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Iris Berben

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Iris Berben, 2017
Iris Berben, 2011

Iris Berben (* 12. August 1950 in Detmold) ist eine deutsche Schauspielerin. Einem breiteren Publikum wurde sie 1978 durch Zwei himmlische Töchter unter der Regie von Michael Pfleghar bekannt. Neben zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen drehte sie zusammen mit Diether Krebs die Comedy-Reihe Sketchup und ist die Protagonistin in der ZDF-Krimi-Reihe Rosa Roth.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berben wuchs in Hamburg als Tochter eines Gastronomen-Ehepaars auf. Sie wiederholte die siebte Klasse des Internats von St. Peter-Ording[1] und wurde von diesem und weiteren zwei Internaten verwiesen,[2] ehe sie ihre Schullaufbahn ohne Abitur beendete.

Ihren ersten Fernsehauftritt hatte sie 1967 in einem Beitrag der Nordschau des NDR Fernsehens über die Blumenkinder der Hansestadt. Darin war sie in einer Großeinstellung als Blumenverteilerin zu sehen. Im Jahr darauf drehte sie unter der Regie von Rudolf Thome ihren ersten Kinofilm Detektive und hatte wiederum ein Jahr später eine Rolle in dem Italowestern Zwei Companeros, unter anderem mit Franco Nero und Jack Palance. Einem breiteren Publikum wurde sie 1978 an der Seite von Ingrid Steeger in der Klimbim-Nachfolgeserie Zwei himmlische Töchter unter der Regie von Michael Pfleghar bekannt. Neben vielen weiteren Filmen drehte sie zusammen mit Diether Krebs die Comedy-Reihe Sketchup. Ab 1987 stellte sie die Evelyn von Guldenburg in der Fernsehserie Das Erbe der Guldenburgs dar. Mit der deutschen Schauspielerin Hannelore Elsner spielte sie 1998 zusammen in dem Drama Andrea und Marie und 2002 in dem Horrorfilm Fahr zur Hölle, Schwester!. In der Roman-Verfilmung Buddenbrooks aus dem Jahr 2008 war Berben als Konsulin Buddenbrook zu sehen. Als TV-Kommissarin spielt sie in der Krimi-Reihe Rosa Roth im ZDF die Titelrolle. Diese Reihe und viele andere Fernsehproduktionen mit ihr wurden von Carlo Rola inszeniert, insbesondere auch Die Patriarchin und Krupp – Eine deutsche Familie.

Iris Berben, 2007

1978 war sie Fotomodell für den Playboy sowie 1987 und 2002 für Penthouse. Berben hat diverse Hörbücher gesprochen. Michael Verhoeven inszenierte 2002 ihre gegenüberstellenden Lesungen aus den Tagebüchern von Anne Frank und Joseph Goebbels. 2010 wurde Iris Berben an der Seite von Bruno Ganz zur neuen Präsidentin der Deutschen Filmakademie gewählt.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende der 1960er Jahre war Berben mit dem israelischen Sänger Abi Ofarim und von 1974 bis 2006 mit dem israelischen Geschäftsmann Gabriel Lewy liiert.[3] 2007 lernte sie bei den Dreharbeiten zu Afrika, mon amour ihren jetzigen Lebensgefährten Heiko Kiesow kennen.[4] Sie ist die Mutter des Filmproduzenten Oliver Berben.

Soziales und politisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Sechstagekrieg 1967 reiste Berben erstmals nach Israel. 2002 erhielt sie den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland aufgrund ihres kontinuierlichen Engagements gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und für das Existenzrecht Israels in sicheren Grenzen. Im August 2007 eröffnete sie als Schirmherrin die Ausstellung der United Buddy Bears in Jerusalem. Sie ist Erstunterzeichnerin der Initiative Stop the Bomb, die sich gegen das iranische Atomwaffenprogramm wendet. Ferner unterstützt Berben den Verein Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e. V., der sich bundesweit gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und rechtsextreme Gewalt einsetzt. Sie ist Schirmherrin des Magen David Adom-Israel in Deutschland e. V., der den Magen David Adom (Roter Schild Davids, Israels nationaler Rettungs- und Blutspendedienst) unterstützt.[5] Berben ist Kuratoriumsmitglied der Deutschen AIDS-Stiftung. Iris Berben unterstützte bei mehreren Wahlen öffentlich die SPD.[6][7] Beim Festakt zum 150-jährigen Geburtstag der SPD im Mai 2013 präsentierte Berben die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie.[8][9] Sie unterstützt die 2016 von der SPD initiierte Kampagne „Meine Stimme für Vernunft“.[10] Am 12. Februar 2017 war sie Mitglied der Bundesversammlung.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Autorin oder Co-Autorin

als Herausgeberin

  • Unter einem Himmel. Geschichten und Gedichte von Freundschaft und Toleranz. Kreuz, Stuttgart 2005, ISBN 3-7831-2547-2.
  • Weihnachten für dich und mich. Die schönsten Geschichten aus aller Welt. Buch mit Illustrationen von Joachim Knappe; Hörbuch gelesen von Iris Berben. cbj, München 2005, ISBN 3-570-13036-3 (Medienkombination mit Hörbuch-CD).
  • Eilige Nacht. Etwas andere Weihnachtsgeschichten. Kreuz, Stuttgart 2004, ISBN 3-7831-2471-9.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Iris Berben – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Abi nicht geschafft Bertelsmann Stiftung 2010, Change 2/2010, Schwerpunkt: Lernen – Glück ein Leben lang, Gütersloh 2010 (PDF-Datei)
  2. Iris Berben enthüllt ihre Jugendsünden. rp-online.de, 25. April 2002.
  3. Nach 32 Jahren – Iris Berben wieder solo. sueddeutsche.de, 12. Juni 2006, abgerufen am 7. Februar 2011.
  4. Iris Berben fühlt sich wie 18 express.de, 11. August 2015
  5. openPR über Schirmherrschaft für Magen David Adom – Israel e. V..
  6. spd-saar.de (Memento vom 9. März 2015 im Webarchiv archive.is)
  7. gala.de
  8. Festakt 150 Jahre SPD – VOR ORT vom 23. Mai 2013 auf YouTube
  9. Ein Fest der Demokratie Festakt zu 150 Jahren SPD auf spd.de
  10. stimme-fuer-vernunft.de
  11. Iris Berben erhält den Theodor-Lessing-Preis. ndr.de, 14. Februar 2013
  12. Herzlich Willkommen auf den Seiten des Hessischen Film- & Kinopreises! (Memento vom 25. April 2015 im Internet Archive)
  13. bayernspd.de: Toni-Pfülf-Preis für Iris Berben und die AsF Unterfranken
  14. Georg-August-Zinn-Preis. SPD Hessen, abgerufen am 15. September 2016.
  15. Jerusalem als Gefühl Rezension in Israelnetz 6/15, S. 4–5 (pdf, 1,9 MB)