Willem Jacobus Eijk

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Willem Jacobus Eijk 2007 als Bischof von Groningen-Leeuwarden
Wappen als Kardinal-Erzbischof von Utrecht

Willem Jacobus Kardinal Eijk, auch Wim Eijk, (* 22. Juni 1953 in Duivendrecht, Niederlande) ist römisch-katholischer Erzbischof von Utrecht.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen als Bischof von Groningen-Leeuwarden

Willem Jacobus Eijk stammt aus Duivendrecht im Norden der Niederlande. 1978 schloss er das Studium der Medizin an der Universität von Amsterdam ab. Bis 1979 arbeitete er als Arzt für Innere Medizin. Später trat er in das Priesterseminar des Bistums Roermond in Kerkrade ein und begann das Studium der Philosophie und der Katholischen Theologie. Dies verband er mit einem Studium der Medizinethik an der Universität Leiden.[1] Am 1. Juni 1985 empfing Eijk das Sakrament der Priesterweihe in der Kathedrale St. Christoffel in Roermond.

Von 1985 bis 1987 war Willem Jacobus Eijk als Pfarrer in Venlo tätig. Er wurde 1987 in Medizin mit einer Arbeit über die Euthanasie promoviert. 1989 wurde er an der Päpstlichen Universität Heiliger Thomas von Aquin (Angelicum) in Rom im Fach Philosophie mit einer Arbeit über genetische Handhabung promoviert. 1990 erwarb Eijk das Lizenziat in katholischer Theologie an der Päpstlichen Lateranuniversität. Von 1990 bis 1994 lehrte Willem Jacobus Eijk Moraltheologie an den Priesterseminaren von Rolduc und ’s-Hertogenbosch. Später war er Präsident des Instituts Mater Ecclesiae Domesticae in Rolduc. Von 1996 bis 1999 war Eijk Professor für Moraltheologie an der Theologischen Fakultät von Lugano. Von 1997 bis 2002 war er ein Mitglied der internationalen Theologenkommission des Papstes.

Am 17. Juli 1999 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Groningen-Leeuwarden. Die Bischofsweihe spendete ihm Adrianus Johannes Kardinal Simonis am 6. November desselben Jahres in Groningen; Mitkonsekratoren waren Bischof Frans Wiertz und Bischof Sergio Lasam Utleg. Sein Wahlspruch Noli recusare laborem („Weise das Werk nicht zurück“) entstammt dem überlieferten Sterbegebet des hl. Martin.

Am 11. Dezember 2007 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof von Utrecht[2] und Nachfolger von Adrianus Johannes Kardinal Simonis. Die Amtseinführung fand am 26. Januar 2008 statt.

Im Konsistorium vom 18. Februar 2012 nahm ihn Benedikt XVI. als Kardinalpriester mit der Titelkirche San Callisto in das Kardinalskollegium auf. Ein Jahr später nahm Eijk am Konklave 2013 teil.

Papstkritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2018 kritisierte Eijk Papst Franziskus auf das Schärfste, nachdem dieser einen Konflikt innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz über die Frage, ob man es Protestanten in Einzelfällen ausnahmsweise ermöglichen könne, in der römisch-katholischen Eucharistiefeier die Kommunion zu empfangen, durch die Glaubenskongregation an die nationale Bischofskonferenz hatte zurückverweisen lassen, statt ihn wie von den Kritikern erwartet autoritativ zu lösen. Auf der Webseite der konservativen amerikanischen Tageszeitung National Catholic Register[3] und im traditionalistischen italienischen Internetmagazin La Nuova Bussola Quotidiana[4] sowie auf dem deutschsprachigen Internetportal Kath.net veröffentlichte Eijk einen zuerst auf einer privaten niederländischen Webseite erschienenen Beitrag,[5] in dem er schrieb, der Papst habe es durch seine mangelhafte Klarstellung von Doktrin und Praxis der Kirche versäumt, „das Glaubensbekenntnis treu und in Einheit zu bewahren und zu vermitteln“.[6] Unter Bezugnahme auf den Katechismus der katholischen Kirche verglich er die Regierung des Papstes mit dem Erscheinen des Antichrist in der Apokalypse (Apk 17,5) und sprach im Zusammenhang mit dessen Pontifikat vom „Mysterium der Bosheit“ und einem endzeitlichen „religiösen Lügenwahn“.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitgliedschaften in der römischen Kurie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzbischof Willem Jacobus Eijk ist Mitglied folgender Institutionen der römischen Kurie:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cardinal-designate Eijk: Doctor, Defender of Life - ZENIT - English. In: ZENIT - English. 14. Februar 2012 (zenit.org [abgerufen am 8. Mai 2018]).
  2. Nomina dell'Arcivescovo Metropolita di Utrecht (Paesi Bassi). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 11. Dezember 2007, abgerufen am 21. Dezember 2014 (italienisch).
  3. Cardinal Eijk: Pope Francis Needed to Give Clarity on Intercommunion. In: National Catholic Register, 7. Mai 2018, Abruf vom 8. Mai 2018 (englisch).
  4. «Il Papa non può ammettere l'intercomunione». In: La Nuova Bussola Quotidiana, 7. Mai 2018, Abruf vom 8. Mai 2018 (italienisch).
  5. „Paus Franciscus had helderheld moeten verschaffen over intercommunie“. In: rkdocumenten.nl, 5. Mai 2018, Abruf vom 8. Mai 2018 (niederländisch).
  6. „Die Antwort des Papstes ist völlig unverständlich“. In: Kath.net, 8. Mai 2018, Abruf vom gleichen Tage.
  7. Nomina di Membri della Congregazione per il Clero. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 6. Mai 2008, abgerufen am 21. Dezember 2014 (italienisch).
  8. Nomina di Cardinali Membri dei Dicasteri e degli Organismi della Curia Romana. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 21. April 2012, abgerufen am 21. Dezember 2014 (italienisch).
  9. Nomina di Membri e conferme nella Congregazione per il Clero. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 9. Juni 2014, abgerufen am 10. Juni 2014 (italienisch).
  10. Nomina di Membri del Pontificio Consiglio della Cultura. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 17. Januar 2009, abgerufen am 21. Dezember 2014 (italienisch).
  11. Conferme e Nomine nel Pontificio Consiglio per i Laici. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 6. Februar 2014, abgerufen am 21. Dezember 2014 (italienisch).
  12. Nomina di Membri Ordinari della Pontificia Accademia per la Vita. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 13. Juni 2017, abgerufen am 13. Juni 2017 (italienisch).
VorgängerAmtNachfolger
Adrianus Johannes Kardinal SimonisErzbischof von Utrecht
seit 2008
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Bernard MöllerBischof von Groningen-Leeuwarden
1999–2008
Gerard de Korte