Wladimir Jewgenjewitsch Fortow

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Wladimir Fortow

Wladimir Jewgenjewitsch Fortow (russisch Владимир Евгеньевич Фортов, englische Transkription Vladimir Evgenievitch Fortov; * 23. Januar 1946 in Noginsk in der Oblast Moskau) ist ein russischer Physiker.

Fortow studierte Physik ab 1962 am Moskauer Institut für Physik und Technologie (MIPT) mit dem Abschluss 1968 und der Promotion in Plasmaphysik 1971. Auf Einladung von Semjonow ging er danach in die Gruppe von Lew Altschuler und Seldowitsch. 1976 erwarb er dort einen zweiten Doktortitel (von der Russischen Akademie der Wissenschaften, Physik stark gekoppelten Plasmas erzeugt durch starke Stoßwellen) und wurde 1978 Professor für Physik und Chemie an der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften. 1986 wurde er Leiter des Labors für Hohe Temperaturen der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften und 1991 Professor für Physik hoher Energien am MIPT. Seit 1992 ist er Direktor des Instituts für Hohe Energiedichten der Russischen Akademie der Wissenschaften. 1998 wurde er Leiter der Abteilung Elektrische Energietechnik der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Er untersuchte die Erzeugung und Eigenschaften dichter Plasmen und der Physik und Chemie extremer Zustände, zum Beispiel erzeugt mit Hilfe von Stoßwellen und Detonationswellen.

Er war auch an verschiedenen Weltraumprojekten beteiligt wie der Vega-Mission zum Halley-Komet und dem Studium des Einschlags von Shoemaker-Levy 9 auf dem Jupiter und Experimenten zu staubigem Plasma.

1996 bis 1998 war er Minister für Wissenschaft und Technologie in Russland und gleichzeitig stellvertretender Premierminister.

2002 erhielt er den Max-Planck-Forschungspreis, 1999 den Bridgman Award (Vorlesung: Intense Shock Waves and Extreme States of Plasmas) und 2003 den Hannes-Alfvén-Preis. Für 2013 wurde ihm der Global Energy Prize zugesprochen.

Er ist auswärtiges Mitglied der National Academy of Engineering (2002) und der Royal Academy of Engineering (2003) und Mitglied der European Academy of Sciences (1998). Außerdem ist er Mitglied der International Academy of Astronautics (2000). 1996 wurde er Vizepräsident der Russischen Akademie der Wissenschaften, deren korrespondierendes Mitglied er 1987 und volles Mitglied er 1991 wurde. Dieses Amt hatte er bis 2001 inne. Seit 2013 ist er Präsident der Akademie der Wissenschaften.[1]

Er erhielt den Orden des Roten Banners der Arbeit (1986), den Staatspreis der UdSSR (1988) und der Russischen Föderation (1997), das Bundesverdienstkreuz und er ist Mitglied der Ehrenlegion.

Er ist Ehrendoktor der Universität Frankfurt und der Universität Rostock. Seit 2000 ist er Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und seit 2001 Fellow der American Physical Society.

2005 wurde er stellvertretender Leiter der nationalen Kommission der Russischen Föderation für UNESCO-Angelegenheiten. 2014 wurde er als ausländisches Mitglied in die National Academy of Sciences gewählt.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homepage der Russischen Akademie der Wissenschaften
  2. National Academy of Sciences Members and Foreign Associates Elected. Pressemeldung der National Academy of Sciences (nasonline.org) vom 29. April 2014