WGZ Bank

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  WGZ Bank AG Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank
Logo der WGZ-Bank
Staat Deutschland
Sitz Düsseldorf
Rechtsform Aktiengesellschaft
Bankleitzahl 300 600 10[1]
BIC GENO DEDD XXX[1]
Gründung 1884 (Vorgängerinstitut)
Website www.wgzbank.de
Geschäftsdaten 2015[2]
Bilanzsumme 89,794 Mrd. Euro (Konzern)
Einlagen 20,450 Mrd. Euro (Konzern)
Kundenkredite 39,155 Mrd. Euro (Konzern)
Mitarbeiter 1.676 (Konzern)
Leitung
Vorstand Hans-Bernd Wolberg (Vors.);
Uwe Berghaus,
Christian Brauckmann,
Karl-Heinz Moll,
Michael Speth
Aufsichtsrat Werner Böhnke (Vors.)

Die WGZ Bank AG Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank (kurz WGZ Bank; Eigenschreibweise WGZ BANK) mit Sitz in Düsseldorf ist die Zentralbank der rund 200 Volksbanken und Raiffeisenbanken im Rheinland sowie in Westfalen. Sie unterhält Niederlassungen in Koblenz und Münster (Westfalen). Gemäß Satzung ist der Zweck der WGZ Bank die wirtschaftliche Förderung und Stärkung ihrer Mitgliedsbanken. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind als Mitgliedsbanken sowohl Hauptkundengruppe als auch Hauptanteilseigner der WGZ Bank.

Neben ihrer Funktion als Zentralbank ist die WGZ Bank Geschäfts- und Handelsbank für Firmenkunden und Kapitalmarktpartner. Sie ist traditioneller Finanzierungspartner des nordrhein-westfälischen Mittelstandes.

Die WGZ-Bank-Gruppe erreichte im Jahr 2014 eine Bilanzsumme von rund 94,9 Mrd. Euro, wovon 48,3 Mrd. Euro auf die WGZ Bank AG Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank entfielen.

Genossenschaftliche Finanzgruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die WGZ Bank ist eingebunden in die genossenschaftliche Finanzgruppe. Mit ihren rund 1100 Volks- und Raiffeisenbanken, zwei Zentralbanken (WGZ und DZ Bank), Verbundunternehmen und Sonderinstituten ist sie mit 190.000 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 1081 Milliarden Euro eine der tragenden Säulen des deutschen Kreditgewerbes.[3] Die WGZ Bank ist Mitglied des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbands (RWGV), aus welchem überwiegend die eigenen Mitglieder stammen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der WGZ Bank ist geprägt durch die Ursprünge und Leitgedanken des Genossenschaftswesens, die auf Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch zurückgehen.

Im Jahr 1866 gab es in der preußischen Rheinprovinz bereits die ersten ländlichen Kreditgenossenschaften für Kunden aus Landwirtschaft und Gewerbe. Für Raiffeisen war es wichtig, den kleinen, von der Landwirtschaft saisonal beanspruchten Spar- und Darlehnskassenvereinen einen gemeinschaftlichen Rückhalt durch eine starke Zentralbank zu bieten. Auch Schulze-Delitzsch entschied sich später aufgrund zeitweiliger Finanzierungsprobleme der Volksbanken ebenfalls für die Gründung eines zentralen Refinanzierungsinstituts, das den lokalen Kreditgenossenschaften über Phasen der Anspannung hinweghelfen und Gemeinschaftsaufgaben übernehmen sollte. Die ersten Zentralbanken mit regionaler Zuständigkeit entstanden bereits in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts.

Die Wege zur heutigen WGZ Bank als Zentralinstitut der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Westfalen und der früheren preußischen Rheinprovinz verliefen durchaus verschlungen. Neben der Ländlichen Centralkasse, Münster, der Genossenschaftlichen Zentralbank Rheinland, Köln (1892 gegründet), und der Zentralkasse westdeutscher Volksbanken, Münster/Köln (1897 gegründet), hat es noch etwa ein Dutzend weiterer Vorfahren der WGZ Bank gegeben. Während es im Rheinland früher zu Fusionen kam, vereinigten sich die zwei Banken am Standort Münster erst 1970 mit der Genossenschaftlichen Zentralbank Rheinland in Köln zur Westdeutschen Genossenschafts-Zentralbank eG.

Im Jahr 1999 hat sich die WGZ Bank unter dem Leitmotiv „WGZ Bank – Die Initiativbank“ neu positioniert. Im Rahmen der Neupositionierung wurde auch das Kundenmagazin Initiativbanking aus der Taufe gehoben. Am 30. August 2005 folgte mit der Umstellung des Unternehmenslogos die Annäherung an das Erscheinungsbild der Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Die seit Längerem andauernden Gespräche über eine Fusion der WGZ Bank mit ihrem Schwesterinstitut DZ Bank wurden im September 2006 wieder intensiviert, jedoch zum Ende des Jahres 2006 wieder abgebrochen.

Im Jahr 2008 wurden die Gespräche mit der DZ Bank wieder aufgenommen und von beiden Instituten eine Absichtserklärung verfasst, wonach die WGZ Bank bis zum Frühsommer 2009 rückwirkend zum 1. Januar 2009 auf die DZ Bank verschmolzen werden sollte. Am 1. April 2009 teilten beide Institute mit, dass sie ihre Fusionsgespräche nicht weiter verfolgen.[4] Grund hierfür war, dass trotz intensiver und gründlicher Due-Diligence-Phase die WGZ-Anteilseigner etwaige Bewertungsrisiken der DZ BANK für nicht ausreichend berücksichtigt befanden.

Im Jahr 2011 wurde die Konzerntochter WGZ Bank Luxembourg S.A.[5] mit der zur DZ Bank gehörenden DZ Privatbank fusioniert, die auch 2012 das Private-Banking-Geschäft in Düsseldorf übernahm.

Am 19. November 2015 teilten WGZ Bank und DZ Bank mit, dass der Zusammenschluss zum 1. August 2016 erfolgen soll.[6] Auf der Hauptversammlung am 22. Juni 2016 stimmten die Anteilseigner der DZ Bank der Fusion zu. Das neue Institut wird als „DZ Bank. Die Initiativbank“ firmieren und am 1. August an den Start gehen.[7] Sie wird damit Zentralbank für gut 1000 Volks- und Raiffeisenbanken.

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WGZ Bank 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Bilanzsumme (Mrd. €) 47[8] 47[8] 51[2] 52[2] 51,4[2] 48,3[2]
Mitarbeiterzahl 1.111[8] 1.135[8] 1.186[2] 1.186[2] 1.226[2] 1.242[2]

Aktionärsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mitgliedsbanken haben ihre Aktienanteile an der WGZ Bank weitestgehend in der WGZ Beteiligungs GmbH & Co. KG gebündelt. Der Zweck der Beteiligungsgesellschaft beschränkt sich auf das Verwalten und Erwerben von WGZ-Bank-Aktien. Sie ist zur wirtschaftlichen Förderung ihrer Gesellschafter, den Mitgliedsbanken, und zur Unterstützung der WGZ Bank bei der Erfüllung ihrer satzungsmäßigen Aufgaben verpflichtet.

Tochterunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WGZ Immobilien + Treuhand

Die WGZ Immobilien + Treuhand erschließt Bauland, vermittelt Grundstücke für Wohnbebauung und gewerbliche Nutzung und unterstützt Banken sowie private Anleger bei der Bewertung von Immobilien.

WL Bank

Die WL Bank mit Sitz in Münster, Düsseldorf und Berlin ist für die Vergabe langfristiger Immobilienkredite für überwiegend wohnwirtschaftliche Objekte zuständig. Außerdem finanziert und berät die WL Bank alle öffentlichen Kunden der WGZ-Bank-Gruppe im In- und Ausland und stellt über Pfandbriefemissionen Refinanzierungsmittel für die genossenschaftliche Finanzgruppe bereit.

WGZ Bank Irland

Die Hauptaktivitäten der WGZ Bank Ireland umfassen die Sicherstellung der mittel- bis langfristigen Refinanzierung der im Geschäftsgebiet der WGZ Bank ansässigen Genossenschaftsbanken, die Teilnahme am internationalen Konsortialkreditgeschäft sowie das Wertpapiergeschäft.

Inlandsbeteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auslandsbeteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. a b c d e f g h i WGZ-BANK-Finanzbericht 2015
  3. Jahresabschluss der Genossenschaftlichen FinanzGruppe 2013 (PDF; 166 KB)
  4. DZ BANK und WGZ BANK verfolgen Fusion derzeit nicht weiter. Pressemitteilung auf der Website der DZ Bank, 1. April 2009. Abgerufen am 19. November 2015.
  5. DZ Privatbank: Pressemitteilung: Fusion der DZ Privatbank S.A. mit der WGZ Bank Luxembourg S.A. 9. Juni 2011, abgerufen am 5. März 2012 (pdf 57,5kb).
  6. DZ BANK und WGZ BANK gehen den Zusammenschluss an. Pressemitteilung auf der Website der DZ Bank, 19. November 2015. Abgerufen am 19. November 2015.
  7. Drittgrößte Bank Deutschlands: DZ Bank und WGZ Bank fusionieren. Spiegel Online, 22. Juni 2016.
  8. a b c d WGZ-BANK-Geschäftsbericht 2010 (PDF; 5,5 MB)

Koordinaten: 51° 13′ 10″ N, 6° 47′ 51″ O