Werner Pfeil (Politiker)

Werner Pfeil (* 21. März 1966 in Stolberg, Rheinland) ist ein deutscher Rechtsanwalt, Politiker (FDP) und seit 1. Juni 2017 Abgeordneter im Landtag Nordrhein-Westfalen.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Werner Pfeil immatrikulierte sich nach dem Abtur im Jahr 1987 an der Universität Trier für das Fach Jura. Nach einem Studienaufenthalt im Spätsommer 1990 an der London School of Economics and Political Science (LSE) legte er im Sommer 1992 das Erste Juristische Staatsexamen in Rheinland-Pfalz ab. Im Herbst 1992 erlangte er das „Zertifikat über interdisziplinäre europäische Studien“ der Universität Trier, 1994–1995 war er Rechtsreferendar am Pfälzischen Oberlandesgericht Zweibrücken und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Reiner Schulze, Direktor des Instituts für Deutsches und Europäisches Privatrecht, Universität Münster, außerdem Mitarbeiter bei der Europäischen Rechtsakademie in Trier.
Im Jahr 1996 wurde er als Rechtsanwalt beim Landgericht Aachen zugelassen. Ebenfalls 1996 erhielt er ein Stipendium der Robert-Schuman-Stiftung, Paris, und nahm am Fachanwaltslehrgang für Steuerrecht teil.
1998 promovierte er über „Historische Vorbilder und Entwicklung des Rechtsbegriffs der Vier Grundfreiheiten im Europäischen Gemeinschaftsrecht“. Neben seiner anwaltlichen Tätigkeit hat er zusätzlich diverse Veröffentlichungen verfasst. 2005 wurde ihm nach bestandenem Lehrgang und Prüfung die Bezeichnungen Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht sowie Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht verliehen.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Pfeil ist seit 1999 Mitglied der FDP und war zunächst als sachkundiger Bürger im Kreistag tätig. Von 2006 bis 2022 war er Kreisvorsitzender des Kreisverbandes der FDP Aachen Land und von 2006 bis 2024 stellvertretender Bezirksvorsitzender des Bezirks Aachen seiner Partei. Er war Mitglied des alten Kreistages Aachen und hat für die FDP-Fraktionen von Stadt und Kreis Aachen in den Jahren 2006 und 2007 die Gespräche begleitet, die zur Gründung der StädteRegion Aachen durch das Gesetz zur Bildung der StädteRegion Aachen vom 26. Februar 2008 geführt haben. Pfeil war im alten Kreistag und auch im StädteRegionstag, dem er von 2009 bis 2024 angehörte, in drei Legislaturperioden, nämlich 2005–2010, 2010–2015 und 2015–2020, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP-Fraktion.
Seit 2010 war er Fraktionsvorsitzender der FDP-Fraktion zunächst in der Regio e. V. und hat dort im Satzungskonvent für seine Fraktion an den Gesprächen zur Gründung des Zweckverbands Region Aachen und dessen Satzung mitgearbeitet. Im neu gegründeten Zweckverband Region Aachen ist er seit 2012 Fraktionsvorsitzender der FDP-Fraktion. Von 2014 bis 2022 war er Mitglied des Landesvorstands NRW der FDP und wurde bei der Landtagswahl im Mai 2017 in den Landtag von NRW auf Listenplatz 12 gewählt. Er kandidierte zudem im Landtagswahlkreis Aachen III, wo er 7,7 % der Erststimmen erhielt. Bei der Landtagswahl 2022 kandidierte er erneut für das Direktmandat im Wahlkreis Aachen III und erhielt 5,2 % der Erststimmen.[1] Pfeil zog dann über Platz 11 der Landesliste in den Landtag ein.
Mitglied im Landtag von Nordrhein-Westfalen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Werner Pfeil gehört dem Landtag seit dem 14. Mai 2017 an und ist Mitglied in folgenden Funktionen bzw. Gremien:
- Vorsitzender und ordentliches Mitglied des Rechtsausschusses sowie Sprecher FDP-Fraktion im Rechtsausschuss
- ordentliches Mitglied und Sprecher der FDP-Fraktion im Ausschuss für Europa und Internationales
- ordentliches Mitglied und Sprecher der FDP-Fraktion im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss II Hochwasserkatastrophe
- ordentliches Mitglieder des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses IV (OVG-Besetzung)
- Stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss
- Stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Frauen und Gleichstellung
- Stellvertretendes Mitglied im Wahlprüfungsausschuss
- Stellvertretendes Mitglied der Enquetekommission Künstliche Intelligenz
Engagement ausserhalb der Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2010 wurde Pfeil von der Mitgliederversammlung des Aachener Karnevalsvereins ggr. 1859 e. V. (AKV) zum Präsidenten gewählt. Dieses Amt bekleidete er als 19. Präsident des Vereins bis August 2022. Unter seiner Präsidentschaft hat die Mitgliederversammlung auf seinen Antrag hin die Satzung geändert und Frauen die Mitgliedschaft eröffnet. Zahlreiche neue Veranstaltungsformate wurden unter der Leitung von Pfeil umgesetzt und im Jahr 2021 wurde zum ersten Mal in der Geschichte des AKV, aufgrund der damals geltenden Kontaktverbote durch die COVID-19-Pandemie, die erste Online-Prinzenproklamation in der Geschichte des AKV durchgeführt, wobei der designierte Prinz Guido I und Werner Pfeil alleine im Aachener Quellenhof die Proklamation durchführten. Der Elferrat, Hofstaat und sonstige Würdenträger wurden online zugeschaltet. Die Aachener Karnevalisten konnten dies im Internet verfolgen. In seiner Zeit als Präsident hat er mit seinem Elferrat folgende Personen mit dem Orden wider den tierischen Ernst ausgezeichnet: Karl-Theodor zu Guttenberg (2011), Ottfried Fischer (2012), Cem Özdemir (2013), Christian Lindner (2014), Annegret Kramp-Karrenbauer (2015), Philipp zu Guttenberg (2015), Markus Söder (2016), Gregor Gysi (2017), Winfried Kretschmann (2018), Julia Klöckner (2019), Armin Laschet (2020) und Iris Berben (2021 und 2022 coronabedingt). Die Veranstaltungen wurden durch die ARD im Fernsehen übertragen.
Seit 2010 gehört Pfeil dem Beirat der Sammlung Crous gGmbH an. Seit 2025 ist er der Geschäftsführer der gemeinnützigen Sammlung Crous.[2]
Veröffentlichungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Mehrsprachigkeit in der Europäischen Union – eine Frage von Verfassungsrang?, in: Lebende Sprachen 1996, S. 1ff
- Der Aspekt der Mehrsprachigkeit in der Union und sein Einfluss auf die Rechtsfortbildung des Europäischen Gemeinschaftsrechts, in: Zeitschrift für Rechtsvergleichung, Internationales Privatrecht und Europarecht 1996, S. 11ff.
- Die Bestimmung des § 110 I Nr. 2 BewG im Lichte der EG-rechtlichen Grundfreiheit des freien Kapitalverkehrs, in: Recht der Internationalen Wirtschaft 1996, S. 788ff.
- 40 Jahre Römische Verträge: der deutsche Beitrag, Tagungsbericht anlässlich des 90. Geburtstages von Dr. h. c. Hans von der Groeben, in: Integration, Heft 3 1997, S. 193ff.
- Einstweiliger Rechtsschutz gegen EU-Recht vor dem EuGH, in: JA 1997, S. 695ff.
- Historische Vorbilder und Entwicklung des Rechtsbegriffs der „Vier Grundfreiheiten“ im Europäischen Gemeinschaftsrecht, Dissertation, Trier (1997), Lang, Frankfurt-Berlin-Bern-New York, 1998, ISBN 978-3-631-32801-9
- Das Konzept des „Gemeinsamen Marktes“ und die Berücksichtigung historischer Vorbilder während der Verhandlungen durch die deutschen Ministerien Anfang der 50er Jahre, in: Hrbek/Schwarz (Hrsg.): 40 Jahre Römische Verträge: Der deutsche Beitrag, Dokumentation der Konferenz anläßlich des 90. Geburtstages von Dr. hc. Hans von der Groeben, Baden-Baden, 1998, S. 139ff.
- Ein Grundrecht auf die eigene Rechtssprache im Gemeinschaftsrecht?, in: Schulze/de Groot (Hrsg.): Recht und Übersetzen, Tagungsband des Symposiums – Sommer 1997 in Maastricht, Baden-Baden, 1998, S. 125ff.
- Die Notwendigkeit der Förderung der Mehrsprachigkeit im Europäischen Bildungswesen als Folge einer sich im Wandel befindlichen europäischen Sprachpolitik, in: Recht der Jugend und des Bildungswesens, Heft 1/1999, S. 43ff.
- Mehrfachzweckverbände und Eurodistrikte, ein Beitrag zur Verwaltungsreform und zur europäischen Integration, in: Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht, 2006, S. 787ff.
- Der Mensch steht höher als Technik und Maschine – Benötigen wir ein Grundrecht zum Schutz vor Künstlicher Intelligenz?, in: Zeitschrift zum Innovations- und Technikrecht (InTeR) 2020, 82–89
- Leinen los und Fahrt voraus! – Evolutionäre Algorithmen, Künstliche Intelligenz und Legal Tech ändern das Recht, die Rechtsordnung und den Zugang zum Recht, in: Zeitschrift zum Innovations- und Technikrecht (InTeR) 2020, 17–25
- Verfassungswidrige Urteile des gesetzlichen Richters mit ChatGPT, in: Zeitschrift zum Innovations- und Technikrecht (InTeR) 2023, 129–134
- Der Einsatz von Drohnen durch öffentliche Stellen, das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Bürger und die eingeschränkte Datenerhebung bei fehlender Rechtsgrundlage, in: Zeitschrift zum Innovations- und Technikrecht (InTeR) 2024, 46–49
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Werner Pfeil beim Landtag Nordrhein-Westfalen
- Werner Pfeil auf der Website seiner Kanzlei
- Werner Pfeil bei der FDP Würselen
- Werner Pfeil beim Aachener Karnevalsverein
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Landtagswahl 2022. Endgültiges Ergebnis für: 3 Aachen III. Der Landeswahlleiter des Landes Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 7. Juni 2022.
- ↑ Vorstand Förderverein – Sammlung-Crous. Abgerufen am 13. März 2025.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pfeil, Werner |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rechtsanwalt und Politiker (FDP), MdL |
| GEBURTSDATUM | 21. März 1966 |
| GEBURTSORT | Stolberg, Rheinland |