Wohnraumbeleuchtung

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Unter dem Stichwort Wohnraumbeleuchtung wird in diesem Artikel die Innenraumbeleuchtung in den bewohnten Räumen von Wohnungen (Zimmer, Küchen, Bäder und Wohnflure) behandelt. Die Wohnraumbeleuchtung erfolgt mit natürlichen und künstlichen Lichtquellen.[1] Sie bringt – abgestimmt auf die jeweiligen Verwendungen eines Raumes – sichtbares Licht in den Raum und ist, indem sie gliedert, skulpturiert und akzentuiert, darüber hinaus auch ein grundlegend wichtiges Element der visuellen Raumgestaltung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Art der Beleuchtungstechnik, die künstliche Leuchtmittel kennt, ist noch relativ jung. Ehemals wurden Wohnräume mit Hilfe von Fackeln, Kienspan, Öllampen oder Kerzen beleuchtet, oft nur als eine punktuelle Aufhellung des Raumes. Eine Verbesserung der Beleuchtung stellt die Petroleumlampe mit Runddocht und Glaszylinder dar, wie sie seit Beginn des 19. Jahrhunderts existieren.[2] Mit der Erfindung der Glühlampe durch Thomas Alva Edison und der Elektrifizierung der Haushalte konnte die Beleuchtung von Innenräumen verbessert werden.[3]

Aufgaben und Gütemerkmale der Wohnraumbeleuchtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Beleuchtung eines Wohnraumes ist primär dazu gedacht, gute Sehbedingungen zu schaffen.[4] Daneben beeinflusst die Beleuchtung je nach Qualität das psychische wie physische Wohlbefinden des Menschen.[5] Um dies zu erreichen muss die künstliche Beleuchtung dem Spektrum des Tageslichtes entsprechen.[6] Rein quantitative Werte („viel Licht“) geben keine Anhaltspunkte auf die Güte der Beleuchtung.[1] Eine qualitativ hochwertige Beleuchtung zeichnet aus, dass sie auf den jeweiligen Wohnraum und dessen Nutzung abgestimmt ist.[6] Im Neubau und bei der Sanierung kann eine frühzeitige Planung mit Kosten verbundene Änderungen in bereits fertiggestellten Räumen verhindern.[1] Für die Innenraumbeleuchtung bestehen einschlägige Normen.[5] Daneben gibt es vier Hauptkriterien, nach denen die Güte einer Beleuchtung beurteilt wird.

Quelle:[7]

Die Beleuchtung wird, je nach Aufgabe, eingeteilt in Allgemeinbeleuchtung, Arbeitsplatzorientierte Allgemeinbeleuchtung und Einzelplatzbeleuchtung. Die gleichmäßige Ausleuchtung von Räumen wird durch die Allgemeinbeleuchtung erzielt. Durch sie werden im ganzen Raum gleichmäßige Sehverhältnisse erzielt. Bei der Arbeitsplatzorientierte Allgemeinbeleuchtung werden einzelne Raumzonen unterschiedlich stark ausgeleuchtet. Dadurch werden in den jeweiligen Zonen verschiedene Sehverhältnisse erreicht. Die Einzelplatzbeleuchtung dient dazu, wenn nicht der ganze Raum gleichmäßig ausgeleuchtet wird, sondern nur bestimmte Bereiche zur Allgemeinbeleuchtung eine separate Beleuchtung erhalten.[8]

Leuchtmittel für den Wohnbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Auswahl der Leuchtmittel für die Wohnraumbeleuchtung sind die Lichtfarbe, der Lichtstrom und die Farbwiedergabeeigenschaften zu berücksichtigen. Fragen der Energieeffizienz bzw. der Lichtausbeute und der Wirtschaftlichkeit gewannen im Laufe des 20. Jahrhunderts an Bedeutung.[3] Zur Beleuchtung von Wohnräumen werden überwiegend eingesetzt Glühlampen, Halogenglühlampen, Leuchtstofflampen, Kompaktleuchtstofflampen (besser bekannt als Energiesparlampe) und LED-Leuchtmittel (als Retrofit-Leuchtmittel). Jedes dieser Leuchtmittel kann in eine Vielzahl unterschiedlicher Leuchten eingesetzt werden, welche auf den Verwendungszweck angepasst und konstruiert sind.[9] Hauptaufgabe der Leuchte ist es, das Leuchtmittel zu halten und sofern notwendige, weitere Komponenten wie Schalter, Vorschaltgeräte oder notwendige Verbindungselemente zum Leuchtmittel aufzunehmen. Bei LED-Leuchten dient der Leuchtenkörper zudem häufig als Kühlkörper der LEDs. Alle weiteren Eigenschaften der Leuchte wie etwa Lichtlenkung, Entblendung bzw. Blendungsbegrenzung oder mechanischer Schutz des Leuchtmittels sind zweckbestimmt möglich oder nötig.[1]

Beleuchtungsstärken für den Wohnbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt im Wohnbereich keine Forderungen zu Mindestbeleuchtungsstärken. Es steht die psychische und physische Lichtwirkung auf den Menschen im Vordergrund. Daher muss im Wohnbereich die Beleuchtungsstärke nicht überall gleich sein, sie kann vielmehr an die jeweilige Sehaufgabe angepasst werden.[1] Als Auswahlhilfe kann bei der Planung die Tabellen in der DIN 12464 Teil 1 Beleuchtung von Arbeitsstätten – Arbeitsstätten in Innenräumen dienen.[10]

Für den Wohnbereich empfohlene Beleuchtungsstärken
Räume im Wohnbereich oder
Tätigkeiten im Wohnbereich
Anforderung an
die Sehaufgabe
Empfohlene
Beleuchtungsstärke (Lux)
Garderobe
Flure und Treppen
Orientierung 50–100
Allgemeinbeleuchtung im:
Schlafzimmer, Badezimmer,
Wohnzimmer, Kinderzimmer
Leichte Sehaufgaben:
große Details mit
hohen Kontrasten
100–300
Küchenarbeiten, Hausarbeiten,
Körperpflege, Wäschepflege,
Lesen, Schreiben, Basteln
Normale Sehaufgaben:
kleine Details mit
mittleren Kontrasten
300–500
Bastelarbeiten, Zeichnen,
feine Handarbeiten, Nähen
Schwierige Sehaufgaben:
kleinere Details mit
geringen Kontrasten
500–2000

Quelle:[1]

Da Beleuchtungseinrichtungen im Laufe der Zeit altern, muss bei der Planung eine Anfangsbeleuchtungsstärke berücksichtigt werden, die dem 1,25-fachen Wert der Nennbeleuchtungsstärke entspricht.[8]

Abstimmung auf die Wohnräume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Eingängen, Treppenhäusern oder Fluren ist die Beleuchtung für einen sicheren und gefahrlosen Verkehrsablauf wichtig.[8] In Wohnräumen, in denen gearbeitet wird, ist eine gute Beleuchtung eine der Voraussetzungen für die Erledigung der jeweiligen Aufgaben.[1] Eine gute Beleuchtung trägt dazu bei, dass der Mensch sein Leistungspotential ausschöpfen kann, außerdem wird einer vorzeitigen Ermüdung entgegengewirkt. Dadurch beeinflusst die Beleuchtung direkt das Arbeitsergebnis.[11] In Wohnräumen, in welchen sich der Mensch in seiner Freizeit aufhält, spielt bei der Wahl der Beleuchtung in besonderem Maße die Behaglichkeit und Ästhetik eine Rolle.[6]

Verkehrswege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sämtliche Verkehrsflächen wie Treppen, Eingänge und Flure sind Gefahrenquellen im Wohnbereich. Durch eine gute Beleuchtung kann das Unfallrisiko erheblich gesenkt werden, wenn etwa Gefahrenzonen durch ausreichende und blendfreie Beleuchtung erkennbar gemacht werden. Dabei ist auch auf die richtige Schattenwirkung der Beleuchtung zu achten. Dies gilt insbesondere für längere Treppen, da eine gute Beleuchtung ein schnelles und sicheres Orientieren ermöglicht. Durch eine gezielte Beleuchtung vom oberen Treppenabsatz her lassen sich die einzelnen Trittstufen gut unterscheiden, da bei der Beleuchtung von oben nur kurze Schlagschatten entstehen. Gute Beleuchtungsergebnisse können hier mit Leuchtstofflampen oder Glühlampen mit lichtstreuenden Abdeckungen erzielt werden.[12]

Küche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arbeitsplätze in der Küche müssen hell und gleichmäßig beleuchtet werden.[1] Dabei sorgt eine geeignete Mischung aus Tageslichteinfall und künstlichem Licht für eine gute Allgemeinbeleuchtung. Es muss bei der Positionierung der Beleuchtung darauf geachtet werden, dass Körperschatten vermieden werden.[8] Durch Deckenleuchten mit Leuchtstofflampen und Wannenabdeckung erreicht man die zweckmäßigste Beleuchtung.[1] Zusätzlich können Arbeitsplatzbeleuchtungen unter den Wandschränken montiert werden, welche zur Blendungsvermeidung nach vorne abgeschirmt sein sollten.[11] Die Beleuchtung mittels lichtbündelnden Glühlampenstrahlern ist völlig unzweckmäßig. Die Decken und Wände sollten das Licht gut reflektieren und einen Reflexionsgrad aufweisen der größer als 50 Prozent ist.[1]

Küchenbeleuchtung in den Vereinigten Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modellküche mit State-of-the-Art-Küchenbeleuchtung (USA, 1967). Der rechteckige Rahmen über der Spüle deutet ein Fenster an.

Die Standards für eine gute Küchenbeleuchtung sind nicht zuletzt auch kulturell geprägt. So unterscheidet man in den Vereinigten Staaten heute meist zwischen der Grundbeleuchtung, der Arbeitsbeleuchtung und der Akzentbeleuchtung („Layered kitchen lighting“).[13] Die ersten beiden gewährleisten Funktionalität und werden darum auch von der National Kitchen and Bath Association (NKBA) empfohlen; die letztere trägt vor allem dazu bei, eine Küche visuell ansprechend zu machen.[14] Bei diesem handelt sich hier um drei separate Beleuchtungssysteme, die fließende Übergänge bilden können, grundlegend aber parallel geplant und installiert werden.[15] Abweichungen zu mitteleuropäischen Standards ergeben sich vor allem daraus, dass amerikanische Küchen anders gebaut sind als etwa deutsche (z. B. bestehen die Raumdecken nur aus Gipskartonplatten und sind darüber hohl, sodass Einbauleuchten leicht darin integriert werden können) und dass sie als Teile von offenen Grundrissen visuell und funktional meist sehr viel stärker in den Wohnbereich integriert sind.[16]

Ein Beleuchtungsproblem, was von amerikanischen Designern mit Küchen gelegentlich besonders in Verbindung gebracht wird, sind glänzende, stark reflektierende Oberflächen, etwa von Arbeitsplatten. Zur Vermeidung von Blendlicht werden hier Lichtquellen empfohlen, die von vornherein stark gestreutes Licht emittieren.[17]

Grundbeleuchtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundbeleuchtung (engl. ambient lighting) sorgt bei fehlendem oder unzureichendem Tageslicht für eine gleichmäßige Beleuchtung des ganzen Raumes; oft ist sie heute dimmbar.[16] Ihre Funktion besteht unter anderem darin, dasjenige Licht bereitzustellen, das man braucht, um die Küche zu betreten, sich darin zu orientieren und sie zu verlassen.[17] Idealerweise kommt sie einer Imitation von natürlichem Tageslicht möglichst nahe.[18]

Die Wahl der für die Grundbeleuchtung gewählten Leuchten hängt maßgeblich von der Raumhöhe ab. In normal hohen Küchen (2,30–2,75 m) sind heute große Einbauleuchten (⌀ 15 cm) der Standard; je nach Grundriss der Küche werden sie entweder in Reihen oder in Gittermustern angeordnet. In sehr niedrigen Küchen werden oft direkt unter der Decke installierte konventionelle Leuchten bevorzugt, weil sie das Licht besser streuen.[18] In sehr hohen Räumen dagegen verwenden Küchendesigner eher größere oder kleinere Hängeleuchten (chandeliers, pendant lights) oder sogar Kronleuchter. Unabhängig von der Raumhöhe sind in amerikanischen Küchen, wenn genug Wandfläche zur Verfügung steht, daneben auch Wandleuchten (wall sconces) gebräuchlich.[15][16][19]

Arbeitsbeleuchtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Eine typische amerikanische Küche heute, mit Einbauleuchten in der Decke. Arbeitsbeleuchtung (etwa über dem Herd) ist im Bild nicht erkennbar und fehlt in diesem Beispiel möglicherweise ganz.

Zweck der Arbeitsbeleuchtung (task lighting) ist es, Arbeitsflächen und andere Elemente (z. B. Regale), auf die bei der Küchenarbeit zugegriffen wird, so auszuleuchten, dass daran sicher gearbeitet werden kann. Eine Trennung von Grund- und Arbeitsbeleuchtung gilt deshalb als notwendig, weil die Arbeitsflächen durch die daran arbeitenden Personen, wenn nur eine Grundbeleuchtung vorhanden wäre, oft beschattet würden. Wenn die Arbeitsflächen sich unter Oberschränken befinden, werden für ihre Beleuchtung heute meist Unterschrankleuchten (strip lights, puck lights) verwendet, die so unter den Schrankgehäusen verborgen sind, dass sie selbst nicht zu sehen sind. Bei dieser Beleuchtungsart wird – falls vorhanden – gleichzeitig der Fliesenspiegel akzentuiert.[15] Wenn Oberschränke fehlen, werden für die Ausleuchtung der Arbeitsflächen oft Einbaustrahler (recessed spotlights) verwendet, die sich, wenn sie in ausreichender Zahl vorhanden sind, gut als Arbeitsbeleuchtung eignen.[19][20][21] In älteren Küchen befinden sich Arbeitsplatten oft unterhalb von sogenannten soffits, kastenartigen Absenkungen der Raumdecke, in denen Einbauleuchten leicht installiert werden können.[18] Als Alternative zu Einbauleuchten werden oft aber auch Schienensysteme (track lights) verwendet.[22] Über Kücheninseln und -halbinseln, die auch als Bar oder Frühstückstisch dienen, werden als Arbeitsbeleuchtung häufig Hängeleuchten eingesetzt.[19] Der Einsatz von Hängeleuchten empfiehlt sich generell bei großer Deckenhöhe, während in normal hohen oder niedrigen Küchen oft Einbau- oder anderen deckennahen Leuchten der Vorzug gegeben wird.[22]

Besonderen Lichtbedarf sehen amerikanische Küchendesigner und Verbraucher – weil hier keineswegs nur gereinigt, sondern oft auch geschält und geschnitten wird – traditionell beim Spülbecken, das aus diesem Grunde meist vor einem Fenster platziert wird. Häufig werden hier zusätzliche Pendelleuchten aufgehängt.[23][24] Über Kochfeldern werden oft Dunstabzugshauben oder Mikrowellenherde mit integriertem Dunstabzug installiert; zur Ausleuchtung des Kochfeldes enthalten diese regelmäßig ein eigenes Beleuchtungssystem.

Zunehmend sind in den USA auch Lichtsysteme in Schubladen und Schränken gebräuchlich. Innenschrankleuchten bleiben die meiste Zeit ausgeschaltet und werden so oft aus Batterien gespeist.[16]

Akzentbeleuchtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Akzentbeleuchtung (accent lighting), die in der Regel getrennt von der Grund- und Arbeitsbeleuchtung gesteuert wird, hat zwei Funktionen: Sie akzentuiert Formen und Elemente, auf die besonders hingewiesen werden soll, und sie dient als Minimalbeleuchtung, die zum Einsatz kommt, wenn niemand sich in der Küche aufhält, der Raum aber nicht vollständig verdunkelt werden soll. Um die letztgenannte Funktion zu erfüllen, wird sie meist dimmbar installiert. Typische Formen von Akzentbeleuchtung sind:[15][16][19][25]

  • Unterschrankbeleuchtung: Leuchten, die so unter Küchenoberschränken installiert werden, dass sie selbst nicht sichtbar sind und indirektes Licht emittieren, akzentuieren die untere Kontur der Oberschränke, den Fliesenspiegel und die Küchenarbeitsplatte und alles, was sich darauf befindet. Oft dient sie gleichzeitig als Arbeitsbeleuchtung.
  • Oberschrankbeleuchtung: Am oberen Rand von Ober- und Hochschränken können Leuchten eingesetzt werden, um mit indirektem Licht die obere Schrankkontur zu akzentuieren. Ein fließender Übergang zur Arbeitsbeleuchtung ergibt sich, wenn hier direktes Licht verwendet wird, das bei geöffneten Türen auch das Schrankinnere ausleuchtet.
  • Innenschrankbeleuchtung: Von innen leuchtet man insbesondere Vitrinenschränke aus, wobei die beste Wirkung erzielt wird, wenn diese Schränke im Inneren keine massiven, sondern Glasböden haben. Eine Innenschrankbeleuchtung von Schränken mit nicht-transparenten Frontelementen wird nicht als Akzent-, sondern als Arbeitsbeleuchtung eingestuft.
  • Entsprechend können auch offene Wandregale an- oder ausgeleuchtet werden.
  • Sockelleistenbeleuchtung (toekick lights): Leuchten, die so vor den Sockelleisten installiert werden, dass sie selbst nicht sichtbar sind und indirektes Licht emittieren, akzentuieren die untere Kontur der Unter- und Hochschränke sowie den Fußboden. Für die Sockelleistenbeleuchtung werden LED-Lichtschläuche oder LED-Strips verwendet.[22]
  • Wenn die Arbeitsplatte an einer Insel oder Halbinsel zur Bar erweitert wird, installieren einige Designer in diesem Bereich eine indirekte Beleuchtung unter der Arbeitsplatte.[26]
  • Eine gelegentlich ebenfalls verwendete Form sind Bilderleuchten für an den Wänden aufgehängte Kunstwerke.

Während für die Grund- und Arbeitsbeleuchtung in der Küche rein weißes Licht empfohlen wird, gilt bei der Akzentbeleuchtung warmes Licht als besser geeignet.[17]

Einige Autoren beschreiben als vierte Beleuchtungsart die Verwendung dekorativer Leuchten (decorative lighting), also von Einzelleuchten, die aufgrund ihres besonderen Designs einen Blickfang bilden.[16] Selbst Kronleuchter werden von amerikanischen Küchendesignern zu diesem Zweck gern verwendet.[27]

Kinderzimmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da das Kinderzimmer von den Kindern vielseitig genutzt wird (spielen und arbeiten), ist in diesem Raum eine helle und gleichmäßige Beleuchtung erforderlich.[8] Die Beleuchtung ist dann optimal, wenn sie ohne Blendlichtquellen oder lange und harte Schlagschatten funktioniert.[1] Dazu eignet sich ein Lichtband aus Leuchtstofflampen über dem Fenster.[8] Auch Deckenleuchten mit lichtstreuender Abdeckung sind hier sehr gut geeignet.[1] Des Weiteren sind Wandleuchten gut für Kinderzimmer geeignet.[8] Als Lampen eignen sich warmweiße Leuchtstofflampen oder Glühlampen.[1] Die Lampen sollten möglichst dimmbar sein.[8] Die Beleuchtung ist so zu installieren, dass eine Verteilung des Lampenlichtes in alle Ecken erfolgt.[1] An den Betten ist eine Nachttischlampe für Lesezwecke anzubringen.[8]

Esszimmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blendfreie Küchentischlampe von Poul Henningsen

Im Esszimmer sollte die Beleuchtung auf den Essplatz konzentriert werden, ohne die Personen in störender Weise zu blenden. Hierzu sind von der Decke abgehängte Pendelleuchten gut geeignet. Als Lampen eignen sich Glühlampen oder Kompaktleuchtstofflampen. In größeren Räumen ist das Anbringen von mehrlampigen Leuchten vorteilhaft. Auch mehrere einzelne Pendelleuchten können entsprechend gezielt platziert werden.[1]

Badezimmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Beleuchtung im Badezimmer ist u. a. abhängig von der jeweiligen Größe des Badezimmers. Bei kleineren Räumen genügen oftmals zwei rechts und links neben dem Waschtisch angebrachte Spiegelleuchten.[8] Hierfür eignen sich senkrechte stabförmige Leuchten, die mit geringem Abstand zum Spiegel angebracht werden.[11] Ungeeignet sind in der Decke angebrachte Tiefstrahler mit engbündelnder Lichtverteilung, da sie lange und harte Schlagschatten hervorrufen.[1] Seit im Wohnbereich LED-Leuchten eingesetzt werden, sind in zunehmendem Umfang auch Spiegel mit rückseitig angebrachten LED-Leisten verbreitet, die indirektes Licht emittieren, das wegen der starken Streuung vor einem Spiegel als besonders günstig empfunden wird.[28]

Bei größeren Badezimmern reicht die Beleuchtung mit Spiegelleuchten nicht aus.[8] Hier ist eine helle Allgemeinbeleuchtung erforderlich. Vorteilhaft ist eine Mischung aus Tageslicht und künstlichem Licht.[1] Neben der Beleuchtung des Badezimmerspiegels ist hier auch eine zusätzliche Fensterbeleuchtung oder eine abgeschirmte Vorhangkofferbeleuchtung erforderlich.[11] Alternativ dazu ist auch eine Deckenbeleuchtung verwendbar.[1]

Wohnzimmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Beleuchtung im Wohnzimmer kann sich sowohl positiv als auch negativ auf die Stimmung auswirken.[6] Deshalb müssen Anordnung und Leuchtenart sinnvoll an die Raumgröße und die Raumausstattung angepasst werden. Blendende Effektleuchten oder andere unabgeschirmte Lichtquellen sind zu vermeiden. Ebenfalls sind engstrahlende Reflektorlampen sehr vorsichtig einzusetzen.[1] In diesen Räumen werden eher Zierleuchten als Zweckleuchten verwendet.[11] Eine gemütliche Atmosphäre vermitteln Steh- oder Pendelleuchten. Werden diese Leuchten mit lichtstreuenden, größflächigen Schirmen versehen, erzielt man mit diesen Leuchten eine harmonische Helligkeitsverteilung. Eine Indirektbeleuchtung von der Wand oder Fenster her unterstützt eine hell-dunkel Verteilung. Geeignete Lampen sind Glühlampen oder Kompaktleuchtstofflampen. Für die indirekte Beleuchtung eignen sich warmweiße Leuchtstofflampen mit kleiner Leistung. Im Wohnzimmer ist steriles, flachmattes, völlig diffuses Licht unangepasst.[1] Ebenfalls unangenehm wirkt gebündeltes Streiflicht mit langen entstellenden Schlagschatten.[11]

Arbeitszimmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Arbeitszimmer richtet sich die Ausleuchtung nach der jeweiligen Tätigkeit.[5] Bei Schreibtischarbeiten ist eine Kombination aus indirekter und direkter Beleuchtung von Vorteil.[29] Hier sollte neben der Deckenleuchte am Schreibtisch eine zusätzliche Schreibtischleuchte vorhanden sein.[1] Mit dieser Leuchte lässt sich das künstliche Licht individuell nutzen.[29] Schreibtischleuchten gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Geeignete Leuchtmittel für die Schreibtischleuchte sind Glühlampen oder Halogenglühlampen, sowie Kompaktleuchtstofflampen oder Leuchtdioden mit hohem Farbwiedergabeindex. Für letztere beiden sind Leuchtmittel mit hoher Farbtemperatur (4000 Kelvin) empfehlenswert.[30] Das restliche Arbeitszimmer sollte nicht zu dunkel oder völlig unbeleuchtet bleiben, um einer unnötigen Ermüdung der Augen vorzubeugen. Hier empfiehlt sich eine Deckenleuchte.[29] Eine Orientierung an der DIN EN 12464-1 „Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen“[31] insbesondere bei längerdauernder Tätigkeit am heimischen Bildschirmarbeitsplatz ist zu empfehlen.[1] Bei kleinen Räumen besteht nicht die Gefahr, dass sich die Leuchte im Bildschirm spiegeln kann. Somit kommt es auch nicht zu Reflexblendungen im Bildschirm.[32]

Schlafzimmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Beleuchtung im Schlafzimmer ist sehr differenziert zu gestalten. Zum Aufstehen oder Zubettgehen reicht eine Orientierungsbeleuchtung.[1] Diese sollte eine Nennbeleuchtungsstärke von 20 bis 50 Lux erzeugen.[8] Die Orientierungsleuchte ist im Fensterbereich gut angebracht.[11] Für Aufräumtätigkeiten oder die Entnahme der Kleidung aus dem Schrank sollte die Beleuchtung stärker sein. Für die allgemeine Raumbeleuchtung oder für die Beleuchtung des Kleiderschrankinhaltes ist hier eine in Raummitte angebrachte Deckenleuchte mit Energiesparlampe gut geeignet.[1] Die Leuchte sollte das Licht möglichst gleichmäßig in den Raum strahlen. Vor dem Kleiderschrank kann eine Leuchtenreihe sehr nützlich sein, die eine asymmetrische Lichtverteilung hat.[1] Die Leuchten hierfür müssen in einem Abstand von 0,9 Meter vom Schank anmontiert sein.[11] Damit die Spiegelbeleuchtung für den Frisierspiegel nicht den Spiegel, sondern die Person vor dem Spiegel beleuchtet, können zwei Wandleuchten mit lichtdurchlässigen Spiegeln installiert werden.[1] Die Leuchten sind seitlich neben dem Spiegel einige Dezimeter über Augenhöhe anzubringen.[11] Zum Lesen sind Reflektorleuchten geeignet, dabei sollte die Leuchte so angeordnet sein, dass ein direkter Blick in die Glühlampe unterbunden wird. Eine elegante Note verleiht eine indirekte Beleuchtung mittels Leuchtstofflampen über dem Kopfende des Bettes. Diese Beleuchtung lässt sich mit der Lesebeleuchtung kombinieren. Die jeweiligen Beleuchtungen sollten auf jeden Fall separat schaltbar sein. Ein gut reflektierender Wandbelag kann die Wirkung der Beleuchtung unterstützen bzw. optimieren.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa Winfrid Hauke, Rolf Thaele, Günter Reck: RWE Energie Bau-Handbuch. 12. Ausgabe (1998). Energie-Verlag GmbH, Heidelberg, ISBN 3-87200-700-9, S. 11/3-11/38.
  2. Museum der Energiegeschichte (Hrsg.): Wie das Licht elektrisch wurde. Hannover, Online (Memento vom 19. August 2016 im Internet Archive) (abgerufen am 19. August 2016).
  3. a b Rüdiger Gansland, Harald Hofmann: Handbuch der Lichtplanung. 1. Auflage, Friedrich Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Wiesbaden 1992, ISBN 3-528-08895-8, S. 12–25.
  4. Gottfried C O Lohmeyer, Matthias Post, Heinz Bergmann: Praktische Bauphysik. Eine Einführung mit Berechnungsbeispielen, 5. vollständig überarbeitete Auflage, Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden 2005, ISBN 978-3-519-45013-9, S. 522–536.
  5. a b c Helmut Schaefer (Hrsg.): Lexikon Energietechnik. VDI-Gesellschaft Energietechnik, 11. Springer-Verlag Berlin Heidelberg GmbH, Berlin Heidelberg 1994, ISBN 978-3-642-95749-9, S. 664–666.
  6. a b c d Institut für Erhaltung und Modernisierung von Bauwerken e.V. der TU Berlin (Hrsg.): Gesundes Wohnen. Selbstverlag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Berlin 2007, S. 8–16.
  7. Erik Theiß: Beleuchtungstechnik neue Technologien der Innen- und Außenbeleuchtung. 5. vollständig überarbeitete Auflage, Oldenbourg Industrieverlag GmbH, München 2000, ISBN 3-486-27013-3.
  8. a b c d e f g h i j k l Karl Volger, Erhard Laasch: Haustechnik. Grundlagen - Planung - Ausführung, 9. neubearbeitete und erweiterte Auflage, B.G. Teubner, Stuttgart 1994, ISBN 978-3-322-94746-8, S. 23–26, 53, 363-364, 437-438, 449, 452-455.
  9. Trilux GmbH & Co KG (Hrsg.): Beleuchtungspraxis Innenbeleuchtung. 1. Auflage, Arnsberg 2007, ISBN 978-3-00-020912-3, S. 304–405.
  10. Leitfaden zur DIN-EN-12464-1. Online (Memento vom 18. Mai 2015 im Internet Archive) (abgerufen am 19. August 2016).
  11. a b c d e f g h i Thomas Laasch, Erhard Laasch: Haustechnik. Grundlagen - Planung - Ausführung, 11. vollständig aktualisierte Auflage, B.G. Teubner, Wiesbaden 2005, ISBN 978-3-663-10289-2, S. 435–438.
  12. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Rutschhemmung, Beleuchtung, Kennzeichnung (abgerufen am 19. August 2016).
  13. Kitchen Lighting: Tips from a Designer. Abgerufen am 21. April 2022.
  14. Lighting Tips for a Functional, Feel-Good Kitchen and Bath. Abgerufen am 19. April 2022 (Webseite der NKBA).
  15. a b c d How To Light A Kitchen. Abgerufen am 19. April 2022.
  16. a b c d e f How to Choose the Best Light Fixtures For Your Kitchen. Abgerufen am 19. April 2022.
  17. a b c Solved! How to Create a Beautiful and Effective Kitchen Lighting Design. Abgerufen am 21. April 2022.
  18. a b c Layered Kitchen Lighting. Abgerufen am 22. April 2022.
  19. a b c d Which Is the Best Lighting for Kitchens and Where to Use Them? Abgerufen am 19. April 2022.
  20. Recessed Kitchen Lighting Reconsidered. Abgerufen am 19. April 2022.
  21. Why recessed lighting is the best option for your kitchen. Abgerufen am 19. April 2022.
  22. a b c How to Light a Kitchen. Abgerufen am 22. April 2022.
  23. Kitchen Sink Lighting Ideas. Abgerufen am 19. April 2022.
  24. Over Kitchen Sink Lighting. Abgerufen am 19. April 2022.
  25. 6 Types of Kitchen Accent Lighting. Abgerufen am 21. April 2022.
  26. 8 Bright Accent Light Ideas For Your Kitchen. Abgerufen am 21. April 2022.
  27. Expert Talk: 10 Reasons to Hang a Chandelier in the Kitchen. Abgerufen am 21. April 2022.
  28. Backlit Mirrors – The Focal Points Of The Modern Bathrooms. Abgerufen am 11. Mai 2022.
  29. a b c Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (Hrsg.): Beleuchtung im Büro. VBG-Fachinformation, Hilfen für die Planung der künstlichen Beleuchtung in Büroräumen, 2003, S. 47–51.
  30. Telepolis: Computer können die Schlaflosigkeit fördern. Online (abgerufen am 20. Oktober 2011).
  31. DIN EN 12464-1, PDF-Datei (Memento vom 30. September 2013 im Internet Archive) (abgerufen per Archive Org. am 14. Januar 2016)
  32. Hans R. Ris: Beleuchtungstechnik für den Praktiker. 2. erweiterte Auflage, VDE-Verlags GmbH, Berlin – Offenbach, ISBN 3-8007-2163-5, S. 13–17, 46–47, 229.