Wardow

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Wardow führt kein Wappen
Wardow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wardow hervorgehoben
53.93305555555612.41666666666739Koordinaten: 53° 56′ N, 12° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Rostock
Amt: Laage
Höhe: 39 m ü. NHN
Fläche: 68,85 km²
Einwohner: 1323 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18299
Vorwahl: 038459
Kfz-Kennzeichen: LRO, BÜZ, DBR, GÜ, ROS, TET
Gemeindeschlüssel: 13 0 72 112
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 7
18299 Laage
Webpräsenz: www.amt-laage.de
Bürgermeister: Günther Schink
Lage der Gemeinde Wardow im Landkreis Rostock
Rostock Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Ludwigslust-Parchim Admannshagen-Bargeshagen Bartenshagen-Parkentin Börgerende-Rethwisch Hohenfelde (Mecklenburg) Nienhagen (Landkreis Rostock) Reddelich Retschow Steffenshagen Wittenbeck Baumgarten (Warnow) Bernitt Bützow Dreetz (Mecklenburg) Jürgenshagen Klein Belitz Penzin Rühn Steinhagen (Mecklenburg) Tarnow (Mecklenburg) Warnow (bei Bützow) Zepelin Broderstorf Klein Kussewitz Blankenhagen Poppendorf (Mecklenburg) Roggentin (bei Rostock) Broderstorf Thulendorf Altkalen Behren-Lübchin Boddin Finkenthal Gnoien Lühburg Walkendorf Behren-Lübchin Glasewitz Groß Schwiesow Gülzow-Prüzen Gutow Klein Upahl Kuhs Lohmen (Mecklenburg) Lüssow (Mecklenburg) Mistorf Mühl Rosin Plaaz Reimershagen Sarmstorf Diekhof Dolgen am See Hohen Sprenz Laage Wardow Dobbin-Linstow Hoppenrade Krakow am See Kuchelmiß Lalendorf Lalendorf Alt Sührkow Dahmen Dalkendorf Groß Roge Groß Wokern Groß Wüstenfelde Hohen Demzin Jördenstorf Lelkendorf Prebberede Schorssow Schwasdorf Sukow-Levitzow Thürkow Warnkenhagen Alt Bukow Am Salzhaff Bastorf Bastorf Biendorf (Mecklenburg) Carinerland Kirch Mulsow Rerik Bentwisch Blankenhagen Gelbensande Mönchhagen Rövershagen Benitz Bröbberow Kassow Rukieten Schwaan Vorbeck Wiendorf (Mecklenburg) Cammin (bei Rostock) Gnewitz Grammow Nustrow Selpin Stubbendorf (bei Tessin) Tessin (bei Rostock) Thelkow Zarnewanz Elmenhorst/Lichtenhagen Kritzmow Lambrechtshagen Papendorf (Warnow) Pölchow Stäbelow Ziesendorf Bad Doberan Dummerstorf Graal-Müritz Güstrow Kröpelin Kühlungsborn Neubukow Sanitz Satow TeterowKarte
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Wardow ist eine Gemeinde im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Gemeinde wird vom Amt Laage mit Sitz in der gleichnamigen Stadt verwaltet.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wardow liegt nördlich und östlich der Stadt Laage, ca 25 km von Rostock entfernt. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von der Endmoräne westlich der Recknitz über die Recknitzniederung nach Osten in einen sanft hügeliges Bereich, der vom Pludderbach und der Polchow entwässert wird (beide Zuflüsse der Recknitz). Die Höhen erreichen kaum 50 m ü. NN. Das Gemeindegebiet wird heute vornehmlich von der Landwirtschaft geprägt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Schon seit Jahrhunderten gehören die Orte Wozeten und Spotendorf zu Wardow. Weitere Ortsteile der erweiterten Gemeinde Wardow sind Alt Kätwin, Goritz, Groß Ridsenow, Klein Ridsenow, Kobrow, Kossow, Neu Kätwin, Polchow, Teschow und Vipernitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Spotendorf und Wozeten wurden am 1. Juli 1950 eingegliedert. Am gleichen Tag wurde Alt Polchow nach Groß Ridsenow eingegliedert. Am 1. Juli 1972 wurde der Ort nach Wardow umgegliedert.[2]

Goritz kam am 1. Juli 1950 nach Kobrow, das seit dem 1. Juli 1972 zu Wardow gehört.[2]

Am 1. Januar 2002 wurde die ehemals selbständige Gemeinde Groß Ridsenow der Gemeinde Wardow angegliedert.[3] Am 1. Januar 2004 folgte Alt Kätwin.[4]

Wardow[Bearbeiten]

Zu den bedeutenden frühen Siedlungsspuren in Wardow zählen die Hügelgräber und Steinhügelgräber. Mecklenburgs älteste Handelsstraße, die Via Regia führte vor 1000 Jahren hier entlang. Sie wurde sowohl von slawischen als auch arabischen Händlern genutzt. Damals war Polchow eine Raststätte, während bei Wardow eine schützende Wallburg lag. Die Erdanlage dieses Burgwalls ist noch erhalten.

Wardow wurde 1270 erstmals in einer Urkunde genannt.[5]

An die frühmittelalterlichen Wallanlagen schließt sich der Landschaftspark des Gutshauses Wardow an. Das neogotische Gutshaus aus dem 19. Jahrhundert wurde bis in die 2000er Jahre als Schule genutzt und wird derzeit saniert.

1788 wurde eine Mühle errichtet. Die jetzt noch existierende Erdholländermühle, die bis 1967 in Betrieb war, stammt aber von 1891. Seit 1798 befand sich auch eine ritterliche Schule im Ort. Ab 1990, mit dem Bau neuer Eigenheime, hat sich Wardows Ortsbild deutlich verändert.

Polchow[Bearbeiten]

Dorfkirche in Polchow

Polchow wurde 1216 erstmals urkundlich genannt. Damals erhielt das Kloster Dargun von Kasimir, Herzog von Pommern, das Landgut Polchow. Ebenso erhielt das Kloster vom Bischof Konrad von Cammin das Patronatsrecht über die Polchower Kirche. Während der Reformation, um 1552 erfolgte die Auflösung des Klosters. Polchow ging in herzoglicher Besitz über. 1613 wurde der Ort ein ritterschaftliches Gut. Als Lehnsgut wurde es an Jürgen von Moltke vergeben. 1631 entzog man den Moltkes das Gut wegen ihrer Dienste für Wallenstein und es erhielt der schwedischen General Acke von Tott, danach Oberst James Ramsey. 1653 erhielten die Moltkes das Gut zurück. 1728 verkaufte man Polchow für 19.666 Taler an Graf Henning Friedrich von Bassewitz und von 1748 bis 1750 wird der Hof Neu Polchow als Nebengut von Groß Ridsenow durch den Baron von Wendhausen angelegt.

Eine aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche wurde 1888 wegen Baufälligkeit abgerissen und bis 1891 eine neue Kirche gebaut. Auf dem an der Kirche gelegenen Friedhof steht die tausendjährige Sommerlinde. Sie wurde 1937 zum Naturdenkmal erklärt und ist die älteste Linde Mecklenburgs.

Gutshaus Polchow

Gutshaus Polchow wurde 1904 bis 1907 gebaut. An seiner Stelle stand ein Vorgängerbau, den Wilhelm von Lowtzow, dessen Eltern 1893 das Gut erwarben, abreißen ließ. Von 1934 bis 1945 war das Gut im Besitz des Cottbuser Tuchfabrikanten Fritz Loll.
Das Gutshaus war danach Flüchtlingslager und dann eine soziale Einrichtung. Das 2002 privatisierte Gebäude wurde für Ferienwohnungen umgebaut.

Alt Kätwin[Bearbeiten]

Die ehemals selbständige Gemeinde Alt Kätwin wurde 1238 und Groß Ridsenow erstmals 1304 erwähnt.

Groß Ridsenow, in den 1930er Jahren von Bauern aus dem Schwarzwald, aus Ostfriesland und Holstein aufgesiedelt, verfügt über einen sehenswerten Glockenturm. Die Kirche war im Dreißigjährigen Krieg abgebrannt. Das Gutshaus stammt von 1776.

Spotendorf[Bearbeiten]

Spotendorf gehört zu den alten Siedlungsstellen. Es hat auch von der Lage her eine der schönsten Gutsanlagen im Kreis Güstrow. 1284 besaß Heinrich Frese das Gut, das er 1286 der Stadt Rostock überließ. Das Gutshaus wurde um 1870 mit Park nach Norden erbaut. Bis 1945 war es im Besitz von Albrecht Wendhausen, der in der Weimarer Republik in den Kapp-Putsch verwickelt war. Eine schöne Scheune ist noch erhalten.

Kobrow[Bearbeiten]

Kobrow findet sich erstmals 1346 in den Annalen. Gutsbesitzer waren unter anderem die Familien von Vieregge (1741–1755), von Gundlach (1760–1784), von Genzkow (1796–1804), Hundt (1804–1825) und von Bülow (1859–1930). Oberstleutnant Ernst August Wilhelm von Bülow ließ 1860 das Kobrower Herrenhaus erbauen. Das Gut wurde 1937 für 44 Siedler aufgesiedelt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Neugotische Dorfkirche Polchow von 1891 nach Plänen von Gotthilf Ludwig Möckel vom Teterower Baumeister Pitschner gebaut.
  • Tausendjährige Sommerlinde in Polchow
  • Gutshaus Alt Kätwin: Zweigeschossiges Bauwerk von um 1820/30
  • Gutshaus (Herrenhaus) Kobrow: Zweigeschossiger Putzbau von um 1860
  • Gutshaus Groß Ridsenow mit Park: Eingeschossiger Fachwerkbau von um 1776 mit Mansarddach und Zwerchgiebel
  • Gutshaus Polchow in Alt Polchow: Neobarockes, zweigeschossiger Putzbau von 1907 nach Plänen Gotthilf Ludwig Möckel für Wilhelm von Lowtzow
  • Gutshaus Spotendorf mit Parkfragment: Neoklassizistischer, eingeschossiger Backsteinbau von um 1870 mit Sockelgeschoss und Mittelrisalit. Eine schöne Scheune ist noch erhalten und ein findlingsummauerter Teich im Süden.
  • Gutshaus Teschow: Zweigeschossiger Putzbau mit Krüppelwalmdach
  • Gutshaus (Schloss) Wardow: Neogotischer (Tudorstil), zweigeschossiger Putzbau von 1840; zur DDR-Zeit stark vereinfacht

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet führt die Verbindungsstraße von Laage nach Tessin. Südlich von Wardow verläuft die B 108 (Rostock - Laage - Teterow) und nördlich die A 20 (Anschlussstellen Dummerstorf, Sanitz und Tessin). In der nahen Stadt Laage besteht Bahnanschluss nach Rostock, Güstrow und Berlin.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  5. Verein für Meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde (Hg.): Meklenburgisches Urkundenbuch, Band 2: 1251-1280. Verlag von Carl Christoph Stiller, Schwerin 1864. S. 381, Urkunde Nr. 1190.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wardow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien