Wilhelm Böse

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Friedrich Wilhelm Böse (* 29. März 1883 in Nieder Kränig, Kreis Königsberg Nm.[1]; † 14. August 1944 im Zuchthaus Brandenburg) war ein deutscher Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm Böse wuchs in den Mietskasernen des Berliner Nordens auf. Sein Vater verstarb in jungen Jahren, sodass er bereits als Zehnjähriger gezwungen war, durch Botengänge zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Nach dem Abschluss der achtjährigen Volksschule erlernte er den Beruf Elektriker. Ab 1905 war er gewerkschaftlich und in Arbeitervereinen organisiert. Weil er sich bei der AEG für soziale Verbesserungen engagiert hatte, wurde er auf eine Schwarze Liste des Unternehmerverbandes gesetzt und erhielt in der Elektro- und Metallindustrie keinerlei Beschäftigung mehr.

Im August 1914 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Im Ersten Weltkrieg geriet er in russische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr nach Berlin wurde er Mitglied und Funktionär der KPD im Bezirk Prenzlauer Berg.

Mit Beginn der faschistischen Diktatur 1933 beteiligte er sich an dem Versuch, die organisatorischen Strukturen der KPD im Untergrund zu reorganisieren. Böse war außerdem beteiligt an Herstellung und Vertrieb der Roten Fahne und der Sturmfahne und sammelte Solidaritätsspenden für inhaftierte Antifaschisten und deren Angehörige. Im Juni 1934 wurde er verhaftet und zwei Jahre lang in einem Zuchthaus gefangen gehalten.

Nach seiner Haft hielt er wieder Kontakt zu seinen Genossen und beteiligte sich am Aufbau der Widerstandsorganisation um Robert Uhrig und John Sieg. Wilhelm Böse erhielt die Aufgabe, als Kurier für deren Verbindung zu den Widerstandsgruppen bei den Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken und anderen Betriebsgruppen der KPD zu sorgen. Im Februar 1942 wurde er von der Gestapo verhaftet und zwei Jahre lang in Konzentrationslagern inhaftiert. Anschließend kam er ins Gerichtsgefängnis Potsdam. Am 21. Juni 1944 verurteilte ihn der Volksgerichtshof zusammen mit Arthur Sodtke, Johann Pierschke, Walter Strohmann und Hermann Töps zum Tode. Das Urteil wurde im Zuchthaus Brandenburg-Görden im August 1944 vollstreckt.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Wilhelm Böse wurde die Bösebrücke zwischen den Berliner Ortsteilen Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg benannt. Zu DDR-Zeiten (seit etwa 1978) war die 15. Oberschule in der Dimitroffstr. 58 (heute Danziger Str.) nach Wilhelm Böse benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luise Kraushaar et al.: Deutsche Widerstandskämpfer 1933–1945. Biografien und Briefe. Band 1, Dietz-Verlag: Berlin 1970, Seite 154 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geburtsregister StA Hohenkränig, Nr. 15/1883