Wildbad (Greding)

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Wildbad
Stadt Greding
Koordinaten: 49° 4′ 12″ N, 11° 19′ 0″ O
Höhe: 470 m ü. NHN
Einwohner: (9. Dez. 2019)
Postleitzahl: 91171
Vorwahl: 08463

Wildbad ist ein Ortsteil der Stadt Greding im mittelfränkischen Landkreis Roth in Bayern.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einöde liegt am linken Talhang der Schwarzach im Naturpark Altmühltal auf 470 m ü. NHN. Nachbarorte sind die Petermühle bei Hausen im Südosten, Röckenhofen im Nordosten, Großhöbing im Nordwesten und Günzenhofen im Südwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wildbad geht auf das Jahr 1450 zurück und war fürstbischöflich-eichstättischer Besitz. Die hier „wild“, das heißt nicht gefassten Jodquellen, denen eine heilende Wirkung nachgesagt wurde, gaben der Einöde ihren Namen.[1]

Gegen Ende Alten Reiches, um 1800, war das Wildbad nur noch ein Bauern-„Gütl“, das zum bischöflichen Richteramt Greding gehörte, das auch die Hochgerichtsbarkeit ausübte.[2]

Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses kam das Anwesen 1802 mit dem säkularisierten Hochstift Eichstätt an den Großherzog Erzherzog Ferdinand III. von Toskana und 1806 an das neue Bayern und darin in das Landgericht Raitenbuch, 1812 in das Landgericht Greding. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurde die Gemeinde Großhöbing neu gebildet und umfasste nunmehr außer Großhöbing und Günzenhofen die beiden Einöden Steinmühle und das in Privatbesitz gelangte Wildbad.[3]

1810 wurde Wildbad mit Günzenhofen aus Greding aus- und in Großhöbing „St. Johannes Evangelist“ eingepfarrt, wohin die Kinder einen Weg von einer Dreiviertelstunde zur katholischen Schule hatten.[4]

Schon 1801 heißt es bei Johann Kaspar Bundschuh: „... an der Schwarzach, mit welchem Bache sich einige Quellen allda vereinigen, die von dem Röckenhofer Berge (= Österberg), worauf auch ein eingegangenes Wildbad ist, entspringen.“[5] Auch 1829 heißt es in einer Beschreibung des Rezatkreises, das Wildbad sei „eingegangen“.[6] 1868 beschreibt Karl Kugler in seinem Buch über die Altmühlalp Wildbad folgendermaßen: „Dem Dorfe Hausen nordwestlich gegenüber gewahrt man an der Berghänge ein kleines Bauergehöfte, welches Wildbad heißt. Dort entspringt eine klare Quelle, die sich die Anhöhe hinab zur Schwarzach ergießt und in früherer Zeit als Gesundbrunnen benutzt wurde.“[7]

„Für den Erhalt und die gelungene Sanierung eines bäuerlichen (270 Jahre alten) Wohnhauses“ in der „idyllischen, parkähnlichen Landschaft von Wildbad“ vergab Bayern einen Staatspreis im Rahmen des Wettbewerbs Ländliche Entwicklung 2005/2006.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1818: 6 Einwohner (1 „Feuerstelle“, 1 Familien)[9]
  • 1823: 4 Einwohner (1 Anwesen)[3]
  • 1846: 4 Einwohner (1 Haus, 1 Familie)[10]
  • 1875: 6 Einwohner (4 Gebäude; 4 Stück Rindvieh)[11]
  • 1900: 7 Einwohner (1 Wohngebäude)[12]
  • 1950: 23 Einwohner (2 Wohngebäude)[3]
  • 1961: 6 Einwohner (2 Wohngebäude)[13]
  • 1978: 4 Einwohner[14]
  • 1987: 0 Einwohner[15]
  • 2011: 1 Einwohner[16]
  • 2012: 0 Einwohner[16]
  • 2013: 0 Einwohner[16]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wildbad ist über eine Gemeindestraße zu erreichen, die bei Günzenhofen von der parallel zur Bundesautobahn A 9 verlaufenden Staatsstraße 2227 auf circa 400 Metern NHN in nordöstlicher Richtung abzweigt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Hirschmann: Historischer Atlas von Bayern. Teil Franken. Reihe I, Heft 6. Eichstätt. Beilngries-Eichstätt-Greding. München 1959
  • Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band: Eichstätt 1937, II. Band: Eichstätt 1938

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jodquellen gaben Wildbad den Namen. In: Donaukurier Ingolstadt vom 29. November 2010
  2. Hirschmann, S. 151
  3. a b c Hirschmann, S. 225
  4. Buchner I, S. 414; Eduard Vetter: Statistik der deutschen Schulen in Mittelfranken im Königreich Bayern, Ansbach 1859, S. 355
  5. Johann Kaspar Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, IV. Bd., Ulm 1801, Spalte 5 f.
  6. Karl Friedrich Hohn: Der Retzatkreis des Königreichs Bayern: geographisch, statistisch und historisch beschrieben. Riegel und Wießner, Nürnberg 1829, S. 125 (Digitalisat).
  7. Karl Kugler: Die Altmülalp, das heisst: das Altmülthal mit dem Flußgebiete innerhalb seines Berglandes, topographisch, historisch und landschaftlich dargestellt, Ingolstadt 1868, S. 207
  8. Fränkische Baukultur wird modern und wahrt Gesicht. in: Hilpoltsteiner Kurier vom 15. Februar 2006
  9. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise ... enthaltenen Ortschaften, Ansbach 1818, S. 103
  10. Eduard Vetter: Statistisches Hand- und Addreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Ansbach 1846, S. 119
  11. Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 1162
  12. Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern mit alphabetischem Ortsregister, München 1904, Spalte 1223
  13. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 795
  14. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 1. Mai 1978, München 1978, S. 166
  15. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 347
  16. a b c Greding Aktuell vom Januar 2014, S. 27