Werner Juza

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Werner Juza (* 22. März 1924 in Rodewisch im Vogtland) ist ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker. Er lebt und arbeitet in Wachau bei Radeberg. Ein wichtiger Aspekt seines Schaffens sind Arbeiten für Kirchen und andere öffentliche Gebäude.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Signatur Werner Juzas

Juza wurde am 22. März 1924 in Rodewisch im Vogtland geboren. Sein Vater arbeitete in der Königlich Sächsischen Landes-Heil- und Pflegeanstalt für Geisteskranke zu Untergöltzsch. Nach dem Umzug nach Dresden besuchte er das am Fiedlerplatz befindliche König-Georg-Gymnasium. Im Jahr 1941 begann er an der Staatsbauschule in Dresden eine Ausbildung zum Architekten, die er 1942 wegen seiner Einberufung zum Kriegsdienst abbrechen musste. Juza geriet in Kriegsgefangenschaft. Nach dem Ende des Krieges nahm er 1946 ein Architekturstudium in Weimar auf, das er 1947 abbrach, um in einem Architekturbüro zu arbeiten. Ab 1951 war Juza als freischaffender Künstler tätig. Der Autodidakt arbeitete mit dem Pfarrer und Schriftsteller Karl Josef Friedrich aus Seifersdorf zusammen, der ihn unterstützte und ihm Aufträge in durch Kriegseinwirkung sanierungs- und restaurationsbedürftigen Kirchen verschaffte.[1][2] Das Arbeiten im Bereich der Kirchenbauten war eine Nische, die es Juza zu DDR-Zeiten ermöglichte, nicht staatskonform agieren zu müssen. Dadurch kam es zu Konfrontationen mit staatlichen Organisationen, die bis zur Schließung von Ausstellungen (u. a. eine Gemeinschaftsausstellung mit Hermann Naumann) führten und staatliche Aufträge für Juza verhinderten.

Zu Juzas Arbeitsspektrum gehören unter anderem das Zeichnen (Bleistift-, Feder-, Kugelschreiberzeichnungen) und das Malen (Öl, Aquarell), außerdem die Holzbearbeitung, Kupfertreibarbeiten, die Innengestaltung (vor allem von Kirchenräumen) und die Gestaltung von Glasfenstern. Ein Großteil seines Schaffens widmet sich christlichen Themen. Arbeiten Juzas sind in vielen Kirchen, vor allem in Sachsen, zum Beispiel in Form von Altarbildern zu finden. Impressionen aus seiner Heimat sind ein weiteres Thema seiner Werke.[3] Zu seinen bekanntesten Werken zählt das Wandgemälde Versöhnung in der Dreikönigskirche in Dresden. Da der Sächsische Landtag von 1990 bis 1993 in der Kirche seinen Sitz hatte, wurde das Wandbild zu einem Symbol des politischen Neuanfangs in Sachsen nach der Wende. Im Bürgerfoyer des neuen Landtagsgebäudes wurde eine Reproduktion des Bildes installiert.[4]

Juza bekam 1999 die Sächsische Verfassungsmedaille durch den Freistaat Sachsen verliehen.[5] Er ist Ehrenmitglied im Künstlerbund Dresden.[6] Die Gemeinde Wachau ernannte Juza im Jahr 2010 als ersten Einwohner des Ortes zum Ehrenbürger. Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich überreichte ihm am 12. Oktober 2010 die Ehrenbürgerurkunde.[7]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der sinkende Petrus“ (1971) – Wandbild aus Schmiedeeisen am Wiesenhaus im Sächsischen Epilepsiezentrum Radeberg
Gedenktafel für Alois Andritzki in Radibor (1984)

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Autor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Malerei/Grafik. In Zusammenarbeit mit Ingrid Wenzkat, Radeberg 2006.

Als Illustrator (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Rostin: Es kommt ein Stern gezogen: Ein Weihnachtsbuch. VOB Union Verlag, Berlin 1961.
  • Karl Josef Friedrich: Christliche Zeugen. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1964.
  • Gerhard Bosinski, Paul Toaspern (Hrsg.): Wer mir dienen will. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1978.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner Juza. Bildatlas Kunst in der DDR, abgerufen am 7. März 2014.
  2. Kurzbiografie Werner Juza. Schmidt Kunstauktionen Dresden, abgerufen am 7. März 2014.
  3. Ingid Wenzkat: Es sind große Sterne unterwegs. In: Neue Zeit, Ausg. vom 10. Dezember 1977 (online).
  4. a b Neue Ausstellung im Landtag zeigt Lebenswerk des sächsischen Künstlers Werner Juza. Sächsischer Landtag, abgerufen am 26. Februar 2016.
  5. Träger der Sächsischen Verfassungsmedaille. Landtag Sachsen, abgerufen am 26. Februar 2016 (PDF; 42 kB).
  6. Mitgliederliste. Künstlerbund Dresden, abgerufen am 7. März 2014.
  7. Werner Juza: Wachaus erster Ehrenbürger. Gemeinde Wachau, abgerufen am 6. März 2014.
  8. Das Altarbild in der Kirche Einsiedel von Werner Juza. Heimatwerk Einsiedel, abgerufen am 6. März 2014.
  9. Gudrun Täubert: Kunst im Öffentlichen Raum der Stadt Radebeul. In: verein für denkmalpflege und neues bauen radebeul (Hrsg.): Beiträge zur Stadtkultur der Stadt Radebeul. Radebeul 2002. (Onlineversion der Objektliste)
  10. Kirche Lampertswalde. Kirchenbezirk Meißen‑Großenhain, abgerufen am 6. März 2014.
  11. Matthäuskirche. www.dresdner-stadtteile.de, abgerufen am 6. März 2014.
  12. Sächsische Landschaft. Bildatlas Kunst in der DDR, abgerufen am 6. März 2014.
  13. Pfarrei St. Franziskus Chemnitz. Abgerufen am 6. März 2014.
  14. Neue Dresdener Galerie (Hrsg.): Werner Juza: Malerei, Grafik; Ausstellung 1.–27.8.1980. (online bei Google Books).
  15. Ingrid Roßki: Kraftmeier, Piercingdame und Natur. In: Sächsische Zeitung, Ausg. vom 28. Juli 2004 (online).
  16. Ausstellungshistorie. Reiterhaus Neusalza-Spremberg, abgerufen am 6. März 2014.
  17. 20 Jahre Wandbild > VERSÖHNUNG < in der Dreikönigskirche. Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen, abgerufen am 6. März 2014.
  18. Werner Juza und Matthias Lüttig. Malerei-Grafik-Fotografie. Museum Schloss Klippenstein, abgerufen am 6. März 2014.