Wiesen-Pippau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wiesen-Pippau
Wiesen-Pippau (Crepis biennis)

Wiesen-Pippau (Crepis biennis)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Tribus: Cichorieae
Gattung: Pippau (Crepis)
Art: Wiesen-Pippau
Wissenschaftlicher Name
Crepis biennis
L.

Der Wiesen-Pippau (Crepis biennis), auch als Zweijähriger Pippau bezeichnet, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae). Sie ist in Europa weitverbreitet. Für St. Gallen bei Werdenberg ist als Trivialname auch die Bezeichnung Vogeldistel belegt.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration mit Datails

Der Wiesen-Pippau ist eine frischgrüne, zweijährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 120 Zentimetern erreicht. Der aufrechte Stängel ist nur im oberen Bereich verzweigt. Die sitzenden Stängelblätter mit verschmälertem, gestutztem oder schwach pfeilförmigem Grund sind am Rand nicht umgerollt und die Sägezähne sind abwärts gerichtet.

Die Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von 25 bis 35 mm auf. Die Hüllblätter des Blütenkorbes sind 10 bis 13 mm lang, schwärzlich-grün, filzig flockig, bisweilen schwarzdrüsig, wobei die äußeren Hüllblätter abstehend behaart und die inneren auf der Innenseite seidenhaarig sind. Es sind nur Zungenblüten vorhanden; sie sind goldgelb ohne Rotfärbung mit gelbem Griffel.

Die Achäne ist 10- bis 13-rippig, verschmälert, aber ohne Schnabel. Der Pappus ist reinweiß.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40, aber auch 42, 36, 38 oder 31.[2]

Ökologie[Bearbeiten]

Der Wiesen-Pippau ist eine milchsaftführende Halbrosettenpflanze, die tief wurzelt. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen; auch Selbstbestäubung ist möglich. Die Vermehrung erfolgt aber weitgehend durch Apomixis, d. h. die Früchte entwickeln sich ohne Befruchtung. Sie sind als Kanarienvogel-Futter verwendbar.

Die Art erträgt keine Beweidung und verschwindet, sobald Mähwiesen in Weiden umgewandelt werden. Auf Wiesen wird sie allerdings gar nicht gerne gesehen, weil sie hartes Heu liefert und vom Vieh meistens verschmäht wird.

Vorkommen[Bearbeiten]

Crepis biennis ist in Europa weitverbreitet. Crepis biennis ist in Mitteleuropa ein Archäophyt. Der Wiesen-Pippau wächst verbreitet in Fettwiesen, Mähwiesen, an Wegen. Er gedeiht am besten auf nährstoffreichen, basenarmen Böden an sonnigeren Standorten. Nach Ellenberg ist er eine Halblichtpflanze, ein Mäßigwärmezeiger, ein Frischezeiger, mäßig stickstoffreiche Standorte anzeigend. Er ist eine Verbandscharakterart der Glatthaferwiesen (Arrhenatherion).

In den Allgäuer Alpen steigt er an der Ifenhütte im Kleinen Walsertal bis zu einer Höhenlage von 1600 Meter auf.[3]

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Crepis biennis erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, S. 807. Synonyme für Crepis biennis L. sind: Crepis lodomeriensis Besser, Crepis tristis Klokov.[4]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 118. (online).
  2.  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5.
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1
  4. Werner Greuter: Compositae (pro parte majore). Crepis biennis In: Werner Greuter & Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. bei Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wiesen-Pippau (Crepis biennis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien