Zombie (Lied)

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Zombie
The Cranberries
Veröffentlichung 13. September 1994
Länge 5:06 (Album-Version)
4:11 (Radio-Version)
Genre(s) Alternative Rock
Text Dolores O’Riordan
Musik Dolores O'Riordan
Auszeichnung(en) DE: Platin
AT: Gold
Album No Need to Argue

Zombie ist ein im September 1994 veröffentlichtes Lied von Dolores O’Riordan. Es war die erste Singleauskopplung des Albums No Need to Argue der irischen Band The Cranberries und die dritte der Band insgesamt. Der Text behandelt den Nordirlandkonflikt. Aufgenommen wurde der Song 1994 in den Windmill Lane Studios in Dublin, produziert von Stephen Street und veröffentlicht vom Label Island Records.

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[1]
Zombie
  DE 1 14.11.1994 (28 Wo.)
  AT 2 25.12.1994 (24 Wo.)
  CH 2 22.01.1995 (31 Wo.)
  UK 14 01.10.1994 (11 Wo.)
  IE 3 22.09.1994 (13 Wo.)

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zombie gilt als Protestsong gegen den Nordirlandkonflikt. Den Text des Liedes schrieb Dolores O'Riordan während einer Tour der Band 1993 in England in Erinnerung an zwei Kinder (Jonathan Ball und Tim Parry), die während eines Bombenanschlags der IRA am 20. März 1993 in Warrington getötet wurden.[2] Wesentliche Passagen beziehen sich auf den Osteraufstand 1916 und seine traumatischen Folgen.

Im Text heißt es so unter anderem:

„It’s the same old theme since 1916. In your head, In your head they’re still fightin’ with their tanks and their bombs and their bombs and their guns. In your head, In your head they are dyin’.“

The Cranberries, “Zombie”

Frederic C. Millet interpretiert Zombie als Metapher, dass Krieg und Gewalt jeden zum Töten ohne Grund befähigen, gleichsam wie Roboter oder als Untote des damaligen Aufstands. In einer weiteren Textzeile würde die Sinnlosigkeit des gewaltsamen Konflikts durch „What’s in your head, Zombie“ bestärkt. Gleichsam befrage O'Riordan ihr Publikum, warum Irland und England sich nach all den Jahren noch bekämpfen würden, wie etwa in der Textzeile „In your head they’re still fighting“.[3]

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stilistisch ist der Titel für die Band eher untypisch mit einem E-Gitarren-Riff ausgestattet, welcher ihm einen Grunge- bzw. Alternative-Rock-Charakter verleiht. Das in E-Moll gehaltene Lied steht im 4/4-Takt. Das Intro, die ostinate Akkordfolge Em-C-G-D, wird ruhig von einer unverzerrten E-Gitarre gespielt. Später kommen eine verzerrte E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug und ein Tamburin zum Einsatz, was insgesamt eine Steigerung der Lautstärke und der Dynamik bis hin zum Refrain bewirkt. Der weibliche Gesang ist zeitweise zweistimmig und wird ebenfalls im Refrain ausdrucksstärker. Die ruhigeren Strophen und der dynamischere Refrain wiederholen sich zweimal und werden durch Solopassagen von E-Gitarre und Bass unterbrochen, bis das Lied wiederum leise endet.

Musikvideo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Musikvideo wurde im Sommer 1994 veröffentlicht und von Doug Friedman bei H.S.I. Productions produziert. Wie bei allen Singleveröffentlichungen des Albums „No need to argue“ führte Samuel Bayer die Regie. Das überwiegend in Schwarz-Weiß gehaltene Video kritisiert die fortlaufende Gewalt im Nordirlandkonflikt bis zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung. In einer ersten Szene wird die Band in einer Baracke ohne Publikum spielend gezeigt. In einer weiteren farbigen Szene steht die Sängerin Dolores komplett in Gold gekleidet vor einem Kreuz in Gegenwart von Kindern, die wiederum silbern geschminkt sind. Eine dritte schwarz-weiße Szene zeigt die Kinder in einer Straße Krieg spielend und britische Soldaten, die Autos kontrollieren.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zombie war das erfolgreichste Lied der Cranberries in Europa und ihr einziger Nummer-eins-Hit. In Deutschland erhielt der Song eine Platin-Schallplatte[4], in Österreich Gold[5]. 1995 gewann Zombie den MTV Europe Music Award für den besten Song.[6]

Land/Region Auszeichnung Verkäufe
AustralienAustralien Australien (ARIA) Platinum record icon.svg Platin 70.000
DeutschlandDeutschland Deutschland (BVMI) Platinum record icon.svg Platin 500.000
ItalienItalien Italien (FIMI) Platinum record icon.svg Platin 50.000
NeuseelandNeuseeland Neuseeland (RMNZ) Gold record icon.svg Gold 7.500
OsterreichÖsterreich Österreich (IFPI) Gold record icon.svg Gold 25.000
SpanienSpanien Spanien (PROMUSICAE) Gold record icon.svg Gold 20.000
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich (BPI) Gold record icon.svg Gold 400.000
Insgesamt Gold record icon.svg 4× Gold
Platinum record icon.svg 3× Platin
1.072.500

Coverversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Song wurde öfter von Künstlern verschiedener Musikrichtungen gecovert.

  • 1995 veröffentlichte das italienische Quartett A.D.A.M. featuring Amy eine Eurodance-Version, die u. a. Platz 16 der britischen Charts erreichte.[7]
  • 2017 nutzte die deutsche Rapgruppe 187 Strassenbande die Melodie des Refrains für den Refrain ihres Songs Millionär, der Platz 2 der deutschen Charts belegte.
  • 2017 sampelte der US-amerikanische Rapper Eminem das Lied für den Refrain und den Beat seines Songs In Your Head, der auf seinem Studioalbum Revival enthalten ist. Das Stück erreichte Rang 19 der britischen Charts.
  • 2017 veröffentlichte der niederländische DJ Ran-D eine Hardstyle-Version des Liedes. [8]
  • 2018 wollte die US-amerikanische Metal-Band Bad Wolves das Lied erneut mit der The-Cranberries-Sängerin Dolores O'Riordan aufnehmen, diese verstarb jedoch am 15. Januar 2018 vor der Aufnahme in London unter bisher unbekannten Umständen. Bad Wolves coverten das Lied dennoch und veröffentliche ein Musikvideo am 22. Februar 2018.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charts DE Charts AT Charts CH Charts UK Charts IE
  2. Buckley, Peter; Buckley, Jonathan (2003). The Rough Guide to Rock. Rough Guides. S. 241., ISBN 1843531054
  3. Frederick C. Millett:The Easter Rising and Its Effect on Irish Literature and Music
  4. Bundesverband Musikindustrie: Gold/Platin-Datenbank
  5. Verband der österreichischen Musikwirtschaft: Gold & Platin-Datenbank
  6. Chartking: MTV Europe Music Awards (EMA)
  7. Cover A.D.A.M. featuring Amy
  8. Ran-D Zombie auf Beatport.