Wilbur Ross

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Wilbur Ross, 2017

Wilbur Louis Ross Jr. (* 28. November 1937 in Weehawken, New Jersey) ist ein US-amerikanischer Unternehmer und Politiker. Seit dem 28. Februar 2017 ist er Handelsminister der Vereinigten Staaten.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studium und unternehmerische Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ross wurde als Sohn des Rechtsanwalts Wilbur Louis Ross Sr. und dessen Frau Agnes (geborene O'Neill) geboren. Er studierte an der Yale University. Nach seinem dortigen Bachelor-Abschluss im Jahr 1959 setzte er sein Studium an der Harvard University fort und erhielt dort zwei Jahre später einen Master of Business Administration.

Ross war ab 1976 für N M Rothschild & Sons tätig, bevor er im Jahr 2000 das Investmentunternehmen WL Ross & Co gründete. Im Jahr 2006 verkaufte er das Unternehmen für 375 Mio. US-Dollar an Amvescap, blieb jedoch Vorsitzender und Chief Strategy Officer. Im Laufe seiner beruflichen Karriere erwarb er sich den Ruf des „King of Bankruptcy“.

So erwarb er 2002 das bankrotte Stahlunternehmen LTV Corp., weniger als einen Monat bevor Präsident George W. Bush Strafzölle erlies, um die US-amerikanische Stahlindustrie vor Stahlimporten zu schützen. Aus diesem, sowie den anschließend erworbenen Unternehmen Weirton Steel, Acme Steel, Bethlehem Steel und Georgetown Steel, gründete er noch im selben Jahr die International Steel Group. 2005 verkaufte Ross die International Steel Group für 4,5 Mrd. US-Dollar an die Mittal Steel Company.[1]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ross ist insgesamt dreimal verheiratet gewesen, seine ersten beiden Ehen wurden geschieden, und hat zwei Töchter aus erster Ehe. In zweiter Ehe war er von 1995 bis 2000 mit Betsy McCaughey verheiratet, die von 1995 bis 1998 Vizegouverneurin des Bundesstaates New York war.

Er betätigt sich als Kunstsammler und besitzt 40 Werke des belgischen Surrealisten René Magritte sowie zeitgenössische Werke chinesischer und vietnamesischer Künstler. Im Jahr 2016 war er mit 2,9 Mrd. US-Dollar auf Platz 595 der jährlich vom Forbes Magazine veröffentlichten Zusammenstellung The World’s Billionaires gelistet.[2]

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ross war lange Zeit Mitglied der Demokratischen Partei.[3] Bei der Präsidentschaftswahl 2012 unterstützte er den republikanischen Kandidaten Mitt Romney.[3]

Bei der Präsidentschaftswahl 2016 war er als wirtschaftspolitischer Berater für den republikanischen Kandidaten Donald Trump, den er seit über 20 Jahren kennt, tätig gewesen. Nach dessen erfolgreicher Wahl wurde Ross im November von Trump zum Wirtschaftsminister (United States Secretary of Commerce) in dessen zukünftigem Kabinett bestimmt.

Am 27. Februar 2017 wurde Ross vom Senat mit 72:27 Stimmen als Handelsminister in der Regierung Trump bestätigt.[4] Am 28. Februar 2017 erfolgte seine Vereidigung durch Vizepräsident Mike Pence.[5]

Politische Haltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ross gilt als strikter Gegner des Freihandelsabkommens NAFTA.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Trump’s possible Commerce head knows how to deal with China, 19. November 2016, New York Post
  2. The World’s Billionaires 2016 auf www.forbes.com
  3. a b Billionaire Wilbur Ross said to be Trump’s pick for commerce secretary, 29. November 2016, Chicago Tribune
  4. "Trumps Handelsminister erhält auch Stimmen der Demokraten ", abgerufen am 28. Februar 2017.
  5. Billionaire investor Wilbur Ross sworn in as Commerce secretary, abc news, 28. Februar 2017
  6. Trumps Kabinett: Vom „Mad Dog“ bis zum Islamfeind. In: tagesschau.de. 4. Januar 2017, abgerufen am 13. Januar 2017.