Zeitgenössische japanische Kunst

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Die japanische zeitgenössische Kunst orientiert sich zu großen Teilen an der globalen zeitgenössischen Kunst, bezieht ihre Einflüsse allerdings auch aus der japanischen Tradition, der Präsenz einer dichtbesiedelten urbanen Umwelt und verschiedener Traumata, die Japan seit Mitte der 1940er-Jahre erlebte (Niederlage im Zweiten Weltkrieg, Atombombenabwürfe, Erdbeben, Wirtschaftskrise usw.), führten zu einer vielfältigen Kunst, die im Westen nur wenig bekannt ist. Zudem hat der Einfluss der ursprünglichen Avantgarde-Bewegung (Gutai), die sich seit 1956 entwickelte, die zeitgenössische Kunst bis heute deutlich geprägt.

Fortführung der traditionellen japanischen Ästhetik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Künstler setzen die klassische japanische Kunst (z. B. die Malerei auf Wandschirmen, Holzschnitte, Kalligrafie oder Ikebana) fort und erneuern sie.

Wichtige Künstler:

Abstrakte Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abschied von der Avantgarde ist die Abstraktion eine Tendenz in der weltweiten zeitgenössischen Kunstszene geworden. Sie wird in Japan unter anderem von folgenden Künstlern vertreten:

Minimalistische Kunst und Land Art[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Minimalismus und Land Art werden unter anderem von folgenden Künstlern vertreten:

  • Tsuchiya Kimio (* 1955 in Fukui) lebt und arbeitet in Tokio und realisiert große, minimalistische Skulpturen und Installationen aus Rohmaterialien unter freiem Himmel.
  • Hayami Shiro (* 1927) ist spezialisiert auf Installationen in der freien Natur.
  • Shingu Susumu (* 1937) lebt in Sanda, arbeitet in Osaka und ist bekannt für Windskulpturen und Gestaltungen mit Wasser. Er hat eine „Karawane des Windes“ ins Leben gerufen.[1]

Pop-Art[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten jungen Japaner sind seit frühester Kindheit geprägt von der Ästhetik von Anime, Manga, Videospielen und Videotelefonen. Dies führte zur Ausprägung einer eigenen Pop-Art-Richtung.

Bedeutende Künstler dieser Strömung sind:

Auf der Suche nach Identität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Japaner seit ihrer frühesten Jugend eine Schuluniform getragen haben, ziehen sie vor allem zwischen 18 und 25 sehr farbige und oft provokante Kleidung an. Für die meisten bedeutet die erste bezahlte Anstellung danach die Rückkehr zu gedeckter Kleidung und dem weißen Hemd des Salaryman oder dem strikten Dresscode der Office Lady.

Die Künstler, die das „Gewöhnliche“ verlassen wollen, bedienen sich der Provokation, der Träumerei oder einer Übertreibung der Banalität ihrer Umwelt.

Wichtige Künstler dieser Strömung sind:

Omnipräsenz von Stadt und Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

75 % aller Japaner leben in der großen urbanisierten Küstenebene zwischen Tokio und Osaka. Fernsehen, Breitband-Internet und Mobiltelefone haben hier einen der höchsten Verbreitungsgrade in der ganzen Welt, dazu kommt die Allgegenwart von Elektronik und Automaten.

Die Produktionen von Künstlern, die diese Einflüsse aufgreifen, sind oft unbearbeitete Fotografien oder hyperrealistische Acryltafeln.

Hauptkünstler dieser Strömung sind:

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.wind-caravan.org

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]