Hausen (Greding)

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Hausen
Stadt Greding
Koordinaten: 49° 3′ 35″ N, 11° 19′ 14″ O
Höhe: 441 (397–466) m ü. NHN
Einwohner: 163 (9. Dez. 2019)
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91171
Vorwahl: 08463
Hausen (Bayern)
Hausen

Lage von Hausen in Bayern

Hausen
Hausen

Hausen (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) ist ein Ortsteil der Stadt Greding im Landkreis Roth in Mittelfranken in Bayern.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchdorf liegt an der Schwarzach und auf dem Gebiet des Naturparks Altmühltal. 1961 hatte Hausen eine Fläche von 401,17ha.[1] Hausen war ein Haltepunkt an der Bahnstrecke Roth–Greding. Mit dem Bau der Autobahn war es notwendig nach dem Haltepunkt Richtung Greding die Bahnstrecke unter der Autobahnbrücke hindurch auf die andere Seite der Autobahn zu führen und dann in einem weiten Bogen wieder auf die ursprüngliche Strecke eingeschwenkt. Beim Bau des Standstreifens wurde 1970 die Brücke verbreitert und 1972 nach Auflassung der Strecke wieder abgerissen.

Der höchste Punkt der Gemarkung ist der Hoher Schlag mit 545 m ü. NN und der niederste Punkt an der Mündung des Hirlbach in die Schwarzach mit 387 m ü. NN.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Ende des 8. Jahrhunderts hören Ortsbenennungen mit der Endung „-hausen“ auf. Daher ist mit einer Entstehung zuvor zu rechnen. In Urkunden erscheint es im 12. Jahrhundert. Der Sitz der Herren zu Hausen sollte in der Ortsmitte gestanden haben. 1250 schenkte Graf Gebhard von Hirschberg dem Hospital des Deutschen Ordens zu Ellingen den sog. „Grafenhof zu Husen“. Die Verbindung mit den Ortsrittern ist auch für später noch belegt. 1496 verkaufte Hans Zenner, Richter zu Neustadt, die Burg an Hans von Schafhausen. Auch die Herren von Jahrsdorf waren im Ort begütert.[2]

1638 wurde festgestellt, dass im bisherigen Verlauf des Dreißigjährigen Krieges bereits acht Gehöfte abgebrannt waren Im Zuge der Säkularisation kam 1802 das untere Hochstift und in ihm Greding mit Hausen an den Großherzog Erzherzog Ferdinand III. von Toskana und 1806 an Bayern und darin an das Landgericht Greding. 1809 wurde Hausen mit Mettendorf und Greding zu einem Steuerdistrikt zusammengefasst. Nach zwei Jahren wurde dieser wieder aufgelöst.

1935 wurde zwei Anwesen auf die andere Seite der Schwarzach zur Petermühle verlegt um Platz für den Neubau der A9 zu schaffen.

Mit der bayerischen Kreisgebietsreform kam Hausen, ab dem 1. Januar 1972 ein Ortsteil der Stadt Greding, mit dieser am 1. Juli 1972 aus dem aufgelösten Landkreis Hilpoltstein in den neu gebildeten Landkreis Roth.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1638: 5 Untertanen[4]
  • 1818: 168 Einwohner[5]
  • 1846: 171 Einwohner[6]
  • 1856: 171 Einwohner[7]
  • 1864: 185 Einwohner (184 Hausen, 1 Petermühle)[8]
  • 1867: 212 Einwohner[9]
  • 1871: 203 Einwohner (195 Hausen, 8 Petermühle)[10]
  • 1885: 185 Einwohner (184 Hausen, 1 Petermühle)[11]
  • 1900: 189 Einwohner (175 Hausen, 14 Petermühle)[12]
  • 1925: 185 Einwohner (174 Hausen, 11 Petermühle)[13]
  • 1950: 208 Einwohner (193 Hausen, 15 Petermühle)[14]
  • 1961: 171 Einwohner (163 Hausen, 8 Petermühle)[1]
  • 1970: 188 Einwohner (182 Hausen, 6 Petermühle)[15]
  • 1987: 196 Einwohner[16]

Ortskirche Sankt Peter und Paul[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filialkirche St. Peter und Paul

Die katholische Ortskirche mit dem PatroziniumSt. Peter und Paul“ ist eine Filiale der Pfarrei Greding, Dekanat Roth-Schwabach, Diözese Eichstätt. 152 Katholiken wohnen im Ort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1689 wurde auf Anordnung des fürstbischöflichen Hofbaumeisters Jakob Engel die bisherige Kirche im barocken Stil umgebaut. Durch Engels Palier Johann Baptist Camesino wurde der obere Teil des Turmes neu gebaut; das Langhaus des Gebäudes wurde erhöht. Im 17. Jahrhundert bekam die Kirche eine Weissdecke, aus dieser Zeit stammt auch der Hochaltar. Die Kanzel wurde 1689 vom Gredinger Schreiner Matthias Seidl gefertigt. Zwei Kirchenglocken wurden 1701 von Ursus Laubscher in Ingolstadt gegossen. Zwei weitere wurde 2001 angeschafft. Die Seitenaltäre wurden nach dessen Säkularisation vom Kloster Rebdorf erworben. Die Firma Ambos aus Berching renovierte das Innere der Kirche, und es wurden zwei neue Fenster eingebaut.

Vom Vorgängerbau erhalten ist ein Pflastergrabstein im Fußboden der Kirche. Dieser gilt dem Gedenken an Magdalena Griebel von Stockau, der Tochter des Kaspar Griebel von Stockau. Laut Inschrift verstarb sie am Andreastag 1613.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel wurde 1914 von der Firma Strebel eingebaut. Sie hat ein Manual und ein Pedal, vier Register und verfügt über pneumatische Taschenladen.

Manual
Gedeckt 8′
Dulciana 8′
Principal 4′
Pedal
Bourdonbass 16′

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuzstein bei Hausen
  • In Hausen ist das Wasserwerk des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Jura-Schwarzach-Thalach-Gruppe. Es dient der Versorgung von 68 Orten in 7 Gemeinden in 3 Regierungsbezirken.[17]
  • Alljährlich finden in Hausen ein Dorffest (Freiwillige Feuerwehr/ 15. August) und ein Schafkopftunier statt.
  • Das nordöstlich gelegene Naturschutzgebiet Kuhbachtal bei Hausen
  • An der Abzweigung der Staatsstraße St 2227 steht der Kreuzstein bei Hausen.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorfverein Hausen mit der Abteilung Fußball
  • Freiwillige Feuerwehr Hausen
  • KLJB Hausen

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2227 führt am Ort vorbei. Durch den Ort verläuft die A 9 zwischen München und Nürnberg, eine Brücke verbindet die beiden Hälften des Dorfes.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 795 (Digitalisat).
  2. Hausen – Stadt Greding. In: www.greding.de. Abgerufen am 17. März 2016.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 482.
  4. Ernst Baumgartl: Geschichte der Stadt Greding. Heft 3, S. 155 (Beschreibung des Amtes Greding und dessen Mobilien auf den 1. November 1638 (nach Decker)).
  5. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 49 (Digitalisat).
  6. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 120 (Digitalisat).
  7. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Brügel’sche Officin, Ansbach 1856, S. 148 (Digitalisat).
  8. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1151, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  9. Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 167 (Digitalisat).
  10. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1162, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  11. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1151 (Digitalisat).
  12. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1223 (Digitalisat).
  13. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1255 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1083 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 179 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 347 (Digitalisat).
  17. Zweckverband Wasserversorgung – Home. Abgerufen am 30. April 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bilder von Hausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien