Zamirchor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zamirchor
Konzertreise in Isenfluh, Schweiz, 2009
Sitz: Bayreuth / Deutschland
Gründung: 2006
Gattung: Gemischter Chor
Gründer: Barbara Baier und Itshak Tavior
Leitung: Barbara Baier
Stimmen: 40 (SATB)
Website: http://zamirchor.de/

Der Zamirchor e. V. (hebräisch: הזמיר Zamir „Nachtigall“) ist ein gemischter Chor aus Bayreuth in Oberfranken, dessen Ziel es ist, auf regionaler wie internationaler Ebene kulturell integrativ zur Völkerverständigung beizutragen.

Gründung und Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung des Chores geht auf die musikalische Initiative der Bayreuther Sängerin Barbara Baier und des israelischen Pianisten, Dirigenten und Komponisten Itzhak Tavior (auch: Issak Tavior) zurück. Für die Uraufführung seiner Chorkomposition des israelitischen Gebets „Sh'ma Israel“ (Höre Israel) und einem weiteren Werk am Holocaust-Tag im Mai 2005 entstand zunächst ein Projektchor aus dem Schülerkreis der Gesangspädagogin Barbara Baier.[1] Dabei berichteten zwei mit der jüdischen Geschichte eng Vertraute, die vom Holocaust in zweiter Generation betroffene Irene Hamel und Pfarrer Peter Hirschberg, der sechs Jahre in Jerusalem gelebt hat.

Im selben Jahr fand ein deutsch-israelisches Come Together an der Universität Bayreuth statt, eine Tagung, zu deren Initiatoren und Referenten wiederum Peter Hirschberg gehörte sowie der israelische, arabisch-jüdische Journalist Daniel Dagan, der einen Vortrag zum Thema des Israelisch-Palästinensischen Konfliktes hielt.[2] Bei dieser Gelegenheit sang der Projektchor hebräische Werke von Itzhak Tavior, die wieder eigens für diese Veranstaltung komponiert worden waren.[3]

Im April 2006 kam es zur offiziellen Gründung des Zamirchores e. V.[4] Seitdem sieht der Chor seine Aufgabe unter dem Aspekt der Völkerverständigung in der Intensivierung der Beziehungen zwischen Deutschen und Israelis sowie Juden und Christen. Dafür organisiert er, neben regionalen Aktivitäten, zusammen mit israelischen Chören gemeinsame musikalische Projekte.[5]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Repertoire erstreckt sich vom Barock bis zur Moderne und wird regelmäßig durch (Ur)aufführungen von Werken Issak Taviors bereichert. 2009 sang der Chor bei der Bayreuther Uraufführung der Semi-Oper Wilhelmine – Liebe ist nur Fantasie des Komponisten Hans Martin Gräbner zum Jubiläumsjahr der Wilhelmine von Bayreuth.

Konzerte anlässlich der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen des Staates Israel 2008 in der Stadthalle Bayreuth mit den Hofer Symphonikern und im Staatstheater Nürnberg mit den Nürnberger Philharmonikern[6] führten 2010 zur Einladung des Chores zum internationalen Holocaustgedenktag vor die United Nations General Assembly Hall in New York City.[7] Es war ein historisches Konzert: zum ersten Mal beteiligten sich Deutschland und Israel gemeinsam singend an diesem Ort.[8] Tavior dirigierte; bei einem weiteren Konzert in New York in der Park East Synagoge saß er am Flügel.[9]

Zusammengearbeitet hat der Zamirchor bisher vor allem mit dem Jerusalem Oratorio Chamber Choir, dem Philharmonischen Chor Bayreuth, den Hofer Symphonikern und den Nürnberger Philharmonikern.

Am 26. Januar 2011 konzertierte der Zamirchor mit dem Jerusalem Oratorio Chamber Choir und dem Deutschen Radio Kammerorchester unter der Leitung von Tavior zum Deutsch-Französischen Freundschaftstag in der Kirche St. Bernadette in Annecy, der Partnerstadt Bayreuths.[10] In gleicher Besetzung wurde am 27. Januar 2011 die Gedenkfeier zum 5. Internationalen Holocaustgedenktag vor den UN in Genf musikalisch umrahmt.[11]

Im Januar 2014 gab der Zamirchor mit dem Jerusalem Oratorio Chamber Choir, dem Tivon Chamber Choir und den Hofer Symphonikern ein Konzert zum Holocaustgedenktag in der Freiheitshalle Hof.[12] Im Juli 2015 traten der Zamirchor, der Misgav Hagalil Choir und die Hofer Symphoniker anlässlich des 50-jährigen Freundschaftsabkommens zwischen Deutschland und Israel in Hof und Bayreuth auf.[13]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nordbayerischer Kurier, Sa/So 7./8. Mai 2005: Das Geheimnis der Erlösung, Musik und Texte zum Holocaust-Gedenktag.
  2. Nordbayerischer Kurier, 2. Dezember 2005: Zeichen der Freundschaft.
  3. Nordbayerischer Kurier, 2. Dezember 2005: Zeichen der Freundschaft.
  4. Nordbayerischer Kurier, 6. April 2006: Hebräische Lieder aus fränkischen Kehlen.
  5. http://zamirchor.de/index1293.html?page_id=4113
  6. http://zamirchor.de/indexf4a6.html?page_id=4365
  7. http://www.frankenpost.de/nachrichten/kulmbach/kl/art3969,1185313
  8. Auferstanden aus den Ruinen der Schuld. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 7. September 2018.
  9. http://www.frankenpost.de/regional/oberfranken/laenderspiegel/Die-Nachtigallen-aus-Bayreuth;art2388,1994394
  10. http://zamirchor.de/indexf4a6.html?page_id=4365
  11. Fernsehen für Oberfranken am 23. Januar 2011: Bayreuther Zamirchor probt für Auftritt in Genf (Memento des Originals vom 27. Dezember 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tvo.de. (Abgerufen am 1. Februar 2011)
  12. Archivlink (Memento des Originals vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mein-mitteilungsblatt.de
  13. Archivlink (Memento des Originals vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.oberfranken.de