen der übersetzt Freude oder Trost bedeuten könnte. Der Name wandelte sich von Tessyn (1253) nach Tessin (nach 1400) nur unwesentlich.

Mittelalter[Bearbeiten]

Als wendische Fliehburg fand der Ort 1121 erstmals Erwähnung. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts siedelten sich deutsche Handwerker und Kaufleute an, in diese Zeit fiel auch die Errichtung der Burg, die 1253 erstmals als deutsche Burg bezeugt wurde. Seit 1323 gehörte Tessin zu Mecklenburg, nachdem kurz zuvor das Stadtrecht gewährt wurde. 1343 wurde die Stadt als oppidum benannt. 1350 erfolgte die Weihe der St. Johanneskirche. Bis ca. 1540 hatte der mecklenburgische Vogt auf der Burg seinen Sitz.

16. bis 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Flußübergang bei Tessin 1762

In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt völlig zerstört. Nach allmählichem Wiederaufbau verwüsteten 1728 und 1741 Feuersbrünste einen Großteil des Ortes. Tessin entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert zu einer typischen mecklenburgischen Landstadt. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts setzte mit der Industrialisierung in Deutschland auch in Tessin der wirtschaftliche Aufschwung ein. 1893 wurde eine Molkerei errichtet und mit der Inbetriebnahme der Bahnstrecke Rostock - Tessin 1895 folgten weitere Industrieansiedlungen des ländlichen Raumes, wie der Bau einer Zuckerfabrik im selben Jahr. 1908 wurde eine Gasanstalt errichtet und 1912 das Krankenhaus eröffnet.

Neuere Zeit[Bearbeiten]

1935 wurde auf dem alten Markt an der Stelle des alten Rathauses ein neues Rathaus gebaut.

Tessin wurde Ende April 1945 kampflos von der Roten Armee besetzt. Ein großer Teil der Bevölkerung war in die umliegenden Wälder geflüchtet. 107 Menschen begingen Selbstmord.[3]

In der Zeit zwischen 1958 und 1975 wurden die Schule in der Camminer Chaussee, die Wohngebäude am Helmstorfer Weg, eine Konsum-Kaufhalle sowie die Wohnanlage „Am Rosengarten“ errichtet. Ende der 1980er Jahre verfiel die Altstadt von Tessin immer mehr und wie in der DDR üblich, wurde statt aufwändiger Sanierungen eine Plattenbau-Wohnanlage gebaut, um den Wohnungsbedarf zu decken.

Unweit von Tessin in einem Waldstück an der Landstraße nach Laage wurde in den 1960er Jahren ein militärisches Sperrgebiet eingerichtet. Die Nationale Volksarmee der DDR errichtete in den 1970er Jahren einen geheimen Bunker. Es handelte sich um den Hauptgefechtsstand (HGS) der Volksmarine der DDR für den Kriegsfall.[4]

Nach der Wende wurde 1991 die Stadt Tessin in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen und der Historische Stadtkern zum Sanierungsgebiet erklärt. In der Folgezeit wurden die Straßen, Plätze, Häuser und öffentliche Gebäude saniert und die Baulücken in der Altstadt durch moderne Wohn- und Geschäftshäuser geschlossen. Die gesamte Infrastruktur wurde erneuert und modernisiert. Die Altstadtsanierung wurde 2006 fast beendet.

Daneben wurde seit 1990 das Gewerbegebiet „Am Tannenkopp“, neue Wohngebiete („Gauswisch“, „An der Quelle“), aber auch Sozialwohnungen und altersgerechte Wohnungen gebaut. Viele Baulücken konnten geschlossen werden. Es wurde ein Seniorenzentrum errichtet und das Krankenhaus zu einer Klinik für Geriatrie umgebaut. Vielfältige Sport- und Freizeitanlagen, wie ein Freizeit- und Wellnesscenter mit Hallenbad, Minigolfanlage und Tennisplätzen, ein modernes Fußball- und Leichtathletikstadion und durch die Sanierung der „Alten Zuckerfabrik“ eine Eis- und Kletteranlage sind entstanden.

Religion[Bearbeiten]

In Tessin gibt es vier christliche Gemeinden, die der Evangelisch-Lutherischen Kirche Mecklenburgs St. Johannis, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Brüdergemeinde), die Katholische Kirche St. Bernhard, sowie die der Neuapostolischen Kirche[5].

Politik[Bearbeiten]

Rathaus von Tessin

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 10. April 1858 durch Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, festgelegt und unter der Nr. 103 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Gespalten durch einen blauen Pfahl; rechts in Gold ein halber hersehender schwarzer Stierkopf mit silbernen Hörnern, goldener Krone und geschlossenem Maul am Spalt, überhöht von einem blauen sechsstrahligen Stern, links in Rot eine halbe silberne Lilie am Spalt.“ [6]

Das Wappen wurde 1996 neu gezeichnet.

Mit der Verleihung des Stadtrechts durch Heinrich den Löwen 1320/21 erhielt Tessin auch Wappen und Siegel. Das älteste erhaltene, welches dem Wappen entspricht, befindet sich an einer Urkunde in Lübeck vom Jahr 1364. Ab 1590 findet sich dann ein etwas größeres Siegel. Das Wappen besteht nun aus vier Teilen: dem Stierkopf für Mecklenburg. Das Halsfell ist nicht vorhanden, da die Tessiner historisch zur Nebenlinie Rostock des Hauses Mecklenburg zählen. Die Lilie ist nicht klar zu deuten. Sie kann für Unschuld und Reinheit stehen, aber auch etwas mit der einstigen dänischen Oberhoheit zu tun haben. Der Tochter des Dänenkönigs Waldemar waren neben Tessin auch noch Ribnitz, Sülze und Gnoien als Leibgedinge verschrieben, als sie sich mit Heinrich II. von Mecklenburg verlobte. Die Lilie kann auch auf die Familie Schack zurückgehen, die sie in ihrem Wappen führt und die im Bereich der Stadt reich begütert war. Der blaue Pfahl steht vermutlich für die Recknitz als wichtigem Grenzfluss zu Pommern. Der Stern steht möglicherweise für eine einstige Befestigung Tessins. Er kann aber auch als unbedeutender Schmuck gedeutet werden.[7]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Tessin ist an die Ostseeautobahn A 20 mit zwei Abfahrten angebunden und liegt an der Bundesstraße 110 von Rostock über Tessin nach Demmin. Die Regional-Express-Linie 8 fährt vom Endpunkt Tessin über Rostock weiter nach Wismar. Mit ihr erreicht man in ca. 30 Minuten den Rostocker Hauptbahnhof. Der See- und Fährhafen Rostock (Fähren in Richtung Skandinavien) ist direkt über die Autobahn erreichbar. Der Flughafen Rostock-Laage ist ca. 30 km entfernt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Tessin (bei Rostock)

Kirche in Vilz
  • Die Stadtkirche Tessin ist die gotische St. Johanniskirche aus Backsteinen; Chor um 1343, Langhaus aus der Mitte des 14. Jh., Dachturm von 1728, Vorhalle von 1898.
  • An der Kirche wurde am 8. Mai 2005 ein Gedenkkreuz für die Opfer des Zweiten Weltkrieges eingeweiht.
  • Das Mühlenhaus am Alten Markt als ältestes Fachwerkhaus der Stadt wurde 1742 gebaut. Es wurde 1993 von der Stadt Tessin gekauft und saniert. In diesem unter Denkmalschutz stehenden Haus befindet sich ein Trauzimmer, die Heimatstube, und das Heimatmuseum. Das Mühlenhaus ist Sitz des Tessiner Heimatvereins.
  • Die Stadtbibliothek ist im Anbau des Rathauses, dem Bürgerhaus, untergebracht
  • Im Jahr 2003 wurde ein neuer Aussichtsturm auf dem Prangenberg eingeweiht. Von hier aus hat man einen Blick auf die Stadt Tessin und auf das Recknitztal. Der Turm ist 14 m hoch.
  • Gedenkstein von 1956 in der Bahnhofstraße für die Opfer des Faschismus
  • Gedenkstele aus dem Jahre 1970 von dem Bildhauer Gerhard Rommel im Hof der Anne-Frank-Schule für das jüdische Mädchen Anne Frank, das 1945 im KZ Bergen-Belsen ums Leben kam

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Ernst Heydemann (1876-1930) war ein deutscher Politiker und 1919 bis 1930 Bürgermeister und Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock.
  • Carl Heydemann (1878-1939) war der letzte Oberbürgermeister in der Hansestadt Stralsund vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten.
  • Peter Döring (*1943), Ringer.
  • Christa Köhler (* 1951 in Vilz), Wasserspringerin
  • Roland Methling (* 1954) ist seit 2005 Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tessin (bei Rostock) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung (PDF; 315 kB)
  3. Paul Neumann: Bericht in "Unser Mecklenburg", 1965, S.11
  4. http://einestages.spiegel.de/static/authoralbumbackground/23305/warmes_grab_im_kalten_krieg.html
  5. Neuapostolische Kirche Gemeinde Tessin
  6. Hauptsatzung, § 1 Abs.1
  7. Vgl.: tessin.de